Tagesarchiv: Mai 8, 2008

Patlıcan karnıyarık

heißt die fleischhältige Variante des Imam Bayildi.

Oder, wie es auf deutsch auch heißt “Der Imam fiel in Ohnmacht” und dies geschah durchaus aus Verzückung des schmackhaften Gerichtes.
Da ich mir mit vegetarischen Gerichten im Freundeskreis wenig Ruhm erkoche, habe ich die Variante mit Fleisch und Gemüse des gestrigen Markteinkaufs zubereitet. Das Rezept basiert in Anlehnung an das Kochbuch “Türkische Küche” von Inci Kut, das ich einmal bei einem Türkei Urlaub erstanden hatte.

Zutaten für 4 Personen
4 kleine, schlanke Melanzani (ich habe ersatzweise die frischen kugeligen Zucchinis genommen und eine Melanzane, um zu zeigen wie es “richtig” gehört)
4 weiße Gemüsezwiebel gehackt, oder in Ringe geschnitten
4 große Fleischtomaten (perfekt, wenn sie gehäutet werden)
1-2 mittelscharfe Pfefferoni
5 Knoblauchzehen
1/4 – 1/2 l Gemüsesuppe
gehackte Petersilie, Zimt, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, 1 TL Zucker, Paprika
1/2 kg faschiertes Lamm
zwei Hände voll Bulgur (meine Erweiterung)

Die Zwiebel fein hacken, die Tomaten schälen (kreuzweise einschneiden, kurz ins kochende Wasser tauchen, dann lässt sich die Haut schön abziehen.) und in Scheiben schneiden. Das Gemüse waschen und gut trockentupfen, es spritzt sonst elendig, wenn man es im Öl anbrät. Von den Melanzani die Kappe abschneiden und dann streifenweise, der Länge nach die Haut abschälen (1 cm mit dem Sparschäler schneiden, 1 cm stehen lassen, dann entsteht das Streifenmuster). Bei einem Streifen einen tiefen Schnitt, aber nicht durchschneiden) der Länge nach setzen. Links und rechts neben dem Schnitt mit der Fleischgabel die Melanzani einstechen.

Von den Zucchini die Kappe abschneiden und beiseite legen, wir brauchen sie noch als “Verschluss”. In einer Pfanne Olivenöl heiß machen und vorerst die Melanzani rundherum anbraten, dann die Zucchini mit der Schnittseite in die Pfanne legen. Das Gemüse aus der Pfanne nehmen. Im Olivenöl den gehackten Zwiebel und die gehackten Knoblauchzehen anbraten. Die Zwiebelmischung als Bett in den Bräter verteilen, darauf das Gemüse setzen. Bei der Melanzani muss der Längsschnitt oben liegen und bei der Zucchini müssen auch die Schnittfläche nach oben zeigen (Abgeschnittene Kappen dürfen jetzt auch rein).

Ebenso die Tomatenscheiben einschichten, allerdings pro Melanzani zwei Scheiben, pro Zucchini eine Scheibe frisch zurücklassen. Mit etwas Gemüsesuppe, die vorher auch mit den Gewürzen vermischt wurde untergießen, je nachdem wie groß die Schüssel, der Bräter ist, sollte der Zwiebel mit Flüssigkeit bedeckt sein. Das Gemüse mit Olivenöl ruhig großzügig übergießen. Wer nicht so viel Öl mag, eben sparsamer. Wichtig, nicht bei der Qualität des Olivenöls sparen, auch wenn man kocht. Das muss nach etwas schmecken, sonst kann man gleich normales Tafelöl nehmen.
Nun wird alles bei 180°C im Ofen gebraten.

nach 40 Minuten

In der Zwischenzeit das Lammfleisch mit Öl anbraten, salzen und pfeffern.
Nach der ersten Garzeit, die Tomaten und Zwiebelwürfel, gehackter Petersil, sowie einen Großteil des Saftes zum Lammfleisch geben, ebenso den Bulgur (daher nicht mit Flüssigkeit sparen) und gut durchmischen. Nochmals abschmecken.
Bei der vegetarischen Variante, wird das Gemüse gleich in die Melanzani gefüllt. Kann ich mir auch gut vorstellen, Bulgur unterzumischen, das nur als Anregung.
Dann die Zucchini aushöhlen und das Fruchtfleisch zum Lamm dazugeben. Für die Melanzani nimmt man zwei Suppenlöffel, fährt in den Schnitt, teilt die Frucht vorsichtig und streicht mit dem bauchigen Teil der Löffeln einen Raum für die Fülle frei. Die Melanzani wird dadurch breiter und flacher.
Nun mit dem faschierten Fleisch füllen und mit frischen Tomatenscheiben belegen. Die Zucchini bekommen dann noch das Hütchen, aufgesetzt. Ein paar Tropfen Olivenöl darauf und für weitere 20 Minuten ins Rohr.

Nun die Beilage zubereiten, entweder Kartoffel kochen oder Reis dünsten. Die Türken geben übrigens dem Reis gerne einen ordentlichen Eßlöffel Butter dazu und mischen nochmals alles kräftig durch.
Die vegetarische Variante, das Imam Bayildi kann man sehr gut als Beilage zum Grillen servieren und auch kalt genießen.

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