Tagesarchiv: Dezember 1, 2008

Schweinsbratl vom fliegenden Schwein

Zufälliger Weise kamen zwei Dinge zusammen. Ein Freund, der aus dem Ausland zurückkehrte und eine Veröffentlichung einer vertonten Erzählung meines Blogfreundes Wilhelm Ruprecht Frieling, wo wir von fliegenden Schweinen hören und ich in der Zwischenzeit meines in die Pfanne werfe. Bitte hascht nach dem fliegenden Schwein, um “Schweine im Weltall” zu hören.

schwein
Klick auf das Schwein, um von Fliegenden zu hören.

Jetzt ist die Leser- und Hörerschaft freilich ordentlich strapaziert, wenn man im Ohr Schweine aus dem Weltall hat und zudem lesen soll. Denn dem österreichischen Nationalheiligtum Schweinsbraten (nicht -e-braten) wurde sogar literarisch ein Denkmal gesetzt, das sich fast liest, als wäre man bei kulinaria katastrophalia unterwegs und dabei ist es österr. Literatur, im Versmaß des Hexameters verfasst!

Brutzelnd, brätelnd und braun vom prasselnden Brande des Bratherds, /Prangte die prächtige Schnitte, verbrämt mit der breitesten Borte /Schwellenden Rückenfetts von der helleren Farbe des Bernsteins. / Riesig ragt die Rippe, umrillt von der weißen Manschette, / Über den Rand des Ovals, indessen das knusprig gebratne / Fleisch, das unter der Kruste die zarteste Faserung aufwies, /Herrlich vom kümmel- und knoblauchgesättigen Safte umspült war.
- Anton Wildgans

Schweinsbraten
mit Kartoffelknödeln, Grammelstrudel und Krautsalat mit Speck

Ablauf: Am Vortag Schweinsbraten und Knochen würzen
ca. 5 Stunden bevor das Essen fertig ist, das Kraut einsalzen
Braten ins Rohr schieben
Beilagen zubereiten

2 kg Schopfbraten ausgelöst, Knochen mitnehmen, da sie für den Saaaaft sooooo wiiiiichtig!
5 nußgroß Butterschmalz
2 Zwiebel mit Schale, geviertelt
1 Knoblauchhappel in Scheiben geschnitten
Suppe zum Aufgießen
Salz, Pfeffer, Kümmel gemahlen und im Ganzen
1/2l Suppe zum Untergießen und Übergießen

schweininger1 schweininger2 schweininger4
Am besten den Schopfbraten am Vorabend kräftig würzen. Nicht zu sparsam, denn das Fleisch ist ja dick und soll durch und durch nach etwas schmecken. Rechtzeitig vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen, damit das Fleischstück Raumtemperatur annehmen kann. Beim Einkauf sollte man darauf achten, durchzogenes Fleisch zu nehmen. Durch die längere Bratzeit brät sich das Fett so gut wie aus und außerdem hat man keine Schuhsohle am Teller.
In einer Bratpfanne das Butterschmalz zerlassen und die Knochen und Zwiebelviertel kräftig anbraten, dann das Fleisch auf die Knochen legen, mit Knoblauchscheiben belegen. Mit ca. 1/4 l Suppe untergießen. Den Rest der Suppe nach und nach zugießen und den Schweinsbraten damit übergießen.
Ins vorgeheizte Rohr schieben und bei 160°C eine dreiviertel Stunde braten, dann eine weitere Stunde bei 100°C weiterbraten und schließlich bei 70°C weiterschmurgeln lassen. Wer will, kann einen Bratenthermometer verwenden, denn die Kerntemperatur sollte ca. 55°C betragen. Der Vorteil der Niedergarmethode liegt daran, dass das Fleisch auch nach längerer Bratzeit wunderbar saftig und weich bleibt. Und beim Schweinsbraten ist einfach die lange schmurgelnde Bratzeit ganz wichtig, damit er auch gut schmeckt.
Ganz wichtig: Vor dem Aufschneiden sollte das Fleisch in Alufolie gewickelt etwa 10-15 Minuten rasten. Dann verteilt sich der Saft im Fleisch und rinnt nicht gleich heraus. Während der Rastzeit, den Saft mit Wasser aufkochen und die Bratenrückstände vom Pfannenboden lösen. Ich lasse den Saft gerne natur, man kann ihn aber gerne mit einem Stückchen (tiefgefrorener, weil emulgiert besser) Butter montieren.

Kartoffelknödel (Rezept nach Liesl Wagner-Bacher) 1 dag = 10g
1 kg heiße, geschälte und gepresste runde (mehlige) Erdäpfel
20 dag Erdäpfelmehl (eventuell eine Spur mehr, damit sich schöne runde Knödel formen lassen)
6 Dotter
10 dag flüssige Butter
2 EL Grieß
Salz, Pfeffer, Muskatnuss gerieben

Alle Zutaten zusammenmischen, zu Knödel formen und in leicht siedendes Wasser plumpsen lassen. Darin ca. 10-12 Minuten ziehen lassen.

Grammelerdäpfelstrudel

1 Pkg Strudelteig (für 2 Strudel)
1 kg Erdäpfel, gekocht, geschält, grob zerdrückt
Petersil gehackt
1 Zwiebel gehackt
20 dag Grammeln gehackt
2 Knoblauchzehen gehackt
Salz, Pfeffer, Butter zerlassen

Grammeln in der Pfanne anrösten, Zwiebel dazugeben, eventuell ein wenig Öl zum Anrösten zugeben. Zu den zerdrückten Kartoffeln geben, sowie die gehackten Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer, gut vermischen. Den Strudelteig auf ein feuchtes Tuch auslegen, mit Butter bestreichen, die Fülle auf das untere Drittel geben, links und rechts die Längsseiten einschlagen und straff einrollen. Mit Butter bestreichen, auf ein gefettetes Blech legen und bei ca. 180°C braun backen – dauert ca. 15-20 Minuten

kraut2Krautsalat mit Speckwürfel

1 Krautkopf
25 dag Bauchspeck würfelig geschnitten
Essig, Wasser, Salz, Pfeffer, Kümmel, Öl

Ein Krauthappel fein nudelig (in der Küchenmaschine) schneiden, einsalzen und beschweren. Das Kraut sollte mindestens 2 Stunden eingesalzen marinieren, damit es schön mürb wird – besser wäre es , wenn es länger durchziehen kann.
Die Speckwürfel in einer Pfanne ausbraten und knusprig werden lassen.
In einem Topf die Marinade zusammenmischen und aufkochen lassen, allerdings kein Salz zufügen, weil das bereits mit dem Kraut mariniert. Die heiße Marinade über den Krautsalat gießen und mit Speckwürfel toppen.

Und wie war Rupis Geschichte?

schweininger3 und prost klick auf’s Bild bist beim Weingut.

25 Kommentare

Eingeordnet unter Ent(e)deckt, küchenente