Der Teufel hat den Schnaps gemacht …

Jetzt muss ich doch etwas sagen, obwohl ich doch schweigen wollte. Ja, es fällt mir schwer.

Nachdem ich in einem Blog heute vormittags schon lesen konnte, dass Haider ziemlich betrunken, wenn nicht sturzbetrunken war, machte ich mir so meine Gedanken.
Ja, ich war betroffen vom Tod Haiders.
Nein, ich habe kein politisches Naheverhältnis zu ihm – ganz und gar nicht.
Ja, Österreich stand im Schock – das verstehen aber teilweise nur Österreicher.
Ja, der Tod Haiders wurde zur Staatssache erkoren. Ich weiß nicht, ob das richtig ist.
Ganz sicherlich ist Haider schneller als 140 km/h unterwegs gewesen. Es war seine Hausstrecke, die fährt man immer schneller als die anderen.
Petzner ist, entschuldigung dass ich das sag, ein Würsterl. Er meinte, die Medien sollen jetzt, nachdem man weiß wie besoffen Haider war, die Stopptaste drücken, denn es betrifft die Privatperson Haiders.
Wäre dem nicht so, dann dürften die Medien weiterschreiben? Dürfte man dann ein Denkmal, vielleicht im Stadtpark enthüllen?

So ganz nebenbei: Der Petzner ist ein Schlafmittel! Der wird niemanden vom Ofen hervorlocken.

17 Kommentare

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17 Antworten zu “Der Teufel hat den Schnaps gemacht …

  1. Entchen,
    bei all dem Gewusel heute drohe ich durcheinander zu geraten.
    Habe ich das jetzt richtig verstanden? Der Nachfolger von Herrn Haider möchte, dass die Medien nicht mehr über den Tod von Herrn Haider berichten, weil es seine Privatangelegenheit gewesen sei, dass er sturztrunken war?

    Aber: Hat denn der Politiker Jörg Haider nicht mit im Auto gesessen? Und hatte der Politiker Haider nicht auch einen im Tee? Der Politiker Haider hat doch schließlich auch das Gaspedal bis zum Anschlag heruntergetreten. Oder irre ich mich da?

    Ob der Herr Petzner nicht doch noch einmal überlegen sollte, was er da spricht?

  2. @buchstäblich: Der Politiker Haider kam auch von einer Buchpräsentation, wo er als Landeshauptmann eingeladen wurde und vermutlich nicht als Privatmann. Das ist jetzt vielleicht unpassend, aber ganz ehrlich: So eine dumme Antwort hätte Haider nie gegeben und daher weiß man schon, wie die Zukunft des BZÖ sein wird. Ich hoffe nur nicht, sie schließen sich mit der FPÖ zusammen, sondern atomisieren sich zu politischen Staub.

  3. (flüstert)
    Entchen,
    aber ich finde es schon irgendwie beruhigend, dass der Neue ein solcher Depp ist. Da kann es ja gut passieren, dass sich das Ganze selbst atomisiert.

  4. petzner spricht heute in der zib2 (hoffentlich mit wolf) über „die letzten stunden mit jörg haider“ – oder war es „von jörg haider“? man darf gespannt sein… und dann war da doch noch die info, dass er in einem hotel vorbeigeschaut hat, bevor er sich auf den weg nach hause gemacht hat (laut standard). aber das ist natürlich der private und nicht der landeshauptmann gewesen. mir ist es ja wurscht, hauptsache, alle diese details helfen, diese ungustiöse und heuchlerische heldenverehrung einzudämmen, die sich grade den weg quer durch österreich bahnt. stephansdom messe gelesen, tausende pilgern hin. ich bitt‘ schön…

  5. Und trotzdem. Ich erinnere mich immer wieder an andere Todesfälle. Kein Tod eines österreichischen Politikers hat Österreich je so bewegt wie dieser Tod. So viele Menschen sind wirklich betroffen. Da muss man sich aber schon fragen, was er hatte.

  6. @katha: sex sells! Die Blogs im deutschsprachigen Raum sind voll mit Haider-Thesen, was er hätte dürfen und was nicht. Man zerreißt sich den Mund, sucht nach Querschlägern gegen die Österreicher im Allgemeinen, man schaut, man überlegt, Kellerkinder, dauerzu, wie viele doppelte Schnaps 1,8 Promille sind und weiß der Kuckuck will wissen, wie schnell ein VW Phaeton fährt, wenn man das Brettl voll durchtritt. Wo sind die europäischen Experten um diese Mirakel aufzuklären? Wieso hat man Gerda Rogers noch nicht befragt? Was kann Sophie Karmasin über sein Fahrverhalten und seine Trinkgewohnheiten sagen? Herrschaftszeiten, geben wir doch einmal Ruhe. Ah, da war noch etwas! Ob er wohl mit WEibl oder Mandl im Hotel war?

  7. @Bulgariana: Bei Schleinzer war auch einiges los.
    Was er hatte? Es ist natürlich schwer, seine politische Gesinnung da beiseite zu schieben und nur einmal seine Persönlichkeit zu erklären. Aber ganz ehrlich: Er hat (früher) gut ausgesehen, immer gut gekleidet (wie Heide Schmidt auch sagte), er war unheimlich clever, schlagfertig, sein Sarkasmus war einzigartig, er hat zwar immer äußerst überspitzt Dinge ausgesprochen, hat aber das gesagt, was den kleinen Mann des Volkes gestört hat. Er war überheblich, aber nur zu den anderen Parteien, oder zur Presse, nie zu seinen Wählern – da gab er ihnen das Gefühl mit ihnen im gleichen Boot zu sitzen. Er war einer der ersten Politiker (glaube ich mich zu erinnern), den man angreifen konnte. Er hat sich sogar von alternden Weiberln bei Wahlveranstaltungen küssen lassen (igitt).
    So, und nun nimm dir einen X-beliebigen Politiker heraus und vergleiche dessen Borniertheit mit Haiders, ich muss es leider sagen, Charme und Charisma.
    Du kannst es drehen und wenden wie du willst, er war eine schillernde Figur. Die Leute hatten das Gefühl, er arbeitet für das Volk und nicht für sich. Mir fällt im Moment kein Politiker ein, der das annähernd so rüberbrachte.
    Noch etwas: Haider hat man immer verziehen. Sei es das Erbe Bärental gewesen, oder dass die Einführung des Kindergeldes in Kärnten nicht wirklich den Erfolg brachte. Seine Aussagen wurden nie derartig in Zweifel gestellt, wie die eines anderen Politikers. Er hat gegen Proporz gewettert und ist selbst mit einem, unter uns gesagt, wunderschön tiefblauen Porsche vorgefahren. Hat sich jemals irgendwer daran gestört? Selbst Schüssel hat sich von ihm chauffieren lassen, das habe ich damals zum Kotzen gefunden, wie die zwei Kronprinzen da weggefahren sind.

    @buchstäblich: Ich bin da immer vorsichtig, weil so viele in der Warteschlange stehen. 😦

  8. Wenn viele Hunde sich um einen Knochen streiten, wird am Ende keiner satt.
    Ich drücke Euch die Daumen!

  9. Oh mein Entchen, das passiert, wenn man einen Artikel zu diesem Thema schreibt. Deswegen verkneife ich mir das … zumindest die nächsten 20 Minuten (wenn ich ein paar Blogs abklappere). Bei der „… Hausstrecke …“ kann ich aber nicht mit – das war nicht eben nur „schneller als die anderen“.

  10. Äh, mal von der Seite gefragt, Rufus: Was meinst du mit „Das passiert…“?
    Ist hier irgendwas passiert? Kann Entchen aushelfen, damit ich verstehe, was ich irgendwie nicht sehen kann? Sind Außerirdische anwesend?

  11. @buchstaeblich: was passiert? dass, das arme Entlein seitenweise Kommentare schreiben / beantworten darf, während sie gerne etwas für uns kochen möchte …

  12. Ja, das ist etwas, dass ich kenne: Ich habe konsequente Kochzeiten, in denen der Schoßrechner keinerlei Beachtung findet. Bei aller Liebe zum Netzgeschehen – unsere kulinarischen Interessen gehen vor! Kein Kommentar ist in der Lage, wegzulaufen – weder eigene noch die der Anderen! Die warten schon, bis man wiederkommt.

  13. der petzner ist nicht nur ein schlafmittel, sondern haiders hingebungsvollster jünger. und alle seine entscheidungen wird er künftig damit begründen, „dass jörg haider so das gewollt hätte“, oder dass „das im sinne jörg haiders war“. oder irgendsowas.

  14. @rufus: Ich habe mir (fast) jedes Wort genau überlegt, ob ich es schreiben soll. Mehr als bei jedem anderen, wesentlich längeren Blogbeitrag. Denn, wer die Person Haider faszinierend findet, der wird automatisch in das rechte Lager gerückt. Daher versuche ich seine Persönlichkeit von seinen politischen Aussagen klar zu trennen.
    Ich befürchtete hier auch weniger sachliche Kommentare vorzufinden und habe es trotzdem risikiert. Umsomehr freut es mich, ein zivilisertes und glasklar denkendes Auditorium hier zu Gast zu haben. Danke dafür an alle!
    Auch die Hausstrecke war ein riskantes Manöver der Formulierung. 170 Sachen sollen es gewesen sein, auf einer schnürlgeraden Strecke, mitten in der Nacht. Natürlich zu schnell, natürlich betrunken, aber ganz ehrlich, manchmal überschätzt man sich eben bei Dingen, die man glaubt in- und auswendig zu kennen. Ich wäre auch schneller gefahren, allerdings nicht so schnell.
    Und du wirst lachen, ich habe gestern um halb zwölf in der Nacht einen Kuchen gebacken. Davon später mehr.

    @tyndra: Ein wenig muss ich mich korrigieren, denn ich wusste nicht, dass der arme Kerl erst 27 Jahre alt ist. Da fehlt es einem einfach an Sicherheit und Gewandtheit im Auftreten. Petzner scheint aber ein Mensch mit viel Herz zu sein, es drückt ihn unheimlich, wenn er über Haider spricht. Das ist nicht aufgesetzt. Und das muss man abschließend noch dazu sagen, er war für viele Menschen einen Art „Vaterfigur“ und das egal, ob sie ihn persönlich oder nur von den Medien her kannten. Gibt diese Persönlichkeit nicht unheimlich viel Stoff zum Nachdenken, woran es uns Menschen fehlt, was wir suchen?
    Petzner habe ich gestern in der ZIB gesehen. Nicht Wolf (sonst hätte er vermutlich vor laufender Kamera geheult), sondern Maaaaariiiiiie-Klääääähr hat ihn interviewt. Dabei ist ihm rausgerutscht, er hätte noch mit Haider telefoniert, nachdem sie sich getrennt hatten. Bei Nachfrage, wann es war, konnte er sich nicht mehr an die Uhrzeit erinnern. Das wusste er ganz genau, denn er war einer der ersten, der vom Unfall erfahren hatte und hat auf seine Liste der abgehenden Anrufe nachgesehen, wann er ihn zuletzt sprach. Aber es ist im Grunde genommen total egal, was H. gemacht hat, mit wem und wo, weil es tatsächlich zur Aufklärung wenig beiträgt. Besoffen gefahren, ist und bleibt besoffen.

  15. „erst 27“ ist gut – ich habe diesbezüglich kein mitleid, er drängt sich selbst in diese position, also muss er auch dazu stehen. [bei näherem überlegen fällt mir ein, dass ich generell keine mitleidsboni erteile]. das interview gestern habe ich leider verpasst. ich hätte mich ja so kaiserlich amüsiert. und wer weiß, wann genau der petzibär mit dem haidi telefoniert hat? vielleicht 10 sekunden vor dem crash?

  16. In Frühstück bei mir, gibt es Würstel.
    bitte beleidige die Würstel nicht!
    und es ist völlig verantwortungslos, ich möchte nicht wissen, wie die Medien schreiben würden wenn es nicht der Haider gewesen wäre.
    in deiner Überschrift steckt viel wahrheit.

  17. @weltbeobachterin: Frühstück bei mir höre ich sonst recht gerne. Da schlürft die Ente Kaffee und lässt dabei die Beinchen baumeln. Heute nicht gehört, weil mir der ganze Quargel schon derartig am Wecker geht. Ich langweile mich leider sehr schnell, wenn es sich immer ums gleiche Thema dreht. 😉

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