Hans Wurst im skandinavischen Kartoffelsalat

Mich amüsiert immer wieder welches Gsturi um den Erdäpfelsalat gemacht werden kann. Jeder hat sein über mehrere Generationen überliefertes Geheimrezept und meint eben nur dieses hätte den gloreichen Siegeszug über ganz Europa, was sage ich, die Welt gemacht.

Nein, mein Erdäpfelsalatgeheimnis werde ich für mich behalten, dafür verrate ich die aufwendige Rezeptur eines recht erfrischenden Sommerkartoffelsalates, die aus einem amerikanischen Kochbuch stammt und seinen Ursprung in Skandinavien sucht (über mehr geografische Ecken geht es wohl nicht mehr?). In diesem Buch steht übrigens auch, die Dille wurde zuerst in England 1600 n.Chr entdeckt, wikipedia erzählt, die Ägypter hätten das Kräutl schon 1500 v.Chr. in Verwendung. Eigentlich egal, wenn man als Frau bei der Hochzeit folgendes beachtet:

Man solle sich als Braut etwas Dill und Senfkörner (Prinzessin auf der Erbse?) in die Brautschuhe legen und während der Trauung leise vor sich hin flüstern „Ich habe Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will“, dann hat man die ganze Ehe die Schuhe an, sprich das Sagen. Also wer noch die Chance hat, es sich zu verbessern, soll seine Brautschuhe mindestens 1-2 Schuhgrößen größer kaufen und ordentlich von dem Zeugs hineinstopfen.

Und weil der Rest des Gerichtes vor dem Hauptgericht fertig wurde, musste ein Frankfurter (Würstel) herhalten, das leider, so geht es einer Wurst die mit Dillschuhen aufwächst, ein wenig zu braun im Rohr vergessen wurde. Würde ich die braune Wurst politisch unkorrekt (warum ist dieses Wort eigentlich so schlimm?) so taufen, käme ein Aufschrei, daher heißt sie einfach Hans Wurst – weil eh schon alles wurst ist.

Hans Wurst im skandinavischen Kartoffelsalat

1/2 kg Erdäpfel (ich weine der Sorte Sieglinde nach, was soll man tun? Daher bitte festkochende Sorte kaufen)
1/4 l Sauerrahm
1 mittelgroße rote Zwiebel
1 Handvoll Dillspitzen
Salz. Pfeffer

Die Erdäpfel roh schälen und in gleichmäßige Würfel schneiden und im Salzwasser ca. 10 min. bissfest kochen. In der Zwischenzeit den Rahm in einer Schüssel mit Salz und Pfeffer cremig rühren. Dann die fertigen Kartoffelwürfel abseihen und noch heiß in den Rahm leeren und gleich vermischen. Dann die fein würfelig geschnittenen Zwiebel dazu geben, sowie die gehackte Dille. Nochmals gut durchmischen und wenn möglich 4 Stunden gut durchziehen lassen. Vor dem Servieren nochmals mischen und eventuell etwas Sauerrahm hinzugeben, wenn der Salat zu trocken ist.

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11 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

11 Antworten zu “Hans Wurst im skandinavischen Kartoffelsalat

  1. Erdäpfelsalat gibts bei mir daheim selten.
    Kipfler oder Linzer Delikateß sind auch richtige Salaterdäpfel.

  2. Vor ein paar Monaten traf ich übrigens auch auf Die Zwei

  3. Klingt wundervoll! Meine Mama könnte ein Lied davon singen wieviele verschiedene Rezepte es gibt. Dieses wird auf jeden Fall demnächst ausprobiert.
    In Bulgarien ist es üblich, dass bei der Trauung gleich nach der „frohen Botschaft“ dass man Mann und Frau sei, der schnellere von den beiden dem anderen auf dem Fuss steigt (der Satz trieft vor Rechtschreibfehler, sorry). Jedenfalls wusste mein österreichischer Mann nichts davon und hat recht verwundert geschaut, als ich mittendrin ihm auf den Fuss gehüpft bin und die bulgarischen Gäste alle laut gejubelt und geklatscht haben.

  4. Wer hat’s erfunden? Wir aus dem Ländle natürlich. Mein Kartoffelsalatrezept wird NUR intern überliefert! Ist eh klar, oder? 😉

  5. was darf sich denn der Bräutigam in die Schuhe stopfen, Kartoffelsalat ?

  6. @Weltbeobachterin: Kipfler gibt es bei uns nur um die Weihnachtszeit. Früher gab es ein Griss darum, einen Kilo zu ergattern, jetzt wird die Sorte schon ab Oktober angeboten. Allerdings sind sie ab ca. Februar aus dem Regal. Wieso eigentlich?
    Wo bekomme ich Linzer Delikateß? Hier gibts nur Dittes und die sind fast weiß, mehlig (obwohl sie fest sein sollten) und geschmacklos. Es ist wirklich ein Krampf. Ich muss wieder zu meinem Erdäpfelbauern fahren. Ist zwar ein Aufwand, aber dafür schmecken sie auch.

    @rufus: Wie bin ich dankbar nicht Fleischhauer in rufus Einzugsgebiet zu sein. 😉

    @Bulgariana: Ha, das ist aber lustig. Ich kann mir gut vorstellen, wie dein frischgebackener Ehemann geschaut hat, als du ihm auf die Zehen gesprungen bist. Schönes Brauchtum! Du solltest ein wenig über bulgarisches Brauchtum schreiben – ich finde das sehr interessant und spannend. Bin ich nicht so auf deinen Blog gekommen, weil du von den Bändern im Frühling erzählt hast?

    @Dandu: Na hallo, ich werde gleich schauen, ob es bei dir im Blog schon diesen Salat gegeben hat. Und dann diskutieren wir weiter, ob er aus dem Ländle kommen kann. 😉

    @lamiacucina: Jetzt hast du mich regelrecht am falschen Fuß erwischt, denn an die Schuhe des Bräutigams habe ich nicht gedacht. Asche auf mein Haupt. Salat im Schuh, wieso nicht? Was allerdings recht schwierig sein wird, ob es einen lebensbejahenden Spruch gibt, der sich auch ordentlich auf Kartoffelsalat reimt. Mir fällt auf die Schnelle nichts vernünftiges ein, was nicht tragisch ist, wo mir so auch nie etwas Gescheites einfällt.

  7. also Kipfler und Linzer Delikateß werden gegen das Frühjahr ungenießbar. Hm, im Lagerhaus gibts Linzer Delikateß. zumindest die Samen. Aber vielleicht haben sie die wieder abgesetzt.
    Die Ditta werden glaub ich erst etwas später besser. Ich mag die ganz gern. Zurzeit schmecken die Julia, also die rotschaligen sehr gut.
    Bald so im September werden wir eh Erdäpfel klauben.

  8. Wenn mein Frankfurter so ausschaun tät …..
    aber das Rezept für den Erdäpfelsalat klingt gut!

  9. @Gerlinde: Du warst als Spam gekennzeichnet 😦
    Schämen sollte sich jedes Frankfurter Würstel, wenn es so ausschauen tät. 😀

  10. @entegutallesgut: 2 Blogs reichen aber für diese Information …

  11. Kein Wunder, ich bin mit unterwegs mit einer anderen IP im Netz und das hat dein schlauer Spamschutz natürlich überrissen und gewisse Ungereimtheiten festgestellt 🙂

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