Monatsarchiv: Oktober 2008

Urzeit

Mittelalter, Eiszeit, Regierung, Ozonloch – immer sprechen wir davon und stecken mittendrin, im Loch der Zeit.

Ich zum Beispiel weiß nicht einmal wie spät es jetzt ist. Um sechs Uhr ist es draußen dunkel wie im Pferdearsch, die Kühe brüllen, weil ich die Zeitrechnung vergaß und sie schon längst gemolken werden wollen, die Uhren ticken anders, weil sie noch im Sommer stecken und ich warte morgen in der Früh darauf, bis mich die Sonne weckt.

Ja, die Zeitumstellung hat man sich deshalb einfallen lassen, damit man darüber sprechen kann, sich aufregt und hinterfragt, ob sie sinnvoll ist und nicht macht-Sinn-ist-hat.

Sie werden geholfen: Morgen ist Montag und alles andere ergibt sich von selbst.

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Von der alten Garde …

Wo ich gestern das Thema des Mythos anriss und man sich darüber gedanklich auseinandersetzen sollte, wann jemand ein Mythos ist, bzw. dazu gemacht wird, gibt es ein sehr schönes Kompliment, das wohl mehr Ehrerbietung zeigt, als ein Mythos zu sein: “Man ist von der alten Garde”. Das letzte Mal gehört, als man das meinem Großvater zusagte, habe ich das wohl mit Stolz gehört, aber nicht so werten können. Ist das eigentlich ein typisch Wiener Ausdruck?

Heute nach dem Bekanntwerden von Helmut Zilks Ableben, habe ich das wieder gehört. Bei einem Fleischhauer in Brigittenau, wo alle Kunden die hereinkommen noch mit dem Namen angesprochen wurden, kam Frau Sch. zur Verkäuferin mit der Botschaft: “Ham’s scho g’hört, der Zilk is gsturbn. A aner von der oidn Garde.”
Betroffenheit, die mich ereilte. Nicht mehr und nicht weniger, als ich von Haiders Tod erfuhr, man kannte ihn nur von den Medien. Kurz spult man im Gedächtnis ab, was man von dem Menschen weiß, wie er auf mich und die Bevölkerung gewirkt hat und welchen Eindruck er nun hinterlässt, wo er Spuren seines Lebens hinterlassen hat. Das wird kein Nachruf, da werden wir noch einige lesen, sondern nur eine persönliche Wertung, die ich anstelle.
Es ist natürlich vermessen, ihn mit H. zu vergleichen, ich mache das nur in der Hinsicht, um zu wissen, wer für mich mehr Mythos ist. Zilk ist für mich auch keiner, aber doch hinterlässt er für meine Begriffe mehr und vermutlich daher, weil er Wiener Altbürgermeister war.

Das letzte Mal, wo ich ihn gesehen habe, war in der Sendung Lebens-Künstler, wo er dem 80-Jährigen Alfred Hrdlicka eine Replik auf sein Leben abverlangte. Hrdlicka sprach über sein Lebenswerk, seine Frauen, den Alkohol und man erkannte, was er auch aus ihm gemacht hat. Zilk auch gerade kein Jungspund, er war 81, zeigte sich als zwar schrulligen Menschen, aber mit überaus wachem Geist und Einfühlungsvermögen.

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Mythos

Bei all den vielen, vielen Blogeinträgen rund um J.H. habe ich gestern abschließend den Club2 Mythos H., Sein und Schein gesehen. Noch wer? Wollen wir darüber reden? :-D

Gerade frage ich mich, ich sollte mir vermutlich mehr Antworten geben, als ständig bei mir nachzufragen, ob ich überhaupt jemanden als Mythos sehe. Und da denk ich und denk ich und find keinen. Ist das schlimm? Na ja, einfach g’strickt halt.

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Wer mag mein Reblausi sein?

Ich muss im früh’ren Leben a Reblaus g’wesen sein,
sonst wär’ die Sehnsucht nicht so groß nach einem Wein;
drum tu den Wein ich auch nicht trinken, sondern beißen,
und hab den Roten grad so gern als wie den Weißen.
Und schwören könnt’ich, dass ich eine Reblaus g’wesen bin,
ich weiß bestimmt, ich hab’ gehaust in einem Weingarten bei Wien,
drum hab’ den Gumpoldskirchner ich so vom Herzen gern,
und wenn ich stirb, möcht ich a Reblaus wieder werd’n


gaunza Text do
Reblaus Link 1 – Ambros
Reblaus Link 2 – Gulda

Dabei hab ich nur gesagt, ich mag gerne Wein.

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Mohntorte, gesund aber gut!

Gestern wurde ich dank kathas Artikel auf eine Diskussion im Club2 aufmerksam gemacht. Man unterhielt sich dort über Ernährungsgewohnheiten, Diäten und über gesunde Ernährung. Sehr witzig das Team der Gegner gesunder Ernährung waren Udo Pollmer und Werner Gruber – was habe ich geschmunzelt und gelacht, wie den zaundürren Ernährungsexperten die Lad runtergefallen ist, als gewisse Thesen wissenschaftlich widerlegt werden konnten. Gruber, ein entpsannter Physiker mit locker an die 130 kg Lebendgewicht, hat jedes Mal verträumt geschaut, als er das Wort “genussvoll” mit den Lippen formte und sanft aushauchte. Ja, Essen ist Genuss und nicht Nahrungsaufnahme. Pollmer’s Ruhepuls möchte ich kennen, er wirbelt aufgeregt mit Armen und Oberkörper umher, wenn er eindeutig erklärt, wie die Maschine Mensch funktioniert. Sie will die Temperatur halten und deswegen muss sie Nahrung zuführen (sehr vereinfacht erzählt, würde im Detail ausarten und das interessiert vielleicht niemanden.)
Nun habe ich ja schon einige Jährchen am Buckel. Bin mit Holstein Schnitzel, Toast Hawaii und Bobby Riegel aufgewachsen. Im Restaurant wurde fast jede Speise entweder mit einem halben Dosenpfirsich und Preiselbeeren garniert, oder mit Paprikasalat aus der Dose. Habe mir, welch Todsünde, zur Schuljause beim Greißler vis-à-vis ein Semmerl mit Gemüsemayo gekauft und ich liebte Gabelbissen. Dann kam die Phase, wo alles furchtbar gesund zubereitet werden musste, daraus entstammt noch das Rezept einer Karottentorte, die verführerisch saftig schmecken kann und gar keinen geschmacklich gesunden Touch hat. Trotzdem, wünscht sich jemand von mir eine Torte, kommt gleich die Aussage: “Aber nicht eine von deinen gesunden Experimenten. Ich will eine geile, süße, kalorienreiche, sündige Torte haben.”

Eigentlich plante ich gestern nicht, noch etwas zu backen. Nachdem ich mir die Nachrichten angesehen hatte und ich mir das Zeitfenster von einer halben Stunde zum Club2 errechnete, habe ich kurzerhand beschlossen: Ich backe eine gesunde Torte – ohne Widerrede. Dachte ich da noch, es gibt die gesunde Ernährung sehr wohl.
Dazu fischte ich ein Kochbuch von Christian Wrenkh aus dem Regal. Es heißt “Zurück zu den Wurzeln” und ich war damals beim Kauf dieses Buches eigentlich enttäuscht. Mich störten die “Werbeeinschaltungen” gewisser Produzenten und war nur gierig auf seine köstlichen Gerichte, die ich mehrmals schon in seinem Lokal kosten durfte. Früher war der Wrenkh rein vegetarisch und es ist einem eigentlich das Fleisch gar nicht abgegangen. Selbst der Zigurikaffee (Zichorie) hat wie der beste italienische Capuccino geschmeckt und es machte dem Genuss keinen Abbruch gesund zu leben. Jetzt serviert man im “Wiener Kochsalon” auch Fisch und Fleisch. Seit 1. August kocht Christian Wrenkh dort nicht mehr und vermutlich gab es deswegen die sanften Kurve zu Fisch und Fleisch.

Die aus der Apfelstraße mitgebrachten Früchte sollten verarbeitet werden und so suchte ich nach einem Gebäck mit Apfel. Mohntorte mit Äpfeln stand da. Bei Mohn werde ich sowieso schwach und außerdem habe ich immer ein Packerl gemahlenen Mohn im Tiefkühler liegen (so läuft man nicht Gefahr, dass der Mohn ranzig wird. Mache ich auch mit Nüssen so). Kurz überschlagen, ob ich alle Zutaten beisammen habe und schon ging es los.

Mohn-Apfeltorte
nach Christian Wrenkh (1 dag = 10g)

20 dag gemahlener Mohn
1 Pkt Weinstein Backpulver
8 dag Vollkornmehl
10 mittelgroße Eier (ich habe 7 große Eier verwendet)
2 Äpfel geschält und geraspelt mit 2 TL Rum vermischen
16 dag Margarine
18 dag Honig
4 dag Rosinen (ich habe stattdessen Cranberries ausprobiert)
Margarine und gemahlene Nüsse für die Form

Powidl oder Marmelade
Schokoladenglasur


Die Springform gut buttern und mit Nüssen ausstreuen. Ich mache das mit Nüssen bei Kuchen, die Mohn oder Nüsse enthalten lieber, als mit Mehl. Das Backrohr auf 150°C vorheizen.

Mohn, Backpulver und Mehl in einer Schüssel vermischen. Eier in Dotter und Klar trennen. Zum Dotter die Margarine und den Honig geben und schaumig rühren. Den Schnee mit einer Prise Salz schlagen. Zuerst den Schnee und dann die Mohn-Mischung unter die Dottermasse vorsichtig heben. Zuletzt kommen die geraffelten Äpfel und die Cranberries dazu. In die Form füllen und ca 45 Minuten backen. (Da hat dann gerade der Club2 begonnen.)
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Die Torte auskühlen lassen und dann mit Powidl bestreichen. Powidl ist dick eingekochte Zwetschkenmarmelade und hat einen feinen herben Beigeschmack. Mohn kombiniere ich mit Powidl sehr gerne. Auf die Idee hat mich damals das Do&Co gebracht, das vor Jahren (jetzt leider nicht mehr erhältlich) damit den Domspitz gefüllt hat. Darüber kommt dann noch eine Schokoladenglasur.

Wer zur gesunden Torte eine ungesunde Beilage mag, serviert sie mit einem Klecks Schlagobers und einem Spiegel aus Weichselsauce.

Seit heute kann ich bei jedem wordpress Artikel eine “poll” starten. Ein wunderschöner hellroter Punkt prangt auf meiner Leiste und ich bin jetzt regelrecht überfordert, weil ich nicht weiß, welche Umfrage ich starten soll. Kann man diese Umfragen als admin auch so fälschen, damit ich immer gut dastehe? Soll die Ente fragen, ob ihr das Rezept super findet?

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Entenfürze

Habt ihr auch den Bericht über diese netten kleinen Bildchen gesehen, die nach Tamagochi nun fast alle Japaner beschäftigen? Überall sind sie zu finden. In Zeitungen, auf Plakaten und sonst noch wo.
Es sind verschlüsselte Botschaften grafisch gestaltet. Häufig finden sich in diesen Botschaften URLs, die dann mittels WAP Funktion gleich angesurft werden können.

Wie funktioniert die Decodierung?
Man braucht ein Fotohandy und darauf abgespeichert ein Übersetzungsprogramm, das man auf das Handy lädt. Dann fotografiert man den QR-Code, lässt ihn übersetzen und liest, surft, oder bohrt in der Nase.
Das können Telefonnummern, Texte, oder Links sein. Semapedia zum Beispiel möchte mit diesem Code einen direkten Link zu wikipedia schaffen. Das heißt, man kann auch ohne Webanschluss, nur mit Handy gleich obergescheit besserwissend über Bauwerke und deren Stile dozieren. Darauf freu ich mich schon …

Wer Lust hat, kann sich an dieser Information, die ich erstellt habe gleich versuchen. Good luck!

qrcode

QR Code hier holen

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Der Teufel hat den Schnaps gemacht …

Jetzt muss ich doch etwas sagen, obwohl ich doch schweigen wollte. Ja, es fällt mir schwer.

Nachdem ich in einem Blog heute vormittags schon lesen konnte, dass Haider ziemlich betrunken, wenn nicht sturzbetrunken war, machte ich mir so meine Gedanken.
Ja, ich war betroffen vom Tod Haiders.
Nein, ich habe kein politisches Naheverhältnis zu ihm – ganz und gar nicht.
Ja, Österreich stand im Schock – das verstehen aber teilweise nur Österreicher.
Ja, der Tod Haiders wurde zur Staatssache erkoren. Ich weiß nicht, ob das richtig ist.
Ganz sicherlich ist Haider schneller als 140 km/h unterwegs gewesen. Es war seine Hausstrecke, die fährt man immer schneller als die anderen.
Petzner ist, entschuldigung dass ich das sag, ein Würsterl. Er meinte, die Medien sollen jetzt, nachdem man weiß wie besoffen Haider war, die Stopptaste drücken, denn es betrifft die Privatperson Haiders.
Wäre dem nicht so, dann dürften die Medien weiterschreiben? Dürfte man dann ein Denkmal, vielleicht im Stadtpark enthüllen?

So ganz nebenbei: Der Petzner ist ein Schlafmittel! Der wird niemanden vom Ofen hervorlocken.

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forever young?

Das nachfolgende Inserat ist mir gerade durch Zufall in die Hände gefallen. Wer geschickt ist, findet es auch. Man muss sich den Text einfach bis zum Ende durchlesen. Ich hole mir in der Zwischenzeit einen Schal, damit ich mir die Kinnlade raufbinden kann.
IchfasseseinfachnichtunddasistdiesmalkeinFakeMail!

Meine Fragen an Sie:Sie wollen flexibel arbeiten?
Arbeiten Sie auch ab und zu gerne von zuhause aus oder sind gerne alleine im Büro?
Telefonieren Sie gerne?
Können Sie ein Büro in Ordnung bringen und auch halten?
Behalten Sie immer den Überblick?
Ihr Englisch in Wort und Schrift ist sehr gut?
Sie leben in Wien oder Umgebung?
Würden Sie ab und zu (3-4mal/Jahr) gerne eine kurze Auslandsreise ins benachbarte Ausland machen?
Würden Sie gerne einen jungen, hübschen und sympathischen Chef bei seinen internationalen Plänen unterstützen?
Sie sind sexy, schlank und attraktiv, flirten gerne, offen und kommunikativ bzw. lieben den Umgang mit Menschen?Dann suche ich Sie vielleicht.

Ich betreibe als Selbständiger eine erfolgreiche internationale Promotionagentur (Tätigkeitsbereich von Los Angeles bis Hong Kong) im Bereich von Genussprodukten und brauche eine Sekretärin, die quasi von Wien aus wie meine zweite Haut/Seele mich voll unterstützt. Telefon, Email, Koordination, Reiseplanung, Eventorganisation, Ablage, Dokumentation, … Arbeitszeit relativ flexibel, kann auch teilweise von zuhause aus gearbeitet werden. Gutes Englisch ist wichtig, da es zu 80% Kommunikationssprache ist. Reisebereitschaft wäre schön, da Sie mich auch ab und zu bei Geschäftsreisen und Präsentationen ins benachbarte Ausland begleiten könnten (kein Muss).

Naja, was kann ich sonst noch bieten? Einen jungen (36), hübschen, suessen, offenen und wirklich netten Chef – flirten ausdrücklich erlaubt!
Das Büro ist in der Nähe xxyyzz. Bezahlung normal würde ich sagen, bitte nennen Sie mir Ihre Gehaltsvorstellungen auf Basis 38,5 Stunden (dann können wir den Gehalt auf die Stundenzahl herunterrechnen).

Könnte auch langfristig etwas mehr werden als 10 Stunden, vielleicht 20, aber das kann ich nun noch nicht abschätzen!

Also, Lust und Mut zu etwas Spannendem?
Bewerbungen nur mit Foto per email an: zitronederwoche@gmx.xx
Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

Ich überlege gerade mich zu bewerben. Was der junge sexy Chef wohl für Nasenlöcher macht, wenn ich ihn nach einem Foto frage? Man will immerhin nicht den Chef im Sack kaufen.

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Spezialgerät für Spezialgebiet?

Achtung Spezialisierungsfalle!

food-o-grafie

food-o-grafiert finde ich ein schönes Wort und nehme es zum Anlass, wie ein Herdentier hier auch meinen Senf dazuzuhäufen.
Soll man für Essen (neudeutsch “food” – weiches D langes U) einen eigenen Fotoapparat anschaffen? Diese Frage hat mich ein wenig aus der Bahn geworfen. Nun überdenke ich wirklich einiges, aber mir für Speisen einen eigenen Fotoapparat anzuschaffen eigentlich nicht. Kurz stellt sich die Frage bei mir, ob ich vielleicht für Kochshows im TV einen eigenen Fernseher brauche? Wird Chili erst bei Plasma oder bei LCD richtig scharf?

Ich habe freilich den Trend vernommen, wo keine Bilderln, da kein Interesse – und arbeite gerade an einem Kochbuchcomics, oder gibt es das vielleicht schon? Ich meine, es gibt ja einige in der Kochbloggerszene, die wirklich ganz tolle Bilder machen, wo mir das Wasser im Mund zusammenläuft die Augen staunend offen stehen bleiben. Ganz toll, wie das Essen in das rechte Licht gerückt werden kann. Bei lamiacucina weiß ich zum Beispiel ganz genau, welches Wetter dort gerade ist. Er hat eine Brettkonstruktion ähnlich eines Sprungbrettes für ein Schwimmbecken, auf dem er seine Teller als (meterweite) Rampe ins rechte Sonnenlicht rückt. Er berichtete nicht davon, wie viele Teller ihm schon mit einer Dreifachschraube in die Tiefe geplumpst sind, aber erzielt durchwegs gute food-o-grafische Ergebnisse. Barbara’s Kochwiese stellt auch schön jahreszeitmäßig ihre Speisen einfach in die Wiese. Scheint die Sonne auf dieses Fleckchen Erde, dann leuchtet die Speise auch schön, ist es trüb und wolkig, schaut das Gericht noch immer köstlich aus, erstrahlt allerdings nicht in dem Glanz, wie man es sich wünschen würde. Und wer zu Hause fotografiert, wie es zum Beispiel Zorra immer macht, da frage ich mich, wie viele helfende Hände hat sie? Wie macht ihr das, gleichzeitig Teig auswalken und fotografieren? Essen fertig angerichtet haben und vor dem Verspeisen retten “Nein, das muss zuerst fotografiert werden, bis du das kalt essen darfst” – hängt da nie der Haussegen schief, denn immerhin hält doch Essen, Leib, Seel und Liebe zusammen, oder? Und ob die Kochblogger vielleicht eine eigene Kamera haben, weil man mit einem fett- und teigverkrusteten Gerät nur unschön in einem Museum punkten kann.
Wie also beleuchtet man richtig, ohne sich dabei immer einen Platz an der Sonne suchen zu müssen (gerade beim Assoziationsspiel mit Udo Jürgens “Die Sonne und du – huhuhuuuu” gewonnen). Man könnte sich so eine Blue Whitebox machen und dort seine Nudeln hineindrappieren, einen eigenen Beleuchter engagieren, wenn die Werbeeinnahmen passen, oder einfach in der Küche Festbeleuchtung einschalten: Alles was brennen kann, brennt lichterloh!
Daher finde ich viel wichtiger, mit welchem Licht fotografiert wird, als mit welchem Gerät.
Mein Fotoapparat ist bereits 3 Jahre alt, was im digitalisierten Zeitalter einem Methusalemalter gleichzusetzen ist. Ich habe “nur” eine Auflösung um die achtmillionenmegapixeldieichauffünfmillionenreduzierthabeumspeicherplatzzusparen, bei schneller Fotofolge muss ich ziemlich Geduld zeigen, die Makroeinstellung könnte besser sein und ich hätte damals nicht sparen sollen und mir eine Kamera mit auswechselbaren Objektiven kaufen sollen. Brauch ich nicht, dachte ich mir, will ich schon, weiß ich jetzt. (Obwohl, ich finde es gibt nichts furchtbareres und spießigeres im Leben, als mit Fototasche herumzugehen! Also, wie ließe sich dies vereinbaren?) Aber wenn ich mir ansehe, dass mein Gerät eigentlich schon mit einem Rollator durch die Blogs fährt, wäre es fast angebracht, ein neues Ding anzuschaffen. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Ganz einfache Entscheidung: Wir lassen den alten Fotinger, weil ich eine treue arme Seele bin.

Mein Foto des Monats Oktober ist ein Glas Schilchersturm. Im September wäre es ein Teller mit Äpfeln (auch aus der Steiermark) gewesen. Das ist nun nicht wirklich “food” aber “drink”, zeigt aber, dass ich mir nie im Leben einen Fotoapparat nur für Essen kaufen würde. Ganz ehrlich, die Ausgabe dafür verfress ich lieber – zum Beispiel auf der Schilcherweinstraße im Steirischen!

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Kuriose kulinarische Artikelführung -2-

Man hörte schon von gewissen Ungereimtheiten in Sachen Cola, zwischen den verfeindeten befreundeten Nachbarländern.

Nun ist man aber auch innerhalb des Landes uneins, welches Wort welchen Artikel vorangesetzt bekommt.
Beispiel: Buschenschank

Als Ostösterreicherin mit dem Artikel “die” aufgewachsen, weil man, gierig wie man ist, das Schwergewicht auf die “Schank” legt. Die Steirer allerdings sagen “der” Buschenschank, weil sie eher auf den Buschen schauen. In die Hände pasche ich mir, weil das Wort im deutschen Sprachraum ein Insider ist. Die/Der Buschenschank ist ein anderes Wort für Heuriger und zum Kennzeichen, dass da ausgeschenkt wird (nicht gethekt), hängt vor der Tür ein Buschen. In der Steiermark habe ich allerdings keinen einzigen Buschen gesehen, im Osten, hängen die Heurigenwirten gerne einen Föhrenbuschen oberhalb der Tür auf und sagen dazu “ausg’steckt” is.
Als Impression ein paar Bilder aus der Steiermark. Meine Oma sagt übrigens “der” Album dazu.

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