Orangenbusserl

Mir war so orangig – der Wiener sagt das ein bissl nasal „ooooroooooschig“ – weil Zitrusfrüchte gehören zum Advent. Und da ich auch immer wieder neue Rezepte ausprobieren muss, sind mir diese Keks geschmacklich gerade richtig gekommen.

Solche Ideen habe ich immer dann, wenn die Lebensmittelgeschäfte bereits alle geschlossen haben und das ist in Österreich schon sehr früh. Ich will aber jetzt keine Diskussion darüber führen, ob man seine Waren gefälligst während der Öffnungszeiten kaufen soll und eine verlängerte Einkaufszeit nur das Konsumverhalten verlagert. Dazu fehlen mir leider statistische Fakten, um das zu widerlegen. Daher halte ich mich an die Busserln und mache auf orange. Die Busserl heißen eigentlich Dukaten, aber von Bankgeschäften habe ich im Moment genug. Die Fülle wäre laut Rezept mit faschierten Aranzini und Marillenmarmelade herzustellen. Ich mag aber kein Aranzini und daher hatte ich es nicht zu Hause, ergo dessen, habe ich fluchs eine Orangenmarmelade selbst hergestellt. Wir dürfen übrigens zu allem und jedem gekochten Fruchtmus in Österreich noch Marmelade sagen, so haben wir uns das bei der EU ausgeschnapst. Nur was die Grenze Österreichs verlässt muss leider Konfitüre heißen und dabei fällt mir immer der Häschenwitz ein.

orangenbusserl-005

Orangenbusserl 1 dag=10g

14 dag Butter
13 dag Staubzucker
15 dag glattes Mehl
geriebene Orangenschale von 2 Orangen
2 Dotter
1 Ei

Fülle Orangenmarmelade
2 Orangen in Scheiben schneiden
und über Nacht mit kaltem Wasser einweichen
Frucht mit Wasser abwiegen und laut Mischverhältnis (siehe Packung) mit Gelierzucker aufkochen, pürieren und in Gläser füllen. Ich wollte eigentlich noch ein wenig Ingwer dazugeben, das passt dann aber wieder nicht zu den Busserln, daher blieb sie ohne jeglicher Zusätze und Geschmackskomponenten.

Schokoladeglasur

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Handwarme Butter, Staubzucker und Orangenschale schaumig rühren. Dotter und Ei einrühren, Mehl dazumischen. Das Backblech mit Backtrennpapier belegen und mit einem Dressiersack (Tülle 4) kleine Krapferl spritzen. Die müssen wirklich klein sein, weil sie an Höhe verlieren, dafür an Breite gewinnen.
Im Rohr bei 190°C 7 min goldbraun backen (die Backzeit variert wie bei allen Keksen ganz nach Größe). Mein erster Durchgang ist leider am Rand zu braun geworden, die nachfolgenden hatten ein zartes hellbraunes Kranzerl und waren hübscher anzusehen.
Die Busserl auskühlen lassen, mit der Orangenmarmelade bestreichen, zusammensetzen und die Hälfte in Schokoglasur tunken. Dafür habe ich diesmal die fixfertige Flaschenglasur von Lindt probiert. Nicht optimal, aber unheimlich praktisch!

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8 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

8 Antworten zu “Orangenbusserl

  1. ludi

    toll 🙂
    will sofort welche hamm!
    :yes:

    1 dag = 10 gramm?
    was ich hier so alles nebenbei lerne
    *vedutzt guck*

    s orangenschaumige grüssle
    vom ludi

  2. ist ja witzig, die sehen aus wie die Pimm’s hier in Frankreich!

  3. @Bolli: Das stimmt, ich habe sie auch schon in einem Kochbuch als Pimm’s Keks gesehen. Dabei schmecken mit die Pimm’s gar nicht. 😀

  4. @ludi: Hier forscht und lernt die Jugend noch. Willkommen im Club!

  5. lecker, ich glaub, ich schau mal ob ich welche zusammenbringe.

  6. mir bitte auch ein busserl, mir ist so ooooroooooschig.

  7. @weltbeobachterin: Da kann man fast nichts verhauen.

    @lamiacucina: Und über meine Schokofusserln sagt keiner was. Die Kekse schauen doch aus wie UFO’s nach einer Landung.

    Ich hab einen Christbaum bei meiner Geisha! Jöööö!

  8. Die Schokolade ist für meinen Geschmack zu milchig – unter 65% geht sie bei mir nicht durch, das ist dann nur ein Kakaoprodukt. 😉 Aber mit dunkler Schokolade, vulgo Herrenschokolade, da fr… äh, eß ich dir die alle weg. Alle UFOS.

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