Blunzngröstl

Blutwurst, Schwarze Wurst, Blunzn – wie sagt man noch dazu?

Die einen ekelt es, die anderen sterben dafür.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich mag Blutwurst!
Kalt aufgeschnitten mit Senf und Kren, einer Scheibe frischen Schwarzbrot dazu und die Welt ist in Ordnung.

Bei lamiacucina gibt es die zahnlose Version (nicht umsonst heißt sie zwischen „Himmel und Erde“) mit Kartoffelpürree – auch gut!

In meinem Archiv findet sich ein Foto eines Gröstls mit „Erdäpfel-left-overs“. Blunzn ist für mich ein Herbst- und Winteressen, daher aus dem Archiv.

Die Zuzubereitung ist ausgesprochen einfach:
Erdäpfel frisch oder vom Vortag (noch besser, dann haben sie ein wenig Biss) klein schneiden. In der Pfanne Zwiebel anrösten, dazu die Erdäpfel mitrösten und dann die kleingeschnittene, enthäutete Blutwurst dazugeben, die sich dann bei der Rösterei so mehr oder weniger in Microstücke auflöst. Nur mehr dezent salzen, da die Wurst teilweise recht kräftig gewürzt ist, dafür spare ich nicht mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einer Prise Kümmel.
Dazu gibt es eine riiiiesige Schüssel grüner Salat mit Kernöl (Achtung auf die Kleidung! Kleidungsstücke mit hartnäckigen Kernölflecken in die Sonne legen.)

Ergänzung für lamiacucina:
Da du so ein Nudelteig-Fan bist, kannst du auch „Blunzenravioli“ machen. Ganz einfach Blunzenbrät (vom Fleischhauer) oder fertige, klein geschnittene Blutwurst in kleinen Häufchen auf den Nudelteig setzen, Rand mit Ei bestreichen, festdrücken und in Salzwasser kochen. Mit brauner Butter übergießen und mit Salat servieren.

Noch eine Variante, ein „Blunzenstrudel“: 50 dag Blutwurst, 1 kleine Zwiebel gehackt, 10 dag Semmelwürfel, 2 Eier, 1/8 l Milch oder Rindsuppe, Salz, Pfeffer, Majoran, Knoblauch;
Die Zwiebel rösten, dann die Blutwurst (kleingeschnitten) mitrösten, mit den übrigen Zutaten vermengen. Den Strudelteig ausziehen, mit Butter beträufeln, ins unterste Drittel die Fülle legen, straff einrollen, mit Butter bestreichen, bei 220° im Rohr knusprig backen. Als Beilage entweder Blattsalat, Sauerkraut, warmer oder kalter Krautsalat.

Ich bin neugierig, ob du eines davon probieren wirst.

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12 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

12 Antworten zu “Blunzngröstl

  1. Ich bin einer von der dritten Sorte – ich sterbe dabei 😉

  2. Blutwurstraviolis! Himmel un Erd…..was will man mehr, könnte ich immer essen und so würde ich ja jetzt sofort zum charcutier rennen, wenn ich nicht weg müsste….Am besten schmeckt’s zermatscht!

  3. ich liebe Blunzn. am liebsten die von meiner Mutter. Heiß im ganzen mit angebratenem Zwiebel und geschmolzenen Käse drüber. lecker

  4. Blunzn mag ich auch sehr gerne, in allen Varianten. Vor Jahrzehnten, als meine Tante noch einen Bauernhof hatte, wurde immer selber geschlachtet und auch gewurstet. Die Tante hat eine prima Reiswurst gemacht. Die Wurst bestand aus gekochtem Reis, ganz grob faschierten Fleisch, Zwiebeln und Blut und war gewürzt mit jeder Menge Majoran, zerstoßenen Lorbeerblättern, einem Hauch von Knoblauch, Pfeffer und natürlich Salz. Nach dem Brühen wurden die Würste in der Pfanne im Ofen knusprig gebraten. Dazu gab es dann meist Sauerkraut – ich würde was drum geben, wenn ich etwas so Gutes noch irgendwo bekommen könnte!

  5. natürlich werde ich nochmals Blunzen machen, Gröstl und Ravioli gleich in einem. Bin schon heftig am Nachdenken wie ich das Zusammenbinge. Blutwurst gibts erst in der dritten Woche des Monates wieder.

  6. Ich habe mal als kleines Kind zugeschaut wie frische Blunze gemacht wird… Ich habe das sehr erfolgreich verdrängt und einmal im Jahr freue ich mich darauf sie so zu essen wie du es am Anfang beschrieben hast, aber die Ravioli hören sich auch sehr, sehr lecker an!
    Danke für den Tipp mit der Sonne und dem Kernöl 🙂

  7. Jetzt brauchen wir nur noch ein paar Bluntzn … in knapp 3 Monate ist es wieder soweit. Bis dahin schlecken wir noch viel Eis am Stil. 😉

  8. tomberg

    Gebackene Blunzradl´n sind auch was feines. Was mich aber mal abgeschreckt hat sind Blunzenpralinen. Werden wenn ich mich recht erinnere in Deutschland erzeugt. Da wird Dunke Schokolade mit Blunze gefüllt. Bin zwar ein Allesfresser aber ich denk da würde ich mich auch nur langsam daran gewöhnen.

  9. @rufus: Hey, nicht so schnell sterben, wegen einer blöden Blunzn. 😉

    @Bolli: Und jetzt habe ich Gusto darauf … 😀

    @weltbeobachterin: Wir haben uns schon ausführlich unterhalten, was deine Mutter alles zaubert und dafür beneide ich dich!

    @Gerlinde: Es gab einmal in der Brigittenau einen Fleischhauer, der alle Auszeichnungen der Welt für seine Blutwurst abräumte. Leider weiß ich nicht mehr wie er hieß und außerdem ging er ohne Nachfolger in Pension. Bei meiner Recherche nach dem Namen las ich, die Welthauptstadt der Blunzn liegt in Frankreich und zwar in Mortagne au Perche. Sachen gibts …. auf nach Frankreich auf a Blunzn.

    @lamiacucina: Die dritte Woche wurde bereits eingeläutet. Gab’s Blutwurst?

    @Blugariana: Ich habe nie zugesehen, aber in bunten Farben erzählt bekommen, dass das noch warme Blut langsam gerührt werden muss, sonst stockt es und dabei mit Gewürzen, Semmelwürfel, Speckstückchen etc. vermengt werden muss. Aber ganz ehrlich, es gibt viele Dinge, die ich nicht sehen möchte. Auch nicht, wenn die Därme gereinigt werden und dann die Wurst eingefüllt wird. 🙂

    @Dandu: Ich glaube, in einem hochgestochenem Lokal einmal Blunzneis angeboten gesehen zu haben. Mir ist Stracciatella lieber! 🙂 (Ob du jetzt schon unter der Haube bist?)

  10. @tomberg: Die Idee mit den Blunzenpralinen können auch von unserem Chocolatier „Zotter“ stammen, der wohlschmeckende Schokolade mit Grammeln macht.

  11. war ausverkauft. Ich könnte mich entengrün ärgern.

  12. Grammelnussen war aus? Na, wenn der Kaffee das Wichtigste ist, dann probiere doch Hanf und Mocca obwooohl, vielleicht wäre Kandierte Preiselbeeren mit Steinpilzen einen Versuch wert … die Pilze müssten von jetzt sein. 😉

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