Weihnachtsfrust – und?

Es ist wirklich jedes Jahr der gleiche Schmus. Ab dem Moment wo man erwachsen wird, kommen diese Standardsätze, die vor dem ersten Advent beginnen.

– Wahnsinn, in 4 1/2 Wochen ist Weihnachten. (Ja, Wahnsinn, total überraschend wie zeitig das heuer schon ist)
– Hast du schon Geschenke eingekauft (ich bin froh, wenn ich den täglichen Einkauf fristgerecht erledige …)
– ich weiß nicht, „heuer“ bin ich noch gar nicht in Weihnachtsstimmung (derjenige ist NIE in Weihnachtsstimmung, sonst hätt er nämlich nichts zu lamentieren)
– Dieses ganze Drumherum um Weihnachten geht mir schon so auf die Nerven, wenn da nicht die Erbtante wäre, würden wir schon längst auf die Malediven fahren. (Achtung – Bescheidenheit!)
– Und dieser Konsumzwang rund um dieses Fest, was da alles ausgegeben wird (siehe oben Bescheidenheit, siehe unterm Jahr, weil da auch keiner spart …)
– Das Fest der Liebe, die Leute sind so scheinheilig (nur zu Weihnachten?)
– Und das ganze Theater nur wegen einem Abend und dann ist alles vorbei, ist das nicht verrückt? (Denk ich mir auch zu Ostern, zu diversen Geburtstagen, Wahlsonntage, etc.)
– Ich wünsche mir weiße Weihnachten (zu viel Peter Rosegger gelesen? Wenn es viel war, dann vielleicht drei Weihnachten seitdem ich im Weihnachtsfieber bin, die verschneit waren – einmal mit dickem Glatteis, da hätte es mich mitsamt den Geschenken fast auf die Papulatur gehaut – das werde ich nie vergessen!)
– Wir schenken uns nichts zu Weihnachten, wir machen da nicht mit (kaufen uns im nächsten Jahr dafür ein neues Auto …)
– Wie lange soll man Kindern noch auf die Nase binden, dass es das Christkind gibt? Und wieso trägt der Nikolo eine Weihnachtsmütze und der Weihnachtsmann eine Bischofsmütze?

Ich gehe jetzt Kekse backen, denn ich habe noch immer nicht genug (vom Backen, Kekse massig …)

Übrigens, ich liebe Weihnachten und ich bin dieses Jahr überraschender Weise so spät wie noch nie dran, aber ich meine: Es geht sich alles aus!

17 Kommentare

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17 Antworten zu “Weihnachtsfrust – und?

  1. ich liebe auch Weihnachten und all diese Sätze gehen mir so dermaßen auf dem Keks.
    geh jetzt Kekse futtern!

  2. Beate

    Alles ist anders, dieses Weihnachten. Und auf einmal ist so wenig wichtig. Zusammensein. Und Zuhören. Mehr nicht.

    Das wird wunderbar!

    Liebe Grüße, Frau Ente!

  3. Wenn man nur das mitmacht, was einem (an Weihnachten) gefällt, dann können es sehr entspannte Tage sein, egal, ob man religiös empfindet oder nicht.

  4. tatortkrimi

    :-)) Ich muß gestehen, manchmal laß ich auch solche Sprüche ab. Diese Kommerzialisierung, also … nein, furchtbar! Aber auch gerade deswegen mag ich die Vorweihnachtszeit: Wann sonst kann man über den ganzen Zirkus so schön ablästern – und ihn gleichzeitig genießen. Meine überaus kritischen Weihnachtsmarktbesuche versüße ich mir immer mit Bratwurst- und Glühweingenuß und würde es insgeheim bedauern, wenn es das nicht mehr gäbe. Wie kann man diesen ganzen Mist nur kaufen, denke ich – während ich mir völlig zufrieden dick Senf auf die Krakauer drücke.
    Weihnachten selbst mag ich gar nicht, weil ich in meiner Familie öfter in Small-Talk-Situationen komme als im ganzen Rest des Jahres.

    Hast Du eigentlich meine Adresse? Ich frag nur, bevor Deine Kekse vergammeln …

  5. für mich kann weihnachten ruhig ausfallen. silvester gleich mit. dinner for one ausgenommen.

  6. @weltbeobachterin: Lass sie dir schmecken. Ihr habt gerade viel Schnee, wie ich in den Nachrichten gehört habe.

    @Beate: Die größten Weihnachtsmuffel werden zu riesigen Weihnachtsfans, wenn Kinder da sind. Und daran sieht man ganz deutlich, die Welt ist noch nicht verloren.Ganz im Innersten ist sehr wohl ein Bedürfnis an Geborgenheit, Beisammensein und feierlicher Stimmung, die man im trauten Kreise erleben kann und will. Daher denke ich, diese Sätze sind nur ein Selbstschutz, weil sie es alleine nicht schaffen ein erwachsenes Kind zu sein. Genießt eure Festtage, alles Liebe für euch beide und alle!

    @buchstäblich: Genau so ist es! Wir sind ja alle nicht so wahnsinnig religiös, bis auf ein paar Ausnahmen. Man kann aber diese Tage, oder die Vorweihnachtszeit dazu nützen, eine Reise in seine innere Mitte zu unternehmen. Wann sonst ist die Gelegenheit dazu da?

    @tatortkrimi: Die Weihnachtsmärkte – alle schimpfen sie, wie überfüllt sie sind, wie grauslich der Punsch und Glühwein ist, welcher Nepp, usw. und alle kehren sie immer wieder. Wenn jemand nämlich das wirklich nicht mag, dann geht er auch nicht hin.
    Die Small-Talk Situation, die dann eintrifft, wenn alle Last der Festvorbereitung von einem fällt und dann sitzt man sich gegenüber und fragt sich, wer ist der Mensch eigentlich mit dem ich mein Bett teile und muss ich jetzt wirklich mit ihm sprechen?

    @katha: Liebe katha, ich schätze dich so ein: Du bist ein „Grinch“ mit Leib und Seele – kennst du die Geschichte, dann weißt du auch was ich meine. 🙂
    Silvester ist übrigens ein Fest das mir aus tiefstem Herzen wirklich gestohlen bleiben kann. Ich besaufe mich das ganze Jahr unter, da muss man am Jahreswechsel endlich einmal abstinent bleiben, damit sich die Leber wieder erfangen kann. 😀

  7. nanana, da muss ich widersprechen (was zu erwarten war): ich kenne weder film noch grüne wesen, aber google sei dank weiss ich jetzt ein bisserl mehr darüber. mir ist diese garstige heuchelei und das besser-grösser-höher-schneller-weiter einfach zwider, in allen bereichen: essen, schenken, gäste, zeiteinteilung, glauben, geld. und da ich da recht empfindlich bin, bin ich froh, wenn’s vorbei ist. gegen gutes essen an den betreffenden tagen habe ich selbstverständlich nichts einzuwenden 😉

  8. @katha: Das heißt ja nicht, weil ich/wir Weihnachten feiere, dass ich/wir mitheuchle. Alle Festlichkeiten, sei es nun das Weihnachtsfest, oder private Feiern bekommen von mir den persönlichen Touch. Jedes besorgte Geschenk, jedes Essen ist mit Freude und Bedacht gewählt und ausgesucht, weil ich selbst daran Freude habe es auszusuchen und es mir wiederum Freude bereitet, andere zu überraschen und zu verwöhnen. Für mich wäre es kein Problem, wenn ich selbst keine Geschenke bekäme (das klingt jetzt komisch, aber ich habe mehr Freude Geschenke zu machen).
    Wir müssen uns nur aus der Denke herauslösen mit dem Strom schwimmen zu müssen. Du darfst widersprechen, ich will ja kein Missionar für das Weihnachtsfest sein. 🙂

  9. tatortkrimi

    Um Gottes Willen, solche Situationen habe ich glücklicherweise nicht. Nein, es ist der alljährliche mehrtägige Mutterbesuch, den ich ihr einfach nicht abschlagen kann, das wäre einfach zu brutal, aber da sind dann auch all die anderen, die ich jeweils (und aus gutem Grund) seit einem Jahr nicht gesehen habe und mit denen es eigentlich nichts zu erzählen gibt außer Blabla. Wenn’s nach mir ginge, würde ich Weihnachten zu Hause im Bett verbringen, von morgens bis abends fernsehen, mir nur die schönsten Dinge einverleiben und ab und zu mit Freunden einen trinken gehen – dann fände ich Weihnachten ganz wunderbar *seufz*.

  10. Standardsatz 11: ich will nichts zu Weihnachten, ich habe ja alles.

  11. @tatortkrimi: Im Bett kannst du dann die Weihnachtsfeiertage liegen bleiben. Das mag ich, da sandle ich einen ganzen Tag herum und werfe mich vom Sofa in den Sessel und wieder zurück. Herrlich!

    @lamiacucina: Grrrr, das ist auch so ein Satz …. 🙂

  12. So, Deine Kekse müssten jetzt fertig sein – ich schau mal vorbei.

  13. @rufus: Stell dir vor, an diesem Tag sind die Kekse leider nichts geworden. Das Rezept hatte einen Fehler – ist mir ohnehin spanisch vorgekommen.

  14. Tapas statt Kekse – sehr originell.

  15. flattersatz

    Ist das hier eine gute (?) Gelegenheit, aus meiner stillen Leserschaft aufzutauchen und dir einen Gruß zu hinterlassen?

    Jedenfalls gehört das Gejammere ja doch ein wenig zur political correctnis heutzutage.. und ist zwar wahr, aber auch ein wenig geheuchelt. Denn wenn man wirklich will, findet man genug Refugien, in denen man sich zur Besinnung zurückziehen kann: sei es die (meditative) Weihnachtsbäckerei, das Buch bei Kerzenschein oder das stille Gläschen Wein am Abend. Sogar in die Kirche kann man gehen, wenn niemand da ist und man einfach nur Gedanken abschütteln kann. Auch wenn man so, wie ich neulich, dabei in ein kleines Nickerchen fällt. 😉

    Jedenfalls wünsch ich dir frohe, aufregende und ruhige, besinnliche Weihnachten.. und danke für die vielen Plätzchenbilder!

  16. @flattersatz: Gute Gelegenheit -?-, du hast mir die Show gestohlen, weil ich eigentlich am Weihnachtstag bei dir einen kurzen Gruß hinterlassen wollte. 😉
    In der Kirche ein Nickerchen zu machen, da hätte ich wohl Angst, sie sperren mich dort ein.

  17. flattersatz

    *lach*

    in Abwandlung eines alten Gorbatschow-Spruches: wer zuerst kommt, ist zuerst da….

    nickerchen: ach, warum nicht.. man muss auch mal ein risiko eingehen…
    außerdem war es wirklich schön in der kirche: meterdicke mauern um mich herum, schummeriges licht und (fast) absolute stille. es war unendlich ruhig.. außerhalb und in mir.

    und: über einen gruss würd ich mich schon ziemlich freuen tun… 😉

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