Konfrontationsmarathon

Diesmal musste für mich etwas auf der Strecke bleiben. Im ORF gab es eine Diskussionsrunde der Politikerinnen mit Frau Thurnher, im Privatfernsehen eine Elefantenrunde ohne Faymann und sehr spät abends Jungwähler, die St.rache ihre Fragen stellten.

Hat jemand alle drei geschafft? Kann gar nicht sein, weil die ersten beiden sich überschnitten haben. Leider kann man die Frauenrunde, so wie es aussieht nicht bei ORF als Nachschau ansehen, dabei habe ich damit gerechnet und deshalb auf die Wahlarena geschalten.

Geleitet wurde diese vom bekannten (roten) Josef Broukal, ehemals ORF Mitarbeiter, wo er sich (ich weiß nicht durch wen), eine wissenschaftliche Kompetenz holte und somit, was ich aus dem Netz erlese, seit 11.9.08 als Wissenschaftssprecher der SPÖ auftritt. Auch eine pikante Sache, jemanden aus der Politik als Moderator einzusetzen. Kurz recherchiere ich, was er denn so alles macht und sehe, er reißt sich bei den Debatten im Parlament auch keinen Haxen aus. Wie viele Reden muss man als Parlamentarier halten? Er zeichnet sich als Minimalist aus. (Sehr witzig das stenografische Protokoll zu lesen und ich stelle fest, die haben es echt leiwand und lustig im Parlament. Da wird jedes süffissante Lächeln, jeder Beifall genau dokumentiert. Ich glaube, man kann nicht einmal unbemerkt einen Fahren lassen. Auch nicht das Gelbe vom Ei – Ente, bleib zu Hause.)
Aber immer noch besser als Manuela Raidl, die ehemalige Frühstückstante (-fernsehen) von pulstv wurde als Co-Moderatorin eingesetzt. Gütiger Himmel, das ist vielleicht eine Keiffen. Die ersten Male ist sie den Politikern derartig unhöflich ins Wort gefallen, das war mehr als Holzhammermethode. Sie hat leider auch gar keine angenehme Stimme, zumindest für meine Begriffe und sie sollte einen Dauerschalldämpfer tragen. Da taten die verbindlichen Worte von Broukal recht gut, egal nun welcher Partei er zugehörig ist.
Aus der Elefantenrunde, Heide Schmidt war auch dabei, konnte man ehrlich gestanden recht wenig Information ziehen. Zu jedem Thema musste jeder Kandidat seine politische Position erklären. Ab dem dritten Politiker schaltet dann das Hirn aus. Durch die beschränkte Redezeit, muss die Information so komprimiert gepackt sein, da müsste man eigentlich mitschreiben.
Ganz gut gefallen hat mir die durch Video eingespielte Frage des Schifahrers Schönfelder. Es solle doch jeder der Diskutanten am anderen drei positive Aspekte finden. Oh Oh, da ging ein Raunen durch die Runde, Broukal war gnädig und reduzierte auf nur eine gute Seite jederfrau und -mann. Ganz daneben war Haiders Antwort, er hat sich ins Hemd gemacht, wirklich persönlich auf seinen Mitbewerb einzugehen. Heide Schmidt dagegen sagte über Haider, er wäre immer gut angezogen. 😀

Sehr später Programmpunkt, die Fragen der Jungwähler an St.rache und seinen Jugendsprecher (noch nie gesehen, daher auch den Namen vergessen). Man glaubt es gar nicht, gut es war spät, sein Tag sicherlich auch hart, wie sehr sich dieser Mann durch die Schüler in die Enge gedrängt gefühlt hatte. Repräsentativ war diese Runde natürlich auch nicht, weil einfach nicht jeder in diesem Alter die Matura macht. Es war zum Beispiel kein einziger Jugendlicher dabei, der gerade einen Lehrberuf erlernt, oder vielleicht arbeitslos ist. Die reden vielleicht nicht so gscheit daher, aber ihnen sollte auch die Chance gegeben werden, loszuwerden, was sie bewegt.
St.raches Antworten waren geschraubt, er konnte nicht auf die Jugendlichen eingehen. Seine Antworten hatten einen Wortschatz und eine Komplexität der Sache und so konnten sicherlich nicht viele den Themen folgen. Schade, denn so kam es leider nicht zu neuerlichem Nachfragen, weil die Jugendlichen einfach vom Verständnis her nur ausgestiegen sind. Guter Versuch vom ORF, aber in die Hose gegangen. Außerdem sollten sich die beiden Moderatoren nicht so sehr mit eigener Meinung einbringen – Herr Rafreider, die Kritik geht an Sie! Das war mir direkt unangenehm, wie die Jugendlichen plötzlich nur zu Statisten wurden und Rafreider den St.rache angegangen ist.
Der Sendeplatz um 23.30 Uhr ist übrigens auch unter jeder Kanone, so alte Leut wie ich sind um die Zeit normaler Weise schon in der Heia. 😉 Ok, auf die Jungwähler fallen nur 3% der Wählerstimmen, ebenso viele wie über 80-Jährige Wahlberechtigte. 😉

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

7 Antworten zu “Konfrontationsmarathon

  1. die ente gibt sich ja die volle packung, unglaublich! ich bin aus sämtlichen diskussionsrunden ausgestiegen, ich empfinde das als immer-wieder-käuen derselben dinge, und ich kanns langsam wirklich nicht mehr hören.
    [den herrn rafreider fand ich immer schon extrem schrecklich. vom aufmascherln und wichtigtun eigentlich fast schon ein klon von christian clerici]

  2. @tyndra: Mittlerweile finde ich auch, ich sollte lieber um die Zeit Canasta spielen, als mir dieses Spektakel jedes Mal zu geben. Wahlarena habe ich deshalb geschaut, weil ich endlich H.Schmidt zu einzelnen Themen hören wollte und mich interessierte, wie das Privatfernsehen so etwas aufzieht.

  3. ich habs verpasst – ging´s zivilisierter zu als im orf?

  4. @tyndra: Ja zivilisierter schon, Kunststück, zu sechst streitet es sich so schwer. Bei der Krone hast du eine Zusammenfassung und gar nicht einmal so schlecht gesehen.

  5. Ich habe auch nur einen sehr kleinen Teil der Sendung gesehen. Ehrlich gesagt, habe ich nicht einmal gewusst, dass es die Diskussionsrunde überhaupt auf dem Sender geben wird. Die 10 Minuten die ich gesehen habe, fand ich ich nicht schlecht. Dann bin ich eingeschlafen :mrgreen:

  6. Wir haben die Frauen(-Partie) ausgehalten (peinlich bis lustig) und uns dann auf die Elefanten geschmissen. Wurde dort wirklich das Mikrodon zurück gedreht, wenn’s zu lang(-weilig) war? 😉

  7. @Bulgariana: eingeschlafen also … tzzztzzzz 🙂

    @rufus: Hööö? Toröööö – alles mit Ton gewesen!

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