Heute schon gevogerlt?

Meine Abneigung gegen twitter habe ich bereits kundgetan und ehrlich gesagt, ich kann mich nicht dafür erwärmen. Ich gestehe, mir testhalber einen Account zugelegt zu haben.
Was mache ich aber mit nur 140 Buchstaben? Ich, die immer Romane schreibt, so ausschweifend wird und von Gott und der Welt redet, bin auf 140 Buchstaben reduziert, das sind etwa 1 1/2 Sätze. Großes Ungemach für eine schnatternde Ente.

Ich habe mich drei Leuten auf die Ferse geheftet, die ich so auf die Gach’n gefunden habe. Die Beschränkung von 140 Buchstaben habe ich mir noch durch eine Unwissenheit noch weiter ausgelegt, indem ich irgendwie im Profil ein Vorhängeschloss vor meinen Käfig gehängt habe. So vogerlte ich vor mich hin, saß in einem Vogelkäfig – ich Vogel – und keine Sau hat geantwortet. Gestern abends dachte ich mir: Ich weiß nicht, ich bin in dem Verein die einzige, die ein Schloss beim Namen hat. Und so habe ich gemäß „trial and error“ das Schloss geöffnet. Der Paradiesvogel kann fliegen und es antwortet noch immer keiner. Ich sollte mir jemanden suchen.

Sollte!
Ich war nämlich heute nachmittags auf einer Veranstaltung, wo mir das „social networking“ durch Vorträge verkauft wurde, als wäre die Wirtschaftskrise ausgebrochen (joke!). Web zwanull ist nämlich soziale Netzwerke zu schließen. Mit Leuten die man nicht mag, die Schweißfüße haben und womöglich Dampfplauderer sind. Aber es ist die Zukunft sich mit solchen Leuten zu verbinden, wenn man Millionen machen möchte. Da ich ja lauter taffe (man schreibt dieses Wort wirklich so auf Deutsch, habe ich mich kürzlich belehren lassen – es tut mir weh, aber es ist so) Leute um mich habe, kenne ich alle sozialen Netzwerke bis auf slideshare, einem Portal wo man Powerpoint Präsentationen miteinander „sharen“ kann.
Während des Vortrags hätte man mittels SMS vogerln können. Da ich aber so „oldfashioned“ bin und keine SMS mag und damit einen Telefonvertrag habe, wo ein SMS 20 cent kostet, war ich mir zu neidig, für so einen Vogerleintrag, der auf eine Vidiwall projiziert wird, 20 cent zu opfern. (Was für ein Satz …)

Meine Lieben! Vernetzt euch, aber verheddert euch nicht – ist die Botschaft des Tages.
(Wer mit mir einen Runde fliegen will, schickt ein SMS und ich sag den Vogerlnamen von mir. Ach ja, wer selbstständig arbeitet, soll mit realname virtuell auftreten, wer unselbständig ist, soll sich Ente oder Pfau nennen. *quak*)

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20 Kommentare

Eingeordnet unter befindlichkeiten, ente on tour

20 Antworten zu “Heute schon gevogerlt?

  1. Schweißfüße und Dampfplauderer? hier, hier, hier 😉 slideshare habe ich übrigens auch schon im Einsatz …

    Ach ja, übrigens heute noch nicht gevögelt – geht nicht mehr jeden Tag …

  2. @rufus: Molto potente …
    Mit deiner ehrlichen Antwort haust du die ganze Statistik über’n Haufen.

  3. Ich twittere mit Nickname. Sollte ich jemals etwas verkaufen wollen, würde ich mir sofort einen zweiten Account zulegen und mit echtem Namen twittern und meine Kunden mit Angebote bombardieren 🙂
    Ich kann dafür nicht netzwerken. Ich komme mir total blöd vor, wenn ich fremde Menschen auf meine Dienstleistungen hinweise und nur deshalb ihre Kontaktdaten will. Ich habe ein XING Profil, weil so jeder, der sich für mich interessiert meine Ausbildungen und Referenzen ansehen kann. Aber auch dort kann ich keine Kontakte knüpfen.

    P.S. Meine Tochter hat übrigens ein Blog, in das keiner kommentiert und sie ist sehr traurig darüber. Also kommen wir doch zu Selbstdarstellung und Web 2.0 🙂

  4. den twitterkelch lasse ich vorüberziehen, ohne tränen. ich muss beruflich schon so viel lesen, da interessieren mich diese flügelgestutzten befindlichkeitsfragmente wirklich nicht.

  5. @entegutallesgut: nächstes Mal wird’s dann etwas marktschreierischer: die Stunde noch nicht …

    @Bulgariana: tja, wenn wir wüssten wo, täten wir vielleicht schon 😉

  6. Ich habe schon drei ganz große Netzwerke überlebt, die nicht mehr sind, ich überlebe auch noch das Twittern, wetten?

  7. slideshare? Bitte nicht noch ein Netzwerk!, liebe Ente.

    Dein Donald

  8. also ich twittere sehr gerne. hab dadurch sehr liebenswürdige und sympatische menschen in real kennengelernt und manche hochinteressante infos bekommen und aufträge und weiterempfehlungen, herzlich lachen müssen und so weiter und so fort. für mich ist twitter ein emotionales kommunikationswerkzeug, ich bekomme trotz der 140 zeichen ein sehr gutes gefühl für einen menschen. es ist sehr unverbindlich auf der einen seite und doch kann ich, wenn ich will, sehr schnell in kontakt kommen und von der oberflächlichkeit in die tiefe vorstoßen. wenn man die richtigen menschen, die man lesen will auswählt, und das ist halt auch sehr individuell, dann sind es keineswegs „flügelgestutzte befindlichkeitsfragmente“ wie @katha meint. es liegt alles in meiner hand.

  9. @rufus, sie ist 10, ich weiss nicht ob das für halbwegs erwachsene Menschen wirklich so interessant ist 😀 Aber es gibt kaum Kids die auf deutsch bloggen. Seltsam.

  10. Außer meine Girls, hehe.

  11. mein blog nennt sich übrigens seit einigen tagen lokalreport – http://www.lokalreport.com – was originelleres ist mir nicht eingfalln, und den lokalreporter hat mir so ein trittbrettfahrer weggschnappt. bitte die konnäktschn ändern :-))

  12. Ich fühle mich bestätigt, und nein, verheddern werde ich mich garantiert nicht! Aus reiner Neugierde war ich sogar mal auf der Vogerlpäidsch, aber da kann man sich nicht mal richtig umsehen ohne Anmeldung (schon das ist mir total zuwider!)
    Nein, ich bleibe wie du oldfäschend, mein Leben und das eine Blog lasten mich aus, und bei Facebook bekomme ich eh dauernd Einladungen zu diesem und jenem von Menschen die ich nicht mal kenne . Ob die Schweißfüße haben? 🙂

  13. zu keiner Zeit der menschlichen Geschichte wurde soviel kommuniziert und gleichzeitig aneinander vorbei geredet.

  14. und: seneca-ähnliche aphorismen gestreut..[!?] 🙂

  15. @Bulgariana: Ich bin leider auch zu blöd zum Netzwerken, aber ehrlich, jene die es können, sind uns um eine Nasenspitze voraus. Für mich hat netzwerken immer den Nymbus der „Inzüchtlerei“ – was nicht zwingend stimmt, aber …. 🙂
    Ich würde bei deiner Tochter gerne lesen und kommentieren, aber ich glaube ich bin ein paar Jährchen zu alt. Sag, gibt es keine Plattformen, wo sie ihren Blog bewerben kann? Ist sie gar nicht bei facebook?

    @katha: Ich tu mir auch sehr schwer, sehr sogar. Aber ich bin da jetzt dabei, um mir ein Urteil bilden zu können. Und ich muss mein Resümee dahingehend ziehen, es ist tatsächlich so, als würde wer auf der Straße stehen und schreien: „Ich hab Gusto auf Guglhupf mit Kaffee“ und alle rundherum wissen jetzt nicht, wieso er das sagt.

    @Petra: Man überlebt ganz sicher auch ohne dieser Netzwerke. Ich hätte sogar fast ohne Handy gelebt, wenn ich dazu nicht genötigt worden wäre.

    @Rupi: Tu doch nicht so. Hättest du vier Powerpoint Präsentationen im Ärmel, würdest du sie auch auf diese Plattform schütteln. *quak*

    @Titi Laflora: Dann werde ich dich im Vogelkäfig einmal suchen und dir nachfliegen, wenn ich darf. Hab dich gerade gefunden. 🙂

    @Bulgariana: Aber rufus hat doch auch Kinder (in dem Alter?), die könnte man doch zusammenspannen!

    @Lreporter: done!

    @George: Frag sie doch. 🙂
    Versteh ich auch nicht, warum man keinen Gastaccount lösen kann, der sagen wir einmal nur ein paar Stunden aktiv ist.

    @lamiacucina: In Blogs glaube ich aber nicht. Ganz im Gegenteil ist da die Aufmerksamkeit oft höher, als wenn man mit jemanden im Kaffeehaus sitzt. Denn derjenige setzt sich ja hin, um zu lesen, zu erfahren und zu kommunizieren.
    In grosso modo können wir aber mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln schneller kommunzieren als früher. Ich möchte nur die ganz wichtigen Telefonate in Supermärkten in Erinnerung rufen, wenn man die Anweisungen der Ehefrau mitbekommt, worin sich Petersil zu Schnittlauch unterscheidet.

    @Lreporter & No.14 – das versteh ich jetzt gerade nicht, wen das angeht. Mich? Seneca? Wo?
    Das habe ich gerade gefunden und finde es sehr, sehr passend für mich: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“

  16. @lilly – der seneca bezog sich auf den kommentar vor mir [#13 lamiacucina] – sorry, falls es missverständlich war!
    SENECA FÜR MANAGER lag mal vor jahren auf meim nachtkastl, heut hab ichs nicht mehr so mit aphorismen, obwohl natürlich was dran ist 😉

  17. @Lreporter: Am Nachtkastl – ich verstehe. Beeindruckend durch Druckwerke. 😀 Ich muss jetzt ein bissl lachen.

  18. Zusammen sind sie schon fast so alt, aber bloggen tun sie wie die großen – haben wohl einen Ghostwriter 😉 .

  19. liebe ente, sodala jetzt hab wir uns. auf ein frühlingshaftes gezwitscher 🙂

  20. @Titi Laflora: Ich fahre schon mit dir im Aufzug in den 31. Stock. 😉

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