Monatsarchiv: Juli 2009

Austroafrikanische Eissorte

Was assoziiert man mit Sommer?

Hitze – Eis – Loch

Miteinander kombiniert: Hitzestau, neue Eissorte und Redaktionssommerloch führen zu etwas eigenartigen Berichten.

Der Mohr hat in Österreich Tradition. Und zwar in einer Form, die in keinster Weise eine Beleidigung darstellt.
Er ist seit über 100 Jahren Firmenlogo eines alteingesessenen Lebensmittel-Imperiums. Also Imperium leider nicht mehr, weil heruntergewirtschaftet. Begonnen hat es mit dem Import von Kaffee und Kakao. Ich nehme an, daher kommt auch die Affinität zum Mohren und zur Kreation des Logos.

Wie lange es den “Mohr im Hemd” in der österreichischen Mehlspeiskultur gibt, weiß ich nicht. Ein luftig kleiner, warmer Schokokuchen (lang bevor der Schokokuchen mit weichem Kern modern wurde), mit Schokosauce und Schlagobers = Hemd.
Niemals hat sich jemand darüber aufgeregt.
Jetzt gibt es von einem bekannten Eisproduzenten nach dem Apfelstrudeleis, das Mohr im Hemd Eis. Der Slogan “I will mohr” ist für meine Begriffe wenig kreativ und etwas grenzdebil, aber wenn einem in der Hitze nichts besseres einfällt und man damit trotzdem Geschäfte machen kann, soll es so sein!
Simon Inou, vom Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit ist empört: “Solche Wörter sind für Schwarze im deutschsprachigen Raum eine der schwersten Beleidigungen.”
Der Mohr ist ein veralteter Ausdruck, der in frühen literarischen Werken Anwendung gefunden hat. Kein Mensch würde zu einem Schwarzen sagen: “Hallo Mohr, wie geht es dir?” oder “Alle Mohren sind Dealer.”
Mit der Beschwerde beim Österreichischen Werberat hat sich der Verein für interkulturelle Medienarbeit selbst diskreditiert.

Wann endlich regt sich jemand in Wien auf, wenn Frauen als “Oide” angesprochen werden, obwohl sie sich noch gar nicht alt fühlen und das als Beleidigung sehen. Und hört endlich auf Frankfurter Würstel zu essen, ich finde das schlichtweg obszön.

mohr
Quelle: DerStandard

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Abbuße tun

Twitter kann cool sein
viel Spaß gehabt
heute
facebook ist noch immer uncool
Prolo und kidsstuff
thanks rupi.

quot;“>

zwitter

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Gewuzelte Mohnnudeln

Ich liiiiebe Mohn – II

Da man die Qualität des Mohns besonders bei Mohnnudeln gut beurteilen kann, habe ich mich entschlossen trotz Affenhitze Mohnnudeln zu machen.
Und tatsächlich, der Mohn schmeckt herrlich. Wo ich bei normalen Supermarktmohn immer monierte, der Mohn schmeckt im Abgang scharf oder ranzelt sogar, erkenne ich beim Waldviertler Mohn es gibt doch noch gute Qualität. Er schmeckt schön rund und richtig mohnig. ;-)
Was ich nicht wusste: Mohn wird im Waldviertel gequetscht und nicht gemahlen. Von katha/esskultur habe ich erfahren, gequetschter Mohn wird schneller ranzig. Also habe ich die Sackerln sofort zum Zwischenlagern in den Kühlschrank gepackt und heute für die Mohnnudeln kurz aus der Kühle geholt. (Ich wäre übrigens jetzt auch gerne ein Mohnsackerl und würde mich zwischen einer Tube Kremser Senf und einer Wassermelone kuscheln)

mohnnudeln-031

Erdäpfelteig für 4 Portionen:
50 dag runde, mehlige Erdäpfel (die man auch für Pürree verwendet. Keine Ahnung wie sie jetzt heißen, einmal heißen sie Susi, dann Bintja, dann schöne Waldviertlerin. Als “mehlige”, wie man früher Erdäpfel kaufte, bekommt man sie nur mehr bei hiesigen Gemüsehändlern.)
10 dag Erdäpfelstärke
10 dag Grieß
7 dag zerlassene Butter (abgekühlt)
1 Ei
1 TL Salz
1 Prise Muskatnuss

Für die Mohnnudeln:
ca. 7-10 dag gequetschten oder gemahlenen Waldviertler Mohn
Zimt, geriebene Zitronenschale

mohnnudeln-026Die Erdäpfel schälen, vierteln und im Dampfgarer ca. 25 Minuten garen. Dann die Luftfeuchtigkeit wegschalten und bei ca. 140°C weitere 10 Minuten ausdampfen lassen.
Die Erdäpfel etwas auskühlen lassen und durch die Erdäpfelpresse jagen. Die restlichen Zutaten dazugeben und zu einem Teig verkneten (per Hand!). Falls der Teig zu wenig Konsistenz hat, etwas griffiges Mehl unterarbeiten.
mohnnudeln-008In der Zwischenzeit in einem Topf mit großem Durchmesser Wasser zustellen (sagt man auch kaum mehr, gemeint ist, zum Kochen bringen). Sobald das Wasser leise vor sich hinsimmert, Salz dazugeben.
Auf einem bemehlten Brett aus dem Teig eine 1 1/2 daumendicke Wurst formen, kleine Stücke abschneiden und die Nudeln zwischen den Handflächen wuzeln. Eine “Wuzinudel”, wie sie manchmal im Volksmund auch bezeichnet wird, zeichnet sich dadurch aus, dass die Enden dünn zueinander laufen (so wie bei den Vanillekipferln).

Handgewuzelt heißt auch, man unterscheidet sich eindeutig von maschineller Ware. Es schaut nicht eine Nudel wie die andere aus, sondern die eine ist bunkert, die andere verwoadackelt, z’kurz, z’lang – eben wie auch ein handgestrickter Pullover ausschauen soll. Für meinen Begriff gehört Perfektionismus von Lebensmitteln nur in die Industrieproduktion. Was von Hand gemacht wurde, muss nicht perfekt aussehen, aber dafür perfekt schmecken!

Das war nur ein kleiner Exkurs. Die Nudeln wuzeln und in das simmernde Wasser plumpsen lassen. Nicht vergessen eine Probenudel zu kochen. Die Nudeln sind fertig, sobald sie an der Oberfläche schwimmen.

mohnnudeln-033Mit einem Siebschöpfer aus dem Wasser holen, abtropfen lassen. In einer Pfanne Butter schmelzen, die Nudeln “abschmalzen” und den Mohn dazugeben. Mit Zimt und einem Hauch geriebener Zitronenschale verfeinern. Auf einem Teller anrichten und mit Staubzucker und Marillenröster anrichten.

Marillenröster:
60 dag Wachauer Marillen vierteln
0,4 l Wasser
35 dag Kristallzucker

MarillenrösterWasser und Zucker aufkochen, die Marillen hinzugeben und ein paar Minuten aufkochen lassen, bis die Früchte leicht zerfallen. Ein Viertel der Früchte aus dem Saft heben und für später aufheben. Die verbliebenen Früchte mit dem Blitzstab pürieren und dann die “ganzen” Früchte dazugeben. Wer mag mit einem Spritzer Inländer Rum abschmecken.

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Ich liiiiebe Mohn I

Und daher ist es verständlich wenn ich einen Aus”flug” nach Armschlag, ins weite Waldviertel mache. Grenzüberschreitung ins tiefste Niederösterreich ohne weiterer Ausweispflicht notwendig. Schöne An- und Rückfahrt über die Wachau (folgt) und schließlich eingetaucht in die Opium-Welt der Waldviertler.
Armschlag bezeichnet sich als Mohndorf. Und tatsächlich auf Schritt und Tritt begegnet dem Besucher der namensgebende Mohn – auf T-Shirts, auf Tischtüchern, auf Papptellern in Form von saftigen Mohnkuchenstücken, …
Die Mohnfelder, die am gestrigen Sonntag in voller Blüte stehen sollten, sind leider schon teilweise verblüht. Auch wenn dieses satte Mohnblumenrot nicht mehr leuchtet, haben die Felder ihren besonderen Reiz.
Rudi Mohnblume führt mit seinem alten Steyr-Traktor die gehmaroden und unwilligen zu den Mohnfeldern.
Wie ein Mohnzuzel aussieht, den man Kindern früher gegeben hat, damit sie sich auch schön ruhig verhalten haben, weiß ich jetzt auch. Wer spricht da noch von der guten alten Zeit?
Ente Mohnblume hat sich zwei Säckchen gequetschten (nicht gemahlenen – die Städter haben keine Ahnung!) Mohn mitgenommen und freut sich schon auf die Verwirklichung meiner Mohnrezepte. :-) (Kann man Mohn auch rauchen? :-D )

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D’Schui stagln

Rollen wir die Ente von hinten auf.
Wenn ich auch äußerst wenig Zeit hatte, war doch für das eine wenige Zeit da.
So war ich am Donnerstag im MQ und lauschte dem Auftakt von O-Töne.

Ernst Molden schon seit längster Zeit als “der” Shooting-Star der Wiener Szene gehypt, hat wirklich genau das gehalten, wovon die anderen sprachen.
Gemeinsam mit Willi Resetarits stellte er seine neue CD “Ohne di” vor. Nach und nach holte er seine Bandmitglieder auf die Bühne. Super! Es wurde zum Hör- und Schauspiel der Extraklasse.
Ganz ehrlich, die CD ist gegen den Live-Act fast enttäuschend aber noch immer saugut!

Im Falter wurde darüber philosophiert ab welchem Alter man sich wieder eines Dialekts besinnt. Dabei kam auch zutage, dass innerhalb Wiens unterschiedliche Ausdrücke für ein und dieselbe Sache kursieren. Schule schwänzen, da sagt man entweder “stagln”, oder “stangeln”. Ich kann mich schon erinnern, als ich, die eine Großmeisterin im Schule schwänzen war (ich hatte in der Klasse die meisten Fehlstunden, eine meiner größten Leistungen während meiner Schulkarriere) sagte, ich “tu Schulstagln”, da wurde ich ausgelacht. “Man sagt doch stangeln”. Jetzt Lichtjahre danach wurde mir endlich schwarz auf weiß Recht gegeben. Irgendwann einmal schlägt die Gerechtigkeit und Wahrheit voll zu. :-D (ich liebe diese Smilies!)

Jetzt grufteln die Bilder schon so lange da herum …
Eigentlich wollte ich ein wenig Werbung für dei CD “ohne di” von Ernst Molden machen, aber ich kann da kein mp3 hochladen – ärgerlich. Daher ist der Blogeintrag nicht sonderlich aktuell. Seht darüber hinweg ihr edlen Leser und Nichtleser.

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Jeden Donnerstag o-töne im MQ vom 9.7. bis 27.8.

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Lachsforelle am Grill

und im Alupyjama. :-)

Damit ihr wisst, die Ente lebt noch, lasse ich euch an meinem Grillleben teilhaben.

Heute erstmals ausprobiert und als empfehlenswert gefunden: Die Hälfte einer Lachsforelle, gewürzt und in einen Alupyjama gewickelt.

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2 Lachsforellenfilets mit Haut
Gewürzmischung:
1 TL Chili
2 TL brauner Zucker
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Salz
1 TL Oregano
2-3 Zweige Orangenthymian
1 Stange Zitronengras
2 TL Olivenöl
Alufolie

1 1/2 Mal die Länge des Forellenfilets Alufolie herrichten. Ich habe die Alufolie doppelt genommen, damit sicher kein Malheur passiert und sie am Grill reißt. Mit Öl beträufeln, ein Viertel der Gewürzmischung verteilen, das Filet darauflegen. Dann nochmals mit der Gewürzmischung bestreuen, Olivenöl darüber, frische Thymianblätter und das halbierte Zitronengras (das Ende mit dem Messerrücken ein- bis zweimal klopfen, damit der dicke Strunk gequetscht ist und der Saft seinen Weg herausfindet).
Eine Länge Alufolie über das Fischfilet geben und links, rechts, oben und unten ein paar Mal straff einschlagen, damit ein luftdichtes Packerl entsteht. Jedes Filet extra einpacken.
Den Fisch im Alupyjama auf den heißen Grillrost legen und längstens 10 Minuten darauflassen. Wer gut die Enden eingeschlagen hat erkennt, dass sich das Packerl aufbläst wie ein Luftballon.
Alufolie öffnen, Zitronengras entfernen, ein wenig Olivenöl daraufträufeln und filetieren.

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