Monatsarchiv: Mai 2008

Fromme Helene – züchtige Birnentorte

»Na, Lene! hast du’s schon vernommen?
Der Vetter Franz ist angekommen.«
So sprach die Tante früh um achte,
Indem sie grade Kaffee machte.

»Und hörst du, sei fein hübsch manierlich
Und zeige dich nicht ungebührlich,
Und sitz bei Tische nicht so krumm
Und gaffe nicht soviel herum.
Und ganz besonders muss ich bitten:
Das Grüne, was so ausgeschnitten -
Du ziehst mir nicht das Grüne an,
Weil ich’s nun mal nicht leiden kann.«

Wilhelm Busch hat dieser Blogeintrag heute nicht zum Thema, obwohl es sich ganz nett darüber plaudern lässt.

Ein Blogfreund hat mir regelrecht Zähne nach einer Torte gemacht, die ich unbedingt probieren musste. Nun gibt es einige Rezepte einer Birne Helene, nur das eine Rezept hatte dies, dem anderen fehlte das und so habe ich einfach meine “Fromme Helene” zusammengestellt und abgeändert. Die Namensgebung war klar, damit sie nicht unter den vielen Birnentorten untergeht. ;-)

Am Vortag die Birnenfüllung vorbereiten

2 Dosen (Asche auf mein Haupt) halbe Kompottbirnen, oder dementsprechend frische Birnen, schälen und in nachstehendem Sud langsam weichkochen und über Nacht stehen lassen.
200 ml Wasser
10 dag Kristallzucker
, beides bis zum kleinen Flug kochen (es brizzeln die aufsteigenden Blasen)
1 Zimtstange
Vanilleschote ausgeschabt und mitkochen
Geschälte, geviertelte (oder halbiert, je nach Größe) Birnen einlegen und weichkochen
oder
die Kompottbirnen über Nacht einlegen
und einen Schuss Birnenschnaps dazu (vorher kosten, ob er auch gut ist :-) – mMeiner war aus Südtirol, ein Rhoner.)

Oft liest man mehr als wie genug.
Die Flasche ist kein Liederbuch.

Für den Boden einen Mürbteig bereiten

18 dag Mehl
4 dag Staubzucker
1 Pkt. Vanillezucker
2 EL Milch
10 dag kalte Butter in Stückchen geschnitten

Die Zutaten alle miteinander verkneten. Wenn der Teig zu weich ist, im Kühlschrank ca. 1/2 Stunde rasten lassen und dann auf einem Backtrennpapier eine runde Form auswalken. In die Kuchenform legen und bei 12 Minuten, 180° C backen.

Biskutitteig

2 Eier
5 dag Zucker
4 dag Mehl + 1 EL Speisestärke
1/2 TL Backpulver

Eier trennen und das Eiweiß mit 2 EL kaltem Wasser zu Schnee schlagen, dann den Zucker zufügen und weiterschlagen, die Dotter abwechselnd mit der Mehl/Stärkemischung unterheben.
Auf dem gebackenen Mürbteigboden verteilen und bei 170°C ca. 15 Minuten backen (weiß ich jetzt nicht so genau wie lange).

Den nun fertigen Boden auskühlen lassen, aus der Form nehmen und in einen Tortenring stellen, anschließend mit Schokoladenglasur bestreichen. (Habe ich gemacht, damit der Tortenboden nicht gleich so durchnässt ist. Außerdem erweist sich der Mürbteiguntergrund als sehr guter Stabilisator und die Torte klebt dann nicht mehr so am Tortenteller fest.)

Die weichgekochten und aromatisierten Birnenhälften nun auf den Teig legen und die verbliebene Flüssigkeit mit einem Säckchen Tortengelee (oder eingeweichten Gelatineblättern) auflösen und die Früchte damit überziehen.
Auskühlen lassen, damit das Gelee stockt.

In der Zwischenzeit die Mascaroponecreme bereiten

Dort die Damen mit den süßen,
Himmlisch hohen Prachtpopös.

25 dag Mascarpone (ich habe die Leichtversion genommen – 21% F.i.Tr  damit der Prachtpöpö nicht noch größer wird.)
12 dag dunkle Schokolade zerlassen und untermischen
1/4 l Schlagobers geschlagen unterheben
und zum Schluss noch ein ordentlicher Schuss Schokolikör (vorher kosten, ob er auch gut ist! :-))


Es ist ein Brauch von alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör!

Die Creme auf die Torte streichen und ein paar Stunden kühl stellen. Vor dem Servieren ein paar Schokospäne darüberhobeln. Ein hübscher Kontrast wäre, wenn man hätte, weiße Schokolade.

Wo mit weichen Wogebusen
Man schön warm beisammen sitzt,
Wo der hehre Chor der Musen,
Wo Apollo selber schwitzt.

Espressomaschine aufdrehen und ein Stück genießen!

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Einen “Tuscher” haben …

soll ich, wenn ich dieses Stöckchen bearbeite.
Macken, das Wort gibt es bei uns nicht, daher übersetzte ich es frei.

Grundsätzlich bin ich fehlerlos, besonders wenn ich schlafe, daher suche ich krampfhaft nach Fehlern und finde ganz leicht ein paar.

  1. Bin ein Abendmensch und kann daher bis ewiglange aufbleiben, stehe grundsätzlich in der Früh ungern auf, selbst wenn ich einmal früher im Bett war.
  2. Brauche etwa eine Stunde nach dem Aufstehen, bis ich frühstücken kann. Das ist mir aber unter der Arbeitswoche nicht wert, deswegen früher aufzustehen, weil ich eben kein Morgenmensch bin – siehe 1.
  3. Muss alles gelesen haben, daher stapeln sich bei mir Postwurfsendungen und Zeitschriften bis ich sie zerlesen habe.
  4. Muss alles bügeln, bis auf Unterwäsche und Socken. Ich mag, wenn Wäsche gebügelt im Kasten liegt und liebe es in gebügelte Bettwäsche zu schlüpfen, ja auch nur für das eine Mal.
  5. Bin manchmal öfter immer wieder gerne stets aufbrausend, aber nur um Dampf abzulassen und dann habe ich alles vergessen, während mein Gegenüber gerade in Fahrt ist, mit mir zu streiten und ich das Interesse daran verloren habe. (Ich weiß, das ist unfair, aber ich kann mich nicht um alles kümmern.)
  6. Mache Urlaub ungern an gleichen Plätzen. Daher immer die Frage: “Warst du da schon einmal? Nein, ok, dann können wir hinfahren.”
  7. Ergänzung: Ich sammle Sand!

Oh, ich dachte ich bekomme keine 5 Eigenheiten zusammen und nun habe ich schon sieben und könnte noch 7 weitere ungschaut aus dem Ärmel schütteln. :-)

Habt Spaß an meinen Spinnereien und verbrennt diesen Stock, oder nützt ihn, wie auch immer.

Dandu - jetzt samma quit! ;)

Gestern wieder zum x-ten mal diesen Film gesehen. Ich liebe ihn und er passt zu diesem Stock!

Die größte Macke ist eigentlich Stöcke zu verbreiten – falls mich wer fragen sollte und auf mein Urteil Wert legt.

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Kult-Uhr

Gestern habe ich ein wenig in Sachen Kultur gemacht.
Die schon lange auf meiner Liste (ja, ich habe sooooo viele Listen) stehende Ausstellung von Guy Bourdin im Kunsthaus besucht. Er ist, nein war als Fotograf ein wahrer Künstler. Eigentlich in der Werbefotografie zu Hause, fotografierte er für die französische Vogue und für Charles Jourdan, daher sind bei sehr vielen Bildern, die Schuhe ins rechte (schöne) Bild gerückt.
Ich war schlichtweg begeistert.

Für den Abend wollte ich entweder ins Volkstheater gehen und “Den Besuch der alten Dame” ansehen, oder ein Stück eines Bezirksfestivals besuchen. Ich entschied mich für letzteres, weil ins Theater kann ich noch immer mit meiner Freundin gehen, hingegen das Stück spielt es nur einmal und ist etwas komplett anderes. Schon alleinde deshalb, weil es sich auf einem recht urbanen Marktgelände abspielt. So war als Aufführungsort die Kühlhalle vorgesehen. Ich zog mir über mein ärmelloses Shirt eine Strickjacke und schlüpfte noch in einen Mantel hinein. Mütze ließ ich zu Hause, denn bevor ich friere, gehe ich lieber gleich nach Hause. Man muss nich von allem haben, sondern nur von vielem ein bisschen. ;-)

Nun war ich endlich da und umkreiste einmal die Plaza, wie sie den Platz festivalmäßig nannten – hat er doch überhaupt nichts mondänes einer Plaza und heißt normaler Weise einfach nur “Markt”. Ich suchte Brian von Ottakring, in Anlehnung an das Stück “Jesus von Ottakring”, doch weder Brian noch Jesus waren zu finden.
Dann endlich entdeckte ich einen Tisch, dahinter zwei Frauen, haufenweise Flyer und Prospektmaterial zu einer Performance, die irgendwo anders, vielleicht im Gemüsecontainer stattfand. Da aber vom gleichen Festival dachte ich mir, die werden doch untereinander wissen, wo etwas gespielt wird.
Das Stück “Brian in Ottakring”, wo es denn stattfände?, frage ich und erhoffe mir optimistisch die richtige Antwort.
“Keine Ahnung” blickten mich zwei ratlose Augenpaare ermunternd an: “Hier irgendwo, der Platz ist ja nicht groß.”
Na gut, ich bin ja schon zwei Runden marschiert, das wussten sie nicht.
“Wo denn die Kühlhalle wäre”, fragte ich und bekam zur Antwort “bei den Koffern gleich da hinten”. In welchem Film bin ich da eigentlich? Irgendwo versteckte Kameras? Koffer? Ich suche Brian!
Ok, die Kühlhalle hatte ich gefunden. Angenehm, ich konnte keine Kühlaggregate ausnehmen und Temperatur war eher die eines Heuschobers. Es war warm und ich hörte vom hinteren Raum Musik, es war dunkel, zwei junge Frauen saßen auf Klappsesseln und philosophierten über Koffer.
“Ja, was sagt uns ein Koffer?”
(Meint sie mich? Doch nicht wirklich …)
Reisen, Ortswechsel, Mitnahme, kommen, gehen ….
(Ich bin da! Wo ist Brian, liegt mir auf der Zunge.)
Im Raum stehen kreuz und quer Koffer, alte, neue, braune, schwarze, Plastik, Stoff – ich suche die Kunst.
“Du, weißt du vielleicht wo das Stück Brian stattfindet?” Unterbreche ich ihre tiefenpsychologische Betrachtung Reisender und deren Behältnisse.
Sie ist sichtlich erstaunt, warum ich sie nicht etwas über Koffer frage und holt zwei Blätter bedrucktes Papier aus einem – erraten, Koffer!
(Hilfe!)
Ich will ihr erklären: “Im Internet steht, heute 20 Uhr in der Kühlhalle.”
Sie hält die Blätter hoch und sagt, “das ist das Internet”.
(Angst, die Situation wird immer irrer.)
Neben mir ein Mann meines Alters. Er greift zum Telefon und meint, nachdem er zwei Plastiksessel erfolgreich übereinanderstapelte (welche Funktion hat er bei dieser Kofferinstallation?), er rufe jetzt die Chefin an. Warum Männer immer vernünftiger sind als Frauen, zumindest in der Kunstszene.
“Hebt nicht ab.”
“Ok, danke” Pfeif drauf, denk ich mir und dreh noch eine Runde.
Von weitem jammert, ächzt, schreit, trötet und trommelt es. Hier ist es besser organisiert, denn ich kann am Plakat lesen, das ist ein Improvisationsorchester. Tja, das hätte ich alleine auch gewusst. Zuerst schau ich von draußen zu, dann wage ich mich hinein. Leider ist die Stimmung nicht zu vermitteln. Wer sich aber bei den Koffern einfühlen konnte, der kann sich ungefähr auch denken, wie es bei dem Theater zuging.

Der Posaunist war einer der wildesten. Ich dachte, es wirft ihn jetzt und jetzt vom Sessel, so inbrünstig blies er die Posaune und bog sich dabei in alle Richtungen.

“Sie” habe ich nur von hinten gesehen und gehört. “Sie” stellte sich als “er” heraus, die Stimme war aber etwas weiblich. Schöne Haare, oder?

“Er” war manchmal ruhig und dann trommelte er wie wild. Da war er gerade ruhig und wartete auf seinen Einsatz.

Angenehmer Nebeneffekt, für diese Musikrichtung muss man keine Noten können, alle spielen so, wie sie gerade wollen.  Der Dirigent nickte zufrieden und manchmal, wenn es ihm zu leise war, hob er die Hände empor und wollte mehr. So wie hier.
Und wenn es dann so laut war, wie er wollte, hüpfte er kurz hoch und stampfte mit beiden Füßen auf dem Boden, als hätte das irgendwer gehört.

Brian, so erfuhr ich, hat die Schauspielergruppe durch Nichterscheinen abgesagt. Heute spielt es wieder nicht Brian. Wer will, kann sich auf die Suche machen, ab 20 Uhr im dortigen Theater!

Ergänzung: Habt ihr gesehen? Der Cellist hat seinen eigenen Sessel mitgebracht! Jetzt ist das Musikinstrument alles andere als klein, schleppt er auch noch den eigenen Cellosessel mit. Jetzt weiß ich, warum ich über Blockflöte nie hinauskam. :)

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Rhabarber – Chutneys

Sie wünschen wir spielen.

Meine Liste, was ich noch alles zu (erledigen) posten habe, wird immer länger.
Ich sortiere einmal schnell um und nehme, was ich gerade zuoberst reihte und streiche es als erledigt durch.
Dandu Rhabarber Chutney
Nachgekocht: Spargel, Nudelnester
Fliegende Rezepte – schon wieder Dandu (der hält mich auf Trab)
Eigene Ideen

Vor zwei Tagen rief meine Freundin an und fragte nach, ob ich auch zu Hause bin. Ja, (sonst würde ich nicht abheben) wieso denn? Sie hätte Rhabarber für mich und damit konnte ich mich dem Projekt Chutney widmen. Rhabarber soll nämlich nicht zu spät geerntet werden, da er sonst nicht mehr bekömmlich ist.

Rhabarber zu Chutney verarbeitet hat eine pikante, fruchtige Note und passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch. Da ich nicht so der Ketchup Fan bin, stelle ich lieber Chutney auf den Tisch, wenn es zu Fleisch unbedingt rote Beilage geben muss.

Rhabarber-Apfel Chutney
10 Gläser à 1/2 Liter
(eine Wahnsinnsmenge, die ich entsprechend reduzierte)

3 kg Rhabarber, nicht geschält in 1 cm breite Stücke geschnitten
1 kg Äpfel, geschält, und gerieben
1/2 kg Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt
1/2 kg Gelierzucker
3 Scheiben Ingwer, frisch, geschält und gerieben
1/8 l Himbeeressig, ersatzweise Apfelessig
Salz
gemahlener Koriander

Alle Zutaten in einen Topf geben und ca. 10 Minuten köcheln, bis der Rhabarber weich ist und zerfällt. Das Chutney in gut gereinigte Gläser füllen und verkehrt auf dem Schraubverschluss auf ein feuchtes Tuch stellen.

Rhabarber-Erdbeer Chutney
Zutaten für ca. 6 Gläser à 250 ml
1 dag = 10 g

1/2 TL gemahlene Nelken
1 TL gemahlener Koriander
1 TL Salz
500 ml Weißweinessig
3/4 kg brauner Zucker
0,4 kg Zwiebeln, würfeln
20 dag Erdbeeren, vierteln
172 kg Rhabarber, nicht schälen, in 1 cm breite Stücke schneiden.

Alle Zutaten zusammenmischen und ca. 40 Minuten dick einkochen. Noch heiß in saubere Drehverschlussgläser füllen und auf ein feuchtes Tuch zum Auskühlen auf den Kopf stellen (das Glas natürlich).

Von irgendwoher habe ich einmal den Tipp bekommen, die Gläser eingekochter Marmelade auf den Kopf zu stellen, weil dann der Inhalt nicht anläuft (schimmlig wird). Ich habe keine Erklärung bekommen, warum man das so macht, aber es funktioniert tatsächlich. Mir ist bis dato noch nie Marmelade, oder Chutney kaputt geworden.

Chutneys passen gut als Beilage zu gegrilltem Fleisch, Wildgerichten, Pasteten, oder Schaffrischkäse;

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Tagebuch und Teddybär

Bei Bulgariana gelesen und auf die Idee (potzblitzauch, was bin ich gescheit) gekommen, über meine Tagebücher zu schreiben.

So viel: Ich hatte zwei Tagebücher. Das erste, weil man als Mädchen damals einfach Tagebuch geschrieben hat und ich es entweder zum Geburtstag, oder zu Ostern bekommen habe. Das weiß ich nicht so genau, denn alle paar Jahre habe ich nämlich am Ostersonntag Geburtstag.
Das zweite Tagebuch habe ich mir glaube ich selbst gekauft, weil ich im ersten so hässlich geschrieben habe (wie spießig).

Auf jeden Fall kann ich mich wie heute erinnern, ich saß vor dem depperten Büchl und hab einmal den noch viel depperten Schlüssel gesucht, weil man Tagebücher doch absperrt. Da aber fast alle Schlüssel von diversen Kasetten, Sparbüchsen und anderen Schlössern alle den gleichen Schlüssel besaßen, fand ich dann irgendeinen Schlüssel der endlich sperrte. Das kam mir damals gar nicht suspekt vor, sondern ich merke gerade, wie sehr man als Kind getäuscht wurde, in der Meinung man hat den einzigen Schlüssel für sein Geheimnis.
Der Leser erkennt gleich: Ich trug den Schlüssel nie an meinem Herzen und außerdem habe ich nicht jeden Tag hineingeschrieben, sondern nachgeschrieben und so getan, als würde ich jeden Tag hineinschreiben. *tilt*

Gut, das Tagebuch war offen und ich begann zu überlegen, mit welchem Stift ich schreiben sollte, weil man ja in ein Tagebuch schön schreibt (wie spießig). War diese Entscheidung getroffen, saß ich einmal vor dem weißen Papier und dachte mir, was schreibt man nur spannendes in ein Tagebuch, damit es sich auch lohnt, es abzuschließen.

Es gab nichts spannendes. Die Lehrer waren jeden Tag deppert (gestern erst sagte ein Freund zu mir, mir scheint du bist ein Lehrerhasser. I wo sagte ich, ich mag sie nur nicht.) und mit Freundinnen war ich ab und an wegen nichts und niemanden im Clinch. Ich war von 13 Schuljahren, 9 Jahre in reinen Mädchenschulen, das war als wäre ich im Kloster aufgewachsen. Null los gewesen!

Eine Sache beschäftigte mich im Tagebuch sehr und zwar, dass alle Freundinnen um mich schon die Periode bekamen und ich noch nicht. Ich kann mich erinnern, das bereitete mir ziemliche Sorgen und nun habe ich die Sorge, dass ich diese Sache der Mutter Natur endlich losbekommen will und deshalb blogge ich das jetzt hier. Ok, das war es auch schon. Als ich meinen ersten Freund hatte, war keine Zeit mehr zum Tagebuchschreiben, vermutlich haben da dann die anderen damit begonnen, ich weiß es nicht. Somit finde ich Tagebücher mehr als blöd und lästig, sie stehlen einem, wie bloggen die Zeit.

Mit 18 oder so, bekam ich einen Rappel und trennte mich von Kindheitserinnerungen. Ich verschenkte meinen Kinderwagen, mein heißgeliebtes Schlummerle (um das tut es mir leid), meine Bücher, wie Bärli Hupf, die Omama im Apfelbaum, die Stanisläuse etc (ich könnte heulen) und auch von meinen Tagebüchern. Zwei nicht vollgeschriebene Bücher hatte ich in der Hand und stand vorm Kolloniakübel. Da stand ich, der Kübel offen und ich weiß noch genau, ich hielt die Bücher über dem offenen Kübel und dachte ganz intensiv nach, ob mir das einmal leid tun würde, wenn ich die Tagebücher jetzt wegwerfe. Und so haderte ich mit mir und ließ sie doch hineinfallen. Leid tut es mir nur über die oben erwähnten Dinge, die ich wirklich vermisse.

Das ist übrigens Guitschi, mein einziges Relikt aus der Kinderzeit.

Er sieht etwas ramponiert aus, ist aber auch so alt wie ich. Komplett glatzig, so wie bald alle Männer meines Alters aussehen werden und halbnackt.
Die hellblaue Wollhose hat meine Mutter gehäkelt. Guitschi hätte einen kompletten Ausgehanzug in dieser schicken Farbe bekommen sollen, aber zu mehr reichte es nicht. Das zweite Hosenbein hat übrigens eine Freundin meiner Mutter gehäkelt, weil ich über Monate darauf warten musste.
Das Fell verlor Guitschi unter anderem auch, weil ich nur so einschlief, indem ich das Ohr meines Bären an meine Lippen legte. Und als das eine Ohr kein Fell mehr hatte, war es das andere und so wurde der Bär rundherum glatzert.
Ja, so ist das mit mir. ;-)

Was haben eigentlich Buben in der Zeit gemacht, oder machen es noch immer, wenn Mädchen ihre Zeit mit Tagebuchschreiben verplempern?

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Kreisender Verkehr

Heute bin ich mit meiner Mutter im Auto gedüst und haben erstaunlich viele Kreisverkehr passiert. Ich glaube, man kann keine 500 Meter Auto fahren, ohne einen Kreisverkehr zu benützen. Und so entstand eine kleine Diskussion im Auto, deren Lösung ich bis jetzt noch immer nicht habe.
Meine lieben Autofahrer und jene, die es noch werden wollen, oder lieber nicht, sagt mir wie das früher war.

Bin ich mit meiner Mutter mit dem Auto unterwegs, dann fahre grundsätzlich ich. Einerseits weiß ich, meine Mutter fährt nicht mehr so gerne und andererseits habe ich einfach keine Nerven mehr, mit ihr mitzufahren. Damit will ich nicht sagen, sie wäre eine schlechte Autofahrerin, aber sagen wir so, sie ist etwas unkonventionell unterwegs. Vermutlich ist das auch eine Frage des Alters und ich sollte mich auch schön langsam um einen Pferdewagen umsehen.

Auf jeden Fall kamen wir zu einem Kreisverkehr und ich habe wieder einmal eine Schimpfkanonade gegen Unbekannt losgelassen, weil selten bis gar nicht ein Blinkzeichen beim Ausfahren gegeben wird.
Das ist mehr als lästig. So trägt doch der Kreisverkehr dazu bei, den Verkehr einer normalen Kreuzung etwas geordneter abzuwickeln, wenn man sich aber an so einfache Dinge, wie Blinkzeichen nicht hält, weiß der Einfahrende nie, kann er nun fahren oder nicht. Mich bringt es nicht so aus der Ruhe, weil ich geb einfach Gas und bin schon im Kringel drinnen. Wenn aber vor mir ein(e) Zauderer steht, dann kann das schon ein wenig dauern, je nach Verkehrsaufkommen. Das bringt mich jedes Mal auf die Palme und ich wäre in dem Moment gerne Kreisverkehrspolizistin (welches Wort, welche Funktion, was für eine -verantwortungsvolle- Aufgabe …). Dabei bin ich nicht der geborene Ordnungsmensch, aber ich fahre gerne flott Auto und stehe ungern im Auto. (Wer nicht, aber ich sag es halt.)

Nachdem ich mich abgeregt hatte, in den Kreisverkehr einfuhr und wieder mit Blinkzeichen (! ganz wichtig :-) !) ausgefahren bin, diskutierten wir über Regeln und Vergangenheit von Kreisverkehren. (spannend, oder?) Zu meiner Führerschein- und Fahrschulzeit war der Gaußplatz bei Fahrschülern unheimlich gefürchtet. Weil dieser Kreisverkehr die Besonderheit hatte, dass die Straßenbahn das Dradiwaberl kreuzt und dadurch die Vorrangregeln eines Kreisverkehrs ad absurdum führt. Straßenbahnen haben ja so gut wie immer Vorrang, außer … das weiß ich jetzt nicht mehr, irgendwas mit Remise und von rechts kommend. Außerdem wurrlte es damals von Fahrschulautos, weil eben alle den einzigen in Wien befindlichen Kreisverkehr üben mussten. (? Praterstern war auch schon immer Kreisverkehr glaube ich, aber nicht so gefinkelt.) Das waren dann die Momente wo ich mit Schweißhänden das Lenkrad hielt, sobald wir in die Klosterneuburger Straße eingebogen sind und ich fix und fertig erleichtert den Verkehr über die Obere Augartenstraße verlassen konnte und zwar fehlerlos.

Aus dem heutigen Gespräch mit meiner Mutter gibt es noch offene Fragen, die ich noch nicht mit Google recherchierte, aber vielleicht kann sich jemand erinnern.

- Grundlegende Frage: Hat sich die Vorrangregel beim Kreisverkehr in den letzten Jahren, bzw. Jahrzehnten, ich bin ja schon eine alte Haut, geändert?
- Grundlegende Antwort: Die Gesetzeslage bestimmt, bei der Einfahrt in den Kreisverkehr ist Vorrang zu geben (auf Wienerisch heißt das man “hat Nachrang”). Das im Kreisverkehr fahrende Fahrzeug hat Vorrang und muss bei der Ausfahrt Blinkzeichen geben.

Nun steht mit meiner Mutter noch immer zur Diskussion, früher hatten die einfahrenden Fahrzeuge alle Vorrang und im Kreisverkehr befindliche “Nachrang”, daher musste man damals kein Blinkzeichen geben, wenn man ausgefahren ist?
(Ich sag übrigens nein, die Vorrangregeln haben sich im Kreisverkehr nicht geändert, sonst wüsste ich nämlich die neuen Regeln gar nicht. ;-)) Leider habe ich auch mein altes Fahrschulbuch nicht mehr und keinen Zugriff auf einen Fahrlehrer.

Also wer kann sich erinnern? Haben vor 30 oder 40 Jahre andere Regeln für Kreisverkehre gegolten, als heute?
Was ist euer liebster Kreisverkehr? Da wo man mit einem flotten 70er in die Kurven eineschlenzen kann, oder dort wo man ewig steht und nicht reinkommt, weil …. genau Blinkzeichen vergessen werden. ;-)

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Every generation has its way

Das Wetter ist grauslich, denn seit Sonntag regnet es wie aus Schaffeln – von wegen in die Sonne. Sonntag soll es angeblich 33 Grad bekommen, was ich nicht verifiziert habe, mir aber zugetragen wurde.

Schon früh aus dem Haus, ging ich nach meinem Termin einkaufen. Und zwar in meine nette B-Filiale gleich einen Steinwurf weiter. Hier regiert steirische Herzlichkeit, die mittels Bellerei von einem Regal zum anderen erfolgt. Es herrscht hier eine ausgesprochen schöne Stimmung, die Filiale ist klein und fein und verglichen an der Größe anderer Hypermärkte würde man heute dazu Greißlerei sagen.
Ein Schwätzchen mit dem Filialleiter, weil ich mich für eine Freundin um einen Ferialjob ihres Sohnes erkundigen wollte. Alles abgecheckt, 16 Jahre müssen sie sein, 1-2 Monate können sie dort arbeiten, 38 Stunden und die Bezahlung ist auch nicht schlecht, denn die liegt bei 700 Euro. Verglichen zum Anfangsgehalt einer Masseurin, Flußpflegerin, die eine abgeschlossene Lehre besitzen muss und nur 849 Euro pro Monat verdient, ist dieser Job Luxus, auch wenn man nur Dosen schupft. Ob sich denn der junge Mann die Filiale aussuchen könne, frage ich ganz naiv. Ganz typisch A., die Angestellten rufen sich nur mit dem Vornamen, daher weiß ich auch nur seinen, neigt seinen Kopf etwas schief und lächelt mich an. Ok, ich hab’s verstanden, eigentlich sucht sich der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter aus. Er sagt aber trotzdem diplomatisch, “des kummt drauf o”. Ok, alles geklärt, ich schnappe meine Einkäufe und renne beinahe Herrn S. über den Haufen. Mein Liebling aus der Straße, obwohl er mich einmal herbe entäuschte. Er hatte im Nebenhaus, erzählte ich das nicht schon, ein Gemüsegeschäft und mir einmal eingetrocknete Maroni angedreht, das hat mich recht geärgert. Vergessen nicht, aber verziehen, tratschen wir gerne ein wenig und scherzen vor allem. Mit Herrn S. lässt es sich trefflich herzhaft lachen, ich schwebe danach immer 10 cm über dem Boden. Man sollte jeden Morgen so einen Menschen treffen!

Auf die Frage, wie es ihm denn ginge, kam seine Standardantwort “wie die anderen wollen” und lacht dabei herzlich. Mai wäre es und er ist noch gar nicht in seinem Sommerhaus, bemerke ich. Frau S. hat ziemlich arge Venenprobleme, inoperabel und ist mehr als schlecht zu Fuß. So macht Herr S. alle Besorgungen und im Haus am Lande ist alles ebenerdig, versuchen die beiden so früh wie möglich die Stadt zu verlassen, weil es “für die Frau” bequemer ist, wie Herr S. immer sagte. Er ergänzt dann “Wissen’S eh.” Ja, ich weiß, oder ich kann es mir vorstellen.

Wie wir so plaudern kramt er in beiden Taschen nach einer Münze für den Einkaufswagen. Ein Knopf, ein Cent, 5 Cent “no, wos is des heit”, ärgert er sich, weil er keine passende Münze findet. “Haben wir gestern alles am Kopf g’haut, Herr S.?” Und hole eine 50 cent Münze aus der Geldbörse. Ich weiß nämlich, Herr S. geht gerne ab und zu zum Wirten um ein Glas Wein zu heben. “No, wos soll i do jetzt?”, fragt er ein wenig ratlos. “Nehmen und in zwei Wochen geben sie mir 2 Euro, die Zinsen sind sehr angestiegen”, lachen wir beide, drücke die Münze in den Spalt, der Wagen springt heraus und fährt dem S. fast in den Bauch. “Na, ins Spitoi muass i. An, zwa Wochen, durchchecken. Die Blase, wissen’S.” Blase klingt nicht gut, denk ich mir, lass es mir aber nicht anmerken. “Herr S., ich denk an Sie, wird schon alles gut gehen. Und dass Sie keine Blödheit machen, sie sind mir noch Geld schuldig.” “A deswegen denkn’S an mi.” “Erraten,” wir lachen beide, winken uns zu und unsere Wege trennen sich.

Erst letzte Woche habe ich den Patezettel am Geschäft meines Uhrmachers vorgefunden. Er war der, der das alte nicht sehr hübsche, aber in Ehren gehaltene Erbstück einer Pendeluhr direkt zu Hause abholte, reinigte, ggf reparierte und wieder nach Hause brachte. Ein Geschäftsmann vom alten Schlag, für den der Kunde König ist. 65 ist er geworden, also kein Alter, vor zwei Monaten habe ich ihn noch braun gebrannt, wie das blühende Leben gesehen.

Man muss einfach jeden Tag leben, als wäre es der letzte!
Joe Cocker hat heute Geburtstag, 64 ist er. N’oubliez jamais!

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Antipasti

Eigentlich nicht wirklich ein Rezept, sondern nur eine Idee, was man zu gegrilltem Fleisch schnabulieren kann. Ich liebe diese Vorspeise, die man aber auch als Beilage servieren kann.

Zutaten:
2 Zuchini, in 0,5 cm dicke Längsscheiben geschnitten
2 rote, 2 gelbe Paprika
einige Knoblauchzehen
Gemüsezwiebel in 0,5 cm dicke Ringe geschnitten
Olivenöl
Salz, Pfeffer, dunkler Balsamico
Rosmarinzweige

Die roten und gelben Paprika vierteln und mit der Hautseite nach oben liegend auf Backblech legen, in den Backofen schieben und bei 200°C Grillfunktion (oder Oberhitze) ca. 10 Minuten bräunen lassen. Die Haut bekommt dunkle Flecken. Aus dem Herd nehmen und mit einem Geschirrtuch bedecken, da bleiben sie jetzt ein paar Minuten, um anschließend die Haut abzuziehen. Man kann die Paprika auch in ein Plastiksackerl geben und ruhen lassen. Wer das nicht macht, plagt sich damit, die Haut runterzubekommen.
Die Paprikastücke in eine Schüssel einschichten.

Nun die in Scheiben geschnittenen Zucchini in Olivenöl von beiden Seiten anbraten. Ebenfalls in die Schüssel schichten.

Dann werden noch der weiße Gemüsezwiebel und die Knoblauchzehen angebraten und ebenfalls eingeschichtet.

Die Marinade wird aus dunklem Balsamico, reichlich Olivenöl, ein wenig Senf (dann wird die Marinade so schön sämig), Salz und frisch gemahlenen Pfeffer bereitet. Alles in einem Schraubverschlussglas kräftig schütteln und dann über das Gemüse schütten. Oben auf noch ein paar frische Rosmarinzweige legen. Das Gemüse sollte zumindest über Nacht marinieren. Kann man natürlich auch zwei bis drei Tage vorher zubereiten und im Kühlschrank lagern. Dann aber rechtzeitig herausnehmen, damit das Gericht Zimmertemperatur erreicht.

Eigentlich gehören dazu auch gebratene Melanzanischeiben. Waren aber keine schönen im Angebot und dann saugt dieses Gemüse beim Braten immer so viel Öl auf, das liegt tonnenschwer im Magen, das mag ich nicht so.
Die Melanzani quer in halbzentimeter dicke Scheiben schneiden, salzen, in ein Sieb legen und ca. eine halbe Stunde ziehen lassen. Es nimmt dem Gemüse die Bitterstoffe. Die Scheiben mit einem Küchenpapier trockentupfen und im heißen Öl von beiden Seiten anbraten und ebenfalls zum Gemüse schichten.

Genießen!

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17 Jahr kein blondes Haar …

und die Welt liegt dir zu Füßen!

Jesusmaria, wie sieht denn dein Schienbein aus?
Es schillert in allen rot-blau-grün-gelb Tönen und ist eine ordentliche Blatschern.
Wie ist dir das passiert?
Tanzschule, kommt es knapp zurück.
Du musst mehr die Waffen einer Frau einsetzen!
Zwei kreisrunde Augen sehen mich an.
Stöckelschuhe, erwidere ich kurz.
Zu den kreisrunden Augen gesellt sich eine Augenbraue, die skeptisch hochgezogen wird.
Du trittst einfach ganz unauffällig mit dem Stöckel zurück. Lass dir etwas von einer alten Frau sagen und versuche den jungen Mann bei gutem Wind loszubekommen.
Nein, nicht mein Partner. Es war beim Boogie tanzen neben mir. Im Moment habe ich nämlich in der Tanzschule eine richtige Glückssträhne.
Nun ziehe ich die Augenbraue hoch. Merkst du dir nun die Figuren besser und bleibst du im Takt?
Nein, aber ich habe endlich einen ordentlichen Tanzpartner.
Was heißt ordentlich, frage ich neugierig nach und schaue nochmals auf das farbig schillernde Bein.
Er ist zwar nicht hübsch, aber er stinkt wenigstens nicht.
Und die anderen stinken alle?
Ja, und sind alle hässlich.
Dann halte ihn dir warm, wenn er ein guter Tänzer ist. Man weiß nie, was nachkommt.

Ich erinnere mich kurz an meine Tanzschulzeit – der Horror. Meine Freundin hat mich überredet mit ihr und ihrem Bruder hinzugehen. Fein, dachte ich mir, der Herr Bruder wird doch nicht mit seiner Schwester tanzen und außerdem finde ich ihn witzig. Wir machen uns das per Augenzwinkern und Handschlag aus, die Sache ist gebongt. Am Eingang bekommt meine Freundin die Panik und nötigt ihren Bruder mit ihr zu tanzen. Na Bravo, denk ich mir und ich schluck wieder die Krot. Drinnen standen sie aufgefadelt mit weißen Handschuhen, was ziemlich blöd aussah, aber sich im nachhinein als sehr praktisch erwies. Man hat beim flotten Boogie, dann nur mehr den Fedehandschuh in der Hand, während der Partner im Schwung in der Ecke liegt. Sieg auf allen Fronten! ;-)
Mein Partner stand vor mir. Nicht zu groß, nicht zu klein, angenehm handlich. Man macht Smalltalk, das wollte ich schon damals nicht.
Wie heißt du?
Ja, entegutallesgut und du?
Michael Beutel
Ich wusste nicht, sollte ich lachen oder weinen. Keine Ahnung, wie der Abend verlaufen ist. Auf Beutel machte ich keinen Eindruck und er suchte sich ein anderes Opfer. Alles andere habe ich von der Tanzschule verdrängt. Eigene Blessuren, das weiß ich noch, habe ich hemmungslos gerächt! – siehe oben -

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Glutamat

Bei meiner gestrigen entspannenden Lesestunde kam mir ein kurzer Artikel unter, der sich mit Glutamat beschäftigte.

Kaufe ich irgendwelche Gewürzmischungen oder Saucen, achte ich recht penibel darauf, ob darin Glutamat, also Geschmacksverstärker enthalten ist. Manchmel kommt man nicht umhin und muss diesen Bestandteil in Kauf nehmen, besonders bei asiatischen Würzmitteln.

Nun lese ich, das allseits verdammte Glutamat – man sagt ihm auch nach, neurologisch betrachtet ein Suchtmittel zu sein – wird vom Körper selbst gebildet. Ja, ist sogar für die Immunabwehr und für den Muskelaufbau zuständig.
Von den einen verdammt, zum Beispiel jenen, die beim Chinesen rot wie eine Tomate anlaufen und Atembeschwerden bekommen und von den anderen als nicht gefährlich angesehen.
Glutamat kommt auch in sehr reifen Lebensmitteln, wie Tomaten, Käse vor. Beides Lebensmittel, die ich wegen meiner Histaminintoleranz meiden sollte (ächz), oder ist es das Glutamat, das mir so zusteigt?

Aber so schlecht kann es nun wieder auch nicht sein, denn Glutamat wird auch als nicht essenzielle (heißt das nicht notwendige?) Aminosäure von unseren Körperzellen produziert und dient unter anderem als Botenstoff für unser Gehirn. Aha, also doch süchtig. Essentielle Aminosäuren sind hingegen wieder für unseren Stoffwechsel sehr wichtig und müssen durch Nahrung zugeführt werden. Verwirrt?

Wer künftig darauf achten will, ob ein Lebensmittel Glutaminsäure enthält, achtet auf die Kennzeichnung E620-E625.

Ich glaube, das war eine ziemlich unnötige Information, aber ich wollte sie geistig ein wenig verarbeiten und euch damit positiv belasten. :-D Vielleicht hat jemand eine Idee, welche Tänze körpereigene Glutamate in unseren Körper verursachen und ob das tatsächlich essentiell ist.

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