Ein Wort, das mir einmal irgendwie im Magen quer liegt. Ich weiß nicht, wie andere sich dabei fühlen, wenn sie dieses Wort hören, aussprechen oder fühlen.
Es ist eine andere Umschreibung für Streik.
Generell ist Österreich ein sehr streikarmes Land. Als guter Blogger, müsste ich jetzt einen Link zu Statistik Austria finden, der belegt, dass es so ist. Es ist aber so. Wenn wer bei uns streikt, dann ist es unsere marode Airline – und zwar speziell das Bodenpersonal, das sind nämlich die „underdogs“ der AUA, die für einen Apfel und ein Ei arbeiten. Und dann sind es unsere Lehrer, die meiner Ansicht nach gar nicht so schlecht mit ihrer Bezahlung bedient sind.
Vom Gefühl her, liegen die Lehrer in der Streikstatistik sehr knapp dahinter. Das Lehrpersonal, so sage ich als leidgeprüfte Schülerin, die in der Oberstufe immer unter den Spitzenreitern der Fehlstunden zählte, sind Lehrer für mich ein rosarotes Tuch. Ich mag kein Rosa, Rot aber schon.
Letzte Woche, oder vielleicht auch schon früher, hat unsere Unterrichtsministerin den abwegigen Vorschlag gemacht, unsere Lehrer sollten doch zwei Stunden mehr hackeln. Eine vernünftige Argumentation von Ministeriumseite ist mir jetzt nicht im Kopf, was aber nicht verwunderlich ist, denn Lehrer und dazugehöriger Proporz haben ein außerordentlich schlechtes Image in der österreichischen Bevölkerung. Ich denke aber, 50% der Bevölkerung denkt sich, zwei Stunden mehr (das sind zehn !!!! Prozent Mehrarbeitszeit) sind total ok, wenn ein Haufen der Arbeiter und Angestellten zur Kurzarbeit aufgerufen werden.
Die Lehrer sehen das allerdings als Affront, weil Turnlehrer und Zeichenlehrer (ja, ich polemisiere) so viel Vor- und Nacharbeit in ihrer Unterrichtszeit haben, dass sie sich ohnehin als unterbezahlt sehen. Kann mir wer kurz aushelfen, wie viel Urlaubstage ein Lehrer hat? In Wien sagen wir: „Das is a g’mahte Wiesn“, „ollaweui ma hettat so an Dschob, wo ma so wenich hackln miassat.“. Viele, der Altgedienten sind pragmatisiert, das heißt unkündbar. Und interessanter Weise, sind das die Lehrer, die man als Eltern gedanklich auf den Scheiterhaufen schicken würde. Hexenverbrennung pur! Die Jungen sind im Normalfall total engagiert und gerade die arbeiten unter sehr widrigen Bedingungen.
Kommen wir auf den status quo zurück. Schmied = BM für Unterricht, Kunst und Kultur bleibt beharrlich bei ihrer Forderung, droht mit Rücktritt (fürcht – jeder Mensch ist ersetzbar …) und bekommt natürlich Rückendeckung vom roten (Bundeskanzler)Lager. Wir erinnern uns, Faymann hat die Kasperlstimme. (Ein kluger Blogger verlinkt jetzt auf seinen eigenen Blogeintrag, aber ich will jetzt nicht suchen – sorry.)
Die Schulen sagen ausdrücklich sie streiken nicht, aber sie rufen zu einer Dienststellenversammlung auf. Die Ministerin meint, der Unterricht soll dabei nicht beeinträchtigt werden. Die Lehrer zeigen ihr den Stinkefinger und machen bundesweit ihre Dienststellenversammlung zwischen 8.oo – 10.oo Uhr. Außerdem kramt irgendein gelangweilter W.xx.r (ich schreib extra nicht „ch“ statt „xx“ damit google etwas zu denken hat) in ihren Abrechnungen und findet heraus, Frau Ministerin lässt sich für länger dauernde Auftritte unter Scheinwerferlicht ein Airbrush-Makeup“ machen. Dank Frau Ministerin weiß ich, dass es so etwas gibt. Ich dachte immer nur, man verschönert mittels Airbrush die Motorhaube eines Opels (kauft Opel, die krachen auch wie eine resche Kaisersemmel – sch..ß Wirtschaftskrise, man kommt vom Hundertsten ins Tausendste). Und so passiert es, dass die Tageszeitung „Der Standard“ eine winzige Spalte dem Anliegen der Ministerin widmet, die Versammlung nicht während der Dienstzeit zu machen. Dafür gibt es vier fette Spalten, die das Thema des „Airbrush-Makeups behandeln, wobei mir trotz der Länge des Artikels noch immer keine Empfehlung gegeben wurde, wo Frau Ministerin hingeht. Ich mein, man kommt auch ins Alter und in Falten … that’s why I’m asking for ….
Ortswechsel: In und aus der Schule.
Generell werden Informationen aus der Schule nur mehr per Download von der Homepage angeboten. „Weil die Kopierkosten so hoch geworden sind“. Die Eltern berappen für Kopien aber 25 Euro im Jahr, um diese Kosten abzudecken. Wenn es aber zu einer Dienststellenversammlung kommt, dann schreiben wir in 14pt mit 1 1/2 zeiligem Abstand eine Rechtfertigung, warum wir am Donnerstag zwischen 8 und 10 ein Kamingespräch in der Schule machen und kopieren das für Schüler UND Eltern. Die Schüler werden eindringlich darum gebeten , es unterschreiben zu lassen, wo sich sonst kein Schwein darum kümmert, ob irgendwelche Infos durch Unterschrift zur Kenntnis genommen werden.
Außerdem werden Maturanten von sozialistischen Gewerkschaftslehrern befragt, wie sie die Lage beurteilen. Wie Maturanten objektiv dieses Thema kommentieren, brauche ich wohl nicht extra auszuführen. So sind unsere Pädagogen, die sich im Schulbetrieb als Frau oder Herr „Professor“ betiteln lassen. Ein Titel, den sonst nur Universitätsprofessoren tragen.
Die Argumentation für die Versammlung während der Dienstzeit, die dezidiert kein Streik ist!
Zwei Stunden mehr, heißen nicht mehr Schulqualität.
Weil die Lehrer deswegen nicht mehr Zeit haben. (Aha, was machen sie mit den 2 Stunden? Noch dazu wo jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge gerade in die Schule drängen.)
Die jungen Lehrer werden gekündigt. (Stimmt das? Und wenn ja, vermutlich deswegen, weil die alten -ungustigen- Hasen auf ihren Posten sitzen.)
Man surft auf der Qualitätsschiene, hört aber von den Lehrern NIE wie sie diese verbessern wollen. Ganz im Gegenteil redet sich der Lehrkörper immer auf das Ministerium aus, warum die Lehrer ihren Lehrauftrag (Stichwort PISA) nicht erfüllen können. Fällt ihnen dieser Widerspruch gar nicht auf?
„Wir wollen mehr Zeit für Ihr Kind“ – nicht weniger. Plus zwei heißt eigentlich mehr und nicht weniger. Kann mir wer in Mathe helfen?
Dividieren heißt gerecht teilen – wenn die Industrie Kurzarbeit macht, wieso sollen dann Lehrer nicht auch einen Beitrag leisten. Oder was ist gerecht?
Pflichtschauen: Bei Cremers Fotoblog! Ich frage mich, ob der Titel zufällig so lautet, oder ganz gezielt darauf hinweist.
Dazu muss man sagen, dass ungefähr 90% der Lehrerschaft weiblich ist. In dieser abfotografierten Lodenfraktion aber fast nur Männer vertreten waren, die knapp vor der Pensionierung standen. Außerdem kenn ich die Frau Gewerkschafterin von irgendwo und ich weiß nicht woher. Kann mir wer helfen? Ich kenn die Tussi. Hilfe, ich werde doch nicht bei einem Kindergeburtstag mit ihr auf einem Tisch gesessen sein. Doppeltes Hexenkreuz hinterm Rücken verstecke.