Familienfeiern

Nach dem fast strapaziösen Weihnachtsfest folgte ein Familienfest.

Ich habe dazugelernt und werde Feste dieser Art nur mehr selbst veranstalten und für eigene Peinlichkeiten sorgen. Es wird keine Rede geben, weil man bei Reden leicht ins Fettnäpfchen treten kann. So zum Beispiel wenn man als bucklige Verwandtschaft an letzter Stelle nach dem Hund genannt wird, der am Schoß meines Gegenübers sitzt. Das löste derartige Verblüffung in mir aus, dass ich sogar vergaß zu lachen.

Einen Knochen für den Hund, er lebe hoch.

Die Ente lässt sich derweil am WC runter. platsch! (Danke für die Anregungung Herr/Frau König M – den Kommentar habe ich gelöscht, aber cooles fb Foto!)

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Weihnachten erledigt

Ich möchte euch nicht sagen, wie viele Weihnachten ich nun schon gefeiert habe – aber es waren viele! Und so verschieden andere Wochentage ablaufen, läuft Weihnachten immer gleich ab. Stresskomponente ist doch unterschiedlich.

Zu Weihnachten habe ich ein ambivalentes Verhältnis: Ich bin der klassische Traditionsmensch. Es wäre für mich unmöglich, dieses Fest zwischen Palmen im Sonnenschein zu verbringen, obwohl ich es liebe zu reisen. Zu Weihnachten bleib ich zu Hause. Geflügelter Satz: Wenn ich einmal alt bin (hehe), dann feier ich das Fest auf einer einsamen Insel. Wenn ich mit nicht beeile, bin ich uralt und war noch nie auf einer einsamen Insel!

Weihnachten kann nicht sein ohne Traditionsessen: Fischbeuschelsuppe und gebackener Karpfen, Erdäpfelvogerlsalat und zum Abgewöhnen eine Keksvariation. Natürlich gehe ich auch auf Sonderwünsche ein: Rindssuppe mit Leberknödel, oder Frittaten und Kabeljau. Was soll ich mich beklagen, der Schwiegervater meiner Freundin isst nur Wiener Schnitzel. Sie muss zu jedem Festtag zwei Gerichte kochen. Was für eine arme Haut!

Davor gebe ich mir den Stress in den Einkaufsstraßen und -centern. Frage mich jedes Mal auf’s Neue, warum der Mensch so blöd ist und sich auf diesen einen Tag so fixiert, ihn nach gewissen Vorstellungen zu erfeiern. Spreche ein Dankgebet, wenn nach Geschäftsschluss am Heiligen Abend die Bilanz für den Handel wieder positiv war. Es könnte sonst vielleicht wieder Triple A am Spiel stehen. Schüttle den Kopf bei der Aussage, wenn es zu Weihnachten nicht schneit, dann kommt angeblich keine Stimmung auf. Es ist so wurscht, ob es draußen schneit, wenn ich mir in der Küche die Beine in den Bauch stehe. Ich brauche elendsviel Zeit, bis alle Vorbereitungen getroffen wurden und schlüpfe 20 Minuten bevor die Gäste kommen, noch schnell ins Festtagsgewand, obwohl ich Lust auf weiche Patschen und Hausanzug hätte. Egal, ob es draußen stürmt und schneit, ich quetsche meine Füße in hohe Festtagsschucherln und fühle mich wie Aschenputtel (rucke di gu Blut ist im Schuh).

Ich treffe keine Vereinbarungen, sich diesmal nichts zu schenken, weil ich gerne schenke! Außerdem sind die Leute frustriert, wenn sie nichts bekommen und brechen sehr oft diesen Pakt. Also mit mir nicht.

Weihnachten ist das Fest des Friedens und doch kommt es sehr oft zu unvorhergesehenen Pannen: Der Christbaum brennt – dieser Kelch ging bisher an uns vorüber, obwohl Sohnemann dieses Jahr vergaß eine Kerze auszublasen. Mein Mann hatte dieses wie jedes Jahr Schlussdienst am Christbaum und das wackere Kerzenlichtlein gelöscht. Wieder nichts mit Feuersbrunst! Als ich meinen Mann kennenlernte und mit ihm die ersten Weihnachten feierte, bestand er darauf, neben dem Christbaum einen Kübel mit Wasser hinzustellen, weil das bei ihm so üblich sei. Nein, das kam für mich nicht in Frage, denn wenn wir abbrennen, dann mit Würde und ohne Wasserkübel. Losung: Wir sind hoch versichert, da brauch ma keinen Löschkübel.

Es gibt Streit – ja danke, hatten wir auch immer wieder. So alle 3-4 Jahre wurden angestaute Familienprobleme gewälzt, die man sich schon immer einmal sagen wollte. Grundgütiger! Dafür ist der Heilige Abend bestens geeignet: Alle sitzen komprimiert beinand an einem Tisch, können schwer davonrennen, weil der ausgezogene Tisch die Fluchtwege reduziert (siehe Brandschutz, hoch versichert). Die Weingläser werden geleert und man wird immer tapferer das endlich zu sagen, was man bisher runtergeschluckt hat. Das ist Weihnachten! Die verletzten Seelen müssen dann bis Ostern wieder repariert sein, damit man zu diesem Fest auch wieder gemeinsam den Osterschinken verputzen kann. Schaffen wir immer!

Weihnachten ist auch, Geschenke umzutauschen. Ich kaufe normaler Weise sehr bedacht und aufmerksam ein. Die Umtauschrate ist bei mir gering geraten. Außer bei den Geschenken für meine Mutter, sie hat immer etwas auszusetzen. Der Clou dabei ist, sie wartet bis Februar um mir zu sagen, ihr gefällt das Weihnachtsgeschenk nicht, das ich ihr gekauft habe. Da geht mir dann jedes Mal das G’impfte auf. Dieses Mal hat meine Mutter einen Gutschein bekommen, obwohl ich Gutscheine nicht ausstehen kann. Aber Umtausch ist bei Gutscheingeschenken sinnlos, es kommt immer wieder das gleiche dabei raus. Ein Ei habe ich mir bei der Tennisausstattung für meine Vater gelegt. Die Hose in XXL und das T-Shirt in M gekauft. Beides hing auf L Haken. Tja, häst halt besser gschaut!

Weihnachten mit Liebeskummer der Tochter, ist der Supergau! Warum gerade zu Weihnachten – fragt sie. Weil Weihnachten ein Tag wie jeder andere ist, morgen tut’s auch nicht weniger weh. So weine ich mit ihr Tränen, die ich eigentlich für Stille Nacht vor’m Christbaum aufgespart habe. Es ist aber genug Rührung da, ich kann da auch noch weinen.

Und heute ist Christtag! Das ist mein liebster Weihnachstag. Wir essen die Reste vom Fisch, schmeckt auch kalt gut. Reißen alle 30 Minuten die Fenster auf, weil die ganze Wohnung nach Fischfett riecht und sind glücklich, alles gut überstanden zu haben. Zweitschönster Tag ist übrigens Neujahr. Da sitz ich im Pyjama vor dem Fernsehen und twitter lästernd über das Ballett des Neujahrskonzertes. Ja, wir Wiener tanzen zu Konzerten und Kongressen.

Ich liebe Weihnachten und doch bin ich im Grunde genommen ein eingefleischter Grinch!

Frohe Weihnachten!

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Butterkipferl im Test

Längere Pause im Jour doux Zirkus, doch diesmal die heiß ersehnten Frühstückskipferln im Test.

Geschichte, woher kommt das Kipferl? Hier nachzulesen. Laut Lebensmittelcodex müssen Butterkipferl aus Butter gemacht werden. Sehr viele Kipferln werden aus Margarine oder Ziehfett hergestellt, daher habe wir sehr nachdrücklich um die Butter gefragt. Französische Croissants werden zum Beispiel aus Margarine hergestellt, außer das französische Kipferl hat den Zusatz „au beurre“, nachzulesen auch da.

Wie testen wir? – Blind – Also schon mit offenen Augen, aber wir kennen den Produzenten nicht, weil den Kipferln Nummern zugewiesen werden.
Wo kaufen wir ein? – so wie du und ich, in der Konditorei, beim Bäcker. Ich versuche immer einen Kleinbäcker aus meiner Umgebung einzuspielen, weil ich eben wegen einem Kipferl nicht kilometerweit fahren will und hoffe, der schneidet vielleicht gut ab.
Wie wählen wir die Produkte aus? – zuerst gibt es ein Brainstorming und wir tauschen uns per mail (auch wenn das schon out ist) aus. Aus dieser Liste wird angerufen und nach unseren Kriterien befragt. – „Ist ihr Produkt hausgemacht?“ – „Bereiten Sie die Kipferl mit Butter zu?“ – „Sind Sie sich sicher, dass die Zubereitung mit Butter und nicht mit Margarine erfolgt?“
Wie erfolgt die Verkostung? – Diesmal im kleinen Kreis, an einem gemütlichen Ort, Titi war wieder unsere Gastgeberin. Jeder kostet für sich und sagt einmal gar nichts, um den anderen nicht zu beeinflussen. Wobei wir bereits so geschult sind und unseren Geschmack selbstbewußt kundtun, auch wenn er nicht in das Schema des anderen paßt. Ein gutes Kipferl schmeckt auch ohne Marmelade oder Butter. Manche waren so neutral, die sicherlich mit Butter oder Marmelade gut schmecken, aber ohne leider nicht.
Wie erfolgt die Punktevergabe? – Nach drei Kriterien:

  • Aussehen (Größe, Form, Bräunung, Glanz, Porung, Fett am Papier) 0 – 3 Punkte
  • Konsistenz (Porung nach drücken, wie viele Lagen, Textur (außen knusprig, innen weich, saftig) 0 – 7 Punkte
  • Geruch und Geschmack (Jeder bekommt eine Kipferlhälfte und riecht einmal daran. Man glaubt gar nicht, wie viele Unterschiede es gibt und dass man diese auch nach 15 Kipferln noch riechen kann. Dann kommt der herzhafte Biss in die Kipferlmitte. Anschließend wird noch einmal ins Zipferl gebissen, weil das ja ein anderes Erlebnis, als die Mitte ist – zumindest für deBosco und mich, die anderen hatten für Zipferln nichts übrig. Unverständlich!!!) 0 – 10 Punkte

Damit ergibt sich eine Höchstbewertung von 20 Punkten. Bei mir erreichte ein Kipferl diese Wertung, wurde aber nicht erster Platz. ;-) Zwischendurch habe ich auch immer wieder die Gesamtpunktezahl mit anderen getesteten Kipferln verglichen, ob die Bewertung von mir auch richtig ist. Das war möglich, da wir unsere angebissenen Kipferln für einen späteren Kontrollbiss wieder zurückgelegt hatten.
Meine Gefühle vor dem Test:

  • Brainstorming – wir müssen die Kipferlanzahl reduzieren, das pack ich sonst nicht.
  • Anrufen beim Bäcker oder Konditor – Angst davor, deppert angeredet zu werden, nur weil man fragt, woraus die Kipferln gemacht werden. Ich hatte leider schon einmal schlechte Erfahrung damit gemacht, daher sitzt die Panik etwas in mir.
  • Einkaufen – 2 Stunden kreuz- und querfahren, obwohl regional eingegrenzt wurde, da denk ich mir jedes Mal: das war für mich das letzte Mal für (depperte) Kipferln. Diese Gedanken werden aber nach erfolgtem Testergebnis sofort wieder revidiert.
  • Auspacken der erjagten Ware – Erster Anfall von Übelkeit. Wie werden wir das wieder schaffen?
  • Kosten – Njamm herrlich, bääh, selten so etwas Grausliches gegessen. Wie kann man als Produzent so etwas guten Gewissens verkaufen und, wer kauft diesen Mist eigentlich?
  • Auswerten – aaah und ooooh, wenn vielgepriesene Produzenten so durchfallen.
  • Nach dem Test – Übelkeit, ich bringe keinen Bissen mehr herunter. Für mich ist das jedes Mal der absolute Overkill.

Unsere Testkandidaten waren:
aida, anker, auer brot, demel , felzl, gerstner, gragger (bio), gregors konditorei, grimm, heiner, joseph brot (bio), kaas am markt (kolm), klement, kornradl (Bio, Dinkel), künstler, landtmann, le bol, mann, mauracherhof (bio), mühlenbrot, oberlaa, orlando di castello, rudolf ölz, schrammel, schrott (innungsmeister der wiener Bäcker), ströck;
Nicht dabei waren Felber (wurde vergessen zu besorgen), Sluka (hat Nusskipferl eingepackt)
Unsere Tester waren: katha_esskultur (die Chefin), Titilaflora, deBosco (Titis Gespons), Felix (Titis kritischer Nachwuchs), queenofsoup und meine Wenigkeit

Und nun zum Ergebnis:


 1. Platz – Orlando di Castello, produziert vom französischen Chef Patissier Pierre Reboul aus dem Café Central.  (mein 2. Platz)
2. Platz – Le Bol, das kleine feine Bistro & Patisserie am Neuen Markt (mein 1. Platz, siehe Bild oben)
3. Platz – Demel, kennt jeder.  (bei mir 6. Platz)
Die letzten 2 Plätze: Mühlenbrot, Landtmann (unisono!)
Außer Konkurenz, aus Dinkel gemacht, aber mit Butter zubereitet, trotzdem kein Butterkipferl (zu kuchig), wie wir es uns vorstellen, sind die Bioproduzenten: Mauracherhof, Schrott (ein Dinkel, ein normales) und Kornradl (das Kornradlkipferl war leider weder schön noch gut – eine herbe Entäuschung!)

Kipfl vom Innungsmeister Schrott: 11. Platz (da geht noch was ;-) , oder?)

(Leider kann ich die Fotos nicht gerade stellen, wordpress Mediathek spinnt. Daher bitte Kopf drehen.)

Nachtrag: Wieso bitte schmecken manche Kipferl so nach Backpulver? Beim jour-doux für Pinzen ist mir das aufgefallen. Keiner schmeckt das so, wie Titi und ich – also ich bilde mir das somit nicht ein! Ich hatte einmal nachgelesen, dass man gerne Backpulver zu einem Germteig mischt. Falls sich hierher ein Bäcker verirrt, würde ich mich über aufklärende Worte sehr freuen!

Alle unsere jour-doux sind hier nachzulesen, oder man klickt einfach den Tag an (für Auskenner).

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Nacht in Wien

Am Samstag war eine wundervolle Nacht mit einer wundervollen Sache: Der Nacht der Museen.

Ich war von 19.oo bis 24.oo per pedes unterwegs. Dabei habe ich 6 Ausstellungen besucht und hätte noch mehr gesehen, nur haben die Füße nicht mehr mitgespielt. Besonders begeistert war ich von der Hans Makart Ausstellung im Unteren Belvedere. Im Raum mit den „Fünf Sinnen“ verweilte ich einige Zeit, um die wunderschönen Bilder zu betrachten. Wer in Wien ist, sollte unbedingt ins Untere Belvedere gehen!
Im designforum, quartier 21, wurde innovatives und mit dem Staatspreis ausgezeichnetes Produkt- und Raumdesign gezeigt. Die Küche in Leichtbeton, stelle ich mir sehr interessant vor, bin neugierig ob sie sich durchsetzen wird. Die Aromapots von RIESS waren auch dabei. Sehr originell eine schwimmende Sauna, sofern man einen hauseigenen Teich besitzt. Ganz praktisch war die beinahe eben einsteigbare Dusch/Badewannenkombination, zu der es leider kein Bild gibt.
Das MOYA Museum of Young Art war im wunderschönen Wiener Palais Schönborn zu Gast, das öffentlich so nicht zugänglich ist.

Nicht nur, dass ich ewig lange und weit gehatscht bin, habe ich auch meine Kamera mit dabei gehabt. Dafür gibt’s ein paar Stimmungsbilder. Gute Nacht!

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Kochen können – oder kochen wollen

Eine Diskussion zwischen zwei Alphatierchen. ;-)

katha meint, ich sag’ einmal ganz allgemein „wir“, die Gesellschaft kann nicht mehr kochen.

Meine Wenigkeit meint, unsere Gesellschaft will nicht mehr kochen.

Wir werden unsere Meinungen vermutlich nicht durch Statistiken belegen können und somit stelle ich das laut Anregung von Michael zur Diskussion und bin schon sehr gespannt, welchen Standpunkt ihr vertretet und durch welche These eure Meinung untermauert wird. Vielleicht wird diese Diskussion polemisch. Jeder hat seine Erfahrung im Bekannten- und Freundeskreis und wird dadurch in seiner Meinung bestärkt. Es gibt aber auch äußere Hinweise, wie das größer werdende Angebot von Convenience Food in den Regalreihen unserer Supermärkte.

Anstieg Convenience Food – Dank der Schweizer habe ich eine Statistik gefunden, die einen gewissen Anhaltspunkt zur Diskussion gibt. Die Statistik liest sich so, dass Dosenfutter weniger geworden ist. Verständlich, ich mochte noch nie Erbsen aus der Dose. Schon alleine die Farbe stört mein ästhetisches Empfinden. Auch die Fruchtkonserven sind weniger geworden. Wen wundert’s? Pfirsiche gibt es das ganz Jahr über, sogar ohne Pelz als Nektarinen. „Sonstige“ Ware hat einen beträchtlich großen Anteil und man hat sich noch nicht die Mühe gemacht, diese Kategorie zu unterteilen. In diese Abteilung fallen alle Fertiggerichte, Kartoffelkonserven, etc. – also Lebensmittel, die gekauft werden, um ein schnelles Essen auf den Tisch zu bringen.

Als ich zu kochen begonnen habe, waren Bilder in Kochbüchern unwichtig oder teilweise furchtbar aufgenommen. Mein erstes Kochbuch hatte überhaupt keine Bilder. Die Beschreibung eines Rezeptes hatte den Umfang von etwa 10 Zeilen und liest sich ungefähr so:  ‘Dotter mit Zucker schaumig rühren, die übrigen Zutaten zugeben. Schnee schlagen und abwechselnd mit dem Mehl unterheben. Den Herd auf Stufe 4 vorheizen und 40 Minuten backen.’ Wenn man Satz für Satz vorgegangen ist, dann war das Mehl schon im Teig und fest wie altes Plastilin. Dass Schnee nix wird, wenn da ein bissl Dotter drinnen ist, hat einen lange gewundert, oder man hat nachgefragt. Der Schnee im Teig ist zusammengefallen, weil nämlich das Rohr noch nicht vorgeheizt war, etc.  Fachwissen holte man sich aus dem Anhang, oder von seiner Mutter oder Großmutter. „Bei mir ist letzens der Mürbteig nichts geworden, warum? Aha, bröselig = brandig, Zutaten müssen kälter sein, nicht zu lange kneten“ – all das habe ich durch Nachfragen erfahren. Mein Können hat sich durch Wissensweitergabe erheblich erweitert.

Mein Wollen, wurde mir durch Erzählungen über gute Köchinnen in unserer Familie weitergegeben. Ich hatte aber leider nie die Gelegenheit mit Omi oder Mutti mitzukochen. Omi ist früh gestorben und mit Mutti hat es sich durch besondere Umstände nie ergeben. Wie man Fischbeuschelsuppe oder Kalbsbeuscherl zubereitet, habe ich teilweise per Telefon erklärt bekommen. Es gab keinen Inhouse-Kochkurs.

Es gibt Tage, wenn ich erledigt nach Hause komme, dann will ich nicht kochen. Da bleibt dann die Küche kalt. Manchmal greife ich auch dankbar auf ein fertiges Pesto oder Sugo aus dem Regal. Oder dann gibt es die flotten Hascheenudeln, die ich aus meiner Kindheit kenne und die ruckizucki fertig sind. Ich kaufe manchmal gefrorenen Fisch und ärgere mich, weil der Fisch so fischelt und eigentlich sauteuer war. Beim Vogerlsalat im Sackerl greife ich auch gerne zu, weil es diesen Salat früher nur zu Weihnachten gegeben hat und ich ihn liebe. Vogerlsalat wird nicht offen verkauft, detto Rucola. Ich ärgere mich jedes Mal, wenn im Sackerl eigentlich Spinat und nicht Salat zu finden ist.  Ich kaufe manchmal Fruchtjoghurt, weil es als schnelles Dessert oder Frühstück gut passt.Ich ärgere mich, weil die Supermärkte auch daran schuld sind, uns verblöden zu lassen. Wir kaufen Schweinefleisch für Reisfleisch und keine Schulter, wir kaufen Gulaschfleisch und keinen Wadschinken, wir kaufen Schweinsschnitzelfleisch und kein Fleisch vom Schlögel, etc. Wir können die Fleischteile nicht mehr benennen. Uns können Supermärkte jeden Schmarren andrehen, weil wir Fleisch nach dem Gericht suchen. Unsere Billafiliale hatte bis vor kurzem einen !gelernten! Fleischhauer angestellt, dort konnte ich meine Fleischteile so bestellen, wie ich sie brauchte. Wisst ihr eigentlich, dass es kaum mehr Fleischhauer gibt? Dass es kaum mehr Fleischhauer gibt, die eine ganze Sau zerlegen können, weil sie die Fleischteile schon pariert bekommen. Warum will denn keiner mehr das können?

Wir haben sehr oft Gäste und die sind auch gewohnt, von mir bekocht zu werden. So verbringe ich oft viele Stunden in der Küche mit kochen, wo andere Frauen bei der French Maniküre sind. Manchmal zipft mich das Kochen an, oder ich bin einfach so kaputt – siehe oben. Mein Kochwille hat sich aber durch einen Wohnungsumbau noch mehr gesteigert. Die Kochinsel ist in der Mitte des Raumes, gleich anschließend ein Barbereich mit Hocker, wo, wer will, mir in die Töpfe schauen kann und mir nicht so langweilig ist. Da wird schon einmal gefragt, was ich da mache und warum und wir haben Tipps ausgetauscht.

Damit wir die Jugend auch gleich durch haben: Ich habe zwei Kinder, mein Sohn liebt es zu kochen und fragt sehr oft, wie er was zubereitet. Er bekocht auch seine Freundin sehr gerne, die gar nicht kochen will/kann. Es interessiert sie auch gar nicht wie man kocht. Der Wille meiner Tochter ist noch nicht so ausgeprägt. Was sie probiert, wenn sie will, kann sie auch. Wenn ich selbst nicht verfügbar bin, gebe ich ihr den Tipp, welche Rezepte selbsterklärend sind und davon gibt es sehr viele! Es gibt Kochblogger, die jeden Handgriff mit Fotos dokumentieren, oder Listen (;-) legendär die Liste des Nonkneadbread von katha) führen. Was soll da bitteschön schief gehen? Nur Toilettegänge sind nicht berücksichtigt, sonst jeder Handgriff und Zeitablauf!

Klappe, Diskussionsstart!

Was übrigens auch zur Esskultur gehört, sind Benimmregeln bei Tisch! Schon mal beobachtet, wie manche Menschen Besteck halten und das Essen am Teller mit dem Fremdkörper Messer oder Gabel zerteilen?

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Teuflisch böser Entencontent

Zart besaitete Menschen, oder jene, die gerne im Mittelpunkt stehen, sollen lieber nicht weiterlesen. Es könnte die gute Zwischenmenschlichkeit im internetten Net gefährden.

Twitter, Blogs, google+, (facebook ist endlich out – wie lange habe ich darauf gewartet!), alle haben gerade gut heraus, wie sie ihre Person, respektive den mitgewachsenen web 2.0 Inhalt an den Mann und an die Frau bringen.

Meine Position dazu: Ich reagiere recht allergisch auf Selbstvermarktung. Blogs, Twitter und Konsorten nütze ich als Zeitvertreib und Wissensaustausch, keinesfalls als Marketinginstrument. Deshalb bleibe ich unter einem Pseudonym öffentlich. Wer penetrant vermarketet, geht mir auf kurz oder lang schwer auf die Nerven. Ich vertrage es auch nicht, wenn man Versprechungen via Social Media ohnehin nicht einhält. So warte ich seit 1 1/2 Wochen darauf, dass endlich nachhaltige Palmblätterschalen mit Chilis beim österr. Lebensmittelmarkt und Marktführer erhältlich sind. Schuss ins Knie! Immerhin hat man versucht, das auf Twitter und Blog kundzutun. Was tut man nicht alles für Geld? Auszug aus dem Blog von J_N! „sozialförderlich und ökonomisch tragfähig bewirtschafteten Wäldern“, daraus werden die Holzschüsserln gemacht, das finde ich noch immer unterhaltsam und zum Schreien lustig. Es gab auch schon jemanden der monierte, er folge keinem Twitteraccount mit Markennamen. Dieser jenige Verweigerer hat einen bezahlten Vortrag beim Markentwitteracount gehalten und folgt trotzdem nicht aus Dankbarkeit. <3 Schuss ins Knie! Die Twitteranten und Blogger sind halt auch nicht so deppert, nur weil sie manchmal vielen Menschen/Accounts „folgen“. Und die befreundeten und verwandschaftlich verbandelten Follower von J_N waren sehr böse, weil das tut man nicht. Man muss immerhin in Twitter eine gewisse Dankbarkeit zeigen. Wäscht nicht eine Hand die andere Hand der Publizität? Gestern war im herkömmlichen TV ein Bericht über einen Dankbarkeitsbesuch großbusig Katzenberger vs runzelig Drews und da kam es auch zum Eklat, weil man die guten Regeln des professionellen Marketings nicht einhielt. :-D Bad in der Menge, koste es was es wolle.

Bei den Vermarktungsexperten gibt es gerade zwei Blog-Kategorien, die recht aktiv sind:

a) Bücherblogs, sie werden zugeschüttet von Gratiszrezensionsexemplaren eher wenig lesenswerter Literatur. Das sind dann die Bücher, die ganz vorne und zufällig beim Eingang (Handel) stehen, oder in der Bestsellerliste stehen.  Ganz stolz (Suchmaschine sei Dank!) glauben sie als Qualitätsblog ausgewählt worden zu sein, um über die Veröffentlichung zu berichten. Hier ist übrigens die Schnittstelle zu den Kochblogs. Denn auch die werden bereits mit minder mittelmäßgen und qualitätiv weniger guten Kochbüchern überschüttet. Keiner getraut sich so recht etwas Böses zu sagen, weil er dann ja nicht mehr zum Kreis der Auserwählten zählt. Ist das eigentlich NLP, was hier gerade in Blogs und auf Twitter abgeht? Ach ja, auf NLP steh ich übrigens überhaupt nicht, was nicht zu erwähnen notwendig ist.

B) Kochblogs, die gerade das Kochen neu erfinden und gegen Jamie Oliver wettern, da er eigentlich nicht kochen kann, sondern nur darauf aus ist, erwähnt zu werden und publicitygeil ist. Kochblogs sind überhaupt nicht publicitygeil, sie werden einfach gelesen, weil sie so gut sind….. Man beißt sich gegenseitig ins Wadel, weil man meint, „Espelette“ im Kochblog erfunden zu haben und möchte sich gerne erwähnt wissen. Vielleicht um seine eingeweckte Ware zu vermarkten, oder einfach, weil man so genial ist?

Ich gratuliere Blogbetreibern, die sich dagegen wehren, hier nicht mitzumachen. Es gibt ganz, ganz wenige sehr starke Persönlichkeiten, die das durchstehen (und leider ihre Blogs ruhend stellen). Die anderen sind weich und fühlen sich halt noch immer bauchgepinselt. – Ihr Armen! Ihr seid kein auserwählter Blog sondern einer unter xxx Blogs, bitte Augen aufmachen! Schon alleine über ein Kochbuch zu schreiben, das man als schlecht empfindet, finde ich ein bisschen … ja komisch. Da mag ich dann wieder den Löffelblog, der das Buch zurückgeschickt hat. Übrigens, finde ich dieses exzellent hässliche Kochbuch schon wieder so genial, weil es eben von diesem Perfektionismus endlich weggeht. Ich weiß, ich bin eine gespaltene Persönlichkeit.  :-) Aber Kochen geschieht aus dem Bauch, aus Passion, mit Produkten die es jetzt gerade am Markt gibt. Soulkitchen, kann auch versalzen sein, wenn die Seele gerade so überschwappt. Bitte kein Salz mit der Briefwaage oder mit einem nicht genormten österreichischen Teelöffel messen! Grundsatzfragen, welches Nudelwasser mit welchem Salz besser salzig schmeckt finde ich einfach eine Lachnummer. Bei Salzflocken auf einem weichen, pochierten oder Spiegelei ist es wiederum für mich wichtig, wie der Salzkristall am Gaumen oder der Zunge zergeht und wirkt.

Bleiben wir bei der Vermarktung von Blogs: Da ist gerade eine deutsche Zeitschrift „B“ dabei, einen Foodblogcontest ins Leben zu rufen. Auf Twitter beschwert man sich, man bekomme böse Kommentare auf seinen Blog. Es wären Neider. Ja, wird schon so sein. Aber wenn man ganz narrisch darauf ist, bei einer Abstimmung des besten Kochblogs dabei sein zu wollen, dann muss man mit Gegenwind rechnen. Berühmtheit hat man nicht unter Kontrolle.

Erfahrungsgemäß sind „Winner“ solcher Abstimmungen leider „Looser“, ziemlich langweilig und inhaltlich keine Straßenfeger. Schade, denn diese Blogs habe ich gelesen, weil sie eben so spritzig natürlich und so unkommerziell waren. Das ist meine Erfahrung, die ich dabei habe. Und ihr? Habt ihr die Veränderung auch entdeckt?

Wie wird man in der Blogwelt wahrgenommen?

- Wenn man viel und überall kommentiert. Besonders dort, wo viel Traffic herrscht. Also auch dort, wo es vielleicht gar nicht kommentierenswert ist. Aber Verlinkungen sind sehr wichtig, wenn man ein engagierter Blogger ist.

- Man registriert sich auf irgendwelchen Plattformen, um „auszuprobieren“, ob man dann mehr gelesen wird.

- Man zwitschert sich die Seele aus dem Leibe. Diskutiert über den Luftdruck, der das Garverhalten von Fisolen (grünen Bohnen) beeinflusst. Erfunden, wäre aber ein schöner Gag, aber moment, Luftdruck kann man nicht verkaufen, dann schon lieber einen Topf der Marke X. Da gibt es Thermoblogs, die alles mit dem Wundergerät zubereiten. Nur auf Urlaub kann man damit nicht fliegen. Das ist wieder eine andere Branche.

- Trittbrettfahrer, man hat recht wache Augen und springt auf Züge quasi als blinder Passagier auf.

- Lustige Bloggeractivity! Da werden Objekte aus Holz mit der URL des Blognamens auf die Reise geschickt  und viele machen mit, als würden sie auf Pickerljagd für ihr  Sammelalbum sein. Das Objekt sollte auf Reisen gehen, aber da die Blogger ganz stolz sind endlich den Löffel (hieß früher Stöckchen) in die Hand bekommen haben, wollen sie ihn nicht mehr hergeben.

Was dabei schade ist, dass das Bloggen als Freizeitbeschäftigung und objektive Berichterstattung dabei komplett verloren geht. Die Inhalte dieser Blogs sind auch nicht mehr so leicht und locker geschrieben, sondern man erkennt die Verbissenheit der Bloghausherrln und -frauen darin, am nächsten Tag die Zugriffsstatistik zu kontrollieren.  Themen entstammen aus Trittbrettfahrerblogs, oder vom nochmaligen Auslutschen breit diskutierter Inhalte mit hoher Aufmerksamkeit.

ad Blogstatistik: Bitte dabei nicht vergessen, die Verweildauer am Blog zu checken, ein Suchmaschinen Analyticsprogramm hilft dabei.  Ein Zugriff ist kein Qualitätsbeweis!

Bleibt so wie ihr seid, ihr werdet auch ohne Heckmeck wahrgenommen. Die Qualität der Zugriffe ist höher. Ihr seid dann so viel Wert, wie ein handgeschriebener Brief oder ein ein handgeformtes Vanillekipferl.

Es grüßt ganz herzlich die Ente

 

PS: Guten Tag

Ihr Blog hat unsere Aufmerksamkeit erregt, aufgrund der Qualität seiner Rezepte.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich auf Kleinesschwänzchen.com einschrieben, damit wir auf ihn verweisen können.

Kleinesschwänzchen ist ein Verzeichnis, das die besten Kochseiten des Internets zusammenstellt. Mehrere hundert Blogs sind schon hier eingeschrieben und profitieren davon, dass Kleinesschwänzchen ihre Seite weiter bekannt macht.

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Up-to-date

Heute:

Tochter: Ich brauche heute bitte mein „Tank“top.

Mutter: -Ratloser Blick- zeigt wortlos mit Finger auf Brust und schneidet diese mit Finger brutal durch.

Tochter, schüttelt Kopf: Ah, ich meine natürlich mein „Tube“top.

Mutter: Ich tät sagen, ein Leiberl ohne Träger und Ärmel. 

Letzte Woche:

andere Tochter: Legt Kleid an den Körper, streift gschaftig über nicht vorhandene Falten und hat so ein bisschen was von Lagerfeld in den Augen „Dazu ziehe ich dann meine „Wedges“ an!“

Zuhörerin: Du wirst doch nicht wirklich mit Erdäpfeln auf den Füßen herumlaufen!

andere Tochter: Typischer Blick von verkalkt und ewig gestrig.

Zuhörerin, die wirklich etwas länger braucht, um sich Wedges an Füßen vorstellen zu können: Du meinst Schuhe mit Keilabsätzen?

andere Tochter: so ähnlich (nickt geringschätzig).

Wörterbuch:

Heute – Gestern

Blush – Rouge, Hingucker-Kontraste – passt nicht zusammen, Chanel-Bag – umgenähtes Matratzenfutter als Tasche, Taillenhose mit Ankleboots – Röhrlhosen,  Clutch (sagt man klatsch oder klutsch?) – Tasche ohne Riemen (Unterarmtasche), Peeptoes – zehenfreie Schuhe, Kittenheels – normale Stöckelschuhe für Kätzchen, Carmen-Top – schulterfreies Leiberl, Caprihose – hüftweite Hose, Eyeshadow – Lidschatten, Curls – Locken, Mega-Fake-Lashes – falsche Wimpern, Outfit – Gwand, Lipliner – Konturenstift, It-Girl – ich habe keine Ahnung was sie ist, Jumpsuit – Overall, Sneakers – Turnschuhe, XL-Bag – Zeger, Shades – Sonnenbrillen, Flats – flache Schuhe, High Heels – Stöckelschuhe, Denim – Jean, Aviatorbrille – Fliegerbrille, Chandelier-Ohrhänger – lange Ohrringerl, Slip – Höschen, Top – Oberteil, Bandeautop – ? siehe Tubetop?, Canvas-Bag – Strandtasche, Shorts – Hot Pants, Flip-Flops – Schlapferln, … bitte ergänzen!

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A- Flashmob

dAdA ein A, Herr Trithemius!

bin ein bissi spät – hätte sein sollen – zwanzig zwanzig am elf sieben elf

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Ja, ja der Wein is guat

Ja, ja, der Wein is guat,
I brauch kan neichn Huat,
I setz den oidn auf,
Bevor i Wasser sauf!

Stein des Anstoßes ist ein web2.0socialmediamarketingbiowebweindingsbumms in einer Scheune in nirgendwo. Sollen sie fahren wohin sie wollen, solange es auch bio ist und bleibt. Nein ehrlich, bio ist schon gut, auch wenn es verwurschtet und vertwittert wird. Ist eh blunzn, weil den Wein kann ich hier nicht kosten und die getwitterten Kommentare von dort kann ich nur hinnehmen, weil mir der Zusammenhang fehlt. Warum diese Events trotzdem stattfinden? Man erhofft sich, es wird darüber geschrieben, sofern es schmeckt. #Latexkäse #Testimonial

So antwortete ich auf einen Tweet meiner lieben esskulturellen Twitter und Jourdoux Freundin katha, die ganz im Eifer und voller Freude vom Vortrag eines Bioweinbauern berichtete. Inhaltlich kann ich aus oben erwähntem Grund nichts dazu beitragen, daher fragte ich ganz beiläufig:

“ Wie Bio ist Bio im Weinbau?“ #Kupfer

 Alle Antworten sind linkerhand zu lesen.

Man merkt am Response, die eifrig rosaroten Bäckchen von katha, bekamen dunkelrote Flecken des Ärgers, weil die guteente so renitent ist. ;-)

Dazu ein wenig Hintergrund, warum Kupfer bei Bio Thema bleiben muss, obwohl es nicht gerne erwähnt wird. Die Bioweinbauern fühlen sich  anscheinend ans Bein gepinkelt, vielmehr sollte der Biobauer viel lauter schreien, als eine Twitterente wie ich.

Kupfer (wie auch Schwefel) wird im biologischen Weinbau als Spritz- und Düngemittel eingesetzt, um gegen Pilzbefall (Mehltau) zu schützen. Mehltau tritt besonders häufig bei feuchten klimatischen Verhältnissen auf.  Der Einsatz von Kupfer ist  beim Bioanbau auf 3 kg pro Hektar reglementiert, bei herkömmlicher Landwirtschaft auf 6 kg pro Hektar. In früheren Jahren wurde durch den Einsatz der „Bordeauxbrühe“ ein Vielfaches dieses Schwermetalles eingesetzt, das im Boden nicht abgebaut wird (Höchstwerte bis zu 1000mg/kg pro Hektar, eine Maximalmenge von 100mg/kg pro Hektar wird dringend empfohlen, Quelle boku).

Kupfer ist generell für Körper und auch für den Boden in geringem Maße lebensnotwendig. Es ist allerdings neben Quecksilber als Bestandteil einer Amalgamfüllung wiederum verpönt, was deutlich macht, es kommt auf die Menge an. Wie schon erwähnt, wird es im Boden nicht abgebaut, sondern reichert sich  an und schädigt in Folge die darin vorhandenen Mikroorganismen. Der Einsatz von Kupfer sollte schon vor Jahren verboten werden (Entscheidung 1992 durch die EU, verstrichene Frist 2002, neu 2016), man gewährte allerdings aus Mangel an Alternativen weiteren Aufschub.

Momentan gibt es keine zielführenden Forschungsergebnisse, die einen Ausstieg von Kupfer erlauben. Umsomehr müssen Bio(wein, hopfen, kartoffel, apfel)bauern daher Kupfer zum Thema machen. Es soll sich keiner gereizt fühlen, wenn ich Kupfer und Bio erwähne. Wird der Einsatz von Kupfer verboten, wird der Bioanbau für einige Produkte erschwert.

Wein ist ein gutes Geschäft, mit dem Biomascherl hat es einen guten Marketingbooster. Es stellt sich daher die Frage, wie verantwortungsbewusst gehen Weinbauern mit Kupfer um? Was passiert mit einem Bioweingarten, wenn die Höchstgrenze von 100mg/kg Trockenerde erreicht wurde? Was macht der Biobauer, wenn es 2016 keinen weiteren Aufschub gibt?

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Topfenscheiterhaufen aus Pinzenresten

Ich schreib Pinzenresten, obwohl es jetzt trendy ist, jedes Wort einzeln zu schreiben … Pinzen Resten, Pinzen Rest en, Pin’zn Rest’n oder Pi nzenRe sten. Mathematiker können errechnen, wie viele Möglichkeiten der Getrenntschreibung es gibt. Ich verwerte in der Zwischenzeit die Pinzen und dann können wir über diesen Schrei Bunf Ug end los disku tieren.

Scheiterhaufen klassisch

Pinzen kleinschneiden, 10 dag Butter zerlassen, 4 Eier, 1/4 l Milch, Zimt, Zucker, handvoll Rosinen miteinander vermischen und über die altbackenen Pinzen gießen, alles miteinander vermischen und gut einziehen lassen. In der Zwischenzeit drei Äpfel schälen, fein raffeln und mit der Pinzenmischung vermengen. Weil ich noch Eiklar über hatte, habe ich den Schnee von 4 Klar, Zitronenzeste und 2 EL geriebenen Walnüssen vermischt. Die Pinzenapfelmischung in eine Schüssel füllen, ein wenig (!) andrücken und dann dünn mit einer Schneehaube bedecken. Ca. 20 Minuten bei 170° ins Backrohr.

Topfenscheiterhaufen

Eine bessere Variante habe ich eine Woche später versucht. Bild unscharf, tja, nobody is perfect.

Topfenscheiterhaufen

Topfenscheiterhaufen mit Karamelapfelscheiben

Der obigen Mischung 1/4 kg Topfen untergemengt, Rosinen sind vergessen worden. Die Äpfel habe ich nicht geraffelt, sondern ganz dünn in Scheiben gehobelt. In einer Pfanne ließ ich Kristallzucker karamelisieren und dann rutschte ein EL Butter mit in die Pfanne – der Duft! Die so entstandene Karamelsauce habe ich in die Auflaufform gegossen und die Apfelscheibchen schön fächerartig daraufgeschlichtet. Dann landete die Pinzentopfenmischung weich in die Auflaufform (ohne Apfel und ohne Schneehauberl, weil diesmal Apfelfusserln), leicht angedrückt und ab ins Backrohr.

Das schmeckte wunderbar saftig mit dem Topfen und der Karamelgeschmack hat auch herrlich dazugepasst. Alser kalter und warmer narrisch guat!

Für mich können immer ein paar Kilo Pinzen übrig bleiben. Es grüßt die Ente froh!

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