Archiv der Kategorie: zeitungsente

Ist georgische Küche brutal?

Mir flog einmal zu, ein Huhn nach georgischer Art wäre gut.

Jetzt komme ich gerade von meiner Surferkundungstour zurück und bin entsetzt. Ich kann es kaum glauben:

Das sorgfältig gewaschene Hähnchen abtrocknen und an der Brustseite der Länge nach ganz aufschneiden. Mit der Innenseite nach unten auf die Arbeitsplatte legen – am besten zwischen zwei Lagen Klarsichtfolie – und mit dem Fleischhammer flach klopfen.

Hat jemand schon einmal Huhn in Georgien gegessen und pracken die tatsächlich das Huhn so flach, dass man es unterm Türschlitz durchschieben kann? Isst man in Georgien das Huhn mit den zerbröselten Hühnerknochen als Überlebenstraining?
Ich weiß nicht, soll ich jetzt lachen oder weinen. Rettet georgische Hühner!

Quelle

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Bezahlinhalte bei Online Medien


Online Times möchte ab kommenden Frühjahr für seine Online Inhalte Geld.
Darauf warten vermutlich schon alle Medien, wer den ersten Schritt macht. Noch dazu, wo die heimischen Printmedien schon einmal bessere Zeiten hatten.
Ein sicherlich interessantes Experiment.
Ist der User bereit etwas zu zahlen, wo man eigentlich das Grundrecht “gepachtet” hat, es “umsonst” zu bekommen?

16% wollen laut einer Umfrage für den Online-wissens-news-zugriff zahlen. – was nota bene nebbich ist.
Die meisten Nutzer sprechen sich dafür aus, nur für jene Inhalte zu bezahlen, die sie auch abrufen.
Die Bereitschaft liegt zwischen 10 cent und 1 Euro pro Artikel (was schon wieder übertrieben viel ist)
Nur 4% akzeptieren eine monatliche Abogebühr, die für mich ausschließlich in Frage käme. Schon alleine wie oft ich in Artikel nur hineinzappe und die ersten beiden Absätze überfliege (und glaube den Rest zu kennen – Aberglaube – :-D )

Gute Frage, was wäre ich bereit zusätzlich zu meiner Printausgabe zu bezahlen?
Liefert die Online-Presse ein Zusatzangebot, das ich bei meiner Printausgabe nicht habe?
Kann ich mit brandheißen Themen und Schlagzeilen so lange warten, bis meine Frühstückszeitung am nächsten Tag beim Kaffee gelesen wird?

Quelle: orf futurezone

P.S: Die ORFTVThek startet mit ziemlicher Verzögerung ihr Video Online Angebot, das noch gratis ist. Nicht alle Sendungen, aber doch bis zu 70 sind 1 Woche lang abrufbar.

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Kleinformatige Sager

haben mehr Gewicht als eine Rede im Plenum des Nationalrates.

Laut Plassers neuem Buch “Praxis politischer Kommunikation in Österreich” meinen 80% der Politiker, die öffentliche Aufmerksamkeit eher durch einen Artikel in der Kronen Zeitung zu erlangen, als durch eine Rede im Nationalrat. Diese Erkenntnis führt auf eine Studie zurück, die anlässlich der Nationalratswahlen 2008 erstellt wurde.

Wozu lange anstrengen und formulieren?
short-simple-stupid

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Das Web man liebt es, oder hasst es ..

und diskutiert gerne darüber!

Die Moderatorin fragt mich, ob ich an Web 2.0 teilnähme und wie es mein Leben beträfe. Ich verneine wahrheitsgemäß Teil eins der Frage, lasse meine Vorbereitung in der Tasche stecken und schildere Eindrücke aus der Redaktion: Menschen, die während der Redaktionssitzung aufs Handy schielen, weil sie Facebook-Einträge oder Tweets lesen. Menschen, die im Minutentakt das Netz hysterisch nach Nennungen ihrer Person oder des eigenen Mediums durchsuchen. Suchtverhalten. Narzissmus. Menschen, die, elektronisch stimuliert, ihrer Rüpelhaftigkeit freien Lauf lassen. Das Netz sei auch eine Aufforderung zur Zeitverschwendung, sagte ich, deswegen kein Blog und – bitter für Twitter – kein Tweet von mir. Vorläufig.

(Quelle Falter, Ausschnitt aus diesem Artikel )

Eine hitzige Debatte, die sich derzeit auf Twitter und auf Blogs abspielt. Die Ente ist dabei, logo!
G. fordert andere auf, sich da und dort zu diesem Artikel zu äußern. Und hier gibt es eine Zusammenfassung, wie alles begann. Aber Achtung, da werden Trackbacks und Verlinkungen nachrecherchiert (eitel, oder was?)
B. gibt auch seinen Senf dazu. Und so geht es wie ein Lauffeuer durch’s Netz, in der Hoffnung, T!h!urnher ist vielleicht doch so neugierig und liest nach.
Was mir im Prinzip wurscht ist.

Und bei alldem macht es den Eindruck, sie müssen sich rechtfertigen, warum sie so viele Stunden im Web verbringen.
Das erinnert mich an eine Fortbildung, wo ein namhafter online Redakteur es als persönlichen Angriff empfand, weil ich zugegebener Maßen kritisierte, dass social-bookmarking von Journalisten betrieben, ein Kochen im eigenen Saft wäre. Jössas, da hätte der Angegriffe fast Entenbraten aus mir gemacht.
“Wieso soll ich lange suchen und recherchieren, wenn es Menschen gibt, die sich da viel besser auskennen?”, versuchte er sich zu rechtfertigen. Ich hab dann nicht mehr weiter argumentiert, weil dieser Mann eigentlich ein g’standener Journalist ist und selbst wissen müsste, wie er für seine Artikel zu recherchieren hat.

Abgesehen davon, ist das Netz und alle Informationen und sozialen Vernetzungen nicht das Gelbe vom Ei. Ich habe mich schon mehrmals über die Ignoranz nicht beantworteter Kommentare geärgert. T!h!urnher nennt diese Leute ganz richtig “Ich AGs”, wobei es diese auch im “real-life” (auch so eine grausliche Bezeichnung des Nicht-Netzlebens) gibt und nicht ausschließlich in der internetten Welt gibt.

Und so bin ich, die die paar Kontakte der vernetzten Welt mit Freude pflegt auch ein wenig störrisch und engstirnig: Ich verweigere Facebook! Also ich habe schon einen Account (nur vier Freunde, schnief), den ich aber nur deshalb nütze, damit ich die Fotos einer Freundin sehe, die sehr weit der Heimat weilt. Sie stopft ihre Erfahrungen eben in den Facebook Ordner und verschickt sie nicht per Mail. Ok, wir können interaktiv plauschen, auch mit anderen, die hier im verstaubten Ö weilen, was per mail nur mit “allen antworten” geht, aber dieses Feature facebooklern nicht bekannt ist. ;-) Ich verweigere auch XING – weil sich da sabbernde Hunde virtuell aneinanderketten und so tun, als wären sie befreundet. Man lädt sich gegenseitig ein und freut sich über die steigende Zahl der Kontakte in Summe, aber nicht an Qualität.

Ob das Web die Zeitungen ersetzen wird, ist seit längster Zeit ein großes Thema. Ich sage nein, aber es muss die Aufmachung der Zeitungen verändert werden. Zumindest für die breite Masse, die eben viel im Netz hockt. Ihnen sind die Printmedien zu statisch, zu langweilig, zu wenig bunt. Man kann mit einer Zeitschrift zwar Gelsen erschlagen, was mit einem Laptop nicht so einfach ist, aber man kann leider nicht draufklicken. Auch kann das Web nicht das haptische Erlebnis einer Zeitung ersetzen. Ich kann mich erinnern, als der Standard aufgelegt wurde, hatte man nach Durchsicht aller Seiten, rabenschwarze Finger. Wie damals, als der Buchdruck seine ersten Schritte machte, den Standard gibt es seit 1988. Das war natürlich ärgerlich, denn las man in der Straßenbahn den Standard und ging dann schnurstracks zu einem Termin, hatte man Finger wie ein Kohlenhändler.
Apropos Straßenbahn!
Auch erinnere ich mich gerne an Diskussionen von früher, warum Z oder X gerne die Krone lesen (Österr. Kleinformat). Als Argumentation kam immer, weil die Zeitschrift so klein ist. Dass Amerikaner und Briten die viel großflächigeren Formate mit einem geschickten Faltsystem auch in der U-Bahn lesen, will keiner hören. Aber es ist ja egal. Außerdem lesen jetzt fast alle “Heute” in der U-Bahn. Hab ich einmal eine Statistik gemacht, wie viele Leute in einem Wagon sitzen und davon Heute lesen . Ich glaub, es waren so an die 70%, der Rest hat sich über Kopfhörer die Ohren zudröhnen lassen.

Jeder darf das was er will an Medien konsumieren, was er für sich und seinen Informationshunger für richtig und wichtig hält. Sich ständig rechtfertigen zu müssen, warum die Gratiszeitung “Heute” so gerne gelesen wird, ist ebenso nervig, wie wenn einer hochnäsig sagt: Die Presse ist das einzig wahre. Über das Fernsehprogramm gibt es eine ähnlich gelagerte Diskussion. Die dümmsten Serien haben die höchsten Einschaltquoten und dann nörgelt man, warum der ORF so ein schlechtes Programm hat. Weil man sich nach der Decke streckt und kein Mensch dauernd BBC Berichte schauen will. Ist doch logisch, oder?

Somit soll sich jeder auch da und dort im Netz bewegen. Entweder mit richtigem Namen (notariell beglaubigt) oder mit Synonym unterwegs sein. Ob ich hier als Ente das aufschreibe, was ich mir denke, oder unter einem Synonym= Fake saublöde Krone-Leserbriefe per Post verschicke macht doch keinen Unterschied.

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Austroafrikanische Eissorte

Was assoziiert man mit Sommer?

Hitze – Eis – Loch

Miteinander kombiniert: Hitzestau, neue Eissorte und Redaktionssommerloch führen zu etwas eigenartigen Berichten.

Der Mohr hat in Österreich Tradition. Und zwar in einer Form, die in keinster Weise eine Beleidigung darstellt.
Er ist seit über 100 Jahren Firmenlogo eines alteingesessenen Lebensmittel-Imperiums. Also Imperium leider nicht mehr, weil heruntergewirtschaftet. Begonnen hat es mit dem Import von Kaffee und Kakao. Ich nehme an, daher kommt auch die Affinität zum Mohren und zur Kreation des Logos.

Wie lange es den “Mohr im Hemd” in der österreichischen Mehlspeiskultur gibt, weiß ich nicht. Ein luftig kleiner, warmer Schokokuchen (lang bevor der Schokokuchen mit weichem Kern modern wurde), mit Schokosauce und Schlagobers = Hemd.
Niemals hat sich jemand darüber aufgeregt.
Jetzt gibt es von einem bekannten Eisproduzenten nach dem Apfelstrudeleis, das Mohr im Hemd Eis. Der Slogan “I will mohr” ist für meine Begriffe wenig kreativ und etwas grenzdebil, aber wenn einem in der Hitze nichts besseres einfällt und man damit trotzdem Geschäfte machen kann, soll es so sein!
Simon Inou, vom Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit ist empört: “Solche Wörter sind für Schwarze im deutschsprachigen Raum eine der schwersten Beleidigungen.”
Der Mohr ist ein veralteter Ausdruck, der in frühen literarischen Werken Anwendung gefunden hat. Kein Mensch würde zu einem Schwarzen sagen: “Hallo Mohr, wie geht es dir?” oder “Alle Mohren sind Dealer.”
Mit der Beschwerde beim Österreichischen Werberat hat sich der Verein für interkulturelle Medienarbeit selbst diskreditiert.

Wann endlich regt sich jemand in Wien auf, wenn Frauen als “Oide” angesprochen werden, obwohl sie sich noch gar nicht alt fühlen und das als Beleidigung sehen. Und hört endlich auf Frankfurter Würstel zu essen, ich finde das schlichtweg obszön.

mohr
Quelle: DerStandard

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Zufälle gibt’s

Ich schreibe einen Blogeintrag über ein wichtiges Wort, das keiner versteht und kurz darauf verwendet eine liebgewordene Bloggerin dieses Wort. Sie ist mir hoffentlich nicht barsch, weil ich doch gerade wegen diesem Wort wetterte.

Aber ganz ehrlich? Lesen wir Artikel, Geschichten, Blogbeiträge gerne, wenn wir sie nicht verstehen? Wer hat schon einen Duden einstecken, oder google, wenn er gerade im 5er (Straßenbahn) sitzt und einen Artikel liest und ein Wort nicht versteht? Den/die Nachbarmännin will man nicht fragen, weil sie es vielleicht selbst nicht weiß, oder gar der deutschen Sprache nicht so mächtig ist. (Da fällt mir gerade ein, es wäre wohl viel klüger türkische Fremdwörter als griechische und lateinische zu verwenden, um ein besseres Verständnis zu erzielen. Das ist jetzt komplett fremdenneutral zu werten, sondern einfach nur praktisch zu sehen!) .

Wo liegt der Sinn darin, etwas zu schreiben, wenn es keiner versteht? Sollen wir Worte verwenden, die keiner versteht, nur weil man sonst Gefahr läuft, dass die Sprache verkümmert? Und verkümmert die Sprache alleine im geschriebenen Wort, oder auch im Gehörten (TV, Radio) und Gesprochenen? Wer ist nun verantwortlich dafür, wenn wir verblöden, nur weil wir bestimmte Wörter nicht verstehen?

Warum schreibt der Standard und der Kurier APA Meldungen einfach ab (weil im gleichen Wortlaut), wenn sie doch ach so kluge Journalisten beschäftigen, die uns das Lesen und Schreiben beibringen wollen?

Warum nehmen wir kritiklos zur Kenntnis, dass der WAZ die österreichische Medienlandschaft dominiert (und beeinflusst?).

Warum zeichnen sich österreichische Zeitschriften dadurch aus, egal welche man kauft, es steht über all das gleiche drinnen?

Warum gibt es also Zeitschriften, die gratis in U-Bahnstationen aufliegen und achtsam gelesen, aber wie Dreck weggeschmissen werden? Warum werden diese Zeitschriften mehr gelesen, als Blätter, die man (unter der Woche) käuflich erwerben muss?

Warum ist es für den Österreicher klar, dass die Sonntagszeitung billig, weil gestohlen aus dem Dispenser genommen werden kann?

Warum wird die Leistung eines Journalisten nicht damit belohnt, dass man für eine Zeitung bezahlt?

Unter uns gefragt: Wie viele Zeitungsabos habt ihr?

Weil wir das alles nicht verstehen, gibt es automatische Übersetzungprogramme, die dann Stilblüten wie diese auswerfen. Soeben in meinem Spamordner gefunden. Wer weiß, wie lange er schon dahingammelt. Man sollte mehr lesen – Spam und Zeitschriften!

Guten Tag Euer Olinetagebuch hat Unsere Aufmerksamkeit gefesselt, für die Qualität der Rezepte Wir wurden froh dass Sie es auf Kleinchef einschreiben, damit wir es bringen können. Kleinchef ist ein Verzeichnis, dass mit einem Aktenzeichen, die besten Webseiten hat. Mehrere Olinetagebücher sind eingeschrieben und nutzen Klinchef um sich bekannt zu machen. Um sich auf Klinchef einzuschreiben gehen Sie auf http://de.kleinchef.com/?obj=front&action=site_ajout_form oder auf http://de.kleinchef.com und klicken Sie auf “Webseite / Blog eintragen” auf die höhere Stange. Mit freundlichen Grüssen. Vincent Kleinchef

Gefesselt sein, die höhere Stange klicken, das macht den kleinen Chef erst richtig groß!

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Stadtgespräche

Das Wochenende ist wirklich immer viel zu kurz.
Und doch gab es gestern zwei wirklich sehr interessante und spannende Sendungen im Hörfunk und Fernsehen.
In Ö3 höre ich gerne Sonntag früh, wenn ich Eier brate oder einfach nur Kaffee für mich koche, Frühstück bei mir, mit Claudia Stöckl. Es gibt kaum eine Sendung, die nicht hörenswert wäre. Diesen Sonntag war es ein Interview mit dem Zukunfstforscher Matthias Horx, das auch als podcast gehört werden kann. (Bitte beeilen, Ö3 hält die mp3 Dateien nicht ewig online). Aber auch die zuerst verlinkte Seite von ihm ist eine wahre Fundgrube, die sehr interessante Denkansätze enthält. Ich weiß jetzt nicht, ob, Horx in Wien wohnt, ich dachte, das so verstanden zu haben, er wohnt irgendwo in der Nähe von Währing.

Am Abend gab es dann eine Diskussion über Zilks Spionagetätigkeit in der damaligen Tschechoslowakei, die er ab 1965 gemacht haben soll. Die Geschichte wurde nicht aufgedeckt, sondern wieder aufgewärmt, vom Wochenmagazin “profil”, das an und für sich nur fundierte und gut recherchierte Aufdeckergeschichten veröffentlicht. Das profil bekomme ich jeden Sonntag per Hauszustellung vor die Tür gelegt – übrigens eine herrliche Erfindung, Zeitungen am frühen Morgen schon vorzufinden. Wenn dazu noch 2 frische Semmerln und ein Butterkipferl geliefert werden könnte, dann wäre der Sonntag noch perfekter!

Zilk, Programmdirektor beim ORF – daran kann ich mich nicht mehr erinnern, Bundesminister für Unterricht und Kunst und anschließend viel geliebter Wiener Bürgermeister – kein anderer konnte ihm bis dato das Wasser reichen, war eine sehr bunte und schillernde Gestalt. Er hat angeblich, was Frauen anbelangt nichts ausgelassen, war aber ein Mensch, der sehr charismatisch und mit einer riesigen Portion Zivilcourage seine politischen Aufgaben bestreitete. Natürlich wer Zilk kannte, hatte es ein wenig leichter, wenn er etwas Stadtpolitisches von ihm wollte. Aber er war auch streng, wenn ihn jemand um einen Schmarren ansuderte und das nicht so ganz seinen Vorstellungen entsprach.
Nun war in der gestrigen wirklich sehr heftigen Diskussion der Streitpunkt, ob es Zilk notwendig hatte umgerechnet 30.000 Euro und einen Kristallluster anzunehmen, für eine Tätigkeit als Spion, wo er eigentlich nichts wusste. Man vermutete, er erzählte dem tschechischen Geheimdienst nur Dinge, die er am Tag zuvor aus dem Kurier gelesen hatte. Der Geheimdienst wiederum zwar sehr effizient in seiner Bespitzelung, aber sonst steckenblöd, bemerkte gar nicht, wie wenig Gewicht diese Informationen hatten. Oder wollte er Zilk für höhere Dienste einkochen? Das war die Frage gestern.
Bacher und Michael Frank (SZ Korrespondent) versus dem Rest der Diskutanten. Besonders Dagmar Koller, Zilks Soubrette und Ehefrau war ganz außer sich. Natürlich, verteidigt sie ihren Mann und meint, man solle ihn doch in Ruhe unter der Erde liegen lassen. Außerdem fand sie es unerhört (der Scholz übrigens auch), als Frank erzählte, Zilk, der den Inhalt des Akts damals (späte 90er) schon kannte, wäre ganz stolz gewesen, wie darin Hauptaugenmerk auf seine ehemaligen “Weibergeschichten” gelegt wurde. Ein wenig bekam die Diskussion einen grotesken Touch, als Scholz den Frank auf so klein mit Hut zusammengeputzt hatte und die Koller mit ihrem Kreuz in der Luft herumfuchtelte, als wäre Frank der Inbegriff des Bösen.
Und dabei frage ich mich wirklich, soll man so eine Sache nur weil sie schon ewig verjährt ist und die Beteiligten teilweise gar nicht mehr am Leben sind, unter den Tisch fallen lassen?
Oder soll man tatsächlich, so wie Bacher es verlangte, der Sache nachgehen. Und er hat nicht Unrecht, wenn wir heute über die Presse erfahren, Zilks Akten wurden in den frühen 70er Jahren vernichtet. Seit wann werden Akten über Geheimdienstermittlungen vernichtet?

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G’schlaucht!

Leider schafft es mein Energiezentrum im Moment nicht, eiserne Reserven zu aktivieren. Ich bin furchtbar nachlässig alle meine abonnierten Blogs zu lesen. Bin faul und unkreativ, was Blogeinträge anbelangt – bin einfach lätschert. Da ist es ganz fein, wenn man eine gute Zeitschrift zur Hand hat.

Weiß nicht, wer den Falter ließt, darin ist ein lustiger Artikel über die zweitstärkste Migrantengruppe in Wien und deren fehlender Integrationswille. Nee, hast du Worte – dat is sogar onnlein: Ihr könnt uns mal gerne haben: Deutsche in Wien. Dann gucken wir doch, ob die deutsche Leserschar den hintergründigen Humor checkt. Ente sagt extra gucken und nicht schauen, damit es nichts zu Kichern gibt.

Ergänzung, weil das in der Onlineversion nicht zu finden ist:
40.382 Deutsche leben in Wien, der 3. Bezirk ist der liebste (deutsche) Bezirk, 1866 besiegten Preußens Truppen Österreich in der Schlacht bei Königgrätz. Der preußische Militärmusiker Gottfried Piefke komponierte den Königgrätzer Marsch und kreierte damit das Schmähwort für unsere liebsten Nachbarn. ;-)

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Wer mag mein Reblausi sein?

Ich muss im früh’ren Leben a Reblaus g’wesen sein,
sonst wär’ die Sehnsucht nicht so groß nach einem Wein;
drum tu den Wein ich auch nicht trinken, sondern beißen,
und hab den Roten grad so gern als wie den Weißen.
Und schwören könnt’ich, dass ich eine Reblaus g’wesen bin,
ich weiß bestimmt, ich hab’ gehaust in einem Weingarten bei Wien,
drum hab’ den Gumpoldskirchner ich so vom Herzen gern,
und wenn ich stirb, möcht ich a Reblaus wieder werd’n


gaunza Text do
Reblaus Link 1 – Ambros
Reblaus Link 2 – Gulda

Dabei hab ich nur gesagt, ich mag gerne Wein.

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forever young?

Das nachfolgende Inserat ist mir gerade durch Zufall in die Hände gefallen. Wer geschickt ist, findet es auch. Man muss sich den Text einfach bis zum Ende durchlesen. Ich hole mir in der Zwischenzeit einen Schal, damit ich mir die Kinnlade raufbinden kann.
IchfasseseinfachnichtunddasistdiesmalkeinFakeMail!

Meine Fragen an Sie:Sie wollen flexibel arbeiten?
Arbeiten Sie auch ab und zu gerne von zuhause aus oder sind gerne alleine im Büro?
Telefonieren Sie gerne?
Können Sie ein Büro in Ordnung bringen und auch halten?
Behalten Sie immer den Überblick?
Ihr Englisch in Wort und Schrift ist sehr gut?
Sie leben in Wien oder Umgebung?
Würden Sie ab und zu (3-4mal/Jahr) gerne eine kurze Auslandsreise ins benachbarte Ausland machen?
Würden Sie gerne einen jungen, hübschen und sympathischen Chef bei seinen internationalen Plänen unterstützen?
Sie sind sexy, schlank und attraktiv, flirten gerne, offen und kommunikativ bzw. lieben den Umgang mit Menschen?Dann suche ich Sie vielleicht.

Ich betreibe als Selbständiger eine erfolgreiche internationale Promotionagentur (Tätigkeitsbereich von Los Angeles bis Hong Kong) im Bereich von Genussprodukten und brauche eine Sekretärin, die quasi von Wien aus wie meine zweite Haut/Seele mich voll unterstützt. Telefon, Email, Koordination, Reiseplanung, Eventorganisation, Ablage, Dokumentation, … Arbeitszeit relativ flexibel, kann auch teilweise von zuhause aus gearbeitet werden. Gutes Englisch ist wichtig, da es zu 80% Kommunikationssprache ist. Reisebereitschaft wäre schön, da Sie mich auch ab und zu bei Geschäftsreisen und Präsentationen ins benachbarte Ausland begleiten könnten (kein Muss).

Naja, was kann ich sonst noch bieten? Einen jungen (36), hübschen, suessen, offenen und wirklich netten Chef – flirten ausdrücklich erlaubt!
Das Büro ist in der Nähe xxyyzz. Bezahlung normal würde ich sagen, bitte nennen Sie mir Ihre Gehaltsvorstellungen auf Basis 38,5 Stunden (dann können wir den Gehalt auf die Stundenzahl herunterrechnen).

Könnte auch langfristig etwas mehr werden als 10 Stunden, vielleicht 20, aber das kann ich nun noch nicht abschätzen!

Also, Lust und Mut zu etwas Spannendem?
Bewerbungen nur mit Foto per email an: zitronederwoche@gmx.xx
Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

Ich überlege gerade mich zu bewerben. Was der junge sexy Chef wohl für Nasenlöcher macht, wenn ich ihn nach einem Foto frage? Man will immerhin nicht den Chef im Sack kaufen.

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