Archiv der Kategorie: befindlichkeiten

die klage

wer hätte sich gedacht, dass die durchaus streitbare ente auch den weg übers gericht geht.

also ich pudel mich (zurecht) manchmal auf, werde lautstark, zetere, wünsche sodom und ghomorrha, doch im endeffekt bin ich dann streichelweich.
sobald man über öffentliche stellen (gericht) streitet, kann man nur mehr auf der klaviatur der anderen spielen. so bekam ich tipps, wie sich frau verhalten (benehmen) soll. nun ist die einantwortung durch. das ist glaube ich offiziell die gerichtliche eingabe der erbschaftsabwicklung.

der angeblichen cousine wird nun ein höchst unpersönlich offizieller brief zugestellt. ich werde von ihr oder ihrem rechtsbeistand hören. ich bin zugegebener maßen angespannt.

- so der entwurf vom april.
- wie die zeit vergeht.

die klage ist durch, es ist nicht so gelaufen wie ich es mir erwartete – alles schnee von gestern.

meine (halb)schwester ist auch zufrieden. Ja, es gab “familienzuwachs”. ehrlich, auf meine alten tsg hab ich manchmal ein problem mit der wundersamen vermehrung. man ist nicht mehr so flexibel.

xxxx

vielen dank für eure/deine weihnachts- und neujahrswünsche. wie erfreut ich das neue jahr empfangen habe! selten bis gar nicht gab es ein jahr, das uch als recht anspruchsvoll gesehen habe. 2013 hatte es in sich. 2014 möge es besser gehen. wem geht’s ähnlich?
frohes
NEUES
jahr,
wünscht euch eure ente!

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die angebliche cousine

Als Fortsetzungsroman zum Teil 1, “Das Grab meines Vaters”.

Wie es der Gesetzgeber vorgesehen hat, sind eheliche und nichteheliche Kinder in der Erbfolge vorgesehen.
So passiert es, dass man überhaupt vom Tod seines Vaters erfährt.
Keine eingeschriebene Briefsendung, sondern ein hundsordinärer Brief, worin man vom Todesfall erfährt (nur Datum, sonst nix), eine Auflistung der Habseligkeiten und die Erben – eine sogenannte Verlassenschaftsanzeige.

Als Haupterbin wurde eine mir unbekannte Frau eingesetzt. Selbst Nachfrage bei meiner Mutter hinterließ ein Fragezeichen. Bei der Begehung der Wohnung stellte sich heraus, sie ist meine Cousine. Keine Ahnung wie ich zu einer Cousine komme. Wurde mir nie gesagt, wird schon so sein. Wobei als Universalerbe, kann man auch dem Tierschutzverein angehören.

Herabgesetzt auf die Hälfte des Pflichterbteiles, steht im Testament geschrieben, weil “zu keiner Zeit ein Eltern – Kind – Verhältnis zwischen dem Erblasser und der Tochter bestanden hat”.

Übrigens muss ein Testament, das nicht vor einem Rechtsanwalt oder einem Notar verfasst wurde von Zeugen eigenhändig unterschrieben/bestätigt werden. Ich konnte aber nirgendwo in einem Gesetzestext nachlesen, dass in gut lesbarer Handschrift auch der komplette Name der Zeugen stehen muss. So stehen da drei krakelige Unterschriften unterhalb einer noch krakeligeren Schrift meines Vaters, die im Prinzip ein und dieselbe Person sein könnten.

Hat er mir noch etwas ausgewischt mein Vater. Dass er sich nie um mein Fortkommen kümmerte, weder in finanzieller noch in anderer unterstützender Weise hat er dabei vergessen. Ebenso, dass wir eine zeitlang als Familie zusammengelebt haben. Daher werde ich ihm posthum noch die Rechtslage erklären. Vielleicht kann ich dann am Grab mit ihm sprechen.

Cliffhanger -_-
Aber das ist nicht alles – es hat sich noch etwas aufgetan zur angeblichen Cousine. Letztere hat sich übrigens seit unserem letzten Zusammentreffen Anfang Februar nicht gemeldet. Auch so ein Sache … Aber sie wollte über den Gerichtsweg das Erbe geklärt wissen, somit werden wir uns in irgendeiner Weise wieder sehen. Sie meinte abschließend, “wir werden dann wenn alles vorbei ist schön essen gehen, immerhin sind wir verwandt”. Gut, dass wir die Verwandtschaft per Essen besiegeln. Stellt sich die Frage: Wer zahlt? :-D

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das grab meines vater

das grab meines vaters habe ich letzte woche aufgesucht.
am weg dorthin hatte ich mir noch ausgemalen, was ich mit ihm über den grabstein besprechen werde.
das grab ist proper mit schwarzem marmor ausgekleidet. die schrift glänzt gülden. der buchsbaum komplett vom buchsbaumzünsler zerfressen. ein gerüst. vermutlich wie der vater.
ein stein liegt auf der grabplatte. er war kein jude.
begraben liegen dort meine großeltern, mein onkel und mein vater. meinen vater habe ich einmal getroffen, die anderen verwandten kannte ich nicht. sie waren wie mein vater nicht interessiert mich kennen zu lernen.
so stand ich vor dem grab.
bis auf ein gebet war ich sprachlos – ich bete vor jedem grab, egal wer drinnen liegt.
ich war in meinem kummer gefesselt.
vielleicht war es auch gut so.
blutsverwandt und doch keine familie.
friede seiner verwesung!

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Rück- und Vorausblick

- alles beide sollte im Gleichwicht, in der Mitte stehen.

Habe ich mich dieses Mal vor dem Jahreswechsel gesammelt? Konnte ich einen zusammenfassenden Rückblick machen und mir Vorsätze für das kommende Jahr machen?

Du lerne lächeln

Eines steht fest: 2012 ist wie ein Tornado über mich hergefegt. Ich werde älter, mir vergeht die Zeit zu schnell. Ich sehne mich nicht mehr nach einem Geburtstag, an dem ich endlich 13 bin. Ich muss manchmal nachrechnen, wie alt ich bin und staune nicht schlecht. Meine Mutter ist immer noch attraktive 35 Jahre alt und ich bin glücklich nicht zu wissen, wie alt ich bin.

Multitasking in Kartoffelsupping.

Manche Ereignisse passieren, als würde ich mir Kartoffelsuppe über den Kopf leeren. Man streckt die Zunge raus, um von der Suppe zu naschen und ein oder mehrere Kartoffelwürfelchen aufzufangen und zugleich auch möchte man auch möglichst wenig auf die Bluse tropfen lassen.

Mittlerweile weiß ich, dass diese Eigenschaft, die ich mir im besten Glauben selbst angeheftet habe, niemals 100% bewerkstelligt werden kann. 1Frau oder 1Mann kann nur eine Aufgabe zu 100% perfekt erledigen. Und wer den Perfektionsanspruch an sich stellt, sollte nicht zwei oder mehr Dinge gleichzeitig erledigen. Wer das versucht ist im Auge des Tornados. Flusch!

Das Auge fokusiert auch nur wichtige Dinge. Sollte so sein, denn der Blick ist weit und lenkt oft ab.

Lebe, lache gut!

Manchmal möchte ich mich nehmen und rütteln, damit alle Tassen wieder am rechten Fleck stehen, oder in tausend Scherben aus den Regalen fliegen. Nicht mehr alle Tassen im Schrank! Dann kann ich neue kaufen – neue Besen kehren besser, heißt es. Oder alle Schrauben beim Service automatisch fest anziehen lassen, die locker sind.

Ich bin dankbar, denn ich bin gesund. Soweit ich es beurteilen kann. Auch meiner Familie geht es durchwegs gut. Das ist schon etwas Besonderes, wenn man von sich behaupten kann, es könnte schlechter gehen.

Wir haben alle Arbeit, oder sind vom Sozialsystem nicht so schlecht umsorgt. Es könnte immer mehr sein, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es glücklicher macht, wenn man mehr besitzt. Ich bin zufrieden mit dem was ich nicht besitze und dem was ich täglich verliere durch Steuern und Abgaben.

Glücklich ist man, wenn man Dinge besitzt, die nicht käuflich zu erwerben sind. Die sich tief in Herz und Seele finden, sich dort soweit wohl fühlen und nicht mehr gehen wollen. Das ist Glück im Leben!

Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen

Ich sollte mir ein Päckchen mit Vorsätzen schnüren und das immer mit mir mittragen. In diesem Sinne bin ich faul. Will keine Vorsätze haben, die ich nicht einhalten kann.

Ich möchte durch dieses Tor fliegen: Peter Pan!

Istanbul 2012_13_045

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A schene Leich

wie wichtig ist mir/euch das?

Die liebe Weltbeobachterin meldet sich nur mehr selten zu Wort. Aber wenn, dann hat es in sich. So trat sie schon im September eine Gedankenlawine in mir los, die mich noch immer beschäftigt:

Ist es mir wichtig, was mit einem nach dem Tod passiert? Will man so liegen, wie der Lust- und Ziergärtner auf einem verwunschenen Friedhof?

Friedhof St. Marx

Wird man verbrannt?
Will man von seiner Grabstätte eine schöne Aussicht haben?
Liegt man unter einem Baum, wo das Hunderl in der Zeit danach seine Äußerlrunden dreht?
Soll die Grabstelle bepflanzt werden und wenn ja, wie?
Oder ist einem das einfach alles wurscht?

Auslöser war dieser Artikel im Bestatterblog von Peter Wilhelm, einem Autor der längere Zeit in diesem Gewerbe arbeitete. Die Geschichten sind “wahre Fikton”.

Die Diskussion hat weltbeobachterin per twitter ausgelöst. Lies nach, was die anderen davon halten:

A schene Leich:

Muss man bei einem Begräbnis im Mittelpunkt stehen?

Grabplatte wie die Wiener :-)

Friedwaldbestattung heißt das Frau Ente!

Moser “Erst wenn’s aus wird sein … da pock ma die siebn Zwetschkn ein … und solaung ois noh a tulli gschdöhdes Mahdl doh, do sogn mia Weana joh, hoit joh, und foan ned oh.”

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Platsch!

Ist der Sommer schon zu Ende?

1 Woche im deppert heißen Spanien, genieße ich die Kühle. Nein, ich vertrage diese Hitze nicht mehr und werde darüber vermutlich in Zukunft weiterjammern! Trockene Hitze, feuchte Hitze, haß is haß!

Die lufthansigen AUA Stewardessen sind noch grantiger, als sie es früher als reinösterreichisches Personal waren. Es gibt noch immer Steigerungsmöglichkeiten. Der Steward war dafür super nett, zum Einstecken lieb, wenn man auch als Frau keinen Riss bei ihm macht.

Dann heute Schweizerhaus – esse keine Stelze, mag nur die gesurte. Stattdessen Cevapcici – die heißen gar nichts mehr. Das gemischte Krügel war auch nicht so wie immer. Bin ich unrund?

Gerade wieder in einen Blog geschaut. Schon wieder ein ernsthaft kranker Mensch. Fühle so mit, finde keinen Abstand, Sorge und die so groß,auch um die eigene Mischpoche. Bin noch mehr angerührt wie früher.

Nah am Wasser gebaut und lebt doch nur an der Donau. Innen zum Zerbrechen und außen die starke Frau spielen. Porzellan bricht.

Morgen wieder wie immer, oder auch anders. Mal schauen was sie gerne geben.

Ach ja, ich habe im Urlaub einen neuerlichen Lieblingsautor gefunden. Muss nur noch ein paar Seiten fertig lesen und dann vielleicht schreib ich drüber. Wieso habe ich dieses Buch ein Jahr liegen lassen? Österreicher! Verdammt gutes Material haben wir daham.

Es grünt die Ente Orange!

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Royal Blue oder Arial 12pt

 

Was kann persönlicher sein, als eine Handschrift? Da muss man darüber hinwegsehen, wenn sie durch ihre Eigenheit nicht mehr lesbar ist, denn sie ist etwas ganz Spezielles. Aber dieses Blatt Papier wurde in Händen gehalten. Da schmierte die Schreibhand Zeile um Zeile und hinterließ unsichtbare Spuren. Da schreit man nicht durch Großbuchstaben, sondern durch Unterstreichung, vielleicht auch durch einen stärkeren Druck auf das Papier. Noch mehr Spuren, noch mehr Persönlichkeit, noch mehr Ausdruck an Eigenheit.

Wann habt ihr das letzte Mal das Kratzen einer Füllfeder auf Papier gehört, gespürt und erlebt?Es jauchzt die Seele und jede einzelne Fingerkuppe, die das haptische Erlebnis weitergibt.

Ich habe schon lange nicht mehr mit Füllfeder geschrieben, obwohl die neue Tinte schon lange in der Schreibtischlade ruht. Royal Blue auf kratzigem Papier fetzt mehr als Arial auf beleuchtetem Hintergrund. Und weil mir gerade so danach war, habe ich etwas später den Karton mit Tante Lonas Briefen herausgeholt. Ich möchte sie nun nochmals sichten und einer Ordnung zuführen. Sofern man Liebesbriefe einer Person, die man nur aus Erzählungen kennt überhaupt ordnen kann. Als ich meine ersten Blogschritte bei einem großen deutschen Bloggerportal machte, veröffentlichte ich einige von Lonas Briefen. Leider weiß ich nicht mehr was und wie, denn wenn ich lösche, dann ist es vorbei. Kein Backup wo man nachlesen könnte. Überhaupt ist mit dem Rechnerwechsel anscheinend der ganze Blogordner verschwunden. Sehr mysteriös, löst aber auch eine befreiende reinigende Wirkung aus!

Vielleicht später mehr. Ich könnte ja auch mit dem Grafiktablett einen Blogbeitrag schreiben …. mhhhm.

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Muss mal wieder

Was schlimm ist, wenn man bei wordpress einloggt, nette Blogvorschläge bekommt: Dschungelcamp, Oreopops als Oreopopos liest und nicht mehr weiß, wie man einen Artikel postet.

Ich klick wild herum und tatsächlich, da, ich kann einen neuen Artikel erstellen.

Was schreib ich? Über cakepo(p)s, die aus zermatschtem Kuchen mit Frischkäse zusammegepappt werden und dann auf Steckerln gespießt werden. Wäre nett, aber die Zeit der Kindergeburtstage ist schon vorbei und wer isst sonst noch zermatschten, schokogetunkten und bestreuselten kugelrunden Kuchen auf Spießen?

Wann habe ich das letzte Mal Fischstäbchen gegessen?

Wann habe ich das letzte Mal einen ganzen Tag für mich gehabt und verbummelt?

Wann war ich das letzte Mal im Museum – ok, Dezember Botero Ausstellung – schwer zu empfehlen! Viel besser als schon wieder Magritte in der Albertina. Ich mag Magritte, aber wenn man die Ausstellung schon einmal gesehen hat, mag man anderes sehen.

Wann war ich das letzte Mal in einem öffentlichen Bad?

Wann war ich das letzte Mal Schifahren?

Egal, morgen beginnt eine neue Woche. Ich könnte wieder die Montagsdiät starten, gute Vorsätze fassen, die ich seit dem 1. Jänner erfolgreich verschiebe, oder mich auf nächste Weihnachten vorbereiten. Das wäre endlich einmal etwas Sinnvolles! Wenn ich nämlich jetzt schon beginne Weihnachtsgeschenke zu kaufen, dann bin ich sicherlich ab 1. Dezember stressfrei! Und noch was: das iphone 3G ist mit dem neuen Betriebssystem genau so langsam, wie die österreichische Post. Krise!

Meine Lieben!

Darf man zu Mitternacht noch den Sonnengruß machen und sich auf Montag freuen? Ich wünsch euch allen eine lässige Woche. nehmt das Leben leichter und nicht so ernst. So wie ich, oder auch nicht. ;-)

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Familienfeiern

Nach dem fast strapaziösen Weihnachtsfest folgte ein Familienfest.

Ich habe dazugelernt und werde Feste dieser Art nur mehr selbst veranstalten und für eigene Peinlichkeiten sorgen. Es wird keine Rede geben, weil man bei Reden leicht ins Fettnäpfchen treten kann. So zum Beispiel wenn man als bucklige Verwandtschaft an letzter Stelle nach dem Hund genannt wird, der am Schoß meines Gegenübers sitzt. Das löste derartige Verblüffung in mir aus, dass ich sogar vergaß zu lachen.

Einen Knochen für den Hund, er lebe hoch.

Die Ente lässt sich derweil am WC runter. platsch! (Danke für die Anregungung Herr/Frau König M – den Kommentar habe ich gelöscht, aber cooles fb Foto!)

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Weihnachten erledigt

Ich möchte euch nicht sagen, wie viele Weihnachten ich nun schon gefeiert habe – aber es waren viele! Und so verschieden andere Wochentage ablaufen, läuft Weihnachten immer gleich ab. Stresskomponente ist doch unterschiedlich.

Zu Weihnachten habe ich ein ambivalentes Verhältnis: Ich bin der klassische Traditionsmensch. Es wäre für mich unmöglich, dieses Fest zwischen Palmen im Sonnenschein zu verbringen, obwohl ich es liebe zu reisen. Zu Weihnachten bleib ich zu Hause. Geflügelter Satz: Wenn ich einmal alt bin (hehe), dann feier ich das Fest auf einer einsamen Insel. Wenn ich mit nicht beeile, bin ich uralt und war noch nie auf einer einsamen Insel!

Weihnachten kann nicht sein ohne Traditionsessen: Fischbeuschelsuppe und gebackener Karpfen, Erdäpfelvogerlsalat und zum Abgewöhnen eine Keksvariation. Natürlich gehe ich auch auf Sonderwünsche ein: Rindssuppe mit Leberknödel, oder Frittaten und Kabeljau. Was soll ich mich beklagen, der Schwiegervater meiner Freundin isst nur Wiener Schnitzel. Sie muss zu jedem Festtag zwei Gerichte kochen. Was für eine arme Haut!

Davor gebe ich mir den Stress in den Einkaufsstraßen und -centern. Frage mich jedes Mal auf’s Neue, warum der Mensch so blöd ist und sich auf diesen einen Tag so fixiert, ihn nach gewissen Vorstellungen zu erfeiern. Spreche ein Dankgebet, wenn nach Geschäftsschluss am Heiligen Abend die Bilanz für den Handel wieder positiv war. Es könnte sonst vielleicht wieder Triple A am Spiel stehen. Schüttle den Kopf bei der Aussage, wenn es zu Weihnachten nicht schneit, dann kommt angeblich keine Stimmung auf. Es ist so wurscht, ob es draußen schneit, wenn ich mir in der Küche die Beine in den Bauch stehe. Ich brauche elendsviel Zeit, bis alle Vorbereitungen getroffen wurden und schlüpfe 20 Minuten bevor die Gäste kommen, noch schnell ins Festtagsgewand, obwohl ich Lust auf weiche Patschen und Hausanzug hätte. Egal, ob es draußen stürmt und schneit, ich quetsche meine Füße in hohe Festtagsschucherln und fühle mich wie Aschenputtel (rucke di gu Blut ist im Schuh).

Ich treffe keine Vereinbarungen, sich diesmal nichts zu schenken, weil ich gerne schenke! Außerdem sind die Leute frustriert, wenn sie nichts bekommen und brechen sehr oft diesen Pakt. Also mit mir nicht.

Weihnachten ist das Fest des Friedens und doch kommt es sehr oft zu unvorhergesehenen Pannen: Der Christbaum brennt – dieser Kelch ging bisher an uns vorüber, obwohl Sohnemann dieses Jahr vergaß eine Kerze auszublasen. Mein Mann hatte dieses wie jedes Jahr Schlussdienst am Christbaum und das wackere Kerzenlichtlein gelöscht. Wieder nichts mit Feuersbrunst! Als ich meinen Mann kennenlernte und mit ihm die ersten Weihnachten feierte, bestand er darauf, neben dem Christbaum einen Kübel mit Wasser hinzustellen, weil das bei ihm so üblich sei. Nein, das kam für mich nicht in Frage, denn wenn wir abbrennen, dann mit Würde und ohne Wasserkübel. Losung: Wir sind hoch versichert, da brauch ma keinen Löschkübel.

Es gibt Streit – ja danke, hatten wir auch immer wieder. So alle 3-4 Jahre wurden angestaute Familienprobleme gewälzt, die man sich schon immer einmal sagen wollte. Grundgütiger! Dafür ist der Heilige Abend bestens geeignet: Alle sitzen komprimiert beinand an einem Tisch, können schwer davonrennen, weil der ausgezogene Tisch die Fluchtwege reduziert (siehe Brandschutz, hoch versichert). Die Weingläser werden geleert und man wird immer tapferer das endlich zu sagen, was man bisher runtergeschluckt hat. Das ist Weihnachten! Die verletzten Seelen müssen dann bis Ostern wieder repariert sein, damit man zu diesem Fest auch wieder gemeinsam den Osterschinken verputzen kann. Schaffen wir immer!

Weihnachten ist auch, Geschenke umzutauschen. Ich kaufe normaler Weise sehr bedacht und aufmerksam ein. Die Umtauschrate ist bei mir gering geraten. Außer bei den Geschenken für meine Mutter, sie hat immer etwas auszusetzen. Der Clou dabei ist, sie wartet bis Februar um mir zu sagen, ihr gefällt das Weihnachtsgeschenk nicht, das ich ihr gekauft habe. Da geht mir dann jedes Mal das G’impfte auf. Dieses Mal hat meine Mutter einen Gutschein bekommen, obwohl ich Gutscheine nicht ausstehen kann. Aber Umtausch ist bei Gutscheingeschenken sinnlos, es kommt immer wieder das gleiche dabei raus. Ein Ei habe ich mir bei der Tennisausstattung für meine Vater gelegt. Die Hose in XXL und das T-Shirt in M gekauft. Beides hing auf L Haken. Tja, häst halt besser gschaut!

Weihnachten mit Liebeskummer der Tochter, ist der Supergau! Warum gerade zu Weihnachten – fragt sie. Weil Weihnachten ein Tag wie jeder andere ist, morgen tut’s auch nicht weniger weh. So weine ich mit ihr Tränen, die ich eigentlich für Stille Nacht vor’m Christbaum aufgespart habe. Es ist aber genug Rührung da, ich kann da auch noch weinen.

Und heute ist Christtag! Das ist mein liebster Weihnachstag. Wir essen die Reste vom Fisch, schmeckt auch kalt gut. Reißen alle 30 Minuten die Fenster auf, weil die ganze Wohnung nach Fischfett riecht und sind glücklich, alles gut überstanden zu haben. Zweitschönster Tag ist übrigens Neujahr. Da sitz ich im Pyjama vor dem Fernsehen und twitter lästernd über das Ballett des Neujahrskonzertes. Ja, wir Wiener tanzen zu Konzerten und Kongressen.

Ich liebe Weihnachten und doch bin ich im Grunde genommen ein eingefleischter Grinch!

Frohe Weihnachten!

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