Fromme Helene – züchtige Birnentorte

»Na, Lene! hast du’s schon vernommen?
Der Vetter Franz ist angekommen.«
So sprach die Tante früh um achte,
Indem sie grade Kaffee machte.

»Und hörst du, sei fein hübsch manierlich
Und zeige dich nicht ungebührlich,
Und sitz bei Tische nicht so krumm
Und gaffe nicht soviel herum.
Und ganz besonders muss ich bitten:
Das Grüne, was so ausgeschnitten -
Du ziehst mir nicht das Grüne an,
Weil ich’s nun mal nicht leiden kann.«

Wilhelm Busch hat dieser Blogeintrag heute nicht zum Thema, obwohl es sich ganz nett darüber plaudern lässt.

Ein Blogfreund hat mir regelrecht Zähne nach einer Torte gemacht, die ich unbedingt probieren musste. Nun gibt es einige Rezepte einer Birne Helene, nur das eine Rezept hatte dies, dem anderen fehlte das und so habe ich einfach meine “Fromme Helene” zusammengestellt und abgeändert. Die Namensgebung war klar, damit sie nicht unter den vielen Birnentorten untergeht. ;-)

Am Vortag die Birnenfüllung vorbereiten

2 Dosen (Asche auf mein Haupt) halbe Kompottbirnen, oder dementsprechend frische Birnen, schälen und in nachstehendem Sud langsam weichkochen und über Nacht stehen lassen.
200 ml Wasser
10 dag Kristallzucker
, beides bis zum kleinen Flug kochen (es brizzeln die aufsteigenden Blasen)
1 Zimtstange
Vanilleschote ausgeschabt und mitkochen
Geschälte, geviertelte (oder halbiert, je nach Größe) Birnen einlegen und weichkochen
oder
die Kompottbirnen über Nacht einlegen
und einen Schuss Birnenschnaps dazu (vorher kosten, ob er auch gut ist :-) – mMeiner war aus Südtirol, ein Rhoner.)

Oft liest man mehr als wie genug.
Die Flasche ist kein Liederbuch.

Für den Boden einen Mürbteig bereiten

18 dag Mehl
4 dag Staubzucker
1 Pkt. Vanillezucker
2 EL Milch
10 dag kalte Butter in Stückchen geschnitten

Die Zutaten alle miteinander verkneten. Wenn der Teig zu weich ist, im Kühlschrank ca. 1/2 Stunde rasten lassen und dann auf einem Backtrennpapier eine runde Form auswalken. In die Kuchenform legen und bei 12 Minuten, 180° C backen.

Biskutitteig

2 Eier
5 dag Zucker
4 dag Mehl + 1 EL Speisestärke
1/2 TL Backpulver

Eier trennen und das Eiweiß mit 2 EL kaltem Wasser zu Schnee schlagen, dann den Zucker zufügen und weiterschlagen, die Dotter abwechselnd mit der Mehl/Stärkemischung unterheben.
Auf dem gebackenen Mürbteigboden verteilen und bei 170°C ca. 15 Minuten backen (weiß ich jetzt nicht so genau wie lange).

Den nun fertigen Boden auskühlen lassen, aus der Form nehmen und in einen Tortenring stellen, anschließend mit Schokoladenglasur bestreichen. (Habe ich gemacht, damit der Tortenboden nicht gleich so durchnässt ist. Außerdem erweist sich der Mürbteiguntergrund als sehr guter Stabilisator und die Torte klebt dann nicht mehr so am Tortenteller fest.)

Die weichgekochten und aromatisierten Birnenhälften nun auf den Teig legen und die verbliebene Flüssigkeit mit einem Säckchen Tortengelee (oder eingeweichten Gelatineblättern) auflösen und die Früchte damit überziehen.
Auskühlen lassen, damit das Gelee stockt.

In der Zwischenzeit die Mascaroponecreme bereiten

Dort die Damen mit den süßen,
Himmlisch hohen Prachtpopös.

25 dag Mascarpone (ich habe die Leichtversion genommen – 21% F.i.Tr  damit der Prachtpöpö nicht noch größer wird.)
12 dag dunkle Schokolade zerlassen und untermischen
1/4 l Schlagobers geschlagen unterheben
und zum Schluss noch ein ordentlicher Schuss Schokolikör (vorher kosten, ob er auch gut ist! :-))


Es ist ein Brauch von alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör!

Die Creme auf die Torte streichen und ein paar Stunden kühl stellen. Vor dem Servieren ein paar Schokospäne darüberhobeln. Ein hübscher Kontrast wäre, wenn man hätte, weiße Schokolade.

Wo mit weichen Wogebusen
Man schön warm beisammen sitzt,
Wo der hehre Chor der Musen,
Wo Apollo selber schwitzt.

Espressomaschine aufdrehen und ein Stück genießen!

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11 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

11 Antworten zu “Fromme Helene – züchtige Birnentorte

  1. Ach, wie ist der Mensch so sündig ! –
    Lene, Lene ! Gehe in Dich ! –

    Da kann er nur Dich und Deine sündig-wunderbare Torte gemeint haben.

  2. das ist ja ein Prachtexemplar an Torte!!!!!!!!!!!!!

  3. @lamiacucina: Die Torte ist tatsächlich sündig und man hat mit einem Stück vollends genug. Aber manchmal verlangt der Körper danach und da soll man sich nicht dagegen aufbäumen, so wie ich Niesen nie zurückhalte und einfach lasse, wie es kommt – Hand halte ich schon vor.

  4. @Bolli: Daaaanke! :)
    Wenn ich könnte, würde ich jedem, der hier kommentiert ein Stück via CD Laufwerk durch den Cyberspace jagen.

  5. Dass ist natürlich ein Grund hier zu kommentieren! ;-) Tolle Prachtpöpö’s und Wogebusen ähh ich meine natürlich Prachtbirnen und wogender Likör! :mrgreen:

  6. Karl H.

    Da es ja leider doch nicht möglich ist, übers Internet ein Stück dieser Torte von Dir zu bekommen, werde ich versuchen meine Frau zu überreden, mir diese Torte nachzubacken.

  7. es wird Zeit, dass ich mal daheim was koche, damit ich deine Rezepte ausprobieren kann.

  8. Sieht wirklich mehr als verlockend aus!

  9. tatortkrimi

    Wow! – sieht das professionell aus. Fehlt nur noch der Eierlikör oben drauf, dann kannst Du die Torte bei Café Braun anbieten ;-) Mir läuft das Wasser im Munde zusammen. Das Rezept drucke ich mir auf jeden Fall aus, aber ob ich das hinkriege … Vielen Dank für den link.

    LG

  10. @Dandu: Verschluck dich nur nicht!

    @Karl H.: Es lohnt sich, oder du fährst nach Köln und gehst ins Café Braun. ;)

    @weltbeobachterin: Da hast du noch genug Zeit dafür. ;)

    @Gerlinde: Das Aussehen meiner Torte ist nicht so verlockend, ich habe einfach keine Geduld da Kunstwerke aufzubauen. Sie schmeckt aber sehr gut!

    @tatortkrimi: Ich habe nur in deinem Video gesehen, oben auf ist eine helle Schicht. Da in der Torte schon Birnenbrand und Schokolikör steckt, wäre der Eierlikör vielleicht doch zu viel? Müsste ich probieren. Danke für die Anregung, hat Spaß gemacht und ich habe mir damit großes Lob eingeheimst. ;)

  11. Der Kuchen hält aber lange bei dir in der Vorratskammer … ;-)

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