Tante Anni’s Butterkrapferl

Was habe ich gesucht, bis ich dieses Keksrezept gefunden habe. Ich habe nämlich eine Freundin, die immer vor Weihnachten mit verklärten Augen vor sich hinschmachtet: „Die Butterkrapferl von der Tante Anni sind die besten“. Auf Nachfrage, ob ich das Rezept haben kann, hat sie immer die Augen aufgerissen und von Familiengeheimnis geschwafelt.

Nun habe ich in meinen beiden Keksbackbüchern von Dr. Oetker (ich weigere mich Kekse nach deutschen Klatschpostillen zu backen, wo da steht „Unsere besten Plätzchen“) geblättert und nach einem anderen Rezept gesucht. Was fand ich? Die Butterkrapferl, die eigentlich wie Doppeldeckerkekse aussehen. Und schon gemacht. Ob ich sie der Freundin zum Kosten geben soll, weiß ich noch nicht, immerhin war sie auch mit ihrem Familiengeheimnis geizig.

butterkrapferl-003

Butterkrapferl nach Tante Anni

Teig:
30 dag griffiges Mehl
25 dag Butter
8 dag Staubzucker
2 Dotter
1 Pkt Vanillezucker
Zum Bestreichen:
2 Klar
16 dag Staubzucker
Creme:
2 Dotter
10 dag Staubzucker
18 dag weiche Butter
5 EL Rum
1 EL Lößkaffee
Zum Wälzen
Geriebene Walnüsse

Für den Teig alle Zutaten zusammenmischen und mit dem Knethaken zu einem Teig verkneten. In Klarsichtfolie wickeln und eine 1/2 Stunde kalt stellen. (Hört man das nicht in Krimis, wenn man die Pistole unter die Nase gehalten bekommt „Gib sofort ein paar Kekse raus, sonst mach ich dich kalt.“)

Den Teig 3 mm dick auswalken und Scheiben mit 2,5 cm Durchmesser ausstechen. Auf Backtrennpapier auflegen. Leider hatte ich zu Hause keine kleineren Keksausstecher. Jetzt sind meine Kekse so groß wie eine Diskussscheibe und man ist nach einem Keks schon bis zum Gaumenzapferl satt. Was soll man machen …
Klar und Staubzucker zu schmierigen Eischnee schlagen und mit einem Löffel gleichmäßig auf die Teigscheiben verteilen. Das Blech in die Mitte des Rohres schieben und bei 170° C ca 10 min backen.

Für die Creme Dotter und Staubzucker im heißen Wasserbad aufschlagen und dann kalt cremig schlagen. Butter zugeben, schaumig rühren und dann mit Rum und Löskaffeepulver vermengen.
Die Creme in einen Spritzbeutel füllen und mit glatter Tülle Cremetupfen spritzen. Zwei und zwei zusammendrücken, es soll dabei ein wenig Creme auf der Seite herausquellen. Die gemahlenen Nüsse auf ein Papier streuen und den Rand der Kekse darin wälzen. (Das habe ich mir, wie man am Foto sieht, gespart. Nächstes Mal dann!)

Krapferl sind im Volksmund eigentlich g’upferte Backwaren, wie Punschkrapfen, oder die in Schmalz herausgebackenen Faschingskrapfen. Warum diese gefüllten Kekse Krapferl heißen, weiß ich nicht.

Das war übrigens der letzte Streich. Es gibt noch ein paar andere Kekse, die ich gemacht habe, aber dazu fehlte schlichtweg die Zeit, alles hier zu posten. Eine Partie Keksteig habe ich auch geschmissen, weil zum Einen die Ausstecherei ein Krampf war und dann die Kekse zu buttrig für mich waren. Und bei Misserfolgen ist die Backsaison auf der Stelle zu Ende. Es gab schon Weihnachten, da war die erste Garnitur Kekse ein Misserfolg …. (und ich hab dann doch weitergemacht. :-D)

14 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

14 Antworten zu “Tante Anni’s Butterkrapferl

  1. Bei mir war auch die erste Ladung für den Mistkübel. Aber ich habe auch weitergemacht :o) *grunz*

  2. Übrigens, das Demel Backuch hat ein Rezept für Butterbrote, ob das das gleiche ist wie deine Butterkrapferl?

  3. Ich wäre so gemein und würde der ach so geizigen Freundin die Kekse vor die Nase stellen!!!!
    Ich mag Leute einfach nicht, die nicht teilen wollen!

  4. Wenn der weiße Keksliebhaber rechts oben an den delikaten Inhalt kommt, ist er weg – der Inhalt. Sei auf der Hut 😉

  5. ich hab auch eine tante anni, die hatte damals auch ganz schön zuckerte krapferl..

  6. @Bulgariana: *quak* – gleichgesinnt also.
    Nein, Butterbrote sind anders. Die haben eine Dottereischneemasse obenauf und sind nicht gefüllt. Im Teig ist, wenn mich nicht alles zwickt a Wengerl Kakao drinnen. In meinem Teig -das vergaß ich dazuzuschreiben- ist Vollkornmehl drinnen. Deswegen haben die Keks keine weiße Weste. 😉

    @Bolli: Sie ist nicht so unfein sonst …
    Ganz witzig ist ja in USA, wo man aus Höflichkeit nach dem Rezept gefragt wird, um zu zeigen, es hat geschmeckt. Auch ein bissl brrrbrrr …

    @rufus: Eben, der schaut so scheinheilig gutmütig. Ich habe schon hingeknurrt.

    @Lreporter: Spaßkrapferl leicht?

  7. also da lob ich mir die Nonplusultra.
    Wasserkeks habe ich rausgerückt.

  8. Kannst Du einmal einen Podcast vom Entengeknurre hier bringen? 😉

  9. am liebsten würde ich mich auch so scheinheilig neben die Dose stellen und beim ersten Nachlassen des Geknurres zugreifen.

  10. Und der „Eisbär“ ist aus Zuckerguß?

    Igitt, ich bin so vergrippt, dass mir eh‘ schon die ganze Zeit bisschen schlecht ist; erfreuliche Nebenwirkung: ich kann mich nicht an so Naschzeugs vergreifen und gar überfressen; ich gönne das aber jedem, der das möchte, echt…

  11. @gDino: Nein, aus Wachs und wird nie angezündet. Das ist so wie mit den Altarkerzen bei den alten Muatterln. Mach dir einen s-t-eifen Grogg, das hilft bei Grippe.

  12. richensa

    Meine Mutter hatte auch das gute Backbuch von Dr. Ö, welches auf den schönen Namen:
    „Backen macht Freude“ hörte. Ganz besonders fasziniert hat mich ein Rezept, welches „Kaiserin-Friedrich-Torte“ hieß. Es wurde zwar nie gebacken, weil es kaiserlich fette Zutaten enthielt, die vielleicht dem deutschen Wirtschaftswunder zu Ehre gereicht hätten. Ich als neugieriges Ding wollte immer wissen, warum die Kaiserin denn Friedrich hieß. Eine der großen Fragen in meinem Leben, die immer noch unbeantwortet sind!

  13. @richensa: Und wie mich das erst neugierig machte. Kaiserin Friedrich war eine preußische Kaiserin „Victoria“, die nach ihrem Tode immer Friedrich genannt wurde. Aber ein Bild der Torte habe ich nicht gefunden. 😀

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