Tagesarchiv: Juli 10, 2008

Schweiz, die Zweite

Gestern im Weltjournal unter anderem einen Bericht über das Verhältnis der Schweiz zu den mehr als 20.000 eingebürgerten Deutschen im vergangenen Jahr, gesehen.
Im Krankenhaus Aarau (ha, da bin ich mit dem Zug durchgefahren – das ist die Scheide zwischen der Frage, ob der Platz frei ist und einfach auf die Tasche setzen) ist jeder fünfte Arzt bereits ein Deutscher. Vornehmlich Akademiker finden in der Schweiz ihre neue Heimat, grundsätzlich aus Verdienstgründen.
Die Schweizer fühlen sich ein wenig überrannt, so wie wir uns fühlen, wenn wir in der Trafik mit einem sächsischen Dialekt angesprochen werden, ob wir ein Päckchen Streichholzer dazu wollen, wo wir doch ein Schachterl Zünder sagen.

Die Schweizer maulen einerseits, weil die Deutschen in ihrer Art eben eigen sind. Gut, sind die Schweizer auch, nur die Österreicher nicht. :-D
Andererseits geben sie auch Verhaltensregeln aus, wie sich der Deutsche gegenüber den Eidgenossen zu verhalten hat.
- Er soll langsamer reden, also b-e-d-ä-c-h-t-i-g-e-r (sonst verstehen die Schweizer ihn nicht??).
- Er soll das Hierarchiedenken ablegen. (Wir sagen hier: Nach oben buckeln, nach unten treten. In der Schweiz heißt der Deutsche Gummihals, weil er immer nickt, wenn ihm ein Vorgesetzter etwas sagt. Wir heißen glaube ich Schluchtenscheißer, obwohl ich keine Schlucht in meiner Gegend habe, dafür ein Wasserklosett.)
- Er soll nicht so viel Ernst mitbringen und ein wenig lockerer sein.

Zu alldem bieten die Schweizer Schwyzerdütsch-Kurse für Deutsche an. Gibt es eigentlich Weanerisch für Schweizer und Deutsche? Ha! Marktlücke entdeckt.

Off topic, aber topic in diesem Bericht: Das Massaker von Sebrenica vor 13 Jahren. Die damaligen serbischen Befehlshaber sind übrigens noch immer auf freiem Fuß, das sollten wir nicht vergessen.

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