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Jourdoux Testsieger Topfengolatsche

Letzte Woche ist mir beim Einkaufen eine hübsche schwarze Werbung ins Auge gesprungen.

jourdoux Golatschentest

Aha, nochmals erster Platz bei einer “anderen” Verkostung, dachte ich mir zuerst und bin dann in den Text hineingegangen. Erste Reaktion war einmal Freude. Unsere Testreihe findet Anerkennung und wird publik gemacht.

Jour doux ist ein privater, just-for-fun Test von Süßem. Die Zusammensetzung der Tester ist unterschiedlich, lediglich die vier Stammtester katha, titi, weltbeobachterin und ich, sind Fixstarter. Außer man ist krank, so wie es bei der Topfengolatschenverkostung war. Deshalb findet sich hier in diesem Blog auch kein Bericht darüber. Alle anderen können unter dem tag #jourdoux aufgerufen werden (übrigens auch auf twitter).

Stunden, Tage später, sehe ich das etwas kritischer:

- Felber hat sich eines Testergebnisses bedient, ohne nachzufragen?
– Woher weiß Felber davon? In kathas Blog, oder in Blogs anderer jourdoux-Teilnehmer hat sich die Firma nie zu Wort gemeldet.
– Warum interessiert sich Felber nicht für vorherige Testergebnisse, wo die Firma keine ersten Platz erzielte?
– Wird der “Testsieger” hier ausgeschlachtet, während der Apfelstrudel vom Felber vollkommen daneben war?
– Warum wird die Testreihe nicht erwähnt? Hat man sich zu wenig aufmerksam durch den Text gelesen? Interessierte Konsumenten müssen doch ein wenig Zeit aufbringen, um auf Esskultur den Golatschentest zu finden. Noch dazu über Google finden sich auch die Blogeinträge der anderen Tester. Tipp an Felber: Für solche Gelegenheiten sind QR Codes ganz gut, die direkt zum Blogbeitrag führen.
– Gemeinsam mit AMA (= österreichische Lebensmittelmarketingagentur) genannt zu werden, empfinde ich eher störend. Unser Testobjekte bezahlen wir selbst, erhalten keine Zuschüsse oder Mitgliedsbeiträge.
– Positiv ist der offene Umgang mit Zutaten. Eier aus Bodenhaltung – genauere Information über die Zutaten gibt auch die Homepage.
– Schön finde ich, wenn unser Test wahrgenommen wird (vermutlich weil katha, genau wie sie ist, bei den Zutaten so vehement nachgefragt hatte).
– Es stimmt gut nachdenklich, wie man damit umgeht, wenn einer unserer Tests öffentlich wird.

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großes finale für novak

das buch habe ich mir voriges jahr nach der lesung und vorangehendem interview mit peter henisch zur veranstaltung o-töne im mq gekauft. boboville (c) andrea maria dusl – erweist sich für kulturveranstaltungen als besonders geeigneter ort und die o-töne sind eine veranstaltungsreihe, auf die ich mich jedes jahr freue! an einem lauschigen sommerabend sitzt man auf unbequemen sesseln, wird von wind und lyrik gestreichelt und löscht seinen durst mit einem g’spritzten aus einem letscherten plastikbecher. kunstgenuss gratis! da gibt’s diesmal nix zu matschgern.
die auswahl der autoren sind meine wellenlänge. so war das “novak buch” für mich ein volltreffer. gefällt auch emotionsgeladenen menschen ohne täglicher routine und mit gesunder galle.

er, der franz, ist ein braver postbeamter. erscheint im dienst pünktlich wie die uhr, funktioniert wie ein gut geschmiertes rädchen und sogar seine wöchentlichen treffen mit arbeitskollegen zum schachspiel zeigen in seinem leben keine überraschungen. er ist – natürlich – verheiratet, hat einen sohn, der in canada lebt und wie man so zwischendurch erfährt, bewegte er sich im nazimillieu, was den novak wundert, als er seine devotionalien im ‘jugendzimmer’ entdeckte, dazu aber offensichtlich keine meinung hat. seine frau herta, der name passt gut zu franz, betreibt ein friseurgeschäft in einem vorort von wien. ich tippe auf purkersdorf, vielleicht auch gablitz, weil da auch vom neu errichteten eisenbahntunnel berichtet wird. bei all der normalität und unaufgeregtheit seines lebens, wird der novak an der gallenblase operiert. und dieser eingriff soll sein leben verändern. nicht, dass er sich deswegen fettfreier und gesünder ernährt. ganz im gegenteil, er vernachlässigt gesundheit und sein äußeres, um seiner neuen passion zu fröhnen. er wird zum opernnarr. angesteckt von (kranken)schwester manuela, die ihm einen walkman, opernkasetten und kopfhörer borgt, um von den unerträglichen plappereien und schnarchgeräuschen seines bettnachbarn kratky nicht mehr gestört zu werden. er sinkt dabei immer tiefer in die opernwelt, baut sich luftschlösser mit “seiner” manuela und wird in augen seiner frau herta zu einem komischen kautz, der unerträgliche musik hört.
so wird die opernwelt zum sandkorn, das im gut geschmierte rädchen knirscht und es plötzlich aus der spur laufen lässt. er lehnt sich gegen herta auf, nicht als rebell, sondern macht einfach stillschweigend nicht das, was sie unter unaufhörlichem plappern von ihm verlangt. er ist auch kein mann der großen worte und kommentiert selten etwas, scheint auch keine eigene meinung zu haben. er lebt dahin in seiner durch sie vorgegebenen routine (sie verlässt das haus, er ist der novak, sie kommt nach hause und er ist wieder erwin). so versucht er tapfer, so wie man es von einem erwin nowak erwartet, sein eheleben gut zu durchtauchen, scheint orientierungslos, was herta wiederum mit midlife crises kommentiert. er schläft auf der durchgelegenen wohnzimmercouch, hört klassische musik. über den trampel manuela, die seltsame art ihres erwins tauscht sich herta mit ihrer freundin beim wöchentlichen treffen aus.
der novak wurde nach seinem krankenstand opfer einer frühpensionierung. die post muss sparen. der novak ist alt und ohne gallenblase, damit liegt es nahe ihm den einfühlsamen vorschlag der kündigung pensionierung im beiderseitigen einvernehmen zu unterbreiten. novak ist kein kämpfer und nimmt es hin.
der novak bricht aus. aber nicht lautstark und revolutionär. still, leise und zurückgezogen widmet er sich seinen opern, alles rundherum scheint nicht zu existieren. er, der bob dylan fan war – oder war es herta, die den popstar liebte, besucht sogar die oper. weint, bei madame butterfly, ist sich sicher manuela zu getroffen zu haben und löst etwas aus, das die geschichte zu einer wendung bringt, die natürlich nicht verraten wird.

der leser wird in einer wundervollen sprache und erzählform durch die geschichte geführt. sehr oft musste ich schmunzeln, sah herta vor mir und den novak, wie er still und leise sein schicksal ertrug und trotzdem zum großen finale kommt.

eine wunderbar komische und ironische geschichte in spießbürgerlichem milieu. bewegen wir uns nicht alle in einem hamsterrad, angetrieben von außenstehenden kräften? wir laufen, damit wir nicht auffallen und unsere ruhe haben? brechen wir dann aus und wenn ja, wann bitte?

novak, ist ein typisch wiener nachname. erste assoziation dazu ist für mich die von cissy craner interpretierte novak tragödie in zwei teilen.
teil 2:

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Royal Blue oder Arial 12pt

 

Was kann persönlicher sein, als eine Handschrift? Da muss man darüber hinwegsehen, wenn sie durch ihre Eigenheit nicht mehr lesbar ist, denn sie ist etwas ganz Spezielles. Aber dieses Blatt Papier wurde in Händen gehalten. Da schmierte die Schreibhand Zeile um Zeile und hinterließ unsichtbare Spuren. Da schreit man nicht durch Großbuchstaben, sondern durch Unterstreichung, vielleicht auch durch einen stärkeren Druck auf das Papier. Noch mehr Spuren, noch mehr Persönlichkeit, noch mehr Ausdruck an Eigenheit.

Wann habt ihr das letzte Mal das Kratzen einer Füllfeder auf Papier gehört, gespürt und erlebt?Es jauchzt die Seele und jede einzelne Fingerkuppe, die das haptische Erlebnis weitergibt.

Ich habe schon lange nicht mehr mit Füllfeder geschrieben, obwohl die neue Tinte schon lange in der Schreibtischlade ruht. Royal Blue auf kratzigem Papier fetzt mehr als Arial auf beleuchtetem Hintergrund. Und weil mir gerade so danach war, habe ich etwas später den Karton mit Tante Lonas Briefen herausgeholt. Ich möchte sie nun nochmals sichten und einer Ordnung zuführen. Sofern man Liebesbriefe einer Person, die man nur aus Erzählungen kennt überhaupt ordnen kann. Als ich meine ersten Blogschritte bei einem großen deutschen Bloggerportal machte, veröffentlichte ich einige von Lonas Briefen. Leider weiß ich nicht mehr was und wie, denn wenn ich lösche, dann ist es vorbei. Kein Backup wo man nachlesen könnte. Überhaupt ist mit dem Rechnerwechsel anscheinend der ganze Blogordner verschwunden. Sehr mysteriös, löst aber auch eine befreiende reinigende Wirkung aus!

Vielleicht später mehr. Ich könnte ja auch mit dem Grafiktablett einen Blogbeitrag schreiben …. mhhhm.

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Pinzen – wer ist die beste Pinze im ganzen Land?

Es scheint so, als würde mein Blog zum Jourdoux Testblog werden. ;-)

Vierter Wiener Jourdoux!

Und wir machen weiter. Saisongerecht wurden diesmal Pinzen getestet, das war die Idee von  Titi Laflora. Pinzen sind ein typisch österreichisches Ostergebäck, das typisch nicht aus Österreich stammt. Pinzen wurden von der Ente schon einmal gebacken, schaust du hier nach.

Und was haben wir für eine Menge probiert und getestet! Gedanklich beginnen wir in der Planungsphase immer sehr klein und dann bekommt das Testpanel eine unglaubliche Größe, was man im Bild unschwer erkennen kann. Frau Esskultur wollte große Pinzen, weil die kleinen oft staubtrocken sind. Also haben wir große gekauft! Oberes Ende 601 g schwer, unteres Ende 203 g leicht.

Pinzen Testpanel

Pinzen aus Wien

So kamen in Summe und Gewicht 7,671 kg Pinzen von 23 Herstellern zusammen. — Neeeein, wir haben sie nicht auf Putz und Stingl aufgegessen, aber es ist ordentlich viel übrig geblieben. Ein Teil der ungenießbaren Reste hat weltbeobachterin für die „Heana“ = Hendln mitgenommen. Also ein ganz persönliches Osterfest für das Federviech.  Hoffentlich zerreißt es die Hendln nicht, weil das doch Germteiggebäck ist. Man hat mir aber versichert, Hendln fressen alles. Mahlzeit!

Unsereiner hat die Restln zum Scheiterhaufen und Briocheknödeln verwertet. Hühner und Menschen (fr)essen alles und es zerreißt uns auch nicht. Mahlzeit!

Scheiterhaufen

Scheiterhaufen mit Äpfeln und dünner Walnusshaube

Hühner und Eier!

Backwerk wird bekanntermaßen mit Eiern hergestellt. Angeblich ist zu Ostern der Verbrauch von Eiern gar nicht sehr viel höher. Trotzdem kann Österreich nicht alleine von in Österreich gelegten Eiern auskommen. Frau Esskultur gab den Auftrag nicht nur kritisch bei unserem Kühlschrankeinkauf zu sein, sondern auch bei Fertigprodukten nach dem Ei zu fragen. Daher gibt es folgende Kategorien:

Eier aus Käfighaltung

Die Haltung von Hühnern in Käfigen ist in Österreich seit 2009 verboten, der Import dieser Eier allerdings nicht. Besonders in Gastronomie, Industrie und Großküchen werden Eier aus dem Ausland zugekauft und da ist die Herkunft unbestimmt, ich schreibe extra nicht fraglich.

Eier aus Bodenhaltung

Bodenhaltung bedeutet zumeist viele Hendln zusammengepfercht in einer Halle, ohne Sonnenlicht. In Österreich sollen angeblich 23% der Hühner so gehalten werden. Achtung auf schönfärbende Bezeichnungen wie zB Landeier in Bodenhaltung, es ist wie es ist – die Hendln sind eingsperrt! Eier aus Bodenhaltung entsprechen der Kategorie 2.

Freilandhaltung

Die Hendln leben im Stall und im Freien. Für den Auslauf der Hühner muss viel Platz vorhanden sein. Die Eier werden unter der Kategorie 1 geführt und machen etwa 1/3 der in Österreich produzierten Eier aus.

Bio Freilandhaltung

Diese Hühner sind noch glücklicher. In der Stallhaltung haben sie um ein Huhn mehr Platz (6 Hühner pro Quadratmeter) und ebenso viel Auslauf wie die Hühner der Kategorie 1 (1om² pro Huhn). Großer Unterschied ist die biologische Haltung, das bedeutet die Fütterung erfolgt ausschließlich mit biologischem Futter und es dürfen keine Medikamente verabreicht werden. Kategorie 0 für das Superbiofreilandei.

Nachtrag: Dank weltbeobachterin habe ich den Link zum Lebensministerium gefunden. Hier gibt es Statistiken und Wissenswertes über die Hühnerhaltung. Sehr interessant, um über Eier mitreden zu können.

Nun wenn ich einkaufe und die Hühnereier nach Herkunft aussuche, dafür auch tiefer in die Börse greife, dann liegt es wohl auf der Hand, bei Bäckereien oder Konditoreien zu fragen, woher sie ihre Eier beziehen. Ich gebe zu, es läuft bei mir noch nicht automatisiert ab, nach der Herkunft der Eier zu fragen. Hier gibt es auch eine interessante Frage nach dem Ei. Beim Hernalser Konditor habe ich es getan. Was auffällt, das Verkaufspersonal wird nicht informiert, woraus die Produkte hergestellt werden. Daher musste bei meiner Frage in der Produktion nachgefragt werden. Die Eierfrage hat Ärger ausgelöst und man hatte eine besonders originelle Antwort für mich, man arbeitet mit Hühnereiern. Das sollte witzig sein. Es gab dann noch ein Geplänkel mit unlustigem Inhalt. Liebe Konditorei Klement, ich wünsche mir einen entspannteren Umgang mit Kundenfragen. Es kann auch anders sein: Die Bäckerei Auer zeigt bereitwillig das Zertifikat ihres Eierlieferanten. Bei einem guten Gewissen, hat man mit Fragen dieser Art kein Problem.

Zum Test

Die Pinzen wurden gewogen, fotografiert und mit allen notwendigen Informationen in eine Liste aufgenommen und mit einer Nummer versehen. Die Verkostung erfolgte daher vollkommen anonym. Die Pinzen haben wir aus der eigenen Portokassa gezahlt! Es soll kein Korruptionsverdacht aufkommen!

Folgende Produzenten wurden verkostet: Aida, Auer, Central, Demel, Felber, Felzl, Fercher, Gerstner, Gragger, Grimm, Heiner, Kameel, Kasses, Klement, Kurkonditorei Oberlaa, Mauracherhof, Schrammel, Sluka, Ströck, Szihn, Waldherr, Woloszyn, Bauernstand Kutschkermarkt;

Fruth wurde leider diesmal vergessen, Linsbichler und Mühlenbrot schieden im Vorfeld schon aus (staubtrocken und schweres Zitronenaroma).

Nur eine Handvoll unserer Testkandidaten waren Anwärter für die oberen Plätze. Kurz sei umrissen, wie wir uns eine optimale Pinze vorstellen:

Schöne Form (0-3 Punkte) – Die Pinze soll klassisch (mit der Schere) drei Mal eingeschnitten sein, einen schönen Eiglanz haben und nicht zu hell und nicht zu dunkel gebacken sein, so nach RAL 8004 ;-)

Konsistenz (0-7 Punkte) – Hier scheiden sich die Geister zwischen gatschig/feucht, trocken, fest und flaumig. Wir achteten auch sehr auf die Poren des Teiges, ob feinporig, grobporig oder unregelmäßig.

Geruch & Geschmack (0-10) – Das Um- und Auf einer Pinze. Da die klassische Pinze mit in Wein eingeweichtem Anis zubereitet wird, soll sie auch nach Anis schmecken. Sie muss auch ein wenig nach Alkohol schmecken, weil eben der Wein zum Teig dazugekippt wird, aber soll den Geschmack nicht übertünchen. Zitronenaroma soll ganz fein und dezent sein, ebenso die Vanille. Hier fanden wir Geschmacksrichtungen von penetrant zitronig, oder orangig (sogar Orangenschalenstückchen fanden sich darin) und übervanillisiert. Frau Esskultur fordert Salz ein. Ich selbst gebe in jede Mehlspeis Salz, aber für meine Begriffe darf das Salz nie herausschmecken, es unterstützt und hebt nur den Gesamtgeschmack. Wo ich eine pelzige Zunge bekommen habe, wie ich sie sonst nur bei zu viel Backpulver im Teig habe, hat der Web- und Sängermeister stark alkoholisch herausgeschmeckt. Beides passt zur Pinze nicht, daher haben wir die unterschiedlichen Geschmacksempfindungen nicht ausdiskutiert. Es hat aber viele Pinzen gegeben, die eine pelzige Zunge verursachten.  Mittlerweile habe ich recherchiert, dass es durchaus üblich ist Backpulver und Germ zu mischen, siehe „Hefe“teiggarant.  Die Pinze sollte auch nicht zu süß sein, weil sie traditionell zu Geselchtem (geweiht) Osterfleisch (nach der Auferstehung) gereicht wird. In die Pinze gehören keinesfalls Rosinen. Zwei unserer Pinzen hatten Rosinen im Teig und waren so gut, dass wir sie trotzdem in die Wertung nahmen.

Platz 1 – Demel, obwohl die Pinze vom Vortag war. War bei mir Gewinner, weil sie einen guten Anisgeschmack hatte.

Platz 2 – Felber, die Überraschung schlechthin, weil eine Großbäckerei auch gute Ware produzieren kann (Szihn, Schrammel, Ströck waren unter jeder Kritik!)

Platz 3 – Zum schwarzen Kameel, ein Pinzenpreis für den man fast schon einen Golddukaten ins Pfandl tragen muss. Stolzer Kilopreis von 33,33 ist schlichtweg gschmalzen.

Platz 3a – Fercher, er hat die Pinze mit Rosinen zwangsbeglückt, sie war aber dennoch sehr gut.

Der vierte Platz, war die Pinze vom Kutschkermarkt. Alle anderen waren schlechtrechtes Mittelfeld und 9 ganz bösgrausliche Produkte. Das ist ein bedenklich hoher Anteil an schlechten Produkten.

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest! Wer Pinzen gebacken hat, der möge sich hierher verlinken. :-)

Jourdoux 1 – Punschkrapfen

Jourdoux 2 – Maroniherzen

Jourdoux 3 – Faschingskrapfen

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Wir küren Siegerkrapfen!

Letzten Samstag war dritter Jour doux in Sachen Krapfen.

Jour doux, das ist eine nette und hochkarätige Verkostungsrunde, ambitionierter Mehlspeistiger, die typische österreichischer Produkte verkosten und damit in den Wettbewerb schicken. Unser Hauptaugenmerk legen wir dabei auf gediegene und gute Handarbeit unserer Bäcker und Konditoren. Mehlspeisen und Süßes aus der Massenproduktion ziehen wir nur als Vergleichswert heran, in welchem Feld sie qualitativ liegen. Unsere Gastgeberin war wieder titi, die die sehr große Runde von 12 Verkostern bei sich aufnahm. Einen Abend vor der Verkostung wurden von unserem Mastermind katha Verhaltensmaßregeln ausgeschickt, wie man einen Krapfenoverkill vorbeugen kann:
– nichts essen = ganz schlecht
– japanisch essen, sushi = nichts mit Knofl und Zwiefl

Es liegt einerseits auf der Hand zur Faschingszeit Krapfen zu testen. Anderseits ist es nicht sonderlich originell, weil viele auf diese Idee kommen. Wer allerdings die (veröffentlichten) Tests genau unter die Lupe nimmt, erkennt, hier werden hauptsächlich Produkte von Superbäckereien, oder Supermarktware getestet, als wäre der Beruf eines Bäckers oder Konditors bereits ausgestorben.

Ein großer Fehler ist, bei Verkostungen zu fragen, wie das Testobjekt schmecken soll. Da überschlagen sich die Meinungen und man findet kaum einen gemeinsamen Nenner. Bei Krapfen kommen unsere Teilnehmer schnell ins Schwärmen. Die Eigenschaften eines Krapfens, versetzen dich gedanklich sofort in den 7. Krapfenhimmel. So soll er sein:  flaumig, fest, schöne Form, Aussehen ist egal,  Rum im Teig, Rum in der Marmelade, nicht zu viel Marmelade, gerade richtige Marmelademenge, viel Staubzucker, wenig Zucker, schöne helle Bauchbinde, nicht zu fett, auf den ersten Biss kommt es an, etc. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir waren uns nicht einig. Der eine Krapfenkoster, hat ständig von flaumig geschwärmt, während ich ein Veto hörte, “an Biss soll er schon haben”. Links neben mir, hörte ich den Wunsch nach buttrigem Geschmack, rechts daneben wurde vehement nach einer aromatischen guten Marillenmarmelade verlangt. Mehr habe ich nicht mitbekommen, denn wir waren 12 Verkoster – eine Megarunde – mit einem Haufen Krapfen, von 23 Produzenten.

Die Verkostungsrunde testet Konditor- und Bäckerkrapfen auf Herz und Nieren

Krapfenparade

Der von katha erstellte Verkostungsbogen wurde neu überdacht: Für die Kriterien Form, Teigkonsistenz, Marmelade und Geschmack wurden Punkte vergeben, um so eine Gesamtnote zu vergeben. Wir sollten uns mit Kommentaren zurückhalten (was wir nicht ganz geschafft haben), um damit unbeeinflusst bewerten zu können.
Während die Krapfen da in Reih und Glied, schon geteilt auf uns warteten, gab es noch eine kurze Einführung in die Krapfologie. Es war nicht Cäcilia Krapf, die den Krapfen erfunden hat, sondern die Römer und das  schon vor 2000 Jahren. Globuli hat das runde Fettgebäck geheißen, das mit Honig übergossen wurde. Es braucht 6 Dotter pro Kilo Mehl, der Rum gehört in den Teig (darüber lässt sich streiten) und der Germteig braucht Zeit um gehen zu können (feine Poren im Teig). Das Fett muss anständig heiß sein, damit nicht zu viel Fett am fertigen Krapfen bleibt.

Es waren auch dieses Mal ganz entsetzlich grausliche Exemplare dabei, die traurig stimmten. Das nimmt mir als Tester ein wenig den Nipf. Aber es gab auch ganz hervorragende Stücke, die sich als Gewinner herausstellten. Der Krapfen der Massenbäckerei (Euro 1,30), fand sich im letzten Drittel unserer Reihung, war aber nicht der Schlechteste, das muss man zu seiner Verteidigung sagen. Um die Sache kurz zu machen, zähle ich nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge die Kandidaten und deren Produzenten auf.

Aida, Blocher, Brandl (Linz), Café Bazar (Salzburg), Café Central, Café Europa/Mühlenbrot, Demel, Gerstner, Gragger, Groissböck, Heiner, Honeder (Linz), Hübler, Jindrak (Linz), Klement, Meinl am Graben/Kasses, Olsböck, Sluka, Ströck, Woloszyn, Pauser “Der Zuckerbäcker”, Urbann (Wels);

Gewinner:

Konditorei Jindrak , Euro 1,20, 70 g

Kurkonditorei Oberlaa,  Euro 1,70, 87 g

Konditorei Groissböck, Euro 1,25, 63 g

Ich bin mit dieser Wertung sehr zufrieden! Für mich sind das drei erste Plätze!

Nach der Verkostung haben wir pro Person (hätten wir alle Krapfenviertel gegessen) 6 Krapfen verspeist! In Griechenland wünscht man sich angeblich nach dem Essen: Καλή χώνεψη = Gute Verdauung!

Als Nachspeis gab es ein Fischbuffet mit allerlei selbstgemachten kalten Köstlichkeiten. Herzlichen Dank an die lebensrettenden Schwedentropfen!

Auch vom Krapfentest berichtet weltbeobachterin.

Jour doux 1 – Punschkrapfen

Jour doux 2 – Maroniherzen

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Ein Herz für Maroniherzen!


Letzten Sonntag war es wieder soweit. Eine kesse Runde, die stetig wächst, hat sich zum Ziel gesetzt, des Österreichers Mehlspeisen und Süßigkeiten auf Herz und Nieren zu testen.
Letztes Mal waren es die zuckersüßen Punschkrapferl. Dieses Mal standen Maroniherzen in zwei Reihen, die unserem kritischen Gaumen standhalten mussten.
Wie ich schon erwähnte, wurde die Runde größer. Es sind fast alles Twittertanten, bis auf Elisabeth, die uns glaube ich nur müde belächelt. Sie war mit Mann und Kind da. Der Sohnemann ist ein überaus charmanter, aufgeschlossener junger Mann, der einmal in 10-12 Jahren Frauenherzen höher schlagen lässt. Hinzugekommen ist noch @queenofsoup, @weltbeobachterin und die alte Truppe @kathaesskultur und @titlaflora, unsere liebe Gastgeberin.

Wie stellen wir so einen Test an?
Zuerst wird einmal katha zuliebe eine Liste angefertigt, die sie wiederum mit lauter Freude vervollständigt und perfektioniert. Ich sehe sie förmlich vor mir, wenn sie mit glänzenden Augen ein Listerl in die Hand bekommt. So kamen von 25 Erzeugern Maroniherzen zusammen, wo zwei davon eindeutig einem Erzeuger (Eibensteiner) zuordnen ließen.
Was wird uns erwarten?
Davor informierte der orf.at, dass ein Großteil der im Handel kommenden Edelkastanien bereits verdorben sind. Das fängt ja gut an.

Aber, Maroni können wenn sie frisch sind auch gesund sein. Die Esskastanien sind fettarm und reich an Kohlehydraten. Außerdem sind sie ein gutes Nervenfutter, da sie reichlich Vitamin B beinhalten. 10 dag Kastanien haben 196 Kalorien, sorgen aber auch für schnelle Sättigung.
Also dann auf geht’s!

Für den Einkauf gab es folgende Richtlinien:
Den Kauf möglichst spät ansetzen, eventuell sich die Herzen vorreservieren lassen und am Samstag besorgen, damit sie möglichst frisch sind. Maroniherzen sind nämlich nur eingeschränkt haltbar und zwar drei Tage. Die Frage, von wann die Maroniherzen sind, kann man sich so gut wie sparen, weil jeder seine Ware anpreist, als hätte er sie erst in den Nachtstunden erzeugt.
Stammen die Maroniherzen aus eigener Erzeugung? Wenn nein, wo wurden sie zugekauft?
Der Preis – wir notierten diesmal den Preis pro Stück, weil wir auch wieder das Gewicht ermittelten – variierte sehr! 20g zu 1,40, bis 40g zu 3,90.

Die 25 Konditoreien, Zuckerlgeschäfte oder Chocolatiers waren folgende: Sluka, Fruth, Welser, Hussel, Woloszyn, Heindl, Klement, Gerstner, Lindtner, Blocher, Nöbauer, Café Central, Eibensteiner, Dürnberger, Süßes Eck, Heiner, Frömmel, Altmann & Kühne, Oberlaaer, City Confiserie, Demel, Schokokönig, Aida, Fercher, Pischinger;

Nach den ersten fünf Herzen war ich ein wenig frustriert. Es waren nicht wirklich gute Produkte dabei. Lediglich ein einziges Maroniherz war darunter, das ein wenig besser schmeckte, aber doch nur die Note 2-3 erhielt. War es wirklich schon das beste Stück, das Wien zu bieten hat?

Was ein gutes Maroniherz ausmacht!
Da die Herzen mit verhältnismäßig viel Schokolade überzogen werden, bestimmt die Schokolade sehr den Geschmack des Produktes. Eigentlich wesentlich mehr, als bei den Punschkrapferln, die auch mit beträchtlich viel rosaroter Glasur überzogen waren. Der Schokoladeüberzug soll dünn, knackig sein, aber beim Biss nicht gleich vom eigentlichen Herz springen. Von der Schokolade erwarten wir uns Bitterschokolade. Ein Anbieter, der spätere Gewinner hat auch eine Variante mit Milchschokolade angeboten, die auch hervorragend schmeckte. Somit haben wir unser Anforderungsprofil ab der Mitte wieder revidiert, es geht auch Milchschoko. Die Maronimasse, soll maronig schmecken, nicht zu süß und saftig sein, keinesfalls pelzig (wenn zu viel Hautanteile der Maroni mitverarbeitet werden). Der Alkoholgehalt soll dezent zurückhaltend sein und nur eine Geschmacksnuance zum Maronigeschmack bieten. Und dann die Form, schön einer Maroni nachempfunden. Wir waren alle von den Herzen entzückt, die ein schönes Schokospitzerl hatten. Diese glänzten leider nur von außen und innen waren sie nur mittelmäßig.

Und dann ging es los. Bei der Begutachtung der Herzen hatten wir schon Vermutungen, wer die Maroniherzen als seine eigenen ausgibt, sie aber brav beim Eibensteiner kauft (Dürnberger, Süßes Eck). Es gibt wunderschön geformte Herzen und dann wieder welche, die vielleicht Kinderhände geformt haben. Dazu muss noch gesagt werden, wir verkosteten komplett unbeeinflusst, da den Produkten Zahlen zugeordnet wurden und man bei der Fülle der Herzen gleich vergessen hat, welches von wem sein könnte.

25 Maroniherzen später:
Tätäää, we proudly present the Maroniherz-winner:

Schoko Laden Werkstatt
1. Platz Schoko Laden Werkstatt Woloszyn
Die Form der Herzen ist ein wenig puristisch gehalten, dafür sind Inhalt und Hülle um so besser! Schöner Glanz der Schokolade, dünner Überzug, knackt (Milchschoko nicht), schmeckt schön maronig, riecht gut. Wirklich mit Abstand die besten Maroniherzen Wiens. Preis 1,50 (bitte nicht teurer werden!), 30-35 g
2. Platz Conditorei Sluka Schöne Maroniform, aber flach, Schoko knackt, oben dunkle Schokolade, Boden Milchschokolade, sehr cremig, guter Maronigeschmack, angenehm rummig, Preis 2,20, 30 g
3. Platz Café Central Große Maroni, sehr schöne Form, Baucherl wurde von beiden Seiten gedrückt und hat damit eine praktische Griffmulde. Schöner Schokoglanz, cremige Konsistenz, angenehme süße, schön rummig. Preis 1,90, 45 g

Von den 25 getesteten Herzen waren auch 9 Anbieter dabei, die mit durchgefallen bewertet wurden. katha hat uns empfohlen nicht öffentlich zu schreiben, dass etwas faul, schimmlig, sauer, pelzig, mehlig, scharf, modrig oder gar nach Schnitzel schmeckt. Somit möchte ich sagen, dass mir die neun Sorten überhaupt nicht geschmeckt haben. Wen’s interessiert, dem schreibe ich die Produzenten gerne auf, die meiner Empfindung nach keine gute Ware verkaufen.
Der Rest der Herzen befand sich im unspektakuläres Mittelfeld.

Fazit: Die Wiener Maroniherzenhersteller müssen sich noch ein bissl anstrengen. Trotzdem sind die drei Gewinner mit Abstand die besten Maronis von Wien.

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Aus dem prallen Leben einer Ente

Heute hat mich fast der Schlag getroffen.

War in einem großen öffentlichen Gebäude, wo ich mich mittlerweile mehr schlecht als recht auskenne, was folgende Geschichte beweist.

Ich verfüge über eine ausgesprochen schlechte Orientierung. In großen Gebäuden wäre für mich ein Navigationsgerät hilfreich – gibt’s so etwas fürs Eierfon? Augeklügelte Leitsysteme helfen bei mir gar nichts, weil ich auf alles schaue, nur nicht auf die Pfeile und wohin sie führen.

Ganz stolz habe ich heute zum Ort x hingefunden und war megamäßig erleichtert hingefunden zu haben ohne ein einziges Mal um den Weg zu fragen. Auf solche Fragen bekommt man sowieso keine richtige Antwort, darüber kann ich ein anderes Mal berichten. Die Erleichterung machte mich nachlässig und hat mich in eine peinliche Situation gebracht.

Ente startet voller Elan und Energie zu den Aufzügen. Will ein Stockwerk rauffahren. Während ich ewig auf den Aufzug warte, denke ich mir: “Wieso gehst du das Stockwerk nicht hinauf? Das schadet dir überhaupt nichts.” Gedacht, getan! Drehe mich nach links, weil neben dem Aufzug die Fluchtstiege ist. Alle Türen sind grün. Ich reiße die Tür auf und denke mir dabei: “Die Türschnalle ist verdammt wacklig, das Öffnen der Brandschutztür geht mir heute so locker von der Hand, als hätte ich ein halbes Jahr Krafttraining hinter mir.”  Die Tür steht offen, ich will einen Schritt hinein, ein Stiegenhaus mit einer auffallenden Tiefe, ein Mann mit leicht gegrätschten Beinen zeigt mir den Rücken.


Bild aus einem Wikicommonszeugs

Mir kommt ein leises “Huch” aus und anstatt dass ich mir die Hand vor die Augen halte, habe ich Angst mir die Brillen zu verschmieren und halte sie vor den Mund. Lasse die Türschnalle sofort los, als stünde sie unter Strom und flüchte in die andere Richtung. Praktischer Weise sind links und rechts neben den Aufzügen die Toiletten und vis à vis die Fluchtstiegen. Dort stemmte ich erleichtert die schwere Brandschutztür auf und flüchtete ein Stockwerk höher.

Warum frage ich mich, pinkeln Männer mit gegrätschten Beinen? Damit die Fürze leichter abgehen?

Es grüßt die Ente!

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