Monatsarchiv: September 2008

Wenn wir eine zweite Chance hätten …

… welche Partei würden Sie heute wählen? Vielleicht die Maschek Seite?

Diese Frage stellte die Gruppe Maschek vor ihrer Aufführung im Theater Rabenhof *).
Es wurde kurzerhand eine Wahlzelle aufgestellt, provisorische Stimmzettel ausgegeben und artig nochmals abgestimmt.
Die Frage dabei war: “Wem haben Sie heute (Sonntag) Ihre Stimme gegeben und wem würden Sie jetzt Ihre Stimme geben, angesichts des Wahlergebnisses?” Die Theaterbesucher sollten die gewählte Partei notieren und auch ihre neue Stimme.
(aus dem Gedächtnis) Alt Stimmen: 65% Grün, 13% SPÖ, 9% ÖVP, 10% LIF und Rest -
Neues Wahlergebnis und das ist in der Tat sehr interessant: 70% Grüne, 9% SPÖ, 14% ÖVP, 4% LIF und Rest.
Entspricht natürlich nicht ganz dem österr. Wahlverhalten, weil die Besucher des Theater Rabenhofs nicht zum FPÖ und BZÖ Lager gehören.

Eine “Wölt”-Idee, die der Österreicher anscheinend braucht, weil beim ersten Wahlgang checkt er es nicht. Vielleicht wäre die erste Reform, die wir brauchen, du-darfst-zwei-Mal-wählen-gehen Reform, weil wir leider erst beim zweiten Mal zu denken beginnen, wenn die Pressestimmen aus dem Ausland uns einen Rechtsruck zuschreiben. Das wollen wir dann doch nicht und da fühlt sich der mündige Bürger ein wenig unkommod. Und dann wäre noch eine Schulreform angebracht “Wie wähle ich als Protestwähler richtig”.

*) Das Theater Rabenhof mit gutem Kontakt zum roten Kulturstadtrat und dementsprechenden Fördermitteln schuf die Gruppe Maschek. Ursprünglich eine politische Puppenbühne, die mittlerweile mit der Produktion der Politiker Handpuppen gar nicht mehr nachkommt. Der Name kommt vom Ausdruck “auf der Maschek Seite”, damit ist immer die andere Seite gemeint.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

Aus der politischen Farbenlehre

Man nehme einen recht großen Klecks Blau und mische ihn mit einem kleineren Batzen Orange. Was daraus wird und zwar egal, wie viel Orange man verwendet – Braun.

Das gestrige Wahlergebnis hat mich erschüttert und ich spreche für all jene, die sich das nicht erklären können, wie so etwas passieren konnte. Ob das Land wirklich einem Rechtsruck ausgeliefert ist, glaube ich nicht, will ich nicht glauben. All jene, die sagen, das war in der Form vorauszusehen, die haben sich zurückgelehnt und hämisch in der Ecke gelacht, abgewartet, was passieren wird und jetzt haben wir den Scherbn auf.
Bei diesem Wahlkampf war St.rache mehr als zuvor großer Kritik ausgeliefert. Auch seiner hirnlosen Einstellung zu Fremden und Ausländern wurde jedes Mal lautstark mit Gegenargumenten entgegengesetzt. Beobachtete man, wer bei Wahlveranstaltung vor seinem Podium stand, so waren es verkalkte, dümmliche Menschen jenseits der 65.
Addiert man die Stimmen von Blau und Orange, dann kommen an die 28% zusammen. Das bedeute, jeder vierte in meinem Bekannten und Freundeskreis, hat diese Partei gewählt, was ich nicht glauben kann. Die Frage ist, bewege ich mich in einer komplett anderen Welt, oder leben diese Wähler im Untergrund? Woher nehmen diese Parteien ihre Stimmen? Zeigen sich Bürger sozialdemokratisch aufgeschlossen, haben ein liberales Gewissen, leben in einem bürgerlichen Lager und geben heimlich hinter der Wahlbretterbude ihre Proteststimme ab?
Was heißt Proteststimme? Wie tief kann man sinken, wenn man keine andere Möglichkeit findet, als so seinen Unmut kund zu tun und diesen beiden Parteien eine Stimme geben. Eine Stimme, die über mehrere Jahre hinaus Gültigkeit und in der Regierung Gewicht hat.
Wie kann man einem Haider glauben, dass er keine Kreide gefressen hat, wo er noch vor Jahren mit dem gleichen politischen Inhalt trommelte, wie sein Freund Feind HC? Wer kauft ihm seine Läuterung ab, du, du, oder du?

Warum hat der Kasperl verloren, wo er doch der Liebling aller Großmuttis war? Und hat dem Pezi tatsächlich sein Bart geschadet, so wie Van der Bellen, die beiden, die sich beharrlich nicht rasieren wollten? Leid tut es mir um Heide Schmidt, sie hat ihr Ziel sehr weit verfehlt. Es überrascht mich, aber ich bin in Wahlprognosen schon immer falsch gelegen.

Wohin gehen wir und wohin gehe ich, damit ich nicht in die gleiche Richtung gehe?

15 Kommentare

Eingeordnet unter befindlichkeiten, Die Welt

Quiche mit Broccoli und Karfiol

Nachdem unlängst bei mir im Blog unisono behauptet wurde, alle meine Leser lieben Broccoli und es wieder einen Aufruf zu einer Quietschente oder Tarte gibt, voilà – sie wünschen, wir spielen und zwar mit Broccoli!

Eigentlich gehört zu diesem Gemüse”bouquet”kuchen auch noch Romanesco, den es ab und an eingefroren gibt, aber diesmal leider nicht. Frisch gibt es ihn sowieso kaum zu kaufen und bevor ich da von A nach Z fahr, mich vielleicht auch noch ärgere, bleibt es bei Broccoli und Karfiol. Das ist halt so mein Gschichtl rund um die Quiche, weil mir gerade nichts anderes einfällt.
Den Boden habe ich aus einem einfachen Germteig hergestellt, was glaube ich nicht Original ist, denn da muss es immer Mürbteig sein. Da Mürbteig aber gerne bröselt, vorgebacken wird, zumeist eine fette Sache ist und es flott gehen musste, habe ich mich den Regeln widersetzt (hach, wenn man gar nichts mehr zu melden hat, dann wenigstens teigstark in der Küche) und einen anderen Boden gemacht. Das wäre dann das “& Co”.

Teig:
1 dag = 10g
5 dag weiche Butter
15 dag glattes Mehl
70 ml lauwarme Milch
1/2 Pkt. Germ
Prise Kristallzucker
1/2 TL Salz

Belag und Überguss:
25 dag Karfiol in Röschen
25 dag Broccoli in Röschen
1 gelber Paprika in Längsstreifen geschnitten
15 dag Sauerrahm
10 dag Joghurt
3 Eier
5 dag Emmentaler gerieben (oder anderer gut schmelzender Käse)
5 dag Parmesan
Prise ger. Muskatnuss

Germ in Schüssel bröseln und mit Kristallzucker rühren, bis flüssig. Die lauwarme Milch hinzugießen mit Mehl bestauben und an einem warmen Ort (40°C, Dampfgarer 60%) gehen lassen. Dann mit restlichem Mehl, weicher Butter und Salz kneten. Nochmals gehen lassen.
Währenddessen Broccoli und Karfiol bissfest kochen (Dampfgarer 10 min, 100%). Rahm, Joghurt und Eier, Muskatnuss, Hälfte des Käses miteinander vermischen und eventuell mit Kräutern versehen. Habe ich vergessen, daher steht es nicht bei den Zutaten dabei.
Eine Tarte- oder Tortenform ausbuttern. Den Teig auswalken und in die Form hineinlegen. Es fällt wirklich keinem Menschen auf, wenn der Teig nicht exakt bis oben hinaufgeht, also nicht verzweifeln, wenn der Rand aussieht, als hätte sich darauf ein Elefant gesetzt.
Die Gemüseröschen abwechselnd, und da ist Geschmack gefragt, in die Form setzen. Darüber dann den Guss schütten, den restlichen Käse darüberstreuen und mit den Paprikaschoten verzieren.
Schwupp in den Ofen für 50 Minuten bei 170° (Dampfgarer 30%).
Quiche warm essen und dazu einen Klecks Rahm mit Schnittlauch versetzt geben. Wenn es noch jemanden gibt, der zu Hause gefragt wird, “und wo ist das Fleisch?”, der kann aus dem Ärmel ein paar abgebrutzelte Speckwürfel zaubern, die pseudohalber “an Quiche” liegen.
Wenn dann die Frage kommt “Was soll denn ~das~ sein?”, dann antworte man darauf “fast vegetarisches Essen”. Man isst, was man ist! Mahlzeit!
.
.

Dank gilt dem Ideenlieferant (reimt sich, da freu ich mich)!
Blog-Event XXXIX - Quiche, Tarte & Co.

9 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

Keiner ist keinem auf den Schlips getreten

Bei all den Politdiskussionen kann man ganz einfach nur mehr farbenblind werden.

Haider – ich seh schon wieder lila. Vielleicht dunkelblau, aber sicher  hellviolette Tupfen, da kann kommen wer will.

Strache – blau gestreift (eh klar), auch kreativ, denn kein Blockstreif.

van der Bellen – tutti kompletti rot, kein Streif, keine Tupfen

Molterer – rot/weiß/rot, weltbeobachterin würde sagen, aus der Großbestellung der ÖVP

Faymann – schon wieder grau

Ich habe die ganze Zeit gewartet, bis einer der Herren einpfeift und langsam vom Sessel rutscht. Der Faymann hat überhaupt fast die Patschen gestreckt.

Kassasturz am Dienstag um 14 Uhr, ich hol schon einmal mein Börsel.

Bemerkt? Strache schaut, nachdem er fertig gesprochen hat, den Haider an und Haider schaut wenn er fertig doziert hat, wiederum den Strache an. Als würden die Herren an einem gemeinsamen Strang ziehen, oder sich Anerkennung suchen wollen.

Tja, das war es dann einmal. Ich stelle fest, mich langweilt der Wahlkampf schon seit einiger Zeit. Sonntag putzen wir uns ganz fein raus, gehen wählen und danach will ich auf die Apfelstraße, das Wetter soll passen. Gibt es Tipps? In der Region sagen sie es “hiaschtlt” zu es herbstlt.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

Wahltipp ohne Gewinn

Ich bin ja nicht so die Zockerin. Gerade ein wenig Mahjongg und Tetris und dann hat es sich schon. Beim Bauernschnapsen falle ich immer auf, weil ich atypisch spiele und alle meinen, ich mache das mit System (ehrlich gesagt, ich merke mir nicht die Stiche die gefallen sind, sondern spiele nach Intuition.)
Bei Wahlen sind meine Tipps sowieso immer komplett daneben.
Trotzdem habe ich getippt und muss feststellen, ich habe der FPÖ eine der wenigsten Stimmprozente gegeben, wenn ich mir die anderen Tipper ansehe. Ich hoffe, in diesem Fall Recht zu haben.

Wer mag, kann bei Neuwal seinen Tipp abgeben und dann vergleichen, wie es wirklich war und ob jemand ganz nah mit seiner Prognose daran war.

5 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt, Ent(e)deckt

Quak!

Den Frosch habe ich letztens in einer Auslage relaxed thronen sehen und er gefiel mir auf Anhieb. So stelle ich mir entspanntes Sitzen vor, wenn auch nicht unbedingt in der Auslage.
Entspannt bin ich auch, weil gestern die MwSt-Senkung im Nationalrat nicht beschlossen wurde, das BZÖ ist diesmal nicht mitgezogen. Eine interessante Wende, wie staatsmännisch plötzlich Haider agiert. Schlecht für Faymann, weil er nicht der gute Onkel mit den Vorwahlzuckerln ist, schlecht für die ÖVP das kostet Stimmen in Richtung BZÖ.

Nachtrag, weil gerade erst jetzt entdeckt, die Übersicht der gestrigen Beschlüsse. Gestern ging es übrigens im Parlament wie im Kasperltheater zu, wer will darf da nachlesen. Wenigstens ist keinem in der harten Zeit des Wahlkampfes der Schmäh ausgegangen.
Gestern wurde übrigens die Mautpflicht auf Bundesstraßen eingeführt. Davon habe ich den ganzen Wahlkampf gar nichts gehört. Die verpflichtende Volksabstimmung für EU-Verträge wurde abgelehnt, das wird der Törööö Partei gar nicht gefallen. Sehr interessanter Aspekt, der über die Wochen und Monate zu verfolgen war: Es wurden die Studiengebühren abgeschafft und dafür zugestimmt, dass Unis künftig besser finanziell ausgestattet werden. Von welchem Geld, wen ich fragen darf?

:-)

7 Kommentare

Eingeordnet unter befindlichkeiten, Die Welt, Ent(e)deckt

Ossobuco vom Lamm

Nach einem Novelli Rezept nachgekocht. Im Grunde genommen wird es nicht anders verkocht als Scheiben von der Kalbsstelze, nur darf man beim Lamm ein bisschen tiefer und intensiver in die Würztöpfchen greifen.

Lammstelzen vom Fleischhauer seines Vertrauens in Scheiben schneiden lassen (das muss zumeist vorbestellt werden, weil der Fleischhauer die Lammstelze anfrieren muss, damit er sie besser mit der Maschine schneiden kann)
je 1 TL Rosmarin, Salbei, Oregano, Majoran, Thymian
frisch gemahlener Pfeffer,
Koriander, Muskat, Kurkuma, edelsüßer Paprika, Kümmel, Zimt und Nelkenpulver
(nach Geschmack, da das Gewürze sind, die nicht jedem behagen)
Die Gewürze miteinander vermischen und die Lammstelzen damit einreiben. Mit Klarsichtfolie zudecken und zumindest einen Tag marinieren lassen, am besten 3 Tage.
.
.
.

1 Lorbeerblatt, 1 Scheibe Ingwer, 1 Sternanis
2 Karotten
1 gelbe Rübe
1/4 Sellerieknolle
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe
Olivenöl
2 Dosen geschälte Tomaten
0,2 l Rotwein
Petersil und Zitronenabgeriebenes


Das Fleisch abtupfen und in Olivenöl anbraten und in einem Bräter schichten. In der Pfanne anschließend das gewürfelte Gemüse leicht anbraten, mit Rotwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Dann die Tomaten hinzufügen, salzen, das Lorbeerblatt, Sternanis und eine Scheibe Ingwer dazu und kurz aufkochen lassen. Anschließend über die Fleischscheiben gießen und im Ofen bei 170°C ca. 1 Stunde schmoren (je nach Dicke der Fleischscheiben). Falls das Gemüse braun wird, mit Alufolie zudecken.

Mit gekochten Fettucini (gekauften, ich tu mir die Nudeldruckerei nicht an), gehacktem Petersil mit geriebener Zitronenschale vermischt anrichten. (Achtung, vorher das Lorbeerblatt, Ingwerscheibe und Sternanis aus dem Saft fischen.) Zwei Gläser Rotwein (Bulgariana wird sich freuen, es war diesmal ein sehr guter Bulgarischer. ich glaube, mein erster Wein aus diesem Land, den ich genossen habe) und einen gesegneten Appetit!

8 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

Meine Herren, tun wir doch nicht streiten

Kaum eine TV-Konfrontation habe ich verpasst und so musste auch gestern die Diskussion der beiden Wer-wird-Streitkanzler geschaut werden. Die Thurnher ist aber auch der Heuler mit ihren Sprüchen: “Tun wir darüber reden.”

Wie immer werde ich mich politisch nicht im Detail auslassen, das passt hier nicht so her und im Laufe der Zeit, weiß ohnehin jeder, was ich wie gesagt haben will. Wenn jemand daraus ein Wahlverhalten erkennen sollte, dann bitte um Nachricht, welche Partei ich wählen soll. Es ist ja interessant, mir waren die Unentschlossenen, die ein paar Tage vor der Wahl nicht wissen wen sie wählen sollen, bis jetzt derartig suspekt. Ich konnte nicht verstehen, warum man nicht weiß, welche Partei man wählen soll. Jetzt stehe ich auch da und frage mich, ist es die Tatsache, weil man sich intensiver vor dem Wahlkampf mit den Politprogrammen befasst, oder das Alter, weil man sich einfach nicht mehr mit dem Geschenk eines Kugelschreiber einlullen lassen möchte? Allerweil ich hätte einen bekommen. Ich glaube, ich bin der einzige Bürger, der ohne einem Wahlgeschenk zur Wahl geht und da bin ich schon mächtig angfressen, denn immerhin wird der Wahlkampf auch mit meinen Steuergeldern finanziert. Ist ja nicht so, dass die Mädln und Burschen der politischen Parteien sich das selbst derspart haben, was sie gerade beim Fenster rauswerfen. Brieferln hab ich en masse bekommen und zwar mit Sponsering Post, da wo der Brief nur 17 cent anstatt 55 kostet.

Weiter zum Hauptteil, der Diskussion: Die Herren in den anderen Konfrontationen immer lässig gewesen, waren gestern mehr als angespannt. Der Faymann hat nervös unterm Tisch mit den Füßen geschert, als wollt er davonrennen. Der Molterer hat wieder einmal seinen Zuseherlacher falsch eingesetzt. Schau ich dorthin, ist die Kamera da, schau ich da, ist sie dort – hasch mich, ich bin der Willi.
Aber auch der Molterer war nervös, als er von T. hingewiesen wurde, das Mikro kratzt an der Krawatte, hatte er sich überschwänglich bedankt, als wäre sein Hosentürl offen gewesen.

Thurnhers Einstiegsfrage liegt der angeblich empirisch erhobene Tatsache zu Grunde, dass eine Woche vor der Wahl nur mehr Sympathiewerte zählen, aber keine Fakten. Da lachten noch beide gefällig in die Kamera und dann ging es hitzig her. “Werden Sie in diesem Gespräch emotional werden?”. fragt die Moderatorin, worauf Faymann antwortet: “Man soll so bleiben, wie man immer ist.” Na gratuliere …

Zeitweise dachte ich, der eine packt den anderen am Krawattl (ha, Stichwort! Faymann mir scheint hatte einen schwarzen Binder, der Molterer “laaaawäääändööööl” oder “fliiiiiiedaaaaa”, in der Modesprache auch als “lilac” bezeichnet. Passt das jetzt daher, wenn ich berichte, erfahren zu haben, dass diese Farbe das Libido einschränken soll? sry – nur ein kleiner Einwurf, weil ich mich die letzten beiden Wochen intensiv mit Farben befasste.) Aber beim Krawattl reißen, da muss der Molterer beim Faymann aufpassen, der hatte zentimeterdick Schminke im Gesicht. Wenn man ihn anrempelt, dann bröckelt das ab, wie eine bucklerte selbstverputzte Hausfassade.

Die Bildungspolitik blieb bei dieser Diskussion gänzlich unerwähnt, das stinkt mir schon wieder. Dafür eine peinliche Situation, wenn die ÖVP nicht weiß, wie man Standartd schreibt und dann noch in die Linse zeigt.

Was mir zu Faymann auch immer wieder auffällt, er spricht wie der Kasperl “Krawuuuuzzzzzikapuuuutzi”, Herr “Ffffizzzzzekanzla”.

Die Frauenfrage in der Politik geht mir auch schon mächtig am Wecker. Thurnher mit ihren komischen Einwürfen “die Frau sehen Sie als Mutter”, no na, schon einmal einen schwangeren Mann gesehen? Die Diskussion über Frauen dieser beiden Parteien ist ehrlich gesagt für die Würschte. Molterer hat brav die Zahl seiner Funktionäre halbiert und die Hälfte pseudomäßig mit Frauen besetzt, der Faymann mit seinen Kindergartengeschichten, die man schon nicht mehr hören kann.

Wer hat bei der Diskussion gewonnen, wer konnte seine Ideen rüberbringen? Keiner, was aber Molterer schon gut anbringen konnte, wie groß der Schuldenrucksack ist und weiterhin anwachsen wird. Der Faymann will mit dem Willi nicht spielen, aber mit dem anderen Rest der ÖVP schon. Da hat er es ihm aber zum Schluss noch einmal schön reingesagt.

Wir merken uns, wo vermutlich in der heutigen Parlamentssitzung die MwSt-Senkung, die laut Haider EU-widrig ist, beschlossen wird, was 1 Liter Milch kostet, 1/4 kg Butter, 1 kg Kartoffeln, 1kg Mischbrot (ergänze ich später, ich weiß es nicht auswendig – wäre übrigens ein sinnvolles Blog-Stöckchen). Außerdem Molterers Aussage muss man sich merken, dass die Mehrkosten für diese Senkung 1,3 Mrd Euro betragenwerden. “Aber das stiiiiiiimt doch niiiiicht (Kasperlton!), ihre Zahlen sind ja schon wieder falsch”, sagte der Faymann, denn es wären nur 700 Mio – nooo, da werden wir dann schauen, wer der beiden Herren recht hat.

Das LIF hat gestern übrigens einen klaren Schnitt gemacht und den umstrittenen Parteivorsitzenden Zach seines Amtes enthoben. Offiziell sprach man davon, er hat selbst den Hut genommen.

P.S: Die anschließende Analyse war übrigens fad und nicht erwähnenswert. Nur, dass mich die Sopherl an eine Freundin von mir erinnert. Nicht vom Inhalt, aber von der Mimik her.

12 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

zeichnen – malen – formen


Bildquelle: pixelio.de, Stephanie Hofschlaeger

Gestern war eine Diskussion der Kleinstparteien im ORF.
Jeder hat ein Knöderl Plastilin bekommen und durfte sich seinen Staat formen. Und was daraus entstand war teilweise recht kreativ.

Natürlich sind die Kleinen ein wenig beleidigt, weil sie mit den Großen nicht diskutieren dürfen. Was da aber teilweise aufs Tablett kam, war schon etwas sehr schräg. Heide Schmidt lächelte manchmal milde, oder es krampfte sie derartig zusammen, dass sie Herrn Auerbach auch einmal einen ordentlichen Scheitel ziehen musste, als er das LIF beschuldigte, für Unterstützungserklärungen zu bezahlen. Besagter Auerbach war auch während der Diskussion mühsam. Zuerst einmal hat es uns (Bürger) gefreut, weil er sagte, wir glauben den Politikern nichts mehr, was sie versprechen. Nach dem dritten Mal, als wir hörten, wir glauben den Politikern nichts mehr und sonst gab es nichts zu sagen, weil er zu dem gefragten Reformvorschlag keine Idee hatte, war das schon ziemlich nervig. Was stellt sich eine Partei vor, wie viele Stimmen sie bekommen wird, wenn sie praktisch nur eine Sache, nämlich die Ablehnung des EU-Reformvertrages im Programm hat? Einen Vorteil hat die Partei (RETTÖ – klingt wie Benjamin Blümchen), sie kann ihr Programm recht übersichtlich auf der Startseite unterbringen, weil es in fünf Punkten schnell erklärt ist.

Die Christen, meine Pappenheimer – hier interessiert mich heute in einer Woche die Stimmenauszählung ganz genau. Ich möchte gerne wissen, wie viele Österreicher diese verstaubte Denkweise unterstützen. Im Grunde genommen schade, seine Argumentation ist der typische Schuss ins Knie, denn Herr Adam macht durch sein Auftreten die Familie fast lächerlich, wer will da noch Mutter sein?

Der Andreas Hofer des 21. Jahrhunderts, Fritz Dinkhauser mit seiner Liste “Fritz” hat teilweise gar nicht so schlechte Ideen, aber Staatsmann kann er schon alleine wegen seiner Aussprache (Cccchaaaaschknääääädl) nicht werden. Und was wir jetzt wissen, wer in Tirol ein Einkommen in Form einer Grundsicherung will, darf dafür (weil zwingan kaunschd jo cccchan Mönschn) am Berg und Almwege herstellen, vielleicht auch Brücken bauen – das hat er mehrmals erwähnt.

Dann waren da noch die Kommunisten mit Mirko Messner, der eine interessante Diskussion mit Heide Schmidt führte, was “bedingungslos” ist. Wann ist ein Grundeinkommen bedingungslos? Wenn es alle bekommen, oder wenn es alle bekommen? “Ja eben bedingungslos alle”, sagte Heide Schmidt. “Eben bedingungslos, was sie wollen Frau Schmidt ist nicht bedingungslos, wenn es nicht alle bekommen.” Und da kam Adam von den Christen mit einem Einwurf: “Das kennen wir ja vom kommunistischen Ostblock, wo alle gleich arm waren.”, da verschlug es Mirko fast die Red.

Ach ja, ergänzend: Gar nicht gefallen hat mir, dass Frau Schmidt auf Thurnhers Frage, sie solle doch zu Zach (Parteivorsitzender des LIFs), EADS und Schmiergeld, Bespitzelung Stellung beziehen. Es werde dazu diese Woche eine Stellungnahme von ihm und dem LIF geben. Da hat sie leider auf voller Strecke verloren, nicht ein kurzes Statement darüber abgeben zu haben.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

Schwampel, oder was?

Wie grün sind die Schwarzen, oder wie bürgerlich sind die Grünen?

Für manche ist es schon fad, ich geb mir die Konfrontationen immer noch. Wobei das gestern zwischen Molterer und Van der Bellen keine Konfrontation im herkömmlichen Sinne war. Eine Wohltat, man hat sachlich und ruhig diskutiert. Molterer klang ein bisschen, als hätte er zwischen den Wörtern Atemübungen gemacht. Ich glaube, ihm wurde gesagt, er muss sich dem langsam getragenen Redestil eines VdB anpassen. Für meine Begriffe, hat er gestern vor seinen Antworten besonders lange überlegt und langsam gesprochen. (Er hat übrigens eine hellblau gestreifte Krawatte getragen, VdB eine dunkelgraue mit hellblauen Streifen …)

Mit der Sopherl war ich nicht einer Meinung, dass durch die kultivierte Diskussionsweise viel zu viel Sachthemen auf den Tisch kamen und die Leute das schon wieder nicht verstehen. Also ich mein, wir sind ja keine Vollidioten und wenn einer schön langsam und deutlich spricht, dann verstehe sogar ich sein Gequake (die Frau geht mir ein bissl am Wecker unter uns gesagt).

Die Standpunkte der beiden Herren haben mir sehr gut gefallen. Es machte den Eindruck, wenn die beiden miteinander “täten”, dann würden sie nach einem gemeinsamen Konsens für unser Land suchen. Man möchte miteinander arbeiten, etwas bewegen, sodass nun endlich etwas in unserem Land passiert. Ich habe den Eindruck, Grün und Schwarz würden sich sehr gut zusammenraufen. Man liegt sich nicht in Liebe und Ehrfurcht in den Armen, erkennt aber sehr wohl, dass der eine oder andere auch nicht auf der Brennsuppn dahergeschwommen ist.

Die Bildungsfrage wurde leider zu wenig diskutiert. Da müsste vermutlich einmal eine ganze Sendung herhalten, um da wirklich gut zu diskutieren. Da habe ich ehrlich gesagt ein wenig Angst, man wird dieses Thema nach der Wahl vernachlässigen, obwohl es so wichtig wäre. Immerhin ist die Bildung der Jugend unser Potential für die Zukunft!

Die Homoehe – a bisserl schwul, a bisserl lesbisch, nur net hektisch. Natürlich ist das für diese Leute wichtig, ob sie sich offiziell verheiraten können, aber das finde ich so wichtig wie einen Kropf. Und wie VdB sagt, wenn sie meinen, sie müssen die gleichen Fehler machen, wie Heteros und sich verheiraten, dann sollen sie bitte.

Ausländerpolitik und Asylrecht – je mehr ich dazu höre, desto weniger verstehe ich die rechtliche Grundlage. Ok, es gibt eine Rechtsstaatlichkeit, aber es gibt auch ein Gewissen. Wie wir das unter einen rechtlichen Deckmantel bringen, ich habe keine Ahnung. Gut, wenn sie da weiterhin im Gespräch bleiben, denn das Asylrecht brennt nach wie vor.

Keine Ätzereien heute. Ich fühle mich krank! :-)

Schwampel ist die witzige Kurzform einer schwarz-grün-liberalen Koalition.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt