Meine Kochbuchsammlung

Das könnte fast ein Stöckchen sein, ist es aber offiziell nicht, sonst hätte ich nämlich als strikter Gegner von Blogstöcken gar nicht mitgemacht. Die sind mir so verhasst, wie buddhistische Powerpointpräsentationen, die ich an 10 Freunde weiterschicken muss, damit mir auch wirklich Glück beschieden ist.

Bei Dandu im Tomatengrünen stehen einfach Kochbücher herum. Und so habe ich spontan meine Kochbücher fotografiert und mich der Aktion, ja nennen wir es so, angeschlossen.
Eigentlich habe ich in den Bücherreihen immer wieder Ordnung drinnen, dann kommen aber entweder neue dazu, oder Freunde stöbern darin und die Ordnung ist irgendwie beim Teufel.


Überall stecken Papierln drinn, das sind alles Gerichte, an die ich mich erinnern will und dann doch vergesse, oder nicht alle Zutaten dafür zu Hause habe.


Ganz rechts ist das einzige Erbstück meiner Omi. Das Kochbuch zerfällt schon zunehmends und ich möchte es gerne zu einem Buchbinder bringen. Aus reiner Sentimentalität, denn die Rezepte sind schon etwas überholt und teilweise in Mengen, wie für eine ganze Kompanie.
Dahinter hat sich bereits eine zweite Reihe aufgetan, die aber demnächst neu sortiert werden müssen. Hier in der untersten Reihe finden sich auch meine zahlreichen handgeschriebenen Rezepte für die ich leider keine optimale Ordnung habe.

In einem Kasten versteckt habe ich meine Gusto-Sammlung. Die Zeitschrift habe ich einmal jahrelang abonniert, weil sie für meine Begriffe der Vorreiter für exzellent gemachte Food-Fotos war. Außerdem besann man sich immer wieder der guten Österreichischen Küche und die Rezepte hatten aber trotzdem ihren “modernen” Pfiff.
Besonders gerne nütze ich die Sammlung als Nachschlagewerk, da die Gerichte wunderschön nach Saisonen eingeteilt sind. So finde ich mit einer Zielsicherheit im April aller Jahre, die allerbesten Spargelrezepte, oder im Mai etwas Feines mit Waldmeister, Maischolle und im Dezember zahlreiche Keksvariationen.
Aber nicht nur das, auch gibt es zwischendurch immer sehr nette Geschichten von Christoph Wagner, der ein begnadeter Hobbykoch (und Gourmetkritiker) ist. Er weiß in seinem Dreifrauen- und 1Mannhaushalt immer humorvolle Geschichten zu erzählen. Die Artikel von der leider schon verstorbenen Eva Bakos, waren auch besonders lesenswert und sind heute noch immer so aktuell, wie vor 6 oder mehr Jahren. Bei beiden war es wirklich eine Freude den historischen Hintergrund gewisser Speisen zu erfahren und noch dazu gewürzt mit ein paar Anekdötchen, sowie einem Rezept aus der ganz geheimen Lade.
Mittlerweile hat sich Gusto leider nicht sonderlich zum Guten verändert. Man hat sich ganz auf Kochschule verlegt, so auf die Art: “Wie koche in einen Liter Wasser?”, oder: “Wie forme ich Knödel rund?”.
Für Kochanfänger sicherlich interessant, aber für mich ein wenig langweilig, denn das wusste ich sogar schon bevor ich diese Zeitschrift im Abo hatte.
Jetzt blättere ich in der Trafik vor dem Kauf die Zeitschrift durch und greife dann zu, wenn mir etwas besonders interessant und verlockend erscheint, um es nachzukochen.

Bei allen Rezepten, egal ob Heft oder Buch habe ich mir angewöhnt dazuzuschreiben, ob das Rezept ein Mist ist, oder gut gelingt. Ich weiß nicht, könnt ihr euch das alles so gut merken?

Wer zum einen oder anderen Buch Fragen hat, dem fotografier ich auch gerne einmal aufgeblättert.

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16 Kommentare

Eingeordnet unter wohnungsgeschichten

16 Antworten zu “Meine Kochbuchsammlung

  1. Du hast ein Buch über die persische Küche? Interessant. Noch interessanter finde ich dein Kompaniekochbuch von Paul Bocuse. Wie siehts denn innen aus? So ein altes Teil besitze ich auch von Escoffiere, da habe ich zb. gelernt dass früher die Consommé in Töpfen mit Abflusshahn erstellt wurde damit man gaanz langsam die fertige Brühe abtröpfeln kann und sich das abgesunkene Eiweiss nicht erneut mit der Consommé vermengt. Jahrhundertwendetechnik.
    Die Wagner-Plachuttaverbindung gehört sowieso in jeden Haushalt. Ist wirklich ein Meisterstück. Schöne Sammlung hast du.
    Ich habe mir tatsächlich überlegt ob ich das Wort “Stöckchen” dranpappen soll, da bin ich aber froh dass ich es nicht getan habe. :-)

  2. Das Buch über die persische Küche ist ein Traum. Erstens einmal ist es wunderschön aufgemacht und ebenso mit so viel Wissenswertem über Land und Leute. Da habe ich schon einiges nachgekocht und greife immer wieder gerne dazu. (Ein Kochbuch der libanesischen Küche steht bei mir bei Amazon in Warteschleife, darauf freue ich mich auch schon, wenn es soweit ist.)
    Das Persische Kochbuch, wie auch das Italienische,das Ungarische in meiner Sammlung hat das, was ich bei österr. Kochbüchern vermisse und zwar ein wenig Information über das Land, das Brauchtum, etc. Wenn ich könnte, ich würde so ein Buch sofort verfassen und verlegen. Das ist eine Marktlücke, noch dazu und das sage ich ganz uneitel, brauchen wir uns weder in Kochkunst noch landeswegen verstecken. Es gibt ein Kochbuch, das so ähnlich aufgebaut ist, wie ich es im Kopf habe, es heißt: “Vom Essen auf dem Lande”, das ist aber nach der Neuauflage so bestig gedruckt worden, dass es gar keine Freude macht, es zu besitzen. Die Rezepte sind aber regional österreichisch aufgebaut, so wie es seinerzeit auch Schuhbeck gemacht hat (links neben Culinaria Italia)
    Der Bocuse – das war eines meiner ersten Kochbücher. Das Buch selbst ist nicht so schön, aber mit unheimlich viel Informationen gespickt. Da ich nicht weiß, wie man Bilder in Kommentare setzt und ob das möglich ist, mache ich einen neuen Eintrag und blätter im Bocuse. Soll ich die Consommé als Vergleich suchen? Oder hast du irgendeinen speziellen Wunsch?

    Da hast du wirklich Glück gehabt, denn sobald ich Stöckchen lese, stellen sich mir die Rückenhaare bis zum Haaransatz auf. :-)

  3. Neben inländischen und ausländischen Küchen zwei Bücher mit dem Subtitel “Die gute Küche”. Die würde ich zuerst aufschlagen wollen.

  4. @lamiacucina: Das sind auch die Klassiker der Küche und auch der österreichischen Küche. Plachutta und der in meinem Artikel erwähnte Wagner, haben die beiden Bücher verfasst. Letzterer hat auch das etwas weiter links, weißer Buchrücken “Die asiatische Küche” mit (Sohyi) Kim (http://www.kimkocht.at/) geschrieben. Die drei Bücher sind superschöne Nachschlagewerke.
    Aber auch die “Große Küche”, schwarzer Buchrücken, unteres Fach von Reinhard Gehrer ist auch sehr schön. Da ist übrigens das geniale Rezept der Hechtnockerl drinnen, die es sonst nur in der Wachau beim Jamek (http://www.jamek.cc/) gibt.

  5. @LillY: Jetzt hast du mir das persische Goldstückchen schmackhaft gemacht. Bocuse seine Klassiker wie die Soupe aux truffes … ok, das ist jetzt ein zu hochgestecktes Beispiel, spiegelt normalerweise die französische Lebensart wärmstens wieder. Früher kam ich bei Paul immer ins schwärmen und war lange Zeit ein Verfechter der Haute Cuisine mit all ihren Feinheiten und leider auch der teilweise, aus meiner heutigen Sicht, schweren Küche. Aber es hat Spass gemacht und bildet ja irgendwie die Basis, den Grundstock einer professionellen Küche. Inzwischen habe ich mich dr “Klassik” entzogen und bewege mich auf dem Freestyleparkett. :-) Warum also nicht auch in Persien schmöckern?

  6. Pingback: Coffee-Talk

  7. Ach, das ist die “neue” LillY?!

  8. Alles neu macht der März, April …. ;-)
    Welcome im Ententeich!

  9. Tatsächlich – ähnlicher Geschmack! :-)

    Das Culinaria Italien habe ich in anderer Aufmachung, ist aber schlecht zu erkennen, da beim Fotografieren die Sonne reinschien.

    Die österreichische Küche braucht sich überhaupt nicht zu verstecken, im Gegenteil!!!

  10. Danke für deinen Besuch in meinem Regal. ;)

  11. hm, das klingt echt gut.
    Vom Essen auf dem Lande hat meine Mutter daheim.
    Ja, das gehört neugestaltet und verlegt. DIe österreichische Küche ist so fein. Aber es gibt kaum was. So ein Kochbuch mit bunte Bilder zu gestalten. Das möchte ich mal machen

  12. @weltbeobachterin: Gib mir Bescheid, wenn es soweit ist. ;-)

  13. hi,
    schön in ein regal zu schauen mit schönen kochüchern. – da sind auch schöne stücke dabei.
    ich selbst habe hinter meinem schreibtisch meine bücherwad mit alten kochbüchern – ein herrlicher anblick und dann bei laune eines herauszunehmen und darin zu blättern – ein hochgenuß!
    meine 4562 kochbücher hab’ ich in neue und alte aufgeteilt – auch räumlich getrennt und natürlich in einer liste eingetragen. das ist eigentlich der grund meines eintrages jedem sammler den tip zu geben möglichst früh damit anzufangen. sonst verliert man den überblick. und später einmal ist es sehr viel arbeit. ich habe 20 spalten in meiner liste und füge pro buch auch photos ein. interessant ist es dann, wenn man auf jagdt in einem antiquariat ist und dann seinen laptop auspacken kann und die ganz sammlung vor ort hat. ein lustiger aspekt am rande: die tabelle rechnet natürlich auch die seitenanzahl mit (derzeitiger stand 1,031.319 kochbuchseiten)
    die gusto hefte hab’ ich auch gesammelt – aber hab’ sie zerschnitten und die einzellnen rezepte in eigenen sammelordnern auf DIN A 5 seiten aufgeklebt. somit kann ich sie bessern ordnen (nach suppen, torten etc)

    ich weiß es ist gefählich so einen einrag zu schreiben, da er leicht als angeberei mißverstanden werden kann. liegt mir aber fern. biette eher meinen erfahrungsaustausch an unter gleichgesinnten “verrückten”.

    m.f.g.

  14. @c.kurz: Jetzt bin ich aber paff!
    Schön, wenn du so eine große Sammlung hast. Du kochst aber hoffentlich nicht nur Eierspeis. :-)

  15. naja…
    zuerst einmal: bin leidenschaftlicher hobby koch!!!!
    aber koche kaum aus den büchern, sondern aus dem bauch und was der markt so frisches bietet!
    bin eigentlich froh heute leben zu dürfen. finde die speisen und vorallem die zubereitung der vergangenheit fürchterlich!! (viel fleisch, viel zerkochtes, viel überwürztes etc….)
    jetzt könnte man sich fragen warum ich dann soviele kochbücher habe: das erkläre ich dann immer mit dem vergleich der briefmakensammler. sie sammeln auch nicht um genügend porto für ihre briefe zu haben.

    l.g.

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