Wenn wir eine zweite Chance hätten …

… welche Partei würden Sie heute wählen? Vielleicht die Maschek Seite?

Diese Frage stellte die Gruppe Maschek vor ihrer Aufführung im Theater Rabenhof *).
Es wurde kurzerhand eine Wahlzelle aufgestellt, provisorische Stimmzettel ausgegeben und artig nochmals abgestimmt.
Die Frage dabei war: „Wem haben Sie heute (Sonntag) Ihre Stimme gegeben und wem würden Sie jetzt Ihre Stimme geben, angesichts des Wahlergebnisses?“ Die Theaterbesucher sollten die gewählte Partei notieren und auch ihre neue Stimme.
(aus dem Gedächtnis) Alt Stimmen: 65% Grün, 13% SPÖ, 9% ÖVP, 10% LIF und Rest –
Neues Wahlergebnis und das ist in der Tat sehr interessant: 70% Grüne, 9% SPÖ, 14% ÖVP, 4% LIF und Rest.
Entspricht natürlich nicht ganz dem österr. Wahlverhalten, weil die Besucher des Theater Rabenhofs nicht zum FPÖ und BZÖ Lager gehören.

Eine „Wölt“-Idee, die der Österreicher anscheinend braucht, weil beim ersten Wahlgang checkt er es nicht. Vielleicht wäre die erste Reform, die wir brauchen, du-darfst-zwei-Mal-wählen-gehen Reform, weil wir leider erst beim zweiten Mal zu denken beginnen, wenn die Pressestimmen aus dem Ausland uns einen Rechtsruck zuschreiben. Das wollen wir dann doch nicht und da fühlt sich der mündige Bürger ein wenig unkommod. Und dann wäre noch eine Schulreform angebracht „Wie wähle ich als Protestwähler richtig“.

*) Das Theater Rabenhof mit gutem Kontakt zum roten Kulturstadtrat und dementsprechenden Fördermitteln schuf die Gruppe Maschek. Ursprünglich eine politische Puppenbühne, die mittlerweile mit der Produktion der Politiker Handpuppen gar nicht mehr nachkommt. Der Name kommt vom Ausdruck „auf der Maschek Seite“, damit ist immer die andere Seite gemeint.

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

9 Antworten zu “Wenn wir eine zweite Chance hätten …

  1. das ist eine marktlücke für die nächste wahl! professionelle beratung für protestwählerInnen 😉

    [„auf der maschek seite“ habe ich noch nie gehört. kanntest du den ausdruck?]

  2. Dein Fernsehe läuft oft in der Wahlzeit, was? 😉

    Ich denke eher an ein elektronisches Wahlsystem. Ungefähr so, wie es in Amerika nicht funktioniert und dann gibt’s die Wahlwoche(n) – so alle 1-2 Tage auf’s Knopferl drücken – bis genug Politfuzzis den Stopp-Knopf betätigen, weil ihnen das Ergebnis passt …

  3. @tyndra: Ja, den Ausdruck kannte ich – verwende ich auch. Kommt aus dem Ungarischen, wie ich soeben gelesen habe.
    🙂 Eine Wahlschule! Ich melde mich für den Job des Schulwartes an, gebe die Tafelkreide aus und schaue, ob die Wähler auch Hauspatschen anhaben.

    @rufus: Deine Idee ist fantasielos. Nein, damit wäre der Österreicher nicht zufrieden. Der braucht einmal einen Wahlzettel so groß wie ein Leintuch, einen Wimpel voll mit Vorzugsstimmen, die man dann bundes- und regionsmäßig einsetzen kann (ich habe bis heute noch nicht verstanden, was das in Wien für einen Unterschied macht. Ich habe mir halt am Ende der Liste die erstbeste Frau ausgesucht und ihr eine Vorzugsstimme gegeben.), einen Kugelschreiber, der an der wacklerten Wahlzelle angebunden ist und Ordner für die Wahl.
    Der Fernseher läuft immer wieder. Die Serienzeit überbrücke ich immer und tauche dann spätabends ins Nischenprogramm, das keiner mehr schaut. 😉

  4. Wollt Ihr lieber immer erst einmal üben? Erst die Testwahl, zwei Wochen später nochmal – das müsste sich doch organisieren lassen.

  5. @buchstäblich: Also von lieber kann keine Rede sein, aber manche brauchen anscheinend einen zweiten Anlauf. Was willst machen?

  6. ich würde dieselbe Partei nochmals wählen.

    also mir gefällt diese Idee auch ganz gut.

    so tut es mir um paar Politiker allein schon leid, dass sie nicht mehr von maschek synchronisiert werden wie Gusi, Molterer und Schüssel. Den alten Pröll haben sie auch schon gemacht. wenigstens der Haider bleibt – ein schwacher Trost.

  7. wozu ? dafür hat man doch längst die Wahlumfragen geschaffen.

  8. tatortkrimi

    Sehr, sehr lustig, die Youtube-Maschek-Filme. Schade, daß ich die meisten Politiker im Original nicht kenne, ist aber trotzdem sehr amüsant.
    maschek.org ist leider zusammengebrochen, vielleicht klappt’s ja morgen wieder.

  9. @weltbeobachterin: Leider dauert die Produktion einer Puppe ca. 1/2 Jahr, daher werden wir vermutlich über die aktuelle Lage noch keine neuen Puppen tanzen sehen.

    @lamiacucina: Weil Wahlumfragen in letzter Zeit immer falsch waren. Ist das in der Schweiz anders?

    @tatortkrimi: Leider ist die Seite noch immer kaputt. Aber mit Youtube hast du schon einen guten Überblick, was sie machen.

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