Dezember 25, 2009

Simma-widder-gud?

Ich bin ja eine sehr aufbrausende Äntä und schäme mich manchmal auch dafür. Anderseits denk ich mir, dann kommt auch wieder Schwung in die Bude.
Wenn ich Überdruck und Dampf abgelassen habe und wieder „normal“ bin, dann komm ich immer ganz kleinlaut mit einem „Simmawiddergud“ = Sind wir wieder gut, daher.

Bussiherzerlgegs für alle!

Dezember 23, 2009

Belvedere

Noch ein letzter virtueller Rundgang über den Christkindlmarkt im Belvedere. Hier sollte man den Weihnachtspunsch am Stand von „Mozart und Meisl“ probieren.
Der Garten des Belvedere ist im Winterschlaf, das Museum ist geöffnet und beherbergt die größte Klimtausstellung der Welt.

Die Ente zieht sich schon jetzt zurück und wünscht allen Lesern, Surfenden und Mitquakern ein wundervolles Weihnachtsfest. Vielen Dank für’s Vorbeischauen und à bientôt!

Dezember 20, 2009

In Ruhe geschmortes Schulterscherzl

Böfflamott – (boeuf la mode) mein Lieblingswort des Jahres! Ich liebe dieses Wort, ich liebe dieses Gericht.

Noch schnell, weil versprochen, in den Blog geworfen. Ein wunderbares Gericht für Gäste mit chilliger Vorbereitungszeit! Für die Zubereitung sollen ruhige, gemächliche 3 Stunden eingerechnet werden. Während das Böfflamott ruhig vor sich hinköchelt, kann man in Ruhe die Beilagen zubereiten, den Tisch decken und ein bis zwei Gläser Wein auf die noch zu erwartenden Gäste trinken. Das Fleisch wird butterzart und wird von einem herrlich, dunklen Saft umgeben (sieht man im Foto nicht, hätt ich von der Maschekseite fotografieren sollen.)

Beim Fleischhauer ein schönes Stück Schulterscherzl im Ganzen bestellen. Für mich ist dieses Stück Fleisch neben dem Lungenbraten das beste Stück und universal einsetzbar. Gedünstet, in Ruhe, wird es immer weich und kann auch gebraten für Geschnetzeltes verwendet werden.

1,5 – 2 kg Schulterscherzl
2 Zwiebeln
10 dag Sellerie
1 Karotte, klein
3 EL Öl
2 EL Staubzucker
5 EL Weinbrand
350 ml kräftigen Rotwein
1 EL Tomatenmark
1 l Geflügelsuppe
4 Pimentkörner
6 Pfefferkörner, schwarz
1 cm Zimtstange
5 Wacholderbeeren
1 Lorbeerblatt
1 Zehe Knoblauch
2 Scheiben Ingwer
1/2 Zitrone, unbehandelt
1/2 Orange, unbehandelt
2 Sternanis
1/2 TL Bitterschokolade
4 dag Butterstückchen, kalt
2 TL milden Balsamico
Chili, mild (gemahlen)
Salz

Den Herd auf 160 Grad vorheizen.
Zwiebel, Sellerie und Karotten schälen und in grobe Würfel schneiden. Das Schulterscherzl gut trocknen und in einem Bräter in zwei Esslöffel Öl bei mittlerer Hitze rundherum kurz anbraten und wieder herausnehmen. Einen Esslöffel Staubzucker in den Bratenrückstand stäuben, hell karamellisieren, vom Feuer nehmen und das Tomatenmark hineinrühren und etwas anbräunen. Wieder zurück auf den Herd und mit Weinbrand, einem Drittel des Rotweines ablöschen und sämig einköcheln lassen. Den übrigen Rotwein auf zwei Mal hinzufügen und jeweils sämig einkochen lassen. Die Gemüsewürfel, das angebratene Fleisch mitsamt dem Saft in den Bräter geben und mit der Suppe auffüllen. Bei geschlossenem Deckel in etwa drei Stunden im Ofen schmoren lassen, bis es weich ist, und gelegentlich darin wenden.
Jeweils einen Streifen Schale von der Zitrone und der Orange schneiden. Das Fleisch aus dem Saft nehmen. Piment, Pfefferkörner, Zimtstange, angedrückte Wacholderbeeren und Lorbeerblatt in ein Teesackerl füllen und die Sauce um etwa die Hälfte einkochen lassen. Zuletzt halbierte Knoblauchzehe, Ingwer, Zitronenschale und Orangenschale einlegen und fünf Minuten darin ziehen lassen. Die Sauce durch ein Sieb gießen, dabei das Gemüse etwas ausdrücken. Die Schokolade in der Sauce auflösen, mit ein paar Tropfen Balsamico, Salz und einer Prise Chili abschmecken und mit kalten Butterwürfeln montieren. Das sollte zum Schluss geschehen, weil die Sauce dann nicht mehr aufkochen darf!
Das Böfflamott in Scheiben schneiden, auf warmen Tellern anrichten.

Als Beilage passt gedünstetes, in Butter geschwenktes Gemüse, Erdäpfelstrudel, Polenta, Erdäpfelpürree.

Dezember 14, 2009

Echt schon dritter Advent?


Boston, Beacon Hill

Zum Advent gehört Punsch, wie das Amen im Gebet. Ich tendiere in letzter Zeit eher zu Glühwein, wenn schon warm und aus Bude. Leider was zur Zeit in Wien als Punsch angeboten wird (fast durchwegs Kanisterware), ist der absolute Hammer – im negativen Sinn.

Mein diesjährig bester Glühwein und Orangenpunsch, traditionell für einen guten Zweck: Lions Opera, Standplatz Kärntnerstraße/Krugerstraße (oder Führichgasse?). Da sind in beiden Getränken noch echte Gewürze drinnen, nicht so süß gepantscht und ohne Hektik.

Dezember 11, 2009

Palais Todesco und Belcanto

Letzte Woche war ich bei einem sehr schönen Adventkonzert. Es war das Konzert der „Carangelo Belcanto Academy“, das nach jedem Meisterkurs stattfindet. In diesem Kurs finden sich nicht nur professionelle Sänger, sondern auch Sänger, die den Gesangsunterricht ohne Blick auf die Karriere machen, Anfänger, Fortgeschrittene und „upcoming voices“. Die Teilnehmer kommen aus aller Herren Länder und werden nach einem Auswahlverfahren in die Meisterklasse aufgenommen. Unterrichtet wird die Kunst des Belcanto-Gesangs, die nur mehr von ganz wenigen Maestros weitergegeben wird. Ich will jetzt nicht weiter ins Detail gehen. Wer sich dafür interessiert, kann mich gerne darauf ansprechen.

Das Konzert hat in einem der schönsten Wiener Palais stattgefunden und das ist eigentlich der Knackpunkt der Geschichte, weil wenige diese Räumlichkeiten kennen. Selbst in meinem DuMont Reiseführer finde ich das Palais nicht. Ok, das Buch stammt noch aus der Zeit, als das Palais öffentlich nicht zugänglich war, aber deswegen kein Wort darüber zu erwähnen ist schlimm. Früher war im Palais Todesco die ÖVP-Zentrale beheimatet und nun gehört das Bauwerk einer der Partei nahestehenden Versicherung. Jetzt kann man die Räumlichkeiten (um viel Geld) anmieten und hat damit Einblick in die feudale Welt des 19. Jhdts in Wien.
Das Haus befindet sich gegenüber des (seitlichen) Bühneneingangs der Wiener Staatsoper und hat die Adresse Kärntnerstraße 51, ist also am Beginn der Shoppingmeile, die Richtung Steffl führt.
Erbaut wurde es für den Baron Todesco von Ludwig Förster und Theophil Hansen (Innenausbau), der sich für viele Prachtbauten entlang der Ringstraße verantwortlich zeichnet.

Dezember 10, 2009

Rumkipferl, die besten!

Ein Klassiker in der Weihnachtsbäckerei, der bei mir nicht fehlen darf.
Sattgegessen an den schon seit Jahren immer wieder herumkugelnden Rumkugeln, ist das eine sehr gute Alternative.
Noch dazu ist dieses Gebäck blitzschnell herzustellen. Kein lästiges Auswalken des Teiges, ausstechen muss man schon, aber ohne Reste, die nochmals geknetet und wieder ausgewalkt, … werden müssen.

Die Kipferln, die eigentlich wie Monde ausschauen sind wunderbar saftig und haben einen schönen rum(mmmm)igen Geschmack! Die Kekse sollten gut in einer Keksschachtel verwahrt werden. Die gute Nachricht: Sie müssen bald verzehrt werden, sonst verlieren sie schnell an Feuchtigkeit und sind nicht mehr so saftig.

Für ein Blech:
6 Dotter
20 dag Zucker
20 dag Butter (zimmerwarm)
14 dag gemahlene Walnüsse
14 dag gute Kochschokolade gerieben oder geschmolzen
14 dag Mehl
1 Msp Backpulver
6 Klar zu schmierigem Schnee geschlagen

Glasur:
Rum
Staubzucker

Das Backrohr auf 165° vorheizen und ein hohes Blech (ca. 31 x 33 cm) mit Backtrennpapier auslegen.
Die Zutaten klassisch wie für einen Kuchen mixen: also zuerst Zucker mit Dotter bis das Geschmisch eine helle Farbe hat, dann nach und nach alle Zutaten dazugeben und zum Schluss den Schnee unterheben.
Die Masse auf das vorbereitete Blech verteilen, glattstreichen und dann für ca. 16 Min. in den Ofen. Nadelprobe, ob der Teig fertig gebacken ist.
In der Zwischenzeit wird die Glasur vorbereitet:
1/8 l Inländer Rum abmessen und davon einen guten Schluck nehmen, oder ein schwaches Achtel abmessen. Mir fällt gerade ein, die Kipferl schmecken mit Whisky sicherlich auch gut. Mit Obstler glaub ich nicht.
So viel Staubzucker untermischen, damit eine etwas dickere Masse entsteht. Leider habe ich das nach Gefühl gemacht und den Staubzucker nicht abgemessen. Geschätzt waren es ca. 20-25 dag. Man kann natürlich auch Rumaroma nehmen, was ich aber grundsätzlich ablehne. Entweder Rum oder keiner. Wem der Alkohol zu stark ist, kann den Rum auch erwärmen, dann verflüchtigt sich der größte Teil des Alkohols. Für Kinder schlage ich vor, die selbe Menge Himbeerdicksaft mit vermutlich weniger Staubzucker zu vermengen und den Kuchen damit zu tränken

Den fertigen Kuchen aus dem Rohr nehmen und die Rumglasur über den noch heißen Kuchen verteilen. Etwa eine Stunde antrocknen lassen und dann mittels eines runden Krapfenausstechers – man kann aber auch ein Glas mit kleinem Durchmesser nehmen – Monde, bei mir Kipferl, ausstechen. Man beginnt unten und sticht mit einem Drittel des Ausstechers einen Halbmond aus, der unten noch einen geraden Rand hat – der ist für’s Kröpfchen. Dann versetzt – immer 1/3 des Ausstechers ansetzen – Kipferl ausstechen und sich so bis zum Ende des Kuchens durcharbeiten (siehe Bild).

Was ich an diesem Rezept mag:
Es schmeckt gut und saftig!
Es geht relativ flott.
Es bleibt kein Eiweiß übrig.
Es bleiben wenig Reste übrig, wo man sonst im Zweifel ist, stopft man die schnell in den Mund, wirft man sie weg, oder lässt sie bis zum nächsten Kaffee auf einem Teller liegen? Darüber schreibe ich noch einmal welche Dummheit sich in Küchen eingebürgert hat, Gemüse zu tournieren, oder Fisolen gleich lange zu schneiden. Einmal, aber später, jetzt nicht.

Dezember 7, 2009

Froglake not leg ;-)

Der Frosch, der als Panther hier herhalten musste, sitzt mit einem anderen Kollegen vor dem Froglake im Boston Commons.
Es soll der älteste öffentliche Park Amerikas sein. Wobei ich mit dieser Aussage eher vorsichtig bin. Ist man in einer anderen Stadt Amerikas, dann wird dort der Park als der Älteste bezeichnet. Man nimmt es einfach so hin, dass der Park alt ist und damit hat sich die Geschichte gehoben. ;-)
Somit haben wir geklärt, das Bild stammt nicht aus Paris. ;-)

Ich fand nur den Frosch in „Denker“pose so passend.

Zu diesen Fröschen gelangt man, wenn man dem „Freedom Trail“ in Boston folgt. Das ist typisch amerikanisch sehr einfach, denn man tappelt einfach den roten Ziegeln nach, die im Trottoir eingefasst sind und damit den Weg/das Ziel markieren. Der Freedom Trail ist etwa 4 km lang und führt an einigen historischen Städten vorbei, sofern man nicht dem Shopping Fieber erlegen ist – der Dollar Kurs steht gerade verdammt gut. ;-) Außerdem war zu dieser Zeit gerade Black Friday. Dem Black Friday, der auch ein saturday ist, folgt der Cyber Monday. Das bedeutet 4 Mio Zugriffe auf Shopping-web-pages innerhalb einer Minute. Not so bad …

Ein wichtiger Punkt dieses Wegs ist noch der Grabstein von Samuel Adams. Das haben wir am ersten Tag der Ankunft erfahren. Wie es so ist, wenn man über den Teich fliegt, man ist mehr drüben als hier. Hundemüde tappelt man durch die Straße, weil man die Zeit für die normale Schlafengehenszeit übertauchen muss. So fielen wir in ein Englisches Pub. Die Waitress stellte sich vor, so wie in US üblich, wissen wir Name, Körbchengröße und dass sie unsere gute Fee für diesen Abend ist. Nur in Boston ticken die Uhren anders. Sie haben einen ziemlich starken britischen Touch. Es geht wesentlich gemütlicher zu. Wir dürfen sitzen bleiben, nachdem wir das Essen beendet haben und uns noch ein wenig (europäisch) unterhalten. „Here’s you’re check, but take you time, don’t hurry.“, erklärte sie uns noch nebenbei, wir befinden uns in unmittelbarer Nähe, vis-à-vis des Pubs, von Samuel Adams Grabmahl (Gott hab ihn seelig, Prost!). Das Samuel Adams haben wir zu unseren „wings“ genossen und hatten damit schon eine mehr oder weniger intime Beziehung zu dem Mann. (Ich find den Link so cool, wo man das Geburtsdatum eingeben muss, um „access“ zu bekommen. Ein bissl hirnrissig, aber doch blöd lieb.)
Samuel Adams war laut wikipedia in erster Linie Politker und in zweite Linie Brauereisohn. Er hat die Unabhängigkeit Amerikas betrieben und organisierte die Boston Tea Party. Also Amerika hat doch Geschichte und Tradition, zumindest an diesem Zipfl des großen Staates. Das Bier hat hervorragend geschmeckt, bekenne ich als passionierte Weinkonsumentin.

Wenn’s ma taugt noch ein bissl mehr von dieser Gegend. ;-)

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Dezember 6, 2009

Zum 2. Advent

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

Dezember 4, 2009

Google Wave?

Kennt sich da jemand damit aus?
Funktioniert das mit Firefox?
Ich kann weder Räder noch Wellen schlagen.
Hat wer Erfahrung?
Oder wo gibts ein Google Wave for Dummies?

update 1:
ok, zwingend ist vermutlich google chrome dafür, das ich erst kürzlich deinstalliert habe. Der erste Schritt ist getan, ich konnte eine Welle ins Meer der Leere setzen.

Wenn wer mag, ich habe Einladungen zu vergeben.

update 2: ich bin im moment noch alleine im Meer meiner Wellen. Also von deppeneinfach weit entfernt. Ich will ja kein google wave studium ablegen, nur um das auszuprobieren. grrrr….

update 3:
Das ist Google Wave:

November 26, 2009

Fired!

Gestern, oder war es vorgestern habe ich gehört, vor 30 Jahren wäre man bei Ö3 wegen diesem Song gekündigt worden.

Ich glaube zwar, dass man heutzutage als Ö3 Redakteur genau so wenig frei entscheiden kann, welche Musik gespielt werden darf, aber darüber wollte ich jetzt gar nicht diskutieren, sondern es nur gesagt haben.

Natürlich habe ich nachgelesen, was da so pfui war. Und? Who cares?

P.S.: Super Eintopf aus persischem Kochbuch fabriziert – kein Foto – schneller gegessen, als abbuidlt – blöd gelaufen.