zeichnen – malen – formen


Bildquelle: pixelio.de, Stephanie Hofschlaeger

Gestern war eine Diskussion der Kleinstparteien im ORF.
Jeder hat ein Knöderl Plastilin bekommen und durfte sich seinen Staat formen. Und was daraus entstand war teilweise recht kreativ.

Natürlich sind die Kleinen ein wenig beleidigt, weil sie mit den Großen nicht diskutieren dürfen. Was da aber teilweise aufs Tablett kam, war schon etwas sehr schräg. Heide Schmidt lächelte manchmal milde, oder es krampfte sie derartig zusammen, dass sie Herrn Auerbach auch einmal einen ordentlichen Scheitel ziehen musste, als er das LIF beschuldigte, für Unterstützungserklärungen zu bezahlen. Besagter Auerbach war auch während der Diskussion mühsam. Zuerst einmal hat es uns (Bürger) gefreut, weil er sagte, wir glauben den Politikern nichts mehr, was sie versprechen. Nach dem dritten Mal, als wir hörten, wir glauben den Politikern nichts mehr und sonst gab es nichts zu sagen, weil er zu dem gefragten Reformvorschlag keine Idee hatte, war das schon ziemlich nervig. Was stellt sich eine Partei vor, wie viele Stimmen sie bekommen wird, wenn sie praktisch nur eine Sache, nämlich die Ablehnung des EU-Reformvertrages im Programm hat? Einen Vorteil hat die Partei (RETTÖ – klingt wie Benjamin Blümchen), sie kann ihr Programm recht übersichtlich auf der Startseite unterbringen, weil es in fünf Punkten schnell erklärt ist.

Die Christen, meine Pappenheimer – hier interessiert mich heute in einer Woche die Stimmenauszählung ganz genau. Ich möchte gerne wissen, wie viele Österreicher diese verstaubte Denkweise unterstützen. Im Grunde genommen schade, seine Argumentation ist der typische Schuss ins Knie, denn Herr Adam macht durch sein Auftreten die Familie fast lächerlich, wer will da noch Mutter sein?

Der Andreas Hofer des 21. Jahrhunderts, Fritz Dinkhauser mit seiner Liste „Fritz“ hat teilweise gar nicht so schlechte Ideen, aber Staatsmann kann er schon alleine wegen seiner Aussprache (Cccchaaaaschknääääädl) nicht werden. Und was wir jetzt wissen, wer in Tirol ein Einkommen in Form einer Grundsicherung will, darf dafür (weil zwingan kaunschd jo cccchan Mönschn) am Berg und Almwege herstellen, vielleicht auch Brücken bauen – das hat er mehrmals erwähnt.

Dann waren da noch die Kommunisten mit Mirko Messner, der eine interessante Diskussion mit Heide Schmidt führte, was „bedingungslos“ ist. Wann ist ein Grundeinkommen bedingungslos? Wenn es alle bekommen, oder wenn es alle bekommen? „Ja eben bedingungslos alle“, sagte Heide Schmidt. „Eben bedingungslos, was sie wollen Frau Schmidt ist nicht bedingungslos, wenn es nicht alle bekommen.“ Und da kam Adam von den Christen mit einem Einwurf: „Das kennen wir ja vom kommunistischen Ostblock, wo alle gleich arm waren.“, da verschlug es Mirko fast die Red.

Ach ja, ergänzend: Gar nicht gefallen hat mir, dass Frau Schmidt auf Thurnhers Frage, sie solle doch zu Zach (Parteivorsitzender des LIFs), EADS und Schmiergeld, Bespitzelung Stellung beziehen. Es werde dazu diese Woche eine Stellungnahme von ihm und dem LIF geben. Da hat sie leider auf voller Strecke verloren, nicht ein kurzes Statement darüber abgeben zu haben.

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

9 Antworten zu “zeichnen – malen – formen

  1. ich fand die diskussion gestern auch sehr interessant, obwohl das zusehen immer mühsamer wurde, eben wegen dem retter [huch! haben da nicht die christen sowas wie ein monopol auf diesen begriff?].

    auf die krawatten habe ich diesmal gar nicht geachtet! wer punktet diesbezüglich?

  2. @tyndra: Auf die Krawatten habe ich gar nicht geachtet. Mir ist nur Mirkos Jean aufgefallen und Heide Schmidts Kleid und Jacke – ich glaube, ich habe sie noch nie anders gesehen, oder? Aber das war diesmal Nebensache, die Diskussion war Theater genug. Schade, dass Schmidt und Fritz nicht in der großen Runde diskutieren dürfen.

  3. Karl H.

    Wieder eine hervorragende Analyse dieser Diskussion! Ich sehe mir diese Sendungen meist gar nicht mehr ganz an, sondern lese dafür Eure Kommentare. So bin ich bestens informiert.
    P.: Wenn ich einmal einen eigenen Blog habe, sind Gerlinde und Du die Ersten, die davon erfahren. 🙂

  4. @Karl H: Naja, ganz so ist es nicht, weil ich vom Inhalt sehr viel weglasse. Das ist eher Hausmeistertratsch, den ich hier niederschreibe. Wenn du aber den Link vom ORF folgst, dann wurde da kurz umrissen, worum es ging.
    Wenn wir die ersten sind, die vom Blog erfahren werden, dann brauche ich ja keine Angst zu haben, etwas zu versäumen. 😉

  5. tatortkrimi

    Ich faß es nicht – Rettö für Rettet Österreich. Wie kann man ernsthaft glauben, man würde auch nur eine Stimme gewinnen mit so einem Namen? Aber nicht unsympathisch, da kann man ihnen nur wünschen, ganz viele Unterstützös und Wählös zu finden. 😉

  6. @tatortkrimi: Wie bei jeder Partei gibt es da und dort gute Gedanken, der Hauptgedanke, der aber alles überlagert muss für mich als Unterstützer passen. Der Hauptgedanke der Törööö Partei ist allerdings, die EU zu torpedieren und einen Ausstieg daraus zu überlegen. Um es kurz zu machen, ich bin ein EU Befürworter. Wir haben in einem kleinen Land wie Österreich nur die Chance wettbewerbsgerecht zu agieren, wenn wir uns einer Gemeinschaft anschließen. Natürlich haben Mächte wie Frankreich, Deutschland etc viel mehr Gehör vor der Versammlung, als unser kleiner Zwergenstaat, aber so ist es eben. Primär sind es wirtschaftliche Überlegungen, die uns aus dem Weltmarkt nicht isolieren lassen dürfen. Natürlich darf man sich als EU-Mitglied nicht in den weichen Sessel fallen lassen und darauf warten, bis wir mit süßen Trauben gefüttert werden. Man muss alles was uns angetragen wird genau prüfen und für sein Land bestmöglich einsetzen. Genmanipulierte Lebensmittel brauchen wir nicht in unserem Land, denn wir haben um mit dem ehemaligen Agrarkommissar Fischler zu sprechen „in Österreich den Feinkostladen Europas“. Wir brauchen keine holländische Butter, keine spanischen Tomaten, kein deutsches Brot und was es sonst noch gibt. Lebensmittel aus diesen Staaten können wir aus dem eigenen Bedarf decken und die Transporte belasten zudem unsere Umwelt ungemein. Diese Denkweise für Qualtität gilt es umzusetzen, nicht den Import dieser Produkte zu verbieten.
    Ich bin ein Befürworter der Neutralität, sie ist allerdings ein Auslaufmodell. Es ist nicht einmal möglich in Ö ein Berufsheer auf die Beine zu stellen. Kaum jemand, der noch seinen Wehrdienst leisten möchte. Wer sich dazu meldet, sind die Migranten zweiter Generation (Achtung Türkenbelagerung 😉 ). Also wenn es einmal zu einem Krieg kommt, wird derjenige sicherlich nicht gegen das Heimatland seiner Großeltern schießen. Ein vereintes Europa wird aber keinen Krieg führen müssen. Abgesehen sehe ich sowieso keine direkte Gefahr diesbezüglich.
    Das Geld, das in die EU aus Österreich fließt, kommt auch als Fördermaßnahme in gewisse Gebiete Österreichs wieder zurück (Stichwort Bergbauern).
    Der Vertreter der Partei Törööö arbeitet nur mit Polemik und Zeigefinger. Es gibt so gut wie keine Lösungsvorschläge und daher sind die Typen für mich unwählbar und uninteressant. So weit bin ich schon in meiner Entscheidungsfindung. 🙂

  7. @tyndra+entegutallesgut: jetzt ist einmal Ameisenrunde und ihr achtet nicht auf die kleinkarierten Krawatten, also wirklich …

    Meine Stimme hat übrigens die „Die Gailtalerin“ – da is wenigstens was greifbares dabei …

  8. tatortkrimi

    @ entgutallesgut: Du kannst das natürlich viel besser beurteilen als ich, was da für Leute in den Parteien herumlaufen und wie ernst die zu nehmen sind. Auf den ersten Blick schienen mir die Forderungen nicht unsympathisch. Der EU-Austritt ist Blödsinn, aber die Energiefrage, soziale Gerechtigkeit, Gentechnik, Mittelstandsförderung sind richtige Ansätze, nur daß man das nicht gegen sondern nur mit Europa regeln kann. Haben die denn überhaupt eine Chance, vom Namen mal abgesehen?
    Daß das bedingungslose Grundeinkommen bei euch auch diskutiert wird, finde ich bemerkenswert, davon bin ich alter Lohnsklave ein Anhänger – hoch genug muß es natürlich sein, mir schwebt ca. 1500 Euro monatlich pro Person vor, ich würde augenblicklich kündigen. Ja, ich weiß schon, das funktioniert nicht, aber laß mich ein bißchen träumen vom Schlaraffenland 😉

  9. @tatortkrimi: Das lässt sich schlecht in einem Blog und überhaupt schriftlich diskutieren. Ich gebe dir grundsätzlich Recht, sehe aber da und dort Einschränkungen. Der Idee des Grundeinkommens kann ich etwas abgewinnen und zwar, wenn es als bedarfsorientierte Mindestsicherung gesehen wird. Im Gegenzug dazu muss sich aber auch etwas mit der Besteuerung der Gehälter tun, damit man einfach mehr im Lohnsäckl drinnen hat, dafür dass man sich anstrengt.
    Die Törööö Partei wird sicherlich nicht in den Nationalrat einziehen und hat damit keine Chancen. Wer diese Partei wählt, gibt automatisch den Großparteien seine Stimme, weil Stimmen, die für Parteien abgeben wurden, die nicht den Sprung in den Nationalrat schaffen, anteilsmäßig den stimmenstärksten Parteien zugesprochen werden. Daraus können sich Mandatsverschiebungen ergeben, die sich nicht immer positiv auf das Abstimmungsverhältnis im Parlament auswirken.

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