Monatsarchiv: November 2008

Lernen

Gerade werde ich gefragt, was ich davon halte, wenn ein 15-Jähriger mit seiner Klassenkollegin im Dunkeln den Stoff für den Biologietest durchgeht.
Ich habe gesagt: Praxisorientiertes Arbeiten
Einwurf: Das Bett war zum Doppelbett ausgezogen!
Ich begrüße die Betrachtungsweise im globalen Sinn.

War das gut?

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Spenden

Über das Spendenverhalten der Österreicher, den Staat und die Absetzbarkeit von Spenden wurde gestern im Club 2 diskutiert.
Es war eine anregende Diskussion. Da ich immer ein Wort über die Diskussionsleitung fallen lasse, sag ich’s gleich – die war unter’m Hund. Die gute Dame hat gemeint, sie würde durch Lautstärke die Diskussion leiten, aber nicht durch gezieltes Hinführen zu angedachten Themenblöcken. Leider war sie den Besuchern des Clubs gar nicht gewachsen und so überließ sie die Moderation den Diskutanten. Zu Gast waren Vertreter von amnesty inernational, Ärzte ohne Grenzen, Hilfe Direkt – eine private Spendeninitiative für Burkina Faso, S.Bergmann “Vater” der Aktion Licht ins Dunkel, die mit gestrigen Tag startete, eine Ökonomin, sowie das Österr. Institut für Spendenwesen, das nach strenger Prüfung Spendengütesiegel vergibt.

Alle waren sie für die steuerliche Absetzbarkeit von Spendengeldern, die in Österreich noch immer nicht möglich ist. Mit Finnland bilden wir das Schlusslicht am Spendenhimmel. Luise Gubitzer, Ökonomin, war als einzige dagegen und auch das war einleuchtend. Viele, insbesondere Frauen arbeiten ehrenamtlich in Hilfsorganisationen und werden für ihren persönlichen Einsatz steuerlich nicht begünstigt. Ist immer interessant solche, durchaus berechtigten Argumente anzuführen, denn das hätte ich gar nicht bedacht. Grundtenor war ja, ein höheres Spendenaufkommen zu erhalten, mit dem Hintergedanken für die Spender, das persönliche Steueraufkommen etwas zu minimieren. Da hatte die Moderatorin Frau Corinna Milborn auch einen ordentlichen Patzer hingelegt. So stellte sie mit ihrer lauten Schreistimme ein Steuermodell auf: Wenn jemand 100.000 Euro verdienen würde und 10.000 Euro spendet, dann bekommt er 5.000 Euro vom Staat zurück. Ächz, und das bei einer erwachsenen Frau – ich recherchiere gerade, sie ist Politredakteurin beim Format und Chefredakteurin bei einer Menschenrechtszeitschrift. Hoffentlich hat sie einen guten Steuerberater, denk ich mir nur, sonst verkalkuliert sie sich noch am Ende.
Das Thema, wie sinnvoll humanitäre Spenden sind, wurde eigentlich nur am Rande gestreift, so meine ich. Man diskutierte natürlich auch über die Verpflichtung des Staates, der sich gerne in Anbetracht der NGO’s aus seiner Verpflichtung zurückzieht.
Irgendjemand, ich weiß jetzt nicht mehr genau wer, stellte das vorweihnachtliche Wohlfühlrezept in den Raum: Nächstenliebe + Spenden = Glücksgefühl – das sitzt einmal und sinkt tief ein. Kritisch betrachtet wurde auch die Veranstaltung sogenannter Charity-Galas, die zwar der Sache dienlich sind, aber einen schillernden Eventcharakter haben. Dem gegenübergestellt, die Flyer der Spendenorganisationen, die ausgemergelte, verhungerte Körper zeigen, ist schon hart.

Gute geistige Anregung. Jetzt geht die Ente kurz in sich und überlegt, was sie machen wird. Irgendwie fühle ich mich in dieser Beziehung noch leer.

Ergänzung – Super Idee: nur geschenkt

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Eine Mütze für Afrika

Ja, das klingt ironisch, ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen.

Auf einem deutschen Bloggerportal, wo ich früher zugegen war, herrscht zur Zeit Mützenfieber. Witzige Idee dachte ich mir, wenn sie oberflächlich betrachtet wird. Das macht die Ente aber nie, weil sie noch immer den Forscherinstinkt in sich sitzen hat.
Ein Blog ruft also zum Mützenstricken für Babies auf und verweist auf eine Aktion von “Save the children”. Erst kürzlich wurde hier in Erinnerung gebracht, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt. Daher sind grundsätzlich alle Spendenaktionen in dieser Hinsicht zu begrüßen. Auch, wenn ein Teil des gespendeten Geldes in Organisation und dergleichen aufgeht. Nun ruft man aber zum Mützenstricken auf. Man solle eine Babyhaube stricken, einen vorgefertigten Brief downloaden und alles gemeinsam nach Berlin schicken. Gut, denk ich mir. Wieso Berlin, wenn bei uns die Bergbauernkinder frieren. Aber vielleicht gehen die Mützen auch ins tiefste Russland, oder werden verkauft und der Erlös fließt der Spendenaktion zu. Nein, weit gefehlt, die Mützen werden nach Afrika, Lateinamerika und Asien verschickt. Mhhmmm, denk ich mir, ich habe noch nie ein hungerndes afrikanisches Kind mit einer Mütze gesehen. Tja, meinen die Befürworter vermutlich, weil sie keine Mützen haben. Man argumentiert, ein hungerndes Kind kann seine Körpertemperatur nicht halten und kann daher auch an einem Infekt sterben. Alles schon richtig, aber wurde uns nicht immer beigebracht, eine Sache von der Verursachung zu betrachten. Und, braucht man wirklich in einem Gebiet das jetzt  zwischen 19 und 40 Grad Tagestemperatur hat, eine Mütze, nur weil man nichts zu essen hat?
Wenn ich mir überlege: 1 Knäuel Wolle – ca. 4 Euro, 1 Nadelspiel – ca. 2,50 sind zusammen 6,50 – wie lange kann man davon ein Kind in einem Entwicklungsland ernähren? Wäre das nicht sinnvoller, als 50.000 Mützen zu stricken, das ist nämlich das Ziel dieses Vereins. Dafür gibt es einen mütz-o-meter, der zurzeit bei 1000 steht. Amerika hat im Vorjahr 280.000 Mützen gestrickt und dann denk ich mir nur mehr: Gnade der Wollmütze!

Wer übrigens nicht stricken kann, soll es mit häkeln, klöppeln oder mit der Strickliesl probieren. Kann sich bitte jemand eine Mütze aus einer Stricklieslwurscht vorstellen? Die Mützen erinnern mich ein wenig an die Peanutbutter, die damals im Irak Krieg von den Amerikanern aus den Flugzeugen geworfen wurde.
Im Frühsommer wird dann eine symbolische Mütze der Kanzlerin übergeben und ich frage mich, wofür ist die Frau eigentlich noch zuständig.

Richtig, die Vorweihnachtszeit ist jene Zeit, wo man gerne sein soziales Gewissen befriedigen möchte.

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Banane!

allesbanane

Wir haben eine neue Regierung – Freude, es wurde auch schon Zeit!
Uns wurden die Mitglieder vorgestellt – Freude, es gibt keine Überraschungen!
Es gab auch schon die Diskussion am Runden Tisch mit künftiger Regierung und Opposition – Freude, es hat sich nichts geändert!
Frau Justizminister muss jetzt den Wunderwutzi stellen. Sie ist ein wenig ausgefallen, weil sie ein Brillenfaible hat (ich muss sie unbedingt befragen, woher sie diese Gestelle bezieht!) – Freude, wir sind im Gespräch!
Frau Fekter wird demnächst ein Beißkorb angepasst. Ob sie Pröll immer vorschickt, um alle zu verbellen? – Freude, man ist tierlieb!
Unser Bundeskanzler wird für großes Theater sorgen – Freude, Kasperl ist endlich in der Regierung!
Gewerkschafter sind glatte Fische, ich mag sie genau so wenig wie Kämmerer – Sorge, die Urforelle stirbt aus!
Darabos haben sie gelassen – Freude, man versteht die Welt nicht mehr!
Ein Kämmerer als Wirtschaftsminister – Schmerzen, bei diesem Gedanken! Mag aber gerne Schweinsbraten und Rod Stewart/Sailing und sammelt Briefmarken (wer hat die HP für ihn gemacht?), ist also durchaus angepasst.
Und sonst eben noch ein paar – alle komplett “un”spannend. Wenn wir nicht bald wieder Neuwahlen haben, wird Österreich langweilig!

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Weltkrise – Finanzkrise

Ein bisschen ausgelutscht das Thema. Umso mehr möchte ich auf eine TV-Perle hinweisen, die nochmals ausgestrahlt wird.

Gestern den Club 2 “VON DER FINANZKRISE ZUR WELTKRISE?” gesehen. Ich habe zwar nur die Hälfte verstanden, worüber da gesprochen wurde, aber es wurde doch sehr gut die Komplexität des Systems dargestellt. Unheimlich eloquente Diskutanten und eine sehr gute Renata Schmidtkunz, so stelle ich mir übrigens eine Diskussionsleitung vor.

Nur ein paar Eckdaten, die Jean Ziegler nur so aus dem Ärmel schüttelte:
10% der Weltbevölkerung überwachen 85% der Reichtümer. In Österreich sind es 10%, die über 75% des Wohlstandes verfügen.
Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind an Hunger.
Warum Menschen an Hunger sterben müssen ist unverständlich, denn wir könnten 12 Mrd Menschen ernähren.

Obwohl es bei diesem Club (wie immer) ein deutliches Ungleichgewicht der Auffassung der Teilnehmer gab – nur zwei vertraten den Neoliberalismus in der Wirtschaft, die dafür sehr vehement, hatte man nicht das Gefühl nicht alle Argumente gleichwertig präsentiert zu bekommen. Angesprochen wurde auch die fehlende Moral und Ethik in der Wirtschaft, für mich leider viel zu wenig.

Wiederholung in der Nacht von Do auf Fr 04:45 3sat – unbedingt anschauen oder aufnehmen!
Hier ist übrigens eine gute Zusammenfassung der Diskussion nachzulesen.

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Lernen für’s Leben

Der Titel ist blöd, aber mir ist nichts Besseres eingefallen, weil sonst wäre er ja nicht so blöd.

Unsere Universitäten, unsere Ausbildung, PISA – noch immer schief und deswegen stetiger Diskussionspunkt und auch da kommen wir, wie bei vielen Dingen im Moment auf keinen grünen Zweig.
Manchmal frage ich mich, was wir überhaupt noch können und dabei bin ich mit Leib und Seel gerne Österreicherin.

Die neu herausgegebene Studie “University System Ranking” vom Lisbon Council besagt, dass nur 20% der Österreicher mit einem Studium abschließen und das wäre, verglichen mit anderen Ländern nicht so viel. In Österreich zu studieren wäre viel zu elitär, wobei dies nicht von den Studiengebühren abhinge, sondern einfach nur von der Anzahl der Studierenden bezogen auf die Bevölkerung des Landes. Jaaaa wir fischen wieder die Lappen mit 40% aus dem Ärmel (ich meine damit aber keine Putztücher sondern die Finnen, so heißen die seit Qualtinger bei uns), die Dänen und die Polen. Wobei letztere, so sagt die Studie, keine sonderlichen Studienqualitäten aufweisen.

Die 20ige Studienquote wäre schlecht, allerdings liegen wir an der guten 5. Stelle, was die Beschäftigung von Studienabgängern anbelangt.

Jetzt frage ich mich, was ist besser?

Quelle

Ich will die Universitäten nicht verdammen und auch nicht die Studienabgänger, aber wirklich lernen werden wir nur im Leben. Und dafür ist ein hervorragendes Beispiel “Living Books”. Dass man sich in Geschichten guter Bücher richtig hineinleben kann, ist uns bewusst, dass es aber auch lebende Bücher gibt doch eher nicht. Living Books vermittelt Gespräche zu Menschen, die vielleicht in einer Randgruppe leben. Mit einem Behinderten sprechen, einem Schwulen, einer Muslimin mit Kopftuch, viele Warum und Aber, über die wir sehr oft nur mutmaßen, aber nie persönlich angesprochen haben. Integration pur!

    !Aufgepasst! Living Books macht am 28. und 29.11. in Linz Station.

Was würde ich fragen? Spontan: Ich würde einen Schwarzen gerne fragen, ob er generell ein Problem damit hat, als N-ege-r bezeichnet zu werden, oder ob ihm das die anderen einreden, dass das ein böses Wort ist. Gerade im europäischen Sprachraum hat diese Bezeichnung (für mich) keinen negativen Touch. Eine Puffmutter würde ich gerne fragen, wie sie auf die Idee kam, ein Puff aufzumachen, wie viele Kunden sie täglich zu Besuch hat und aus welchen Bevölkerungsschichten diese kommen.

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Au weh …

… auf maulwurfisch heißt das “Autschn”.

Wurde mir empfohlen, als Comedy-Shooting Star. Durch Youtube groß geworden und vermutlich wird es dabei bleiben.
Wer gerne Humor in Sandkistenförmchen verpackt haben will, nimmt sein Stofftier und schaut sich das Programm auf Youtube an. Das reicht vollkommen.

Was ich noch überlegt habe, ob rechts die hysterisch gackernde (Lach)Dohle für ihre quiekendes Lachen bezahlt wurde, weil eigentlich niemand mitgelacht hat. Viel deutsches Publikum (Studenten?), die vermutlich Stimmung gemacht haben und bei “Hunger” und “müde” oooooch mitjammerten. Vor mir, links und rechts von mir konnte ich keine Lachsalven vernehmen. Wer war das dann? Und wo ist die A9 in Österreich?

Keine Comedy ohne Merchandising. Wer kauft ein T-Shirt mit Rapantel?

Kategorie: lieb, infantil, was kommt danach? Allerdings ziehe ich vor Alleinunterhaltern generell den Hut, auch wenn ich sie nicht lustig finde, daher doch wieder toll und mutig.

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Die Post bringt’s

- aber bringt sie’s wirklich?

Gestern war es wieder soweit. Da man Pakete leider noch immer nicht per e-mail oder Fax versenden kann, war wieder ein Gang zum Postamt notwendig. Eines muss ich schon sagen, ich brauche in jede Richtung keine 10 Minuten zu Fuß zu einem Postamt, also beide liegen durchaus nah beinander. Meistens nehme ich das, wo ich bergab hingehen kann. Da befindet sich auch ein Pseudo Einkaufszentrum und man kann sich an allerlei nutzlosem Zeug erfreuen. In die andere Richtung gibt es auch eine Post, die ist so wunderschön retro, obwohl sie die Bezirkshauptpost ist. Aber da war ich ja nicht, deswegen kann ich darüber dieses Mal nicht schreiben. Es wird sich wieder ein Packerl ergeben.

Also rolle ich mit meinem faustgroßen Paket in Richtung Post. Die Sendung geht nach Irland, eine Dankeschön-Sendung für einen Gefallen, der mir erwiesen wurde. Vorher recherchierte ich, ob es für diese Adresse tatsächlich keine Postleitzahl gibt. Finde in diesem Ort ein Hotel und auch das hat keinen zip code. Eigenartig, denke ich mir und meine, ich frage bei der Post nach – mit wenig Hoffnung, die richtige Antwort zu bekommen.

Ich nähere mich dem Postamt. Draußen bewirbt man nicht die Dienste der Briefzustellung, aber Angebote für ein neues Handy. Dieses Postamt ist relativ neu, keine Türschnalle, denn die Tür geht von selbst auf. Man muss zuerst durch einen längeren Gang hindurch gehen, wo eigentlich nichts steht. Irgendwie erinnert das noch an die Maul- und Klauenseuche, als man durch Schleusen gehen musste.

Dieses Postamt, also “meine” Post veränderte sich im Laufe der Zeit. Sie ist ein sogenanntes Durchhaus. Man kann auch vom Einkaufszentrum durchgehen und wird direkt vor der Polizei in die nächste Gasse ausgespuckt. Manchmal verwende ich diesen Weg, um einen Abschneider zu machen. Ich hoffe, das verfälscht nicht die Statistiken für die Frequenz dieses Amtes. Kurz vor dem Ausgang, oder Eingang, je nachdem aus welcher Richtung man kommt, gab es früher zwei Paketschalter, wo man nie Angestellte vorfand. Wer ruhig und geduldig auf die Mitarbeiter wartete, hatte schon verloren. Daher war es für mich üblich, kaum von der Seite Polizei hereinkommend “Paketaufgabe bitte” zu rufen. “Bitteeeeee” muss man so lange ziehen, das kenn ich noch aus Straßenbahnzeiten, als der Schaffner “Jemand zugestiegeeeeeen” rief und das verschaffte Gehör. Man trippelte also weiter und stand dann vor den leeren Schaltern. Plötzlich entdeckte das geschulte Auge ein Haarschippel, das aus dem Lagerraum lugte. Ein wenig den Kunden warten lassen, man hupft doch nicht gleich, nur weil jemand ein Paket aufgibt. Auf jeden Fall durfte man dort als Kunde mit relativ geringem Zeitaufwand sein Paket aufgeben. Jetzt sind die beiden Schalter verbrettert und bieten den werten Angestellten einen vergrößerten Ruheraum für medidative Langeweile. Man geht also – wieder von der anderen Seite kommend – durch den schon erwähnten Quarantäneschlauch, wie eben auch von der Maschekseite. Dann betritt man den Schalterraum. Linker Hand die Post als Bank. Hier sitzt immer einer und starrt in seinen Bildschirm. Kunden gibt es kaum welche, obwohl es früher vor der BAWAG der letzte Schrei war, sich ein Konto bei der Post zu nehmen. Wenn man meint, der Schalter-Bankbeamte darf auch Pakete, oder Briefe postfertig machen, oder Aus- und Einzahlungen vornehmen, der hat ich getäuscht. Er ist Bankbeamter und verkauft vielleicht Bausparverträge (Reizwort für Ente!). Die nächsten beiden Schalter schauen bewohnt aus, sind aber immer leer. Der eine ist glaube ich für Reserve und beim anderen durfte man früher nur eingeschriebene Briefsendungen aufgeben und abholen. Alles hatte seine Ordnung und wer sich falsch angestellt hat, weil er einen normalen Brief aufgeben wollte, musste den Schalter wechseln.

Ein paar Schritte weiter und man steht im Herz des Postamtes. Das Herz zeichnet sich durch ca. 25- 30 wartende, vor Unruhe pulsierenden Kunden aus. Vier Schalter, zwei besetzt. Die Kunden stoßen sich, sie reiben sich aneinander und kommentieren, warum da nichts weitergeht. Bei all dem Geschehen habe ich schon immer bewundert, wie gut Postbeamte abschalten können und ihr Ding durchziehen. Es könnte sich die Sprinkleranlage einschalten und der Postler macht weiter, möge da kommen und gehen wer will. Vorschrift ist Vorschrift. Kommen und gehen tut ständig wer. Zwei arbeiten hinter dem Schalter und drei rennen unentwegt im Hintergrund als Statisten hin- und her. Eigenartiger Weise faxen alle irgendetwas. Ob das die ersten Probedurchläufe für Faxpakete sind? Wir fassen zusammen: Das Postamt besteht aus einem Bankbeamten, zwei Schalterbeamten und drei Faxversendern. Einer davon heißt Manfred und ist der Chef des Postamts, wie ich im Lauf der Wartezeit erfahren habe. Noch eine halbe Stunde länger gewartet und wir hätten Bruderschaft getrunken.

Das Herz des Postamtes zeichnet sich nicht nur durch Unmengen von Wartenden auf, sondern auch durch allerlei aus Pappkarton zusammengefalteten Verkaufsständen, die gefährlich wackeln, wenn man sie berührt. Nicht nur, dass die Kundenzone zwischen Schalterbeamten und Kunden nur mehr eine handbreit groß ist, weil linker Hand ca. 5-6 verschiedene Rubbellossorten verkauft werden und rechter Hand einge Volksmusiksampler, oder CDs mit Love Moments. Neuerdings fiel mir ein gebundenes Büchlein von 10 Minuten Kurzparkscheinen auf. Angepriesen wurde, man könne die Scheine wiederverwenden. Das interessiert die Ente, holt sich das kleine Ringbuch aus dem Ständer, sucht nach Innovation, während die CDs reihenweise wie beim Dominoday umfallen und die handbreite Durchreiche damit  komplett verbaut ist. Blätterte durch die Kurzparkscheine, die alle nicht ausgefüllt waren. Denke ich mir: Und warum kann ich sie wiederverwenden? Und weil der Postkunde geduldig warten muss, lese ich mir zwischen den Werbeeinschaltungen durch, wie man diese Scheine verwendet. Man sollte sie nämlich als Hausaufgabe im 10 Minuten-Takt ausfüllen und dann kann man immer wieder hin- und herblättern und mit der richtigen Uhrzeit in die Windschutzscheibe legen. Früher einmal, als man noch mit Hut Auto gefahren ist, hatte man eine Kurzparkscheibe, die ohne Kugelschreibersuche hervorragend funktionierte, aber jetzt darf man diese nur mehr im ganz tiefen, ländlichen Bereich anwenden. Ein Dorf, das etwas auf sich hält, beschäftigt Kurzparker mit Schein und Stift. Aber wir waren ja bei der Post und beim Paket nach Irland.

Ich stehe in der Schlange, zu nahe an anderen hustenden schnupfenden Menchen. Im Alter wird man ein wenig neurotisch. Links neben mir betrachte ich das Angebot im wankenden Ständer. Die Verkaufsständer sind deshalb so unstabil, damit die Meute nicht rabiat wird und sich vielleicht in einen Raufhandel verwickeln lässt. Wer will den umgefallenen Krempel dann auch noch mit blutender Nase aufräumen? Bunt gemischt gibt es Permanentmarker in silber und gold, S-Haken für den Christbaum (Oh du fröhliche), Wäscheklammern mit Herzerln und Marienkäfer, Kühlschrankmagnete, die auf verbauten Kühlschränken nicht halten, Schlüsselanhänger und so eben weiter …. Rechts drängt sich ein Mann an mir vorbei. Ich kenne ihn, er bietet im Sommer Tennisstunden an und im Winter treibt er sich mit mir in der Post herum. Er kennt mich vermutlich nicht, weil ich ihn auch nur vom Sehen her kenne. Also grüßt man ihn nicht, sondern schaut nur zu, wie er, weil er sich vordrängt gerade gelyncht wird. Klatscht die rechte Hand auf die schmale Durchreiche und fragt: “Haben’s Finanzamtzahlscheine?”. Finanzamtzahlscheine bei der Post?, denk ich mir. Noch nie davon gehört! Was können die sonst noch, als einmal im Monat die Steuer einzuzahlen? “Greifen’s mir nicht daher, das mag ich nicht!”, fuchtelt die Gute und will den Tennislehrer verscheuchen. Er ist lieb und gibt tatsächlich die Hand weg. “Ich will mir nur einen Finanzamtzahlschein holen, den ich in der Zwischenzeit ausfüllen kann.” Das ist zwar für den Kunden effizient, aber was bringt das den Angestellten? “Jetzt warten’S einmal und bringen’S nicht alles durcheinander.” Klopft den Poststempel mit aller Energie auf einen Brief, damit der Nächstgereihte aufwacht. “So, jetzt schauen wir.” , kommentiert sie ihr Tun, damit der Kunde auch wirklich glaubt, sie bemüht sich und sucht in den vielen Zahlscheinen. Wofür die alle, fragt sich die Ente, die alles mit Telebanking macht. “Da sind einmal keine” – das hatte der Tennisarm auch schon herausgefunden. Sie geht zum Kasten, macht ihn auf – leere Regalbretter! So etwas von einem leeren Kasten habe ich auch noch nicht in einem Amt gesehen und spricht zu sich und zum Kollegen “Heast, wo san denn diese Zahlscheine?”. Der Kollege, der einen halben Meter neben ihr stand und vermutlich alles von vorhin mithörte, fragte artig: “Wölchane?” “Na die für’s Finanzamt.” “Haben wir bestellt.” “Hat er bestellt”, ruft die Schalterbedienstete zum Tennislehrer. “Und wann kommen sie?”, fragt der Tennislehrer. Die Schalterbedienstete fragt ihren Kollegen “Wann kommen die?” “Was i net, ist scho a Monat her, müssten jeden Tag da sein.” Sie zum Tennislehrer “Die haben wir schon vor einem Monat bestellt und eigentlich müssten sie schon da sein.” “Soll ich in einem Monat wiederkommen?”, fragt der Tennislehrer. Nein, denke ich mir, da sind sie schon wieder aus. Schluss mit schweifenden Gedanken, jetzt volle Konzentration, denn ich bin in der Zwischenzeit vorgerückt und lege mein Paket in die Durchreiche. “Kann das sein, dass es in Irland keine Postleitzahlen gibt?” Ich werde verständnislos angesehen und erzähle dabei die Geschichte mit dem Hotel und meiner Internet-Recherche. Werde noch verständnisloser angesehen, weil ich der Post mit den depperten Emails das ganze G’schäft wegnehme. “Na, dann wird es schon so sein. Ich weiß es nicht”. Wir wickeln unser Transportgeschäft ab. Es gibt zwei Aufgabevarianten: Eine zu 8 Euro und eine günstiger. Ich zahle für ein faustgroßes mittelschweres Paket ohne Postleitzahl nach Irland 5 Euro 40 cent und habe ein mulmiges Gefühl, ob es die Ausgabe überhaupt wert ist. Wenn ich nämlich noch ca. 15 Euro drauflege, dann habe ich 2 Stunden Unterhaltung in einem Kabaret.

So war’s und zog von hinnen nach dannen. Nächstes Mal gehe ich ins Retropostamt, das ist auch besonders!

Die österreichische Post liegt im Argen. Es wird überlegt, aus Sparmaßnahmen Mitarbeiter zu kündigen und demzufolge Postämter zu schließen. Die Aufgabe der Postämter könnten kleine Nahversorger übernehmen. Dies will die Post aber nicht, weil ab 2011 das Postmonopol aufhört. Zur Zeit verfügt die Post über das Monopol der Standardbriefsendungen zu 55 cent. Alle anderen Sendungen dürfen bereits von anderen Dienstleistern erledigt werden.

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Taco Salad

Gesundheitsfanatiker werden die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Ja, dieser Salat ist in die Kategorie Hummerchips einzuordnen und trotzdem finde ich, schmeckt er saugut. Er ist stark gewürzt und würde jedem Wirt einen höheren Bierabsatz garantieren und daher sollten bei der Zutatenliste auch 1-2 Flaschen Bier stehen.
Bunter Salat für trübe Tage und Parties!

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Vom Taco Salad gibt es so viele Varianten, wie es auch für Wiener Schnitzel gibt. Hier ist meine Lieblingsmischkulanz, die ich gerne weitergebe.

Taco Salad
5-6 Portionen – 1 dag = 10g

1 Pkg Tortilla Chips Chili (im Sack bröselig zerdrücken)
1 Pkg Tortilla Chips neutral, Cheese, etc. für die Garnierung ganz lassen
1/2 kg Rindsfaschiertes
2 EL Öl
1 Pkg Tacogewürz
1 gr. rote Zwiebel, in Streifen geschnitten
1/2 D. Maiskörner
20 dag Cheddar grob geraffelt
30 dag Paradeiser in Würfel geschnitten
1/2 Häuptel Eisbergsalat, in kleinen Stücken
1 Avocado in Würfel geschnitten

Ranch Dressing
1/2 l Buttermilch
1/2 Becher Mayonnaise
1 TL Salz, Pfeffer
4 Knoblauchzehen zerdrückt
4 EL Limettensaft
1 Bd Petersilie gehackt

1 Glas Taco Sauce scharf oder mild, je nach Geschmack

Das Faschierte mit dem Fertiggewürz im Öl anbraten und beiseite stellen, um es auskühlen zu lassen.
Die Zutaten der Marinade in eine Flasche mit Drehverschluss füllen und ordentlich durchschütteln.
Alle Zutaten für den Salat, bis auf die Taco Chips (werden lätschert) in eine Schüssel geben und trocken gut durchmischen.
Kurz vor dem Anrichten die zerkleinerten Chips in einen Teller legen, darauf die Fleisch/Salat/Käsemischung geben, Dressing darübergeben, sowie 2 EL der Tacosauce. Mit geraffeltem Käse, einigen Avocadowürfeln garnieren und rund um den Salat die Chips wie eine Blüte anreihen.
Eine Flasche Corona mit einer Limette zustöpseln, weitergeben und bei der eigenen Flasche (damit ist nicht der Zweibeiner gemeint) mit dem Finger durchdrücken und genießen!

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Keinen Millimeter weitergekommen

Weil es mir gerade unterkam, erfreue ich mich gerade wieder an seiner Sprache, seinen Inhalten und daran, wie toll er die Wortmelodie einsetzen konnte. Und wir finden uns immer wieder, drehen uns im Kreis, da Heldenplatz, dort Kärnten.

Versuch einer Beschreibung der psychischen Verfassung des Österreichers an Hand des Falls Karl Schranz.

Quelle:akustischegalerien

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