Zitruspresse – die beste!

Gerade lese ich bei lamiacucina wie stolz er auf seine chromschillernde Zitruspresse ist, die leider nichts wert ist, aber schön aussieht. Nun, so geht es einem öfters im Leben, nicht nur mit Zitronenpressen – auf Details will ich gerne verzichten.

Nun springe ich ja wirklich über meinen Schatten, ich muss wohl verrückt sein. Zuerst greife ich die Idee mit den Kochbüchern im Regal auf und jetzt schreibe ich über mein Zitronen Gadget.
Das Ding funktioniert ohne USB-Anschluss am PC, ja sogar nur mit Muskelkraft und ist ziemlich simpel.

Vorher allerdings noch eine kleine Geschichte, wieso ich diese Gerätschaften und sogar in zweifacher Ausführung besitze. Vor Jahren, als man in Amerika H&M und Mango noch nicht kannte, da ging ich fix in jede Buchhandlung, (ein paar amerikanische Kochbücher stammen von da), in Papiergeschäfte (was es da an unnützes Papier- und Schreibzeugs gibt, es ist eine Freude. Ich bereue noch immer, beim letzten Chicago Besuch dort kein Briefpapier mit Briefkopf gekauft zu haben.), oder stöberte bei Crate & Barell. Das ist das ultimative Küchen- und Zubehörgeschäft. Es ist ja interessant, wie viele total praktische Dinge es in Amerika für die Küche gibt, obwohl die Leute teilweise nur Mikrowellenessen aufwärmen, oder shake and bake Kuchen backen, aber sie haben definitiv das praktischste Zubehör. Da gibt es zum Beispiel einen Saftsauger, hinten mit einem Gummiballon, den quetscht man zusammen, steckt die Glasröhre in den Bräter, lässt das Gummidings aus und es wird Saft aufgenommen, den man dann wieder mittels zusammenpressen über den Braten gießen kann. Also nichts mit Hand oder Finger verbrennen und hantieren mit Schöpfer im Backofen.

Dort erstand ich auch meine ultimative Zitronenpresse. Eigentlich habe ich mich dagegen gewehrt. Ich bin in der Küche ein Minimalist. Ich will diese tausenden Utensilien nicht, die man eigentlich für nichts auße dieser einen Sache braucht. Ich habe zum Beispiel außer meinem großen Pastatopf nur noch vier Töpfe und zwei Pfannen. Meine Mutter möchte mir immer einen Almosenzuschuss geben, wenn sie meine spärliche Sammlung sieht, denn sie hat mindestens drei bis vier Mal so viele Töpfe. Keine Ahnung, wofür man so viele braucht, selbst wenn ich 10-12 Leute zum Essen habe. So dachte ich mir auch, was brauche ich eine Zitronenpresse, für die paar Zitronen, die ich auspresse. Ausschlaggebend für meine Entscheidung waren die Limetten. Oft viel zu klein für herkömmliche Saftpressen, war die Quetscherei oft ein Desaster und es ging mehr Saft verloren, als aufgefangen wurde.
Die Presse hat mich fasziniert, aber ich ich kaufte sie nicht!
Zu Hause angekommen hab ich mich natürlich kreuz und quer gefuchst, weil sie eigentlich wirklich so praktisch ist und es nichts ähnliches bei uns gibt.

Ratatataaa, das ist sie nun in zweifacher Ausführung.
Den Limesqueezer hat ein Freund vor Jahren von einem Amerikaaufenthalt mitgebracht. Der arme Kerl kam zum Handkuss, denn ich habe ihn zu Crate & Barell geschickt, obwohl er mit Küchenutensilien gar nichts am Hut hatte. Aber seine Frau war sehr erfreut. Sie hatte dann einen Koffer mit Einkäufen angefüllt.
Letztes Jahr habe ich die große Schwester Zitronenpresse gekauft, da sich das schwere Gerät wirklich sehr bewährte und noch dazu nicht umzubringen ist. Nur wenn es einem auf die Zehen fällt, dann kommt man vor Schmerz dabei fast um, aber das ist bei einem guten Messer nicht anders.

Was für uns „Europäer“ vielleicht ungewöhnlich ist, denn die Presse ist so konstruiert, dass die Limetten- oder Zitronenhälften mit der Schnittfläche nach unten eingelegt und quasi durch den Gegendruck umgestülpt werden. Dadurch quetscht man der Zitrusfrucht die Seele aus dem Leib und es bleibt kein Tropfen Saft mehr in der Frucht.
Und Freunde, meine Küchen- und Kochspechtler sagen immer ganz nett „Du hast die Zitrone falsch in der Presse.“ – und dann beginne ich schon zu erklären, wo die Löcher sind und wie das Ding funktioniert.
Es ist die weltbeste Presse! Glaubt mir!

Falls jemand den Lemonsqueezer, der übrigens schon wieder als two in one vereinfacht wurde, bestellen sollte, soll doch bitte für mich den Julienne Schneider mitbestellen. Den brauche ich unbedingt. Im Alter wird man gerne verschwenderisch. 😉

8 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

8 Antworten zu “Zitruspresse – die beste!

  1. gelb-grün, die Farben der grünen Ente ! jetzt fehlt noch der rote lemonsqueezer 🙂

  2. @lamiacucina: Ich habe einen ferrariroten Toaster. Wenn jemand einmal einen Aufruf nach einem Toaster macht, dann fahre ich vor! 😉

  3. willst du oder soll ich ? ich hätte eine schöne chromstahlblinkende Replika anzubieten.

  4. Mach du …. ich sitze hier in Entengrütze und keiner hört mich.
    Apropos keiner hört mich, was hältst du nun von meiner Limetten- und Zitronenpresse? Also ich find sie gut!

  5. ein schönes Stück, offensichtlich beschichtetes Metall. Braucht einfach etwas Kraft, wie bei einer Kartoffelpresse. 2 kleine Einsätze in einer herkömmlichen Kartoffelpresse und schon hätten wir eine neue Multifunktions-Zitruspresse. Noch etwas für das Küchenartikelversandgeschäft. 🙂

  6. ich benutze meine kaum. Quetsche mit der Hand. zuviel Arbeit um zu säubern. Händisch, ohne Geschirrspüler

  7. Eine interessante Geschichte und schöne Zitruspressen! Ich habe auch ein paar amerikanische Kochbücher und auch Kochutensilien (gehabt), ist die auch aufgefallen wie viele Buchgeschäfte in Amerika die Bücher nicht nach Genre sondern nach Preise geordnet haben? 🙂

  8. @Bulgariana: Das habe ich in amerikanischen Buchhandlungen noch nie beobachtet. Eigentlich immer unter Genre, weil das würde mich verrückt machen, wenn ich unter Preiskategorien mein Buch suchen müsste.

    Was auf jeden Fall in Amerika besser ist, die Kinder werden von klein an zum Lesen angehalten. Es wird auch viel in Amerika gelesen, würde ich einmal sagen. Zumindest kenne ich Amerikaner nur als Vielleser.

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