Lesestoff einer realitätsnahen Fantasie

Gestern wieder eine nette Sendung im ORF erwischt. Man muss einfach nur den ganzen Serienschmonz durchdrücken und sich irgendwo in der Zwischenzeit eine x-fache Wiederholung eines Uraltstreifens ansehen und nebenbei Zeitung lesen, bis man dann zu den guten Sendungen kommt, die man mit Aufmerksamkeit ansieht.

Unter anderem gab es gestern eine Buchempfehlung zu André Hellers neuem Buch „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“. Eine autobiographische Fantasieerzählung, denn die Rahmenhandlung hat mit Hellers Leben einiges gemein, die Details ob sie der Wahrheit entsprechen lässt er für den Leser offen.
Ganz interessant seine Aussage, die ich vom Inhalt auch so lebe und sehe: Es wird einem irgendwann einmal ein Kübel Kindheit aufgesetzt und alle Kindheit rinnt und tropft über den Körper und ist für manche schier unerschöpflich. Für jene, die ihr UnGlück ihrer Kindheit zuschreiben, ich wurde nicht geliebt, geschlagen, ins Internat abgeschoben, bla bla bla lassen den Kübel einfach am Kopf und laufen blind durch die Gegend.
Andere können sich früher oder später gar nicht von ihrer Kindheit lösen – von dieser Betrachtungsweise, um wieder Kind zu werden. Jeder von uns hatte und hat die Möglichkeit aus dieser Vergangenheit herauszusteigen, wenn wir auch selbstkritisch zu uns selbst sein können. Dinge betrachten, die nicht so gut liefen, uns vermutlich seelisch sehr nahe gingen, aber genau diese Erlebnisse Auslöser waren und sind, aus dem damaligen Kind ein neues zu machen.

Das Buch gibt es beim großen Buchversand auch als Hörbuch. Ich bin nicht der Freund von Hörbüchern, aber Heller muss man einfach mit Heller hören, das ist einfach ein Erlebnis. Ich liebe seinen Sprechgesang, die Akzentuierung einzelner Wörter, Silben und wie er durch den Einsatz von fortepiano einem einzelnen Wort Gewicht gibt, um es im selben Moment wieder für das nächste unwichtig zu machen.

(Ich mach ungern Werbung, aber die Empfehlung auf jener Seite für „Heurige und gestrige Lieder“ Heller und Qualtinger, ist wirklich genial!)

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7 Kommentare

Eingeordnet unter zeitungsente

7 Antworten zu “Lesestoff einer realitätsnahen Fantasie

  1. Ich höre ihn noch „Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht in euren Köpfen, dann sind sie nirgendwo“.

    Habe übrigens keine Werbung entdeckt (bin dagegen nämlich resistent 😉 ), aber dafür bei Dir, dass ich irgendwas mit „… wirr …“ bin? Stimmt das?

  2. Bulgariana

    Ach! Der Heller, den mag ich ganz gerne und ich stimme dir dazu – man muss ihn hören, ist sicher besser als lesen (in dem Fall)

  3. @rufus: Gestern hat er gesagt, der schönste Beruf wäre Gärtner. Es kommt ein Hagel, alles ist kaputt, während die anderen jammern und überlegen, warum der Wirbelsturm kam, ob man ihn vorhersagen könnte, hat der Gärtner schon längst seine Schaufel in der Hand, gräbt um und behebt die Schäden. Irgendwie hat er Recht. 😉
    Unterhalb ist beim Versender immer eine Kaufempfehlung und die meinte ich. Und zum Rest 😀

    @Bulgariana: Als Tondokument mein ich auch.

  4. Karl H.

    Das Buch und auch „Heurige und gestrige Lieder“ werde ich mir auf alle Fälle bestellen!

  5. @Karl H.: Ich habe es auch schon in dieser Kombination auf meinem Wunschzettel. 😉

  6. der Heller, ein ganz ein Heller um den zusehen bezahl ich sogar in Heller.

  7. @weltbeobachterin: Da musst du schon zwei Heller hinlegen. 😉

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