Geld unter die Leute gebracht

Begonnen hat es damit, dass ich heute mit Freundin im Handgepäck zu Fürnkranz gedüst bin. Das musste ich mir geben und schon strömten sie herbei von nah und fern. Kurz nach acht war noch alles überschaubar, doch dann auf neune zugehend wurde es rescher. Gefunden habe ich viel, nur wenig in meiner Größe. Entweder zu groß, oder zu klein. Ich weiß, warum ich Abverkäufe nicht mag. Trotzdem war es recht amüsant und ich habe sogar etwas erstanden: 1 Escada Top aus Seide um 20 Euro (ich habe noch NIE etwas von Escada mein eigen genannt), 1 Baumwollkleid in Erbsgrün 😉 für heiße Sommertage um 10 Euro.
Keineswegs, dass alle Artikel nur 10 Euro kosten, weiß nicht, wie die Leute dazu kommen. Aber man kann durchaus ganz
günstige Kleidungsstücke erstehen, sofern man die passende Figur zu dem Einzelstück hat.

Dann wurde es aber spannend, als es zum Zahlen kam. Eine schier unendlich lange Schlange hatte sich bereits um 9.15 Uhr gebildet. Brav wie ich bin, suchte ich, ohne Streit zu provozieren, das Ende der Schlange und die war lange! Man stand so beinander, nichts ging weiter. Ihr kennt das, die Schlange daneben geht zügig voran und man ist justament in der falschen Reihe. Es war aber trotzdem amüsant. Vor mir Mutter (Oberteil Konfektionsgröße 52, Unterteil Größe 50) und Tochter aus Langenzersdorf. Sie haben von dem Flohmarkt erfahren, weil diese Information bei der Pfarre angeschlagen war. Überlege, ob der Pfarrer mit ein paar Strümpfen bestochen wurde? Während all der Wartezeit, wurde überlegt, ob sie den Blazer im Giraffenlook nun nehmen sollte oder nicht. Sie hat dann einen halben Meter vor der Kassa entschieden nein und sich noch schnell für ein olivgrünes Kostüm entschieden. Schade, der Blazer hätte ihr gut gepasst.
Hinter mir eine stark geschminkte Dame aus der Favoritner Gegend, gemeinsam mit ihrer Freundin. Sie hat, das habe ich mehrmals gehört ein Wahnsinnsschnäppchen gefunden (ich kann den deutschen Ausdruck „Schnäppchen“ ums Verrecken nicht leiden!) und zwar eine B**x Hose um 20 Euro, die es beim T***a in Favoriten um mindestens 100 Euro gibt. Dazu um 5 Euro weiße Schlapfen für den Garten und Tiger Ballerinas (die Frau war locker 65 Jahre alt), deren Preis sie nicht wusste, die ihr aber im Laufe der Zeit ca. 7 Mal runtergefallen sind und ich mich 5 Mal darum gebückt hatte. Wollte schon anbieten, sie zu halten. Die Dame hinter mir beobachtete mit einer Akribie, wer sich vielleicht einschleichen würde. Selbst Frauen, oder auch Männer (ja, auch die waren dort), die unsere Schlange querten, wurden tüchtigst ausgeschimpft und zum letzten Zipfel der Schlange verwiesen (die muss schon in Ottakring gewesen sein). Angestellte der Fa. F. mussten auch zum Ende der Schlange, weil das nicht geht, dass sich ein jeder einfach vordrängen darf.

Eine geschlagene Stunde bin ich da gestanden und kenne nun alle Geschichten meiner beiden Vorderfrauen und der einen Frau aus dem hinteren Minenfeld. Wir waren wie eine Familie! Hörte auch, voriges Jahr war die Polizei und die Rettung da, weil sich zwei Frauen um die Ware geschlagen haben. Mord und Totschlag war diesmal nicht dabei, aber ich bin um eine Erfahrung reicher: mein erstes und letztes Escada Top zu haben. Die sehen mich nie mehr wieder! Das halt ich nicht noch einmal aus, selbst an guten Tagen, wie heute einer war.
aphro.jpg

Kurz entschlossen fuhr ich zur Buchhandlung meines Vertrauens und stöberte ein wenig herum. War in der Ecke der österreichischen Literaten und versucht das eine oder andere zu kaufen. Hat schon einer einmal ein Glattauer Buch (Standard Kolumnist) gelesen? Dann aber fand ich ein Buch, das meins wurde. Dazu noch ein kitzekleines Backbuch, weil ich schon so lange kein Kochbuch mehr erstanden habe. Ok, heute wurde meine Bestellung von amazon ausgeliefert, da sind noch zwei dabei, aber die buche ich dann schon für April ein. 😉

Das ist mein heutiger Glückgriff und darauf freue ich mich schon sehr!

Aphrodite, auf den Spuren einer Göttin

4 Kommentare

Eingeordnet unter ente on tour

4 Antworten zu “Geld unter die Leute gebracht

  1. Glatterauer kenn ich nicht, nur den Glattauer…
    aber so Schlangestehen, ist wirklich amüsant, was man da alles erfährt. aber es scheint wirklich anstrengend zu sein.

  2. entegutallesgut

    Du hast vollkommen Recht, ich habe den Namen verunstaltet. Das ist übrigens eine Spezialität von mir. Meine Freundin rollt mich deswegen jedes Mal. Es ist komisch, wieso ich mir den Namen falsch einpräge, vermutlich weil ich Glattauer als Zungenbrecher empfinde und es mit einer „er“ Kombi leichter auszusprechen ist. Das sind die tiefen Abgründe meines Hirns, who knows. 🙂

  3. Matzenetter klingt auch melodischer als Matznetter. Der Molterer konnte sich den Namen seines Staatsekretärs anfangs nicht merken …

  4. entegutallesgut

    Immer diese Zungenbrechernamen …

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