Kaum erwähnenswert

war gestern die Nachbesprechung zur TV-Konfrontation von S. Karmasin. Sie hat brav ihre Hausaufgaben gemacht und ihren Wortschatz gut und richtig eingesetzt.

Weil es aber langweilig wäre, wenn ich jetzt sage, es gab so überhaupt nichts, werde ich ein bisschen I-Tüpflreiten und hole mir die überaus beliebte Wortkombination „das macht Sinn“ heraus, die Herr Prof. Filzmaier seines Zeichens Politologe eingesetzt hat. Wer sich damit im Detail auseinandersetzen und Quellenangaben erlesen möchte, seit wann Sinn, Sinn macht und nicht hat, soll das hier nachlesen.
Da war Armin Wolf schon spaßiger, denn er kreierte das Wort „unschwierig“.
Mhmm, ich sollte nicht so ungroßkariert sein und kurz noch erwähnen, dass die Konfrontation zwischen Haider und Van der Bellen vom Feinsten war. Lassen wir deren Parteizugehörigkeit und politisches Programm einmal beiseite, aber die beiden sind einfach rhetorisch brilliant. Was mir nicht bewusst war, sie trafen erstmals in einer TV-Konfrontation aufeinander, obwohl die beiden schon altgediente Politiker sind.
Niemand bringt Van der Bellen so leicht aus der Ruhe wie Haider. Er war zwischendurch richtig grantig, der kann vielleicht böse schauen und vernichtende Blicke senden. Niemand, wie vdB, weist Haider derartig in seine Schranken und beharrt pointiert darauf, wie wenig er auf Fragen gezielt antwortet. Ungewöhnlich fand ich Thurnhers Idee, zum Schluss der Diskussion eine Gemeinsamkeit der beiden zu finden. Es ist dies das Pensionsalter, wo sie sich unisono einig sind, jeder darf so lange arbeiten, wie er möchte und soll daraus auch finanziellen Nutzen ziehen. Sind die beiden vielleicht Menschen, die nicht aufhören können, weil der Erfolg so gut tut und das Ego befriedigt?

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10 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

10 Antworten zu “Kaum erwähnenswert

  1. SM, SM, SM … öhm, tja – ich dachte schon du findest was und ich lade das berühmt-berüchtigte „Sinn machen“ ab, das uns unsere deutschen Freunde vermacht habe.

    Ach ja, zum Inhalt zur Rhetorik: den Effekt mit der Narkose – och, ich hatte schon so Mitleid … ein echt menschlicher Mensch – hat sich der Polit-Wolf (damit auch unsere Viecherln wieder ein bisschen vorkommen und so 😉 ) mit dem unkontrollierten Seitenhieb auf sein komottes Gegenüber ziemlich vergurkt.

  2. also ich kann ja mit frau karmasins „analysen“ immer weniger anfangen. „herr van der bellen hat heute mehrmals gelacht, manchmal sah es so aus, als wenn er herrn haider auslacht“ – booaaaahhh! der himmel ist blau, die wolken sind weiß.
    frau thurnhers ideen finde ich durch die bank ungewöhnlich, aber irgendwas muss sie ja tun, während dieser diskussionen. so ineffizient agiert außer ihr wohl nur noch die hochgelobte gabi waldner.
    [ohje, heut bin ich nur mit gift unterwegs ;)]

  3. die erste, die ich nicht gesehen habe. sehr schade. dafür gab’s ein paradeisermenü von slow food wien und arche noah im pfarrwirt. eine garantiert besser verdauliche alternative…

  4. @rufus: Der Narkoseschmäh war richtig gut. Noch dazu, vielleicht hat sich das auch jemand überlegt, wo hat ihn denn das Viecherl g’stochen und vor allem wie groß war denn der Stich, dass mit Narkose operiert werden musste? Ich hatte schon einige Blatschern, auch entzunden, aber kann mir nicht vorstellen, deswegen über Stunden am OP-Tisch zu liegen.
    Was seine Rhetorik anbelangt, finde ich viel interessanter, wenn er immer erwähnt, was „wir“ – er meinte damit die FPÖ, obwohl er doch jetzt BZÖ ist – schon alles an Gesetzen durchgesetzt hatte. Weiß er eigentlich wo er hingehört, zu den Blauen oder den Orangen? 😉 Für mich ist die Parteiabspaltung noch immer ein abgekartetes Spiel, das aber als Schuss nach hinten losging und nicht den Erfolg brachte, den man sich erhoffte.

    @tyndra: Die Analysen von S.Karmasin waren allesamt so spannend, wie ein lascher Hosengummi.

    Thurnher war schon schlechter. Sobald aber ein Partner, oder gar beide in einer Diskussion dominant sind, wirft sie einfach die Nerven weg und kann sich nicht durchsetzen. Bei der Diskussion Grüne/ÖVP habe ich sie gar nicht so schlecht in Erinnerung. Da lief aber auch alles sehr diszipliniert ab, da kann sie dann ihre Zwischenfragen stellen und die Diskussion in eine Richtung führen. Komisch war übrigens die Grafik mit der Energieverteilung, da dachte ich mir auch „und was kommt jetzt?“. Nix! Die hat sie nicht verstanden. Zahlen runterlesen können alle, die gut schauen können, da brauchen wir keine Moderatorin. Die Hintergründe wären interessant gewesen, zum Beispiel die Ölpreisentwicklung am internationalen Markt, weil ja Haider behauptete, der Ölpreis wäre massiv gesunken.

  5. @katha: Eine wahrlich gute Alternative. Beim Pfarrwirt war ich noch nicht, das letzte Mal war ich noch dort, als es noch „Schöne Aussicht“ hieß. Danke für die Erinnerung, dort einmal vorbeizuschauen.

  6. @rufus nocheinmal: Das ist mir übrigens auch aufgefallen, dass wir in Wien kommo“d“ und nicht kommo“tt“ sagen. Nachgeschaut, kommt es aus dem Lateinischen commodus. Hat mich jetzt auch interessiert. 🙂

  7. @rufus: Wenn du die Ausgabe tätigen willst. Wikipedia kennt das Wort auch.

  8. Tätigen? das Lexikon steht in meiner Bibliothek (weißt eh, das mit dem Buch) oder wie hätte ich sonst DIE Ente übersetzen sollen?

  9. wir in oberösterreich sagen auch kommoooooood, sehr weich gesprochen. ich erinnere mich aber genau daran, und vielleicht hatte der herr rufus das beim schreiben auch im hinterkopf, dass herr haider eindeutig mehr komott sagte als kommod. sagen die kärntnerInnen das anders oder war es bloss ein versuch, ein dialektwort zu verhochdeutschen?

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