Kasnockn

Auf hochdeutsch sagen wir “Käsenockerln”.
Wobei man in Ostösterreich “Nockerln” sagt und im Westen “Spätzle”, die ganz westlich gelegenen fast Abtrünnigen sagen “Knöpfle”. Andere Bezeichnungen sind mir jetzt ad hoc nicht geläufig.
Das Wort “Nocken” sagt man auch für eine dumme Frau, dann ist sie “a blede Nockn”. Mit “Nockerlaquarium” bezeichnet man eine Hauswirtschaftsschule, wo vornehmlich Nockerln von Nocken gekocht werden.

Die Nockerl, macht man sie selbst, sind schon wesentlich günstiger herzustellen, als die vorangegangenen Krautfleckerln, die man um den horrenden Preis von 1,79/50 dag kaufen muss.
Beim Käse kann man ruhig Reste von Edamer, Gouda, Emmentaler, Bergkäse etc. verwenden und kann dadurch auch den Geschmack bestimmen, wie kräftig die Kasnockn schmecken sollen. Die nachfolgende Portion kostet knapp über einen Euro, ca. 1,20 wenn es hoch kommt.

Für die Nockerl (1 dag = 10g)
30 dag Mehl
1 Ei
1/4 l Milch
3 dag zerlassene Butter
Salz für den Teig und für das Kochwasser

Die Zutaten werden miteinander verrührt. Man sollte den Teig mit einem Kochlöffel so lange abschlagen, bis er glatt wird. Rührt man ihn mit der Rührmaschine, dann wird das Mehl zu klebrig und zäh und der Teig ebenso. Den Teig ein wenig rasten lassen, damit das Mehl anziehen kann. In der Zwischenzeit einen großen Topf Wasser zustellen. Wenn das Wasser leicht siedet, gut salzen, den Nockerlhobel darauflegen und zügig die Nockerl ins Wasser reiben. Zwischendurch immer mit einem Knödelheber durchmischen, damit sich die Nockerl nicht an der Oberfläche zusammenklumpen. Die Nockerl sind rasch gar, was daran erkennbar ist, wenn sie an die Oberfläche schwimmen. Abseihen und kalt abschrecken.

2 EL Butterschmalz mit 3 in Ringen geschnittenen Zwiebeln braun rösten. 3/4 der gerösteten Zwiebelringe aus der Pfanne nehmen, die Nockerl zugeben und kräftig abschmalzen. Dann gibt man den geriebenen Käse dazu (ca. 15-20 dag, je nach Geschmack) und pfeffert kräftig nach. Ist der Käse zu zäh, kann man ruhig einen Schuss Milch oder Obers dazugeben, damit er die Nockerl ein wenig cremiger umhüllt. Zum Schluss kommt der geröstete Zwiebel als Topping darauf.

kasnocken
In Schihütten wird dieses Gericht in einer Eisenpfanne auf einem geschnitzten Holzgestell serviert. Ich habe meine vor vielen Jahren aus der Ramsau nach Hause gebracht. Im ländlichen Bereich war es früher durchaus üblich gemeinsam aus einer “Rein” = Pfanne zu essen. Heutzutag freuen sich die Touris – hiesige wie andere – wenn dieses Gericht zünftig serviert wird.
Abgewandelt können die Nockerln in vieler Hinsicht werden: Wenn man statt dem Käse, 2 – 3 verquirlte Eier darüberschlägt – dann sind das Eiernockerl. Gibt man dem Teig ein wenig passierten Spinat dazu, dann werden daraus Spinatnocken, die man in einer Schinkengorgonzolasauce serviert.

Weitere Rezepte für wenig Geld finden sich bei Klostersuppe mit Haube

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17 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

17 Antworten zu “Kasnockn

  1. Eine gute Eisenpfanne auf einem schönen (Zirben)Holzbrett – der Herr Wienermädel weiß schon, was er demnächst essen will!

    Sprachlich darf ich vielleicht hinzufügen: im Salzkammergut heißen sie Kasspatzn und werden auf Wunsch mit Steirerkas zubereitet (was für manchen eine Herausforderung bedeuten kann).

    Liebe Grüße

  2. wieder was gelernt. Das nächste Mal wird von Hand abgeschlagen, nicht mehr mit der Küchenmaschine.

  3. @Wienermädel: Ich kenne auch die “Wasserspatzen”, die nur mit Mehl und Wasser gemacht werden. Das habe ich aber auch noch nie probiert.
    Steirerkas ist tatsächlich eine Herausforderung, das stimmt! Den nennt man glaube ich auch Handkas, oder?

    @lamiacucina: Das sind so Wissenschaften, die man von den “alten Köchinnen” mitbekommt. Man sagt zum Beispiel auch, ein Krapfenteig (Germ) wird nur gut, wenn er mit der Hand ewig lange geschlagen wird. Wenn ich mir überlege, wie ein Germteig sich manchmal um den Knethaken wurstelt und in der Rührschüssel wie ein lediges Kind herumgeschoben wird, dann dürfte das schon stimmen. Aber ich habe einfach nicht den Ärmel und die Ausdauer, den Teig zu schlagen. Außerdem braucht man dafür einen ordentlichen Weitling. Ich verliere mich schon wieder im Kommentar. :)

  4. ich dachte schon, jetzt kommt der Strudel…

    Ja, solche Pfannen erinnern mich an Essen oben in 2000 meter und mehr in österreich!!!!

  5. Ja, du bist eine Wissende. Der Steirakas ist mit dem Handkas verwandt, der nur von den Sennerinnen im Sölktal hergestellt wurde, ein Graukäse in harten, großen Brocken, der zerrieben auf das Butterbrot gebröselt wird oder eben auf Kasspatzen, abgeschmalzene Wasserspatzn (auch das weißt du)mit dem Kas.
    Außerdem macht man im ganzen Ennstal die Steirerkrapfen (Roggenkrapfen) mit Steirerkas.
    Das alles ißtman meiner Meinung nach nur, wenn man damit aufgewachsen it oder aus Liebe.

  6. @Bolli: Der Strudel kommt. Und was ist, wenn der Teig nichts wird? :-))

    @Wienermädel: Danke für die Info, das war sehr interessant. Da gibt es ja ein Rezept bei euch im Blog. :)
    Stinkerten Käs liebt man, oder lässt ihn bleiben. Ein richtig schönes Winteressen ist übrigens Quargel auf einem Schwarzbrot. Das haben wir früher viel gegessen. Muss ich gleich wieder kaufen. Ob ich den noch riechen kann, wenn er schön reif ist?

  7. auf der Alpe habe ich desöfteren Knöpfli gegessen. mit Bergkäse einfach ein Traum.
    aus der Rein, haben wir oben auf der Alpe das Mehlmus gegessen. voll lecker.
    ich finde es immer wieder faszinierend, das wir Österreicher uns als Speisen benennen wenn wir schimpfen.

  8. aus der rein tad i jetzt a gern essn! der steyrer nockerlteig wird oft nur mit mehl, wasser und etwas öl g’macht..

  9. @weltbeobachterin: Mehlmus weder gehört noch gegessen. Das klingt fast wie Einbrenn. Blede Gurkn! :DDDD

    @Lokalreporter: Wasserspatzn sind das. Da ist kein Ei dabei, deswegen habe ich mir gedacht, die Nockerln müssen zach wie Gummi sein. Nie ausprobiert! :)

  10. Also, “noch weiter im Westen”, das dürfte ja das Elsaß sein… zumindest im Münstertal sind “Spätzle” langfädig, während Knepfle eher rund-knubbelig sind. Der Teig ist der gleiche, die Form verschieden.

  11. @Wolfram: Sooooo weit schaue ich nicht. Ich meine unsere Xsiberger.
    Ich kenne die Zubereitungsart der Spätzle, die vom Brett ins Wasser geschnitten werden. Aber ich glaube, das ist zu uns rübergeschwappt und hat keine österr. Tradition. Hier wird “gehobelt”, oder auch mit einem Löffel ausgestocken. Das sind dann aber so fundamental große Nocken, da ist man nach drei Stück satt.

  12. @lilly – gumminockerl schmecken richtig gut gefüllt mit hascheé, als ghackknädl zb – oder halt als nockerl zum gulasch. für kasnockn braucht man schon ei und butter..

  13. Ich hätte gern eine Großfamiliengroßpackung für 32.00 Euro!!!

  14. @gDino: Da muss ich ja dividieren und fragen, wie viel ist 1,20 in 32, um die Zutaten hochzurechnen.
    Das geht so: Man setzt sich einfach ungeniert an den Tisch, wartet, bis man eine Gabel bekommt und haut rein, ohne vorher ein Vielfaches zu berechnen. ;-)

  15. ist eher ein Mehlkoch. so wie Grießkoch, nur mit Mehl statt Grieß und lecker. weiß aber nicht wie man das macht! Du Wafferl

  16. Hast Du mir ein paar warmgehalten – mjami, sind die köstlich und wie die aussehen.

  17. @weltbeobachterin: Das kann ich mir geschmacklich nicht (gut) vorstellen, aber wenn du sagst …

    @rufus: Wo bist du denn jetzt gerade? gibt es dort auch Kasnocken?

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