Monatsarchiv: Februar 2009

Vom Autor selbst gelesen

Eine sehr interessante internette Seite ist mir kürzlich aufgeschlagen worden.

www.zehnseiten.de

Zehnseiten zeigt, man kann auch ganz ruhig, nicht hektisch flimmernd, gut durchstrukturiert und mit schlanker Farbästhetik eine Webseite aufbauen. Das gefällt mir schon einmal von der Aufmachung sehr! Hier liest der Autor persönlich seine (liebsten?) zehn Seiten aus seinem Werk. Sehr interessant, wie er es selbst interpretiert und dass die wenigsten Autoren schön lesen können. Na gut, dafür können sie gut schreiben. Ganz ist mir nicht klar, wie es zu der wöchentlichen Auswahl der Bücher kommt, aber es scheint verlagsunabhängig* zu sein.

Auf dieser Seite stöbert man, wie man es sonst in einer Buchhandlung tut. Man nimmt ein Buch zur Hand, blättert darin, liest einen Satz oder ganzen Absatz und lässt sich zum Kauf inspirieren. Ich habe mir durch diese Seite das Buch “Liebesgeschichte” von Franzobel gekauft. Liegt aber leider noch immer verpackt rechts neben mir – muss erst Zeit finden.

*Rupi meinte dazu, die Seite ist leider nicht verlagsunabhängig. Schade!

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Es faschingt!

Wenn der Wiener im Fasching am Auszucken ist, dann spielt es Opernball. Sonst sind wir eher normal und gehen unserem normalen Tagwerk nach. Wir schneiden keine Krawatten ab und schlagen auch kaum Funken auf Bühnen. Wir lachen das ganze Jahr und nicht einmal hinter vorgehaltener Hand.

Süße Begegnungen gab es heute:
Eine Prinzessin mit Strickmütze und obenauf dem Krönchen, ein Pirat, ein Feuerwehrmann, eine ziemlich hergenommene Biene (sie schlief fix und foxi im Buggy) und ein Koch!

Mich freut es, dass es wieder traditionelle Verkleidungen gibt – altmodisch, wie ich bin.

Sonst muss ich der werten Bloggerschaft mitteilen, sie solle sich bitte in Geduld üben. Ich versuche gerade mit Ach und Krach mein Arbeitspensum mit dem mir zur Verfügung stehenden Zeitfenster in Einklang zu bringen. Leider bin ich um Stunden im Hintertreffen. Ich warte einmal ab, ob sich nicht irgend etwas von selbst erledigt. Zum Bloggen komme ich leider nicht, obwohl es schon wieder so verrückte Dinge zu erzählen gibt.

Momentanes Wohlfühlklima:
tulpen
Leicht hängend, trotz ausreichender Nahrung.

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Amazing Austrian

Gibt was her, oder?

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Die Merkel und Ich

winterasternChrysanthemum Indicum Hybride – Winterastern,
haben etwas mit der Merkel und mir gemein. Wen’s interessiert, geht ein Bloghäuschen weiter und hört mir zu.

Danke an brunopolik, der mich eingeladen hat, hier ein wenig Unfug zu treiben. Nicht professionell, aber perfekter Unfug.
Noch mehr Gelesenes - klick auf das fliegende Schwein.

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Alles Walzer!

Wie zufällig war ich heute wieder, am Tag des Opernballs in der Stadt. Ist mir erst aufgefallen, als mir Leute mit Frack und ohne Mantel entgegenkamen.

Beim gestrigen Club2 bin ich fast eingeschlafen. Es ging darum, ob es ethisch vertretbar wäre, bei so einer Wirtschaftskrise, die momentan das Land schüttelt, einen Ball der (Finanz)Superlative zu veranstalten. Holender, sonst der Kettenhund des Opernhauses war relativ zahm. Nur einen Seitenhieb an die ehemalige Ballorganisatorin Lotte Tobisch ließ er los, die damals, als die Truppen im Irak einmarschierten, den Ball absagte. Er hieß das gar nicht gut, sie hätte sich über die Interessen des Opernhauses hinweggesetzt und ihre Kompetenz überschritten, so meinte er.

Dafür hat ihm der Ö3 Callboy ordentlich zugesetzt und einen Schreck eingejagt, den er nur mehr oder weniger goutierte. “Wenn es den Radiohörern gefiele, dann findet er diesen Spaß gerecht.” Gehört, wie der herumkeift und giftelt. “Wo ist die Stürgkh”, hat er geplärrt. Hätte ich den als Chef, ich würde ihm jeden Tag die Augen auskratzen und würde trotzdem in den Himmel kommen. So ein Giftzwerg. Na, ich hab den noch nie mögen. Er und das Gürteltier …

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Um sieben mussten die Damen und Herren der Eröffnung schon gestellt sein. Manche kamen sogar mit dem Trolley an, was da wohl drinnen war?

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Gezogen hat es, wie in einem Vogelhaus!

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Jetzt ist da der Teufel los. Ich habe schon geschaut, der Marikka Lichter sind fast die Krapferln aus dem Brustgeschirr gehupft und die Sarata hat “türkis” gekreischt. Viele Frauen sind in Lila, aber zu der Farbe sagen sie irgendwie anders.

Ich zieh mir schnell die Fellpatscherln über und geh jetzt schauen.

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Was twittert so schön von nah und fern …

Wer was auf sich hält, vögelt bei Twitter und singt dazu.

chicken7Selbstverliebte Gedankenrülpser werden da wie dort losgelassen. Man “folgt” jemanden und wird von anderen “verfolgt”. Kann sich kaum mehr ungeniert am Hintern kratzen, um nicht ungefragt eine ebensolche Inimität serviert zu bekommen. “Hilfe, wo ist meine Kontaktlinse”, “Ich hatte gerade einen Festplattencrash” – und womit zwitscherst du gerade? Vielleicht mit dem Kammpel? “Was machst du?” “Blöd aus der Wäsch schauen” … der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Niemand übt sich in Bescheidenheit, wenn er dem Trend folgt, weil es vermutlich ohne nicht mehr geht. Jeder, wie er will.
Obama soll auch dabei sein.
Soll ich mich als Schwarzenegger anmelden – who cares? Mist zu spät, da war schon einer vor mir da.
Armin Wolf ist ein sehr selbstverliebter Nachrichtensprecher, der bei uns auf “Anchorman” macht. Er lässt einfach keine Sekunde aus, um ja im Mittelpunkt zu stehen. Irgendwann wird ihn vor Stress einmal der Schlag treffen. Hoffentlich checkt er es vorher, es wäre seiner Schönheit abträglich. Übrigens glaube ich, er färbt sich seine Glatze. Schaut er bei einem Interview der ZIB zum eingeblendeten Gesprächspartner, dann kann man von hinten seine braune Glatze sehen. Schon bemerkt? Die Haut seiner Glatze, die normalerweise jungfräulich rosarot glänzt, ist braun und matt, wie seine Haare. Gibt es eigentlich eine Glatzenfarbe und in welchen Nuancen?

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Alle sieben Wellen

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Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen ist die schönste Liebesgeschichte seit der Love Story. Ein Buch, das ich so etwa mit 14 Jahren las und dabei Rotz und Wasser heulte. Zugegebener Maßen, das von Glattauer gewählte Thema ist nicht unbedingt frisch (You’ve Got Mail), aber doch hat er es auf eine ganz andere Weise umgesetzt, dass sich daraus eine wundervolle Erzählung machen ließ. Ja, es sind sogar zwei Bände geworden und das Schöne daran ist, der zweite Band fällt um kein bisschen ab und behält seine prickelnde Spannung! Lesefaule können auch erst bei der Fortsetzung einsteigen, denn der Autor bindet geschickt ein, was im ersten Band passierte, ohne zu langweilen. Es würde aber dem Leser etwas entgehen, wenn er ihn nicht genießen würde.

“Wie es mit uns weitergehen soll, Leo? – Weiter wie bisher. Wohin? – Nirgendwohin. Einfach nur weiter. Du lebst dein Leben. Ich lebe mein Leben. Und den Rest leben wir gemeinsam.”

Gut, so einfach ist es nicht, wie es sich am Buchumschlag ließt. Auch wenn jetzt viele nicken, genau das wäre das Idealrezept für eine Liebesbeziehung, die per Email passiert. Alle haben wir geliebt, lieben, mit Höhen und Tiefen, mit Freudentränen und heftigen Streitgesprächen – wir verstehen Emmi und doch verstehen wir sie nicht. Wäre Leo der Paradewunschschwiegersohn, oder handelt man sich mit ihm nur Probleme ein?
Dieses “ich will, ich will dich nicht”, zuwarten, fordern, über Jahre hinweg und in welcher Form es geschieht, geht ein wenig am Realismus vorbei, denn ganz so glatt und harmonisch lebt es sich nicht, besonders unter widrigen Umständen. Aber wir wollen ja keinen Spiegel vorgehalten bekommen, sondern in eine Geschichte eintauchen, die uns lachen und auch weinen lässt. Bis zum Schluss hält der Autor die Spannung und man weiß eigentlich nicht, ob sich die beiden finden oder nicht. Wir fiebern mit, geben Emmi oder Leo gedanklich gute Ratschläge, was er sagen soll, wann er sein Email nach gewisser Absenz absenden soll, um mit taktischem Gefühl zu agieren. Hat Emmi frauentechnisch gut reagiert? Umgarnt sie ihn geschickt wie einen Kettenhund?

Beide Bücher sind in einem leichten, grazilen Stil geschrieben. Glattauer hat eine schöne, normale Sprache, nicht hochtrabend aber mit Raffinessen. Er jongliert mit seinen Worten und malt Bilder, die wie Wölkchen über dem Lesehimmel schweben. Die Geschichte ist, wollen wir ganz pragmatisch sein, ein wenig unrealistisch, dass alles so ablaufen kann. Trotzdem fühlt man sich während und nach beiden Büchern nicht betrogen. Es könnte so sein, so wie es ist!

Glattauer hat bei mir einen schweren Stand und zwar nicht von literarischer Seite her, sondern eher was seinen Namen anbelangt. Ich würde ihn so gerne Glatterauer nennen, weiß nicht wieso, zügle mich und immer wieder rutscht der Name falsch heraus. Ich denke, er wird damit leben müssen und es wird seinem Erfolg keinen Abbruch tun.
Glaubt man ihm, er hätte sich tatsächlich noch nie per Email verliebt? Kann so ein intensiver Inhalt nur im Kopf entstehen? Und hat er sich denn gut in Emmi hineingelebt? Das alles wäre für mich diskussionswürdig.
Vielleicht hat man bei einer seiner Lesungen die Möglichkeit, dies anzusprechen.

Viel Spaß beim Lesen!
Noch was von ihm: Rainer Maria, die verliebte Nacktschnecke (Dabei trifft mich gerade der Umschlag: Emmi heißt Rothner und im Nacktschneckenbuch hat eine gewisse Roither die Illustrationen gemacht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.)

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Kasnockn

Auf hochdeutsch sagen wir “Käsenockerln”.
Wobei man in Ostösterreich “Nockerln” sagt und im Westen “Spätzle”, die ganz westlich gelegenen fast Abtrünnigen sagen “Knöpfle”. Andere Bezeichnungen sind mir jetzt ad hoc nicht geläufig.
Das Wort “Nocken” sagt man auch für eine dumme Frau, dann ist sie “a blede Nockn”. Mit “Nockerlaquarium” bezeichnet man eine Hauswirtschaftsschule, wo vornehmlich Nockerln von Nocken gekocht werden.

Die Nockerl, macht man sie selbst, sind schon wesentlich günstiger herzustellen, als die vorangegangenen Krautfleckerln, die man um den horrenden Preis von 1,79/50 dag kaufen muss.
Beim Käse kann man ruhig Reste von Edamer, Gouda, Emmentaler, Bergkäse etc. verwenden und kann dadurch auch den Geschmack bestimmen, wie kräftig die Kasnockn schmecken sollen. Die nachfolgende Portion kostet knapp über einen Euro, ca. 1,20 wenn es hoch kommt.

Für die Nockerl (1 dag = 10g)
30 dag Mehl
1 Ei
1/4 l Milch
3 dag zerlassene Butter
Salz für den Teig und für das Kochwasser

Die Zutaten werden miteinander verrührt. Man sollte den Teig mit einem Kochlöffel so lange abschlagen, bis er glatt wird. Rührt man ihn mit der Rührmaschine, dann wird das Mehl zu klebrig und zäh und der Teig ebenso. Den Teig ein wenig rasten lassen, damit das Mehl anziehen kann. In der Zwischenzeit einen großen Topf Wasser zustellen. Wenn das Wasser leicht siedet, gut salzen, den Nockerlhobel darauflegen und zügig die Nockerl ins Wasser reiben. Zwischendurch immer mit einem Knödelheber durchmischen, damit sich die Nockerl nicht an der Oberfläche zusammenklumpen. Die Nockerl sind rasch gar, was daran erkennbar ist, wenn sie an die Oberfläche schwimmen. Abseihen und kalt abschrecken.

2 EL Butterschmalz mit 3 in Ringen geschnittenen Zwiebeln braun rösten. 3/4 der gerösteten Zwiebelringe aus der Pfanne nehmen, die Nockerl zugeben und kräftig abschmalzen. Dann gibt man den geriebenen Käse dazu (ca. 15-20 dag, je nach Geschmack) und pfeffert kräftig nach. Ist der Käse zu zäh, kann man ruhig einen Schuss Milch oder Obers dazugeben, damit er die Nockerl ein wenig cremiger umhüllt. Zum Schluss kommt der geröstete Zwiebel als Topping darauf.

kasnocken
In Schihütten wird dieses Gericht in einer Eisenpfanne auf einem geschnitzten Holzgestell serviert. Ich habe meine vor vielen Jahren aus der Ramsau nach Hause gebracht. Im ländlichen Bereich war es früher durchaus üblich gemeinsam aus einer “Rein” = Pfanne zu essen. Heutzutag freuen sich die Touris – hiesige wie andere – wenn dieses Gericht zünftig serviert wird.
Abgewandelt können die Nockerln in vieler Hinsicht werden: Wenn man statt dem Käse, 2 – 3 verquirlte Eier darüberschlägt – dann sind das Eiernockerl. Gibt man dem Teig ein wenig passierten Spinat dazu, dann werden daraus Spinatnocken, die man in einer Schinkengorgonzolasauce serviert.

Weitere Rezepte für wenig Geld finden sich bei Klostersuppe mit Haube

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Das Lied zum Wochenende

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Kuh munity

Ein Blog für Häkeldeckchen, einer für Kochmützen, einer für Weibertratsch, einer für Buchbesprechungen, einer für Twitterei und so geht es immer munter weiter.

Wenn der Mensch für jeden neuen Blog etwas zahlen müsste, dann gäbe es vermutlich nur ein Zehntel an Blogs, die es jetzt gibt.

Nun betreibe ich hier einen Gemischtwarenhandel. Ich rede heute darüber, wenn meine Verdauung nicht passt, morgen darüber wenn mich etwas ärgert, übermorgen, wenn ich jemanden ärgere und überübervorgestern wenn ich etwas für die Verdauung machen möchte, sprich kochen. So ergibt dies irgendwann einen Kreislauf (Katzen jagen gerne ihren eigenen Schwanz – Katzenblog fehlte noch), der wunderbar in einen Blog passt. Ich wohne in einer URL-Straße, lasse mich da häuslich nieder, lebe ganz unbeschwert ohne Erhaltungsarbeiten und bleibe als Gewohnheitsmensch ein Weilchen hier kleben. Arrangiere mich damit, dass die Haustüre dieses Häuschens manchmal klemmt, trete dagegen, oder fluche unflätig. Das alles dient wunderbar als Puffer und Aggressionsabbauer. Nur der gichtige rechte Mauszeigefinger macht mir ein wenig Sorgen, den kann man aber im linken Ohr verstecken. Huhuuu!

Wieso also zwei und mehr Blogs haben, außer ich mache auf Bloggeschäft (Gott soll bittschön abhüten)?

Meine Güte, was ist es spät.
Die Ente schiebt sich die Zahnbürste hinters Ohr, dreht das Licht ab und – Mein lieber Schwan, wo und wie schlafen eigentlich Enten?

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