Da beiß ich mir ein Scherzl ab …

die Ente macht auf öko und bäckt Brot.
Ehrlich, mir sind Leute die Brot backen ein wenig suspekt. Ich habe immer das Gefühl, sie sitzen in Birkstockschlapfen und Schafwollsocken herum. Das ist natürlich Blödsinn und ein saublödes Vorurteil, weil die Ököfritzen aufgeholt haben und mit bunten Croq-Schlapfen unterwegs sind. Lasst die Knüppel auf mich herniederrasseln, heute bin ich böse!
Das Argument, selbstgebackenes Brot schmeckt gut lass ich gelten. Dass es besser schmeckt als gekauftes, will ich dahingestellt wissen. Wer nicht gerade beim Diskonter 10 grausliche Semmeln um 99 cent kauft, kann woanders auch sehr schmackhaftes Brot bekommen.
Von der gesundheitlichen Seite weiß ich, Brot mit Sauerteig zubereitet ist gesünder. Weiß jemand eigentlich wieso? Außerdem schmeckt gekauftes Brot oft auch besser, weil es mit besonders viel Salz zubereitet wird (so wurde mir gesagt).
Ich habe auch eine Brotbackmaschine, die mir leider einmal geschenkt wurde. Ein Klumpert schlechthin, weil der Teig entweder nicht ordentlich vermischt wird und ist er gut, dann geht er über – es stinkt, raucht und ist einfach nur furchtbar. Außerdem soll die Brotbackmaschine nur praktisch sein, wenn man Fertigbrotmischungen dazu verwendet und dann kann ich eigentlich gleich fertiges Brot kaufen. Oder? Und so dümpelt dieses Maschinchen im Abstellweiher herum. Da es mir geschenkt wurde, bringe ich nicht übers Herz sie weiter zu schenken, oder gar in den Mist zu werfen.

Was aber machen, wenn das Brot ausgegangen ist? Dann helfen diese Überlegungen alle nicht. Ob man nun Birkstockschlapfen, oder Croqs an den Beinen hat, man ist nur mehr froh noch ein Sackerl Trockengerm zu haben. Und das hatte ich, an besagtem Sonntagabend.
Ein flitzeschnelles Baguette aus meiner Küche – Ciabatta war mir zu umständlich, da muss man sich und den Teig am Brett, dreitausend und einmal herumschlagen.

Zutaten:
1/2 kg glattes Mehl
300ml kaltes Wasser
2 dag Germ oder ein 1/2 Pkt. Trockengerm, 1 Prise Zucker
Salz

Germ und Zucker miteinander vermischen, dann 1/3 des Wassers leicht angewärmt dazu, mit Mehl bestauben und gehen lassen. Nachdem das Dampfl gegangen ist, alle Zutaten miteinander zu einem glatten Teig verkneten. Bei Trockengerm wirft man recht praktisch alle Zutaten zusammen, schlägt den Teig glatt ab und fertig. Wer mag, das habe ich getan, gibt ein bisschen gehackten Thymian und Rosmarin zum Teig. Zu zwei langen Strängen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit dem Messer schräge, lange Schnitte machen und im Backrohr bei 200° C backen.

P.S.: Ein Scherzl ist übrigens das knusprige Ende eines Brotes (nein, nicht das der Ente, das heißt Pürzel oder Brztek – wie schreibt man das eigentlich?). Dieses Brot war sehr resch! Das könnte ich fast öfter machen. 😉

18 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

18 Antworten zu “Da beiß ich mir ein Scherzl ab …

  1. lieferst du auch aus? 😉

  2. so sieht mein selbstgebackenes auch aus. Davon esse ich soviel als in der Not nötig, den Rest kriegen die Enten im Weiher, die das sehr gerne annehmen. Einige Vertreter der Bäcker-Zunft (nicht alle) können das einfach besser als ich.

  3. Und ich dachte, dass das der Anfang ist.

  4. Ich liebe selbst gebackenes Brot – da brauch ich nichts dazu, außer vielleicht ein bisserl Butter *schmatz*

  5. Sauerteig ist gesund? Vermutlich dann wenn man Birkenstockschlapfen trägt.
    Eine Brotbackmaschine kommt mir auch nicht in die Hütte, man hat ja (noch) zwei gesunde Hände und einen alten Topf zum abmischen hat sicher auch jeder irgendwo rumliegen. 😉

  6. @tyndra: Nur wenn ich die richtigen Schlapfen trage. 😉

    @lamiacucina: Hihi, die Ente holt sich ein Scherzl und paddelt dahin.

    @rufus: Ich weiß noch nicht, ob ich in Brotbackkarriere mache.

    @Gerlinde: Nur die Butter darf nicht ausgehen, sonst müsste ich den Notstand ausrufen, oder gibt es brave Frauen, die das Butterfass zu Hause stampfen und den Mann melken?

    @Dandu: Sehr aufmunternd – und was mach ich mit meiner Maschine? Vielleicht könnt ich ein Usambarastöckerl hineinstellen?

  7. Sauerteig hält länger frisch, als Germ. Brot das viel Germ enthält schmeckt früher fad.
    was hast du gegen Croqs ich trage gern welche und backe gern Brot und so. Wie ich noch im Burgenländischen war, hab ich mir beim Merkur immer vom Ströck das BIO- VK gekauft, weil das auch sehr gut war.

  8. @weltbeobachterin: Aaaah, das ist es – du bist einfach die Fachfrau! Kann ich Weißbrot auch mit Sauerteig zubereiten? Ich kenne eigentlich nur dunkle Brote/Schwarzbrot mit Sauerteig hergestellt.
    Ich finde die Croqs als Schuhe lustig, aber an Menschenfüßen furchtbar. Kommt mir jemand in Croqs entgegen und das vielleicht noch auf gepflastertem Boden, dann erinnert er mich sofort an ein Familienmitglied der Ducks. Es verhält sich so ähnlich, wie wenn ich mit Lockenwicklern ins Bett gehen würde – das ist für mich auch ein no-show-item.

  9. ja, weissbrot mit hohem sauerteiganteil machen die franzosen, vor allem poilane.
    sauerteigbrote halte ich für qualitativ um hausecken besser als reines hefebrot. sie brauchen halt mehr zeit und deshalb werden sie so selten gemacht. die grosse ausnahme: schau mal hier: http://derstandard.at/?id=1216035028100 – ich weiss nicht, welcher dein nächster markt ist, aber am karmelitermarkt samstags gibt’s das p-brot (allerdings ist es seit einigen wochen meistens sehr schnell ausverkauft. da bin ich wohl selbst schuld daran…)

  10. noch was: sauerteigbrot weist ein um sehr viel breiteres geschmacksspektrum auf. da tut sich einfach mehr in der gärung – und das macht es so spannend.

  11. @entegutallesgut: dann suche bei mir bitte nicht das Bild mit den Croqs oder ähnlichen – 2 oder 3 habe ich vergraben …

  12. @katha: Den Bericht kenne ich nicht, aber der Karmelitermarkt ist nicht soooo weit vom Schuss. Da kann ich schon hinschauen.
    Ich habe einen sehr interessanten Bericht über einen Bäcker gelesen, der war aber glaube ich in der Presse/Panorama, über einen Bäcker in Thaya, der mit großem zeitlichen Aufwand verschiedenste Sauerteige herstellt. Warte, ich schau einmal, ob der Artikel online verfügbar ist …. nein, find ich nicht mehr, aber mir ist mittlerweile googleunterstützt der Name eingefallen: Kasses, dessen Handwerk wirklich noch mit sehr viel Hand gemacht wird.

    Wenn ich aber fertigen Sauerteig kaufe und dem Brot zugebe, kann ich dann „zu Hause“ auch geschmacklich viel herausholen? Wäre interessant mit einem Bäcker darüber zu plaudern.

    @rufus: Gehst du damit ins Bett?

  13. tatortkrimi

    Ich backe mein Brot seit über einem Jahr selbst (Sauerteig), handgemacht, und neulich erst habe ich mir neue Birkenstocksandalen gekauft (ha!). Das Brot schmeckt nicht besser als gekauftes, Freunde haben es schon weit von sich gewiesen wegen zu hohen Kümmelanteils, aber mich haben die ständig steigenden Preise der Bäckereiketten für ihr industriell hergestelltes Zeug geärgert. Birkenstocks sehn vielleicht dämlich aus, sind aber sowas von bequem – da bin ich ganz uneitel, in Stöckelschuhe kriegt mich keiner rein (oder diese albernen Schlüpperschuhe, zu denen man, obwohl nicht aus Segeltuch, auf keinen Fall Socken tragen darf und die vorn so komische Bommel haben).
    Croqs kannte ich bisher nicht (Croque Messieur habe ich schon gegessen, kann man aber nicht drauf laufen), aber Google zeigt ein Beispiel – aha – in England der letzte Renner.

  14. @entegutallesgut: Socken und Croqs sind ein No-Go, sagt sFrauli …

  15. @tatortkrimi: Viel Kümmel beugt Blähungen vor. 😉 Schlüpfer mit Bommel drauf? Dieser Trend ist noch nicht nach A gekommen. Du kanntest keine Croqs? Das gibt es doch gar nicht. Es läuft doch jeder Fünfte mit solchem bunten Schuhwerk herum. Die schreibt man übrigens mit „c“ wie ich gerade falsch bei mir lese.

    @rufus: Aha, ob mit oder ohne Socken, ich mag die bunten Latschen nicht. Ich hab sie übrigens nicht auf deinem Blog gefunden. 😦

  16. Habe ich nicht gesagt, dass ich meinen Blog schnell noch ein bisschen zusammen räume bevor Du stöberst.

    Naja, bin mal nicht so: die Suche nach denn Schucherln und ein Paar andere Bunte … 😆

  17. Zwar habe ich keine Maschine fürs Brot, sondern nur einen altmodischen Backofen, aber ich weiß – völlig ohne Birkenstock und Croq noch einen prima Grund zum Backen:
    Wenn am Sonntag abend gegrillt werden soll und dazu ein frisches, noch warmes Brot gereicht werden will, dann ist es gut, wenn man mal eben ein Glump Teig in die Röhre scheuchen kann.

    Euer „Scherzl“ heißt in Westfalen übrigens Knäppken. Vom Münsterländer Platt „Knapp“ = Haufen (wegen der Haufenform, wenn man das Knäppken auf die Schnittseite legt).

    Ein westfälischer Ameisenhaufen heißt demnach Hampittelknapp – im ruhrpöttischen Dortmund gibt es sogar eine Straße, die so heißt.

    Du versorgst mich immer so schön mit neuen, fremdländischen Vokabeln, da muss ich mich ja mal ein wenig revanchieren, gell?
    😉

  18. @buchstäblich: Danke, ich lese auch diese Aufzählung deutscher Fremdworte gerne. Ehrlich gestanden weiß ich gar nicht, woher das Scherzl etymologisch herkommt. Es gibt nur wieder eine Mehrfachbedeutung (wie beim Fleck und vielen anderen Wörtern):
    – Scherz(l) – Spaß (kennt ihr ja auch)
    – Schulterscherzl – ist ein Stück Rindfleisch, erschlag mich wo das beim Rind wächst, ich weiß es nicht, das besonders saftig ist und sich gut zum Braten wie auch zum Kochen eignet.
    – da kann man sich ein Scherzl abschneiden – man kann sich an etwas ein Beispiel nehmen
    – und das bekannte Brotende, kann auch Wurst sein.

    Wenn ich den westfälischen Ameisenhaufen fehlerfrei aussprechen kann, darfst du wieder mit neuen Wörtern kommen. 😀

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