Muttertag und Pfingsten

Das ist diesmal blöd gelaufen. Zwei Feiertage der Frau die sich überschneiden und irgendwie auch auflösen.
Am Muttertag wird man beköchelt und betreut, lädt aber zu Pfingsten wiederum gerne Gäste ein. Wessen Partner nicht gerade den perfekten Koch darstellt, der sowohl Vor- als auch Nacharbeit komplett selbst erledigt, schaut durch die Finger. Sogar die selbsternannten perfekten Grillväter stellen eine Belastung dar, auch wenn sie meinen „heute koch ich“, muss frau alles herbeischleppen und nachräumen und -putzen.

Der Muttertag wird in unserem Hause zwar bedacht, aber es wird nicht so ein Mordstrara darum gemacht. Meine Mutter fand das schon zu Kindergartenzeiten lästig, wenn sie an diesem Sonntag nicht in Ruhe schlafen konnte und dann das ganze Programm von heruntergeratschten Gedichten, die Überreichung bereits halbverwelkter Blumen, den Zuspruch „du musst den Kuchen essen“, obwohl sie zum Frühstück lieber ein Wurstbrot mag und was noch alles darum herum am Muttertag passieren soll. Ich habe zwar als Kind Blockflöte gelernt, aber dieser Kelch ging dann doch an ihr vorüber. Das Gedicht „Mutter macht Feuer“ suche ich noch immer und finde es nicht, das war damals legendär. Welche Mutter macht heutzutage noch Feuer, außer dem Mann und Kindern unterm Hintern?

Gut ist der Muttertag allemal, wenn wir uns wieder ein wenig Gedanken über die Mutter- und Frauenrolle in der Gesellschaft machen. Nein, keine verhärteten Frontenkriege zwischen Frauen, die teilweise unerbittlich ihre Meinung anderen Frauen gerne als die einzig wahre um’s Maul schmieren wollen. Aber doch denken wir darüber nach, ob wir zur Gleichberechtigung einen Schritt weitergekommen sind. Ob Mütter wie Gluckenhubschrauber über ihre Kinder im Beobachtungsflug kreisen sollen, oder sich doch dem Selbstverwirklichungstrip hingeben. Du zeugst das Kind, ich bekomme es und dann zieht jeder sein Ding beruflich durch, wie er es sich vorgestellt hat.

Für mich ist der Muttertag, der Tag der Frau. Sollten uns überlegen, welche Position „wir“ einnehmen wollen und nicht die, die uns durch Werbung, Marketing und Medien auferlegt wird. Ich erinnere an die TV-Frauen (Turnher, Russwurm und Konsorten), die in allem ü-b-e-r-h-a-u-p-t  kein Problem sehen, Kinder zu haben und nebenbei in Vollzeit zu arbeiten, dabei aussehen wie eine Million und sich auch noch ihren Gang zur Kosmetikerin gönnen. Wir sind nicht weniger fleißig, wenn wir Haus, Hof und Mensch hüten, oder ob wir eine toughe Geschäftsfrau darstellen, die teilweise später als der Mann nach Hause kommt und die Putzfrau zahlen, die alles macht.

However ich habe beschlossen,  Kalorien schlagen an diesem Tag nicht an. Bampft Kuchen, Torten mit Schlag, Buttercreme und Schokostreusel, denn ab Montag machen wir wieder Diät! Ach nein Montag ist Feiertag, also Dienstag. 😉

P.S.: Noch ein kalorienfreier Nachschlag: Ann Marie Jarvis haben wir den Muttertag zu verdanken. Sie ließ ihrer Mutter eine Messe lesen. Das wäre auch nicht wirklich das, was ich wollte. Apropos Messe: Beim letzten Begräbnis, wo ich beiwohnen musste, war aber ein so etwas von schöner Pfarrer dabei. Da dachte ich mir, irgendwo muss er einen verborgenen Fehler oder Mangel haben, anders gibts das nicht, bei so einem Aussehen Priester zu werden. Das nur als kleiner Sidestep, ob man sich wünschen kann, wenn Messe, dann zumindest schöner Pfarrer.
Weiß ich überhaupt, was ich an diesem Tag will? Ja, meine Ruhe und es soll ein harmonischer und schöner Tag werden, wie jeder andere!

Genießt das Wochenende, egal ob Weiberl oder Manderl!

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5 Kommentare

Eingeordnet unter Nicht kategorisiert

5 Antworten zu “Muttertag und Pfingsten

  1. wenn die zauberhaften Rosen nicht gleich ins Wasser kommen, werden sie bis Sonntag welk sein, oder ist das Teil der „Überreichung bereits halbverwelkter Blumen“ ? Schönes Wochenende, iss nur genug Kuchen :-). Ich werde für Nachschub sorgen. lg Robert

  2. @lamiacucina: Ich war heute den ganzen Tag einkaufen und habe den Rest der Zeit in der Küche mit Vorbereitungen für das morgige Gelage verbracht.
    Ich werde Kuchen essen und morgen relativ faul sein. Vielleicht berichte ich davon. 😉

  3. Wir genießen…du auch! Habs fein. 🙂

  4. über das Faulsein zu berichten bedeutet Aufwand und steht im Widerspruch zum Vorhaben 🙂

  5. @Dandu: Danke, ich genieße noch immer. So lange Wochenenden sind einfach fein.

    @lamiacucina: Gut, dann sag ich nichts. Nur so viel, es war herrlich! 🙂

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