Rhabarber Orangen „Crumble“

Ende April, Anfang Mai wächst neben dem Spargel sehr oft die eine oder andere Rhabarber Stange. Die Pflanze gefällt mir unheimlich gut. Das Blattwerk ist kräftig grün und recht ausladend. Wäre ich Käfer, würde ich dort meine Mittagsrast nach schweißtreibender Arbeit machen.  Darunter die wunderschön pink-roten Stängel, die mir schon immer sehr gut gefallen haben. Dummerweise habe ich die Rhabarberpflanze, wo ich die Stängel ernten durfte, nicht fotografiert. Aber ich bin ohnehin schon ein getriebener Fotomensch und mir wird einmal die Kamera am Daumen festwachsen.

Dass der Name Rhabarber und Barbar vom gleichen griechischen Wortstamm „barbaros“ herführt, wundert keinen, der den überaus sauren Geschmack, wir sagen „hantig“ dieses Gemüses so gar nicht mag. Daher müssen alle Gerichte eine tüchtige Portion Zucker bekommen, sonst zieht es einem hinten das Hemdzipfel hinein.
Irgendwo habe ich einmal gehört, Rhabarber hätte einen hohen Vitamin C Anteil, das dürfte aber nicht stimmen, weil nicht alles was sauer ist, automatisch Vitamin C beinhaltet. Bei wikipedia liest man über einen hohen Vitamin K Gehalt, dieses Vitamin ist unter anderem für den Knochaufbau wichtig. Weiters haben die Stängel einen hohen Oxalgehalt, der wiederum als Kalziumräuber den Zahnschmelz angreift. Also eigentlich liest sich das nicht sonderlich gesund an, aber das habe ich erst nach der Zubereitung meines Gerichtes recherchiert.
Lange, also wirklich lange – so an die 3000 Jahre wurde die Wurzel des Rhabarbers in der chinesischen Medizin genützt. Die Essbarkeit der Stängel hat man erst im vorigen Jahrhundert erkannt, seitdem Zucker leistbar ist (wen wunderts – sauer macht lustig).

Rhabarber-Orangen Crumble
(für 10 Personen, 1 dag = 10g)

1,2 kg Rhabarber, besser die dünnen Stängel
12 dag Kristallzucker
2 EL kandierter, kleingeschnittener Ingwer
Orangenabgeriebenes von 2 Stück
0,25 l Orangensaft
2 EL Maizena (Maisstärke)

Crumble:
21 dag Mehl
8 dag Haferflocken
6 dag brauner Zucker
1 TL gem. Zimt
12 dag küchenwarme Butter
10 dag grob gehackte Pecannüsse (oder ersatzweise Walnüsse)
1 leicht geschlagenes Ei

Den Ofen auf 180C vorheizen und eine feuerfeste Schüssel vorbereiten.
Die Blätter vom Rhabarber wegschneiden (das macht man am besten Vorort, wo man erntet und wirft die Blätter auf den Kompost) und in Stücke zu 2 cm schneiden und in eine Schüssel geben. Dazu den Kristallzucker, Ingwer und Orangenzeste, vermischt es und füllt dann in die Schüssel.

Für den Crumble Mehl, Haferflocken, brauner Zucker und Zimt in einer Schüssel mit den Fingern bröselig verkneten. Anschließend die Nüsse und das verschlagene Ei dazugeben und mit dem Löffel durchmischen.

Den Orangensaft mit dem Maizena vermischen und über den Rhabarber gießen, damit er fast bedeckt ist. Über das ganze nun den Crumble bröselig verteilen.
In den Ofen damit und ca. 45 Minuten goldbraun backen. Etwas überkühlen lassen und mit Vanilleeis servieren.
Herrlich für Gäste, weil gut vorzubereiten. Wenn die Gäste da sind, den Crumble verteilen und backen, während das Hauptgericht verspeist wird.

Notiz an Dandu: Chutney folgt!

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6 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

6 Antworten zu “Rhabarber Orangen „Crumble“

  1. ich liebe crumbles!

    Mit Haferflocken wird das ganze dann auch gleich super knusprig, bitte für mich eine Extra-Portion!!!!!!!!!

  2. @Bolli: Aaaaah, da spricht jemand vom Fach. Ich finde die Kombination der im eigenen Saft gebratenen Früchte mit zarten Aromastoffen, wie hier der kandierte Ingwer und dann den knusprigen Streusel darüber einfach herrlich. Und das noch lauwarm mit Eis genossen, dafür verkaufe ich fast Haus und Hof. 😀

  3. sind Haus und Hof erst einmal verkauft, ist Schluss mit der Rhabarberernte. Das bitte zu bedenken.

  4. @lamiacucina: Die habe ich fremd gestohlen, äh geschenkt bekommen. 😉

  5. Investiere in das Gasthaus mit den Straßenbildern, da brauchst du keinen Hof mehr, hast eh keine Zeit…den Crumble musst du auf die Karte tun. 😉

  6. @Dandu: Auf die Karte, ist notiert. 😉

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