Keine Grabesstille

Um dem Klischee gerecht zu werden und in anderer Hinsicht ein wenig den Schnee zu genießen, spazierte ich gestern auf meinem „Lieblingsfriedhof“, was wirklich ein wenig irre klingt, wenn das wer Außenstehender hört. Aber aus der Überlegung heraus, ein wenig den Gedanken nachzuhängen und dabei alleine zu sein, muss man solche Orte aufsuchen.
Still ist es leider nicht in St. Marx, weil irre Stadtplaner direkt daneben die stärkst befahrenste Straße Europas gebaut haben. Da wummern vornehmlich LKWs über die Südosttangente und sind der einzige Störfaktor bei diesem Spaziergang.
Ein paar Fotos gemacht, dabei gemerkt, mein Akku ist nicht mehr der beste, weil die Leistung bei der Kälte rapide abfällt. Zuerst wollte ich die Fotos im Bildbearbeitungsprogramm auf schwarz/weiß nachbearbeiten, aber irgendwie wirken sie mit dem geringen Originalfarbanteil besser und haben doch mehr Tiefenwirkung.
Freilich sollte ich die Fotos extern hochladen, damit sie nicht so komprimiert werden müssen – aber das ist alles zu umständlich, zu kompliziert, außerdem verlieren sich die Bilder ohnehin im gesamten Webangebot. Für ein Stimmungsbild genügt es, so mein ich.

Übrigens sperrt der Friedhof St. Marx um 16 Uhr seine Pforten. Pünktlich fünf Minuten vor vier fuhr ein Wagen der Stadtgartenverwaltung durch den Park, um eine Kontrollfahrt zu machen, bevor die Gittertore versperrt wurden. Ich war aber komplett alleine unterwegs. Vor meiner Zeit, so erkannte ich das an den Spuren, waren zwei Spaziergänger unterwegs, die abseits wie ich auf den Wegen unterwegs waren und jemand mit einem Kinderwagen, der das Mozartdenkmal umkreiste. Somit waren es mit mir höchstens viereinhalb Leute die gestern die Parkanlage besuchten – was für ein Gefühl …

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18 Kommentare

Eingeordnet unter Ent(e)deckt, ente on tour, stadtgeschichten

18 Antworten zu “Keine Grabesstille

  1. St. Marx? – Du lieber Himmel!

    Ich finde die Fotos voll cool – atmosphärisch dicht oder so was. Ich weiß ja auch nicht. – Schwarzweiss wäre hier, gloob ick, noch besser gekommen…

    Hammermäßig schon wieder: ich habe das jetzt so als „Notizen“ hin getippt und dann Deinen Text weiter gelesen – Du sagst selbst etwas Ähnliches! Es gibt Verständigung zwischen den Geschlechtern, ach!

    Hm. – Der Zinfandel letztens war besser als das, was ich jetzt trinke. Kchchch!

  2. Aha, sterben nur vor 16.00 Uhr … danach ist es ehe dunkel, kalt und ungemütlich 😉

  3. @gDino: Du bist also wieder im Netzgeflecht verfangen. Welcome back! Vielleicht probiere ich es nochmals mit der s/w Bearbeitung.

    @Das auch, aber „sie tuan auch Knochenmoark obrotn…“

  4. Hmmm – sehr gut schmeckt so ein Markbrot, ein bisschen Salz drauf. Ansehen darf man das aber nicht, es ist keine Schönheit.

  5. @rufus: Schwabbelig und glasig. Aber unbedingt auf einem reschen Schwarzbrot!

  6. ludi

    einer jener für mich schönsten blogeinträge weltweit, weil gepaart mit einem solch mir sehr nahe gehenden, echt gespürten text und das gleiche gilt für die bilder …

    ich liebe friedhöfe auch, insbesondere die in paris natürlich (montmartre, pere lachaise) aber auch in stuttgart gibt es einen kleinen feinen, den hoppenlau-friedhof …

    und insbesondere im sommer, in dieser sommerhektik, sommerhitze, suche ich jene orte häufiger auf, denn jetzt im winter, in der kälte, obwohl das wundervoll schön ist mit dem schnee auf den gräbern und büsten, das muss ich schon zugeben …

    vielleicht sollte ich auch bald mal nach wien pilgern …

  7. @ludi: *flush* Danke! Weltweit, weil im WeltWeitenWeb :-))
    Dieser Friedhof ist besonders im Frühjahr schön, weil dort üppig große Fliederbüsche blühen. Aber mit Schnee hat er auch etwas. 😉

  8. Da würde ich mich gern mal von dir führen lassen … schon eine Hannoveraner Familie war schwer begeistert 😉

  9. tatortkrimi

    Aah – schöner Friedhof, tolle Fotos. Da würde ich auch gern mal mit meiner Kamera spazieren gehen. Schwarz/weiß – schwer zu sagen, ich befürchte, zu wenig Kontraste dafür, es wird vermutlich nur ales unterschiedlich grau.

  10. vielleicht sepia ? Wer hier liegt, gehört zu den grösseren Heeren und wird Dir Beifall murmeln. Deine Friedhofsbilder sind Preziosen, die gehen im Netz nicht unter.

  11. sehr schön, aber nicht so schräg wie der in Helfenberg. Der liegt auf einen Hang – sieht irgendwie witzig aus.
    und ja, ich geh gern auf Friedhöfen, aber das ist Weltbeobachterinlike.sowie Kirchen oder Museen etc.

  12. @Rupi:
    Hätten wir damals nicht das Grab von Johann Julier, recte Hans Moser gefunden, wäre ich sicherlich nicht als so guter Friedhofsführer im Gedächtnis der Schneckenfamilie geblieben.
    Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, für diese Friedhöfe brauchst du keine führende Hand. Da gilt es mit aufmerksamen Augen zu entdecken und sich Zeit zu nehmen.

    @tatortkrimi: Ja, wäre spannend welche Bilder du machst.

    @lamiacucina: Sepia müsste ich ausprobieren, aber verliert dann nicht das weiße Schneehäubchen? Muss ich schauen. Schanke dön für die Blumen!

    @weltbeobachterin: Helfenberg notiere ich mir! Magst du da nicht einmal ein paar Fotos davon schießen. Es finden sich nämlich keine im Netz. Vielleicht löst du damit einen Trend aus?
    Der Neustifter Friedhof, der Friedhof Ottakring und auch der Hernalser Friedhof liegen auch auf einem Hang. Für die Älteren sind die Grabstellen gar nicht so leicht zu erklimmen. Außerdem sind die Wege krumm, weil sich Wurzeln vor Asphalt nicht fürchten und ihn brechen.

  13. hm, der in Helfenberg ist nur am Hang oben, sonst ist er in etwa so wie alle Landfriedhöfe im Mühlviertel. Weiß nicht, wann ich wieder mal vorbeikomme. Ist mir nur aufgefallen!

  14. Nee. Leider nich‘. Ick leih‘ mir immer den UMTS-Stick von meinem Nachbarn. Und der Anschalttermin ist jetzt erst next friday! Ph!

  15. Die Bilder sind ja der Hammer! Stell ich mir schön vor, gerade wenn der Friedhof ziemlich „verlassen“ ist, nur das mit dem Lärm ist wohl nicht das Wahre. Aber man kann halt nicht alles haben, gell?

    Da schau her, der Rupi treibt sich auch hier rum, mir hat keiner was gesagt. Ich musste erst über dich „stolpern“…

  16. @Gerorge: Der Friedhof ist seit Jahrzehnten aufgelassen und daher nicht sonderlich viel besucht. Sei mir und Rupi nicht barsch. Ich freu mich über deinen Stolperer! 🙂

  17. Ich hab ja auch einen Neuanfang gemacht, blogmäßig (siehe Link), bzw bin gerade dabei. Deswegen war ich auch viel „unterwegs“ und hab mir verschiedene Blogs und Platformen angesehen…
    Wäre es dir denn recht wenn ich dich bei mir verlinke?

  18. Pingback: Brandweiner mit Geschenk « Entegutallesgut

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