Bettnässer

oder „Pisse en lit“ habe ich heute bei meinem Spaziergang über den Kutschkermarkt gekauft.

Schon gehört, schon gekannt, oder ist Löwenzahn geläufiger? Normaler Weise wenn ich bei einem Marktstandler etwas kaufe, dann weiß er auch gleich, wie das Gemüse zubereitet wird. Diesmal wurde ich enttäuscht, als ich fragte, ob man den Löwenzahn roh lässt, oder brät. „Weiß er nicht“, sagte er mit entwaffnender Ehrlichkeit. Trotzdem eine Staude davon erstanden und gemeint, das recherchiere ich im Netz.

Ganz zu oberst finde ich bei Google, Löwenzahn wäre ein hervorragendes Futter für Landschildkröten. Da fällt mir ein, Schildkrötensuppe ist auch total aus der Mode gekommen, so wie Weinbergschnecken so gut wie aus jeder Karte eines Restaurants verschwunden sind.
Dann finde ich den Hinweis, Löwenzahn hieße in Frankreich „pisse en lit“, weil das Gemüse so herrlich entwässert. Sollte man vermutlich nicht abends essen, sonst läuft man, anstatt zu träumen.

Einen warmen Maccaronisalat habe ich gefunden. Dann überlege ich, ihn wie Radicchio, also gebraten zuzubereiten und einen Schuss Balsamico darüber, ein paar Pinienkerne. Wie wäre es als Risotto?
Ich werde einmal ein Stück abschneiden, ein Stückchen Blattwerk und Stange roh kosten und dann blanchieren, wie sich das Gemüse geschmacklich verhält.

Könnte ich von den Kocheggsperten eine Anregung derweilen erhalten?

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Ent(e)deckt, Nicht kategorisiert

9 Antworten zu “Bettnässer

  1. Deine Ideen klingen schon mal super! Ich habe noch nie Löwenzahn gekostet, weiß aber, dass er eben wie der Radicchio recht bitter sein soll, daher kann ich ihn mir gebraten mit einem Spritzer Zitronensaft sehr gut vorstellen, oder eben als Salat. Barbara hat ihn unter ihre Nudeln gemischt, da bräuchtest du aber wieder noch ein paar andere Wildkräuter – http://barbaras-spielwiese.blogspot.com/2007/07/lachs-nudeln-mit-wildkrutern.html

  2. Danke Bulgariana für den Link, die Barbara’s Pasta sieht sehr köstlich aus (übrigens spechtel ich in dem Blog auch immer gerne herum). Der Unterschied zu Barbaras Löwenzahn und meinem besteht,es ist kein junger, kleiner feiner, sondern eine große Staude (Du kannst das Bild vergrößern. Im Hintergrund sind kleine Artischocken als Größenvergleich).
    Ich habe mich dazu entschlossen, einen Teil als Risotto zu machen – Bericht folgt. Den anderen Teil, das sind primär die grünen Blätter, werde ich als Gemüse kurz anbraten.

  3. Pingback: Risotto mit Löwenzahn « Entegutallesgut

  4. also aus den Blüten machte meine Goli immer Honig. Ich bekam als Lohn etwas Geld und ein Glas davon, wenn ich die Blütenköpfe pflückte

  5. Ich kenne Löwenzahn nur als „Röhrlsalat“, aber da verwendet man auch nur die ganz jungen, kleinen Blätter -oder eben als Löwenzahnhonig, bei dem die Blüten ähnlich den Maiwipferl angesetzt werden. Der Rest wurde/wird an Hasen, Schweindl und Kühe verfüttert oder so 🙂

  6. @weltbeobachterin: Ist Goli die Godl?
    @Gerlinde: grunz! Es ist so schön ein Schwein zu sein.

    Ihr gebt mir eindeutig zu verstehen, ich soll den hundsordinären Löwenzahn den Tieren nicht wegessen. ;-D

  7. catalogna – Danke, du bist der Retter des Löwenzahns!
    Die Bezeichnung habe ich nirgendwo gefunden und deswegen auch keine Rezepte.

  8. Sascha

    Komm doch einfach mal im Frühling ins Saarland. Da der Piss en lits meist aus dem Elsass kommt und das Saarland eine Affinität zu den Nachbarn in Frankreich hat, gehört er im Saarland im Frühling auf den Tisch. Wir lieben Ihn. Der lange gelbstilige Kulturlöwenzahn ist weniger bitter. Wir holen ihn aber auch von den Wiesen der Umgebung. Dort spitzt er dann gelb aus den Maulwurfshaufen heraus. Wird gründlich geputzt und mit einer sehr sauren Essig/Öl Sosse mit gekochten Eiern und gebratenen Speckwürfeln serviert. Der noch heisse Speck wird direkt in die Vinegrette geschüttet und und der Salat damit übergossen. Somit ist die Sosse noch lauwarm. Und dann das ganze mit knusprigen Bratkartoffeln und einem kühlen Bier.
    Leeeecker

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