Wachauer Marillenstrudel

Seit letzter Woche, vielleicht auch schon früher, stehen wieder die Standler auf den Straßen Richtung Neusiedler See und verkaufen große, duftende Marillen und die Restbestände von Kirschen.

Es hat sich in letzter Zeit bei uns eingebürgert, dass Bauern entlang der Landstraßen frisches Obst anbieten. Riesige Steigenberge mit leuchtenden Farben sieht man schon von weitem, da ist es gar nicht nötig, eine extra Ankündigung wie beim Spargel zu schreiben. Wenn man die Standler fragt, ob die Früchte auch aus Österreich sind, bejahen sie das. Von wo sie herstammen ist unisono immer die gleiche Antwort: Der Spargel aus dem Marchfeld, die Kirschen und Marillen aus dem Burgenland, die Äpfel aus der Steiermark, die Eierschwammerl aus Kärnten, etc. Ich will gar nicht näher und explizit nachfragen, ob das auch stimmt, denn die Früchte darf man vorher kosten und wenn sie aromatisch sind, können sie auch ruhig aus Bulgarien, oder dem benachbarten Ungarn stammen.

Ob die Strudelfrüchte nun ihre Provenienz aus der Wachau oder von irgendwo haben, will ich gar nicht wissen, ich läute damit die Marillensaison ein!

Zutaten:

40 dag Plunderteig (fertig, Plunder selbst zu machen, ist ein irrsinniger Tschoch)
1 Biskuitstreifen (40 x 10 cm) – kann man auch fertig kaufen, entweder ein fertiger Tortenboden, oder eine Biskuitroulade aufrollen
Fülle:
25 dag Topfen (ich nehme dazu gerne den bröseligen Altwiener Strudeltopfen)
5 dag weiche Butter
8 dag Staubzucker
1 Pkg Vanillepuddingpulver
2 Dotter
1/2 Pkg Vanillezucker
ger. Zitronenschale
Prise Salz
1 kg reife Marillen, blanchieren und die Haut abziehen

1 verquirltes Ei zum Bestreichen
ein paar gehobelte Mandeln
Backtrennpapier

Den fertigen Teig ausrollen und gleich auf das Backtrennpapier legen. In die Mitte den Biskuitteigstreifen legen und von dort etwa 2 cm breite Streifen zum Rand radeln (sieht wie ein Kamm aus).
Butter, Staubzucker, Vanillezucker, Puddingpulver, geriebene Zitronenschale und Salz schaumig rühren, die Dotter beigeben und dann den Topfen untermengen.
Die Masse auf den Biskuitstreifen streichen und die halbierten, entkernten Marillen fächerartig darauflegen. Dann die Teigstreifen einmal von links, dann von rechts auf die Marillen legen (die Teigstreifen kreuzen sich dabei unten und werden mit den gegenüberliegenden Streifen wieder eins). Das Endprodukt soll ein zopfartiges Muster entstehen lassen. Mit verschlagenem Ei bestreichen, die Mandeln darüberstreuen und dann noch etwas gehen lassen.
Bei 170° C im Backrohr ca. 40 Minuten backen, auskühlen lassen und genießen!

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19 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

19 Antworten zu “Wachauer Marillenstrudel

  1. Deine Wetter-Pixie war wohl etwas voreilig und hat gleich in’s heiße Rohr gegriffen, was? Jetzt ist sie fort … die Verbrennungen kühlen 😉

  2. @rufus: Die ist tatsächlich weg – sang- und klanglos. Und was machen wir jetzt?

  3. Also Plunder selbst zumachen finde ich total easy und entspannend, kann man sogar einfrieren.

    http://ostwestwind.twoday.net/stories/4978706/

  4. hierorts werden die Aprikosenstände noch mit Fahnen verziert, damit man gleich weiss, woher sie kommen. Das Zeltdach immer orange eingefärbt, das lässt dann auch die bleichen Aprikosen reif erscheinen. Sieht sehr schön aus, was Du da gebacken hast, wenn ich davon ein Stückerl hätte, kanns von mir aus regnen, mit oder ohne Ansage der pixie.

  5. Lecker!!!!!!!!!!Bitte ein ganz ganz grosses Stück für mich!

  6. @entegutallesgut: Neue kaufen im Sommerschlußverkauf, am besten eine Feuerfeste 🙂

  7. weana

    Dea schaut aber guad aus. Sehr schönes Rezept. Muss ich mir merken, vielleicht kann ich meine Freundin damit überraschen. Hier gibts leider noch keine Standln mit Marillen. Mal am Markt schauen.

  8. @Ulrike: Habe mir gerade deinen Link mit den weiterführenden Links angesehen. Bolli hat Blätterteig gemacht, hingegen Zorra hat tatsächlich Plunderteig gemacht. Der Unterschied liegt darin, dass diese Falttechnik, die ich als aufwendig empfinde mit einem Butterziegel und Germteig gemacht wird. Bei der Herstellung des Plunderteigs muss man auch sehr auf die richtige Temperatur achten. Es darf auf keinen Fall zu warm sein, sonst gelingt er einfach nicht so.
    Freilich ist es spannend, diesen Teig einmal auszuprobieren, aber ich will es nicht zum Standardreportoire machen. Da ist mir der Zeitaufwand dann doch zu groß dafür. Artet für mich in Betreuungsstress wie beim Kuchen „Hermann“ aus. 😀

    @lamiacucina: Der Obsthändler meines Vertrauens hat mir heute gesagt, es gibt im Handel keine Wachauer Marillen, sonst würde er sie anbieten. Er müsse sie schon selbst aus der Wachau holen und dann könnten wir die Marillen kaum derzahlen. Dafür sind die Eierschwammerl, die ich heute gekauft habe aus der Steiermark. Die hat ihm jemand mit steirischem KFZ-Kennzeichen verkauft – also sprech ich heute mit den Schwammerln steirisch.
    Weatherpixie ist zur Zeit tot, weil angeblich im Server der Blitz eingeschlagen hat. Warten wir ein wenig. Hier ist das Wetter wechselhaft. Vor zwei Stunden geschüttet, jetzt Sonne.
    Fahnen – Hilfe, auf die reagiere ich ein wenig (seit der WM+EM) allergisch.

    @Bolli: Ich warte auf die technischen Weiterentwicklungen, bis wir uns die Kostproben so schnell zuschicken können, wie es jetzt mit Bildern und Nachrichten geht.

    @rufus: Der Sommerschlussverkauf ist so gut wie vorbei. Wo lebst du eigentlich? 😀

    @weana: Sag dann, was die Freundin gemeint hat.

  9. Sieht super aus, mal schaun, ob ich den zum Wochenende backe!
    Ich hab übrigens auch grad noch einen Marillenkuchen für meine Kinder im Ofen – 08/15 mit Rührteig – weil ich heute so überhaupt keine Zeit für goanix hab 🙂

  10. @entegutallesgut: der 2009-er? echt? schon? *mich-schnell-verkrieche-und-rot-anlaufe*

  11. @Gerlinde: Die 08/15 Obstkuchen sind mir die liebsten, ganz ehrlich, die schmecken auch am besten. Ich mag das Teigige und dazwischen die Früchte – herrlich!

    @rufus: So schnell schießen die Preußen wieder auch nicht.

  12. Das Rezept würde ich glatt ausprobieren – wenn der Strudel nur halb so gut schmeckt, wie er aussieht, wird er alle.
    Bei der Realisierung werde ich aber scheitern: Das Wort „dag“ habe ich noch nie gehört, obwohl meine neuen Mitmenschen hier in Bayern mir sprachlich ja auch schon einiges abverlangen.
    Angesichts deines Nicknamen assoziere ich, es könnte die Abkürzung für Dagobert sein und demnach mag ein dag die dem Gewicht von Dagobert Duck entsprechende Menge sein. Hinderlich daran ist aber, dass ich keine Ahnung habe, wie schwer Dagobert Duck ist.

  13. @buchstaeblich: Ich verwende als Ostösterreicherin ganz stur dag, weil es einerseits Google gibt und andererseits eben typisch österreichisch ist. Dagobert Duck? Gute Erklärung, er wäre demnach nur 10g schwer. Heissa, noch mehr Strudeln her! :-))

  14. die Marillen bei mir daheim sind noch grün…

  15. Dagobert Duck wiegt 10 Gramm? Gut, dann kannst können wir jetzt beide dag sagen.
    dag, dag, dag, dagdag – es erinnert zwar an „Mars Attacks“, aber es fühlt sich gut an.

    (flüstert)
    Ich habe natürlich auch Zugriff auf Google, aber um die Pointe mit Dagobert wäre es schade gewesen.

  16. Oh, sieht unglaublich lecker aus und so aufwendig! Hut ab! Ganz gleich woher die Marillen kommen. Ich glaube die frühen bulgarischen reifen im Juni, die späten im August. Ist sicher auch in Österreich so.

  17. @weltbeobachterin: Gut, jetzt weiß ich, die Marillen sind sicherlich nicht aus OÖ.

    @buchstaeblich: War mir schon klar, ich begrüße jegliche Art von Pointen, weiter so! 🙂

    @Bulgariana: Eigentlich sieht der Strudel aufwändiger aus, als er ist. Es ist gerade nur die Fülle, die man selbst zusammenpantschen muss. Alles andere könnte man aus Fertigprodukten beibringen. Ich versuche immer vernünftiges Zeitmanagement in der Küche zu halten. 😉

  18. entegutallesgut,

    bis auf die Po-Enten – die verkneifen wir uns, gell? 😉

    (zieht schon mal die schnellen Schuhe an)

  19. Anton

    ich bin Marillenproduzent aus der Wachau – es gibt noch jede Menge dieser köstlichen Frucht – sicher noch bis Anfang August
    wer welche will, ruft mich an
    0676 399 78 98

    -Ausnahmsweise lasse ich Werbung dieser Art zu-
    sonst mag ich das eher nicht. Gruß in die Wachau!

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