Wappler

Ich bin ja nicht der Fußballfan, eigentlich gar nicht.

Vergellt hat mir das mein allererster Freund, der mich anstatt in einen Eissalon auszuführen, auf den Fußballplatz mitnahm. Geduldig hat er mir versucht die Fußballregeln zu erklären, besonders die Abseitsstellung. Er dachte im Ernst mich zumFußballfan zu machen. Gut, einige Frauen sind ja tatsächlich ziemlich fanatisch. Geduldig war ich (sehr!!), weil ich aus Liebe mitgegangen bin. Schluss gemacht haben wir in England – gar nicht beim Fußball.

Wenn aber kein Interesse da ist, dann merkt man sich die Finessen der Fußballregeln auch nicht. Außerdem waren die Spiele damals für meine Begriffe immer langweilig. Noch dazu habe ich jedes Tor verpasst, weil ich meine Umgebung interessanter fand, als das Spielfeld. Der Nachteil: Live gibt es keine Wiederholung.

Daher schaue ich wenn überhaupt, nur mehr im Patschenkino Fußball und wenn, dann natürlich unsere Burschen, um sie ein bisschen anzufeuern (weired … ich geb’s zu, denn sie hören es ja nicht). Auch wenn ich mich gestern nicht sonderlich ausgekannt habe, sehe ich doch, wenn sich gegnerische Spieler untereinander am Leiberl zupfen und halten. Zugegebener Maßen, ich muss nicht mitrennen, aber das ist eben der Job eines Schiedsrichters und auch zu sehen, wann ein Elfer gegeben werden muss – noch dazu wenn man daneben steht. Ein Vollwappler eben! Ich verleihe ihm eine Blindenschleife. Wisst ihr eigentlich, dass ein Schiedrichter, auch so einem Wappler wie vom gestrigen Spiel, die UEFA zehntausend Euro ausbezahlt? Und das für ein Spiel!

Ich sollte zu meiner Arbeit übergehen: heute steht Buchhaltung im Hauptprogramm. Möge dieser Kelch bald an mir vorübergehen.

Fazit: Gestern war Bombenstimmung im Wiener Stadion, besonders wenn die Burschen den Ball vor den Haxerln hatten. Das war zwar nicht sehr lange, aber immerhin hat es Stimmung gemacht. Und in der zweiten Hälfte haben sie für meine Begriffe gekämpft wie die Löwen. Manchmal gebe ich mir den Kommentar im deutschen Fernsehen. Dass die deutschen Zuschauer dabei nicht einschlafen, wundert mich sehr. Edi und Adi sind einfach besser, oder?

Gibts noch etwas zu schreiben, damit ich die Buchhaltung herauszögern kann? Ich bitte um rege Anteilnahme in der Kommentarschiene. Bin für jede Ablenkung dankbar!

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21 Kommentare

Eingeordnet unter befindlichkeiten, Die Welt

21 Antworten zu “Wappler

  1. Die Leistung vom Herrn Pogatetz wär noch die eine oder andere Bemerkung wert. Für mich nämlich fast noch mehr Wappler als der Schiri.
    (Ich wär dann übrigens das was unter deine Kategorie fanatischer weiblicher Fußballfan passen würde. Und ja, Abseits kann ich auch erklären 😉 )

  2. @kalesco: Willkommen im Ententeich! Die Leistung des P. kann ich nicht beurteilen, da war ich noch nicht vor dem Fernseher. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen: der Elfer wäre gerechtfertigt gewesen und dann wieder nicht.
    Versuche es gar nicht mir die Regeln zu erklären, ich verstehe es nicht. Ich bin schon froh, wenn ich den Ball mitverfolgen kann und mir merke, wo das gegnerische Tor ist. Ich halte mich da an die Kommentatoren und ärger mich mit, wenn einmal abseits nicht gegeben wurde. :-))

  3. Nun ja, der Elfmeter war unter strenger Auslegung der Regeln zu geben – den haben wir uns wirklich selber eingebrockt. Was den Herrn Pogatetz betrifft – der ist ein Heißläufer und hat sich aufgeführt, wie ein unreifes Kind – so agiert kein wirklicher Profi. Genau genommen hätten seine Aktivitäten ohne weiteres die rote Karte verdient – die hat uns wiederum der Schiedsrichter als Ausgleich zum gegebenen Elfer erspart. Gesehen hat der Gute, ob absichtlich oder nicht ist nicht beweisbar, einige Fouls der Kroaten aber bestimmt nicht, denn sonst hätte er am Schluß auch einen Elfer zugunsten unserer Mannschaft geben müssen.

    Aber wie auch immer, sich auf den Schiedsrichter auszureden ist billig. Wir haben schlicht und einfach in der ersten Halbzeit falsch aufgestellt, das falsche System gespielt und noch dazu amateurhaft agiert, da brauch ma nicht herumzureden. Positiv ist aber, dass wir in der zweiten Halbzeit ein wenig aufgezeigt haben was wir könnten und dass es mit der Kondition der Mannschaft gar nicht mehr so schlecht steht, wie zu befürchten war.

    Das Schlimmste am gestrigen Tag war aber das Gejammere von Stückler und Hickersberger – ich kann das Gesudere nimmer hören. Bleibt zu hoffen, dass, wer auch immer, nach der EM mal takeles redet, den Typen die rote Karte zeigt und fähige und einsatzbereite Leute an die entscheidenden Stellen positioniert. Das scheint mir aber die schwierigste Aufgabe im Österreichischen Fußball zu sein.

  4. Dein Bild passt zu unserer Mannschaft … es geht bergab 😉

  5. Danke fürs Willkommen – ich werd mich hier ein wenig freischwimmen in den Kommentaren.
    Der Pogatetz war das ganze Spiel im Einsatz, obwohl auch stark gelb-rot gefährdet und völlig unreif und unprofessionell agierend, wie Gerline schon gesagt hat.
    Zu der Leistung vom Schiri: naja.
    Und das in Ö nach einem verlorenen Spiel gejammert wird – das ist doch klar! Scheint dazuzugehören zum Fußball. Da würde auch gejammert werden ohne gegebenen Elfer (den man geben kann) und ohne nicht gegebenen Elfer (den man dann auch geben hätte müssen).

  6. @Gerlinde: genau – Kartnig for President 😆

  7. Karl H.

    Gerlinde und kalesco haben eigentlich alles gesagt, was dazu zu sagen ist! Leider habe ich hier ORF 1 nicht im Kabel, sodaß ich mir das Spiel im ZDF anschauen mußte.

  8. Korrektur: Stickler, heißt der Herr Präsident natürlich – sorry!
    @rufus: Da Hannes, jo mei 🙂 Wenn der nicht so ein Strietzi wäre…., vom Fußball hat er aber bestimmt mehr Ahnung als Herr Stickler! Gestern haben wir ihn, den Hannes, übrigens in der FanZone gesehen und den Hans Knaus a. Aber nicht zusammen, nicht dass der Hans noch ins Zwielicht gerät 🙂

  9. @Gerlinde: Das ist mir jetzt schon zu fachmännisch, was du sagst. Die erste Halbzeit habe ich nicht gesehen, nur Teile der zweiten. Da ist mir aufgefallen, wir waren fast hauptsächlich im gegnerischen Strafraum und das ist für die österr. Mannschaft schon einmal ein Sonderfall. Den Ball können sie nicht lange halten. Drei Pässe und schon ist er bei den anderen. Also viele leere Kilometer.
    Gute Kondition! Der Hicke hat doch einen eigenen Bus nach Österreich karren lassen, der Bergluft simulierte und dadurch die Regenerationsphase verkürzt. War, so sagten sie es im Radio, einzigartig für Fußball. Diese Technologie wird sonst nur bei der Formel 1 eingesetzt.

    @rufus: Einarmig durchs Autofenster, daher schief – auch typisch für den österr. Fußball.

    @kalesco: Der Österreicher jammert gerne, also lassen wir ihn jammern. 🙂

    @Karl H.: Die deutschen Kommentatoren sind ein wenig ein Schlafmittel, aber sonst geht es.

    @Gerlinde: Der Kartnig ist ein schöner bunter Vogel, der tät mir auch taugen. Schlitzohr hin oder her, er ist ein Fanatiker und macht was für den Fußball. Er gemeinsam mit Stronach, der den Nachwuchs (noch immer??) sponsert.

  10. weana

    Ja, der Friedrich Stickler kennt sich vielleicht beim Lotto besser aus: http://www.kick08.net/?p=130

  11. @wrnr: Willkommen im Teich der österreichischen Brust- und Beckenrandschwimmer. 🙂
    Das mit den Lottokugeln erinnert mich irgendwie an Otto: Susi Sorglos und die bunten Schraubenzieher.

  12. @LillY: Naja, das mit den Pässen ist so eine Sache. Wenn die ganze gegnerische Mannschaft nur noch verteidigt und sich im Strafraum drängt, bleibt nicht viel Platz – da sind ständig irgendwelche Haxen dazwischen – und Laufen gehört halt mal zum Geschäft.

  13. Buchhaltung mache ich heute ab 18 Uhr – vorher hat das doch eh keinen Sinn. 😉

    Du hattest mal nach meiner Eismaschine gefragt. Ulrike schrieb gestern etwas über Eismaschinen: http://ostwestwind.twoday.net/stories/4978212/

  14. @Barbara: Danke! Da schau ich gleich. Ich bin mit meinem Feed noch nicht durch. Muss auch wieder zu dir kommen. Die Buchhaltung …. es wird scho. 😉

    @Gerlinde: Ich sehe schon, ich werde Fußball nicht mehr kommentieren – kenn mich doch zu wenig aus. 😉

  15. sorry, aber da waren unsere Burschen schuld, sag ich als Nichtfachfrau.
    fand übrigens das Tiroler Match viel interessanter. Das war/ist Brutalität.

  16. @weltbeobachterin: Das war in der zweiten Hälfte 20 Minuten vor Schluss, wo er keinen 11er gepfiffen hat. Das sagen sogar die Gegner, sie hatten diesbezüglich Glück. Mei, die Tiroler …

  17. @LillY: Nana, kommentier nur die Spiele – du machst das ganz prima. Außerdem macht Übung die Meisterin!

  18. ahso, dass hab ich dann nicht gesehen, weil ich mir die Tiroler gegeben habe…

  19. Für das Buchhalten gibts doch Bücherregale. Selbst ist die Frau natürlich! :mrgreen:

  20. @Gerlinde: Ich glaub, ich will es gar nicht genau wissen. Meine Kommentare sind eben so, wie wenn eine Blinde von der Farb redet. :)) Gestern habe ich wieder die Erklärung der Abseitsstellungen gehört, wenn man auf den Ball zugeht, wenn man außerhalb des Spielfeldes liegt und nicht mehr ins Spiel eingreifen kann. Ich war irgendwie verwirrt.

    @Dandu: Meine Bücherregale sind schon vollgestopft. Das ist ein Drama! Ich bin aber fertig geworden und es hat alles auf Anhieb gepasst. Was sagst du?

  21. @LillY: Ich sage „Bravo“

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