FrauInnen hört!

In den letzten Tagen gab es in meinen Kreisen (Kurs) einige hitzige Debatten zwischen fast nur Frauen und kaum Männern. Männer sind lernfaul, bestätigt wiedereinmal die Regel. Und sie sind ruhig, wenn Frauen miteinander diskutieren und sich gegenseitig ankeifen. Blöd werden sie sein und sich ins offene Messer stürzen.

Die Frage, die gestellt wurde lautete folgendermaßen:
Wie schreibt man gender-gerecht?

Um die Katze aus dem Sack zu lassen, ich pfeife auf Gender. Ich will gleich viel Geld haben, wenn ich arbeiten gehe und mich kann man ruhig in der männlichen Form ansprechen. Ehrlich, wen kratzt es, wenn es „Werter Leser“ heißt, anstatt „LeserInnen“ oder „Leser/innen“.

Am 8. März ist Weltfrauentag!
Trauriger Ist-Bestand für uns: Der EU-Vergleich zeigt, Österreich liegt im Einkommensunterschied an vorletzter Stelle. 25% weniger Geld für Frauen, als Männer in Jobs mit gleicher Jobbeschreibung und Aufgabenfeld bekommen. Das ist schon der Hammer!
Also wie begehen wir den Weltfrauentag? Diskutieren wir, wie man uns richtig schreibt, oder konzentrieren uns darauf was Sache ist. Übrigens, google ich nach Weltfrauentag, finde ich ähnlich gelagerte, alte Artikel, was die gleiche Bezahlung von Frauen und Männer anbelangt und interessanter Weise wird das immer nur Anfang März diskutiert. Da kriegt man förmlich Junge!
In Russland ist der Weltfrauentag Nationalfeiertag. An diesem Tag, der eine Mischkulanz aus Valentinstag und Muttertag ist, werden Frauen Blumen geschenkt und/oder kleine Geschenke.
Kleiner Vorschlag an Nicht-Russen: All jene, die über den Valentinstag gewettert haben, wie verkommerzialisiert er ist, dürfen an diesem Tag Blumen schenken, wie sie es (angeblich) ohnehin das ganze Jahr tun. 🙂

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18 Kommentare

Eingeordnet unter Nicht kategorisiert

18 Antworten zu “FrauInnen hört!

  1. Dem Frauentag wird im Osten heute noch große Bedeutung zugemessen! Da wir zufällig am Sonntag nach „H“ fahren haben wir schon Milkaherzen und kleine Blümchengeschenke im Körberl, damit alle anwesenden Frauen bedacht werden.

  2. Also gut – ab jetzt erpelgutallesgut – ich hbae schon am Valentinstag was spendiert, kann mich also morgen davon drücken. Außerdem hat morgen kein Geschäft offen 😉

  3. eine ähnliche Haltung habe ich auch. Ich will taten sehen, ich will für das gleiche was ich arbeite, genauso viel Geld sehen wie ein Mann. Nicht mehr und nicht weniger. dieses symbolische halte ich für sinnlos, manchmal auch kontraproduktiv. Ich meine die Baustellschilder mit Frauen mit langen Haaren in Rock und High-heels das fördert das traditionelle Frauenbild doch genauso wie wenn nur Männer oben sind.
    Mich stört es zwar nicht wenn es Leser heißt, aber wenn nur die explizite männliche Form wie Brüder (in der Kirche) verwendet werden finde ich das äußerst störend. du hast vergessen, die Anrede Werte Lesende, im Studium wurden wir als Studierende bezeichnet.
    sagt man dann irgendwann mal statt Landeshauptleute Landeshauptierende? Dass es Landeshauptleute heißt anstatt Landeshauptmänner finde ich gut. Fand es eigenartig, dass die Klasnic sich als Frau Landeshauptmann anreden ließ. Wenn man ein neues Wort findet, dass nicht so bescheuert klingt finde ich ganz gut. Beispielsweise fände ich Bezirksamt/behörde besser als Bezirkshauptmannschaft.
    aber eine Rathausfrau, aufzustellen weil der Rathausmann so männlich ist wie es die Grünen in Wien wollen finde ich absurd. Muss man wegen der Gendergerechtigkeit auch eine Männliche Plastik neben der Pallas-Athene vor dem Parlament stellen.
    Ich frage mich, wie man Katzen dann Gendert wenn es mehrere Kater und Katzen sind. Die eigentliche Mehrzahl heißt ja Katzen oder fühlen sich Kater da benachteiligt. KaterInnen? also im Mühlviertel sagt man zu einer Katze ja Katerin. So Probleme gibt es in der Tierwelt wohl mehr wie Ziege Bock, Schaf Widder etc.
    hier ein Interview mit einer Linzer Uniprofessorin die eine „linke Emanze“ ist, aber auch mit dem BinnenI wenig freude hat.
    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,120017
    und außerdem finde ich es beknackt, dass wir Frauen offensichtlich nur an diesem Tag und paar tage vorher und nachher im Rampenlicht stehen und dann wieder alles wurscht ist.

  4. einspruch! ich empfehle die lektüre des buches sorry, nathan!. zwei schülerinnen und zwei schüler sind eben nicht vier schüler. sprache soll wirklichkeit abbilden. das, was nicht genannt wird, wird auch nicht berücksichtigt. ich mag kein binnen-i, ich nenne einfach immer beide formen (und ich schreibe sie in meinen texten). für mich ist das selbstverständlich und ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum das jemand ablehnen kann. es entspricht einfach der realität.

  5. Das Binnen-I ist schlicht und ergreifend falsche Rechtschreibung. Die Schrägstrichform ist geistige Dünnbrettbohrerei. Die wird nur fortgeführt zu „Abgeordnetinnen“ (NRW-Landtagspräsidentin, Anfang der 90er) und „Papphockerinnen“ (Deutscher Evangelischer Kirchentag, gleiche Zeit). Ohnehin, katha irrt: In der deutschen wie auch in vielen benachbarten Sprachen ist die Mischform eben die männliche Form. Das an sich stellt noch keine Benachteiligung dar. (Umgekehrt: wie nennt man eigentlich einen Mann im Beruf der Hebamme?)
    Das Problem liegt tatsächlich ganz woanders: in Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in vergleichbaren Stellungen (dem Lucki sei Zenzi sagt allerdings, „du sollst ka neie Stellung suchen, find lieber Arbeit!“), und nicht zuletzt in massiver Abwertung der nicht bezahlten Leistungen in Familie und Ehrenamt, wo oft Frauen engagiert sind.

  6. Danke einmal allen, für die unterschiedlichen und spannenden Wortmeldungen. Da freu ich mich darüber! Man kann das in einem Blog leider nur andiskutieren, aber schon alleine das finde ich ausgesprochen anregend und wertvoll!
    Ergänzend möchte ich noch sagen, der in vielen Augen „zurückgebliebene“ Osten, ist uns hochentwickeltem Westen um Meilen voraus! Die Einkommensschere zwischen Frau und Mann betragen in Polen lediglich 7,5%, in Ungarn 16,3%, in Rumänien und Bulgarien 12,7%. Nur Italien schert komplett mit 4,4% ab.

    @Wienermädel: Das finde ich sehr nett. Schon interessant, dass dieser Tag im Osten so große Bedeutung zugemessen wird und bei uns nur eine untergeordnete Rolle, bzw. gar keine hat.

    @rufus: Du kannst heute den Haushalt übernehmen, das ist ohnehin unbezahlbar. 😉

    @weltbeobachterin: Ich muss nicht einmal im Rampenlicht stehen. Einzig und allein wofür ich „kämpfen“ würde, wäre die gleiche leistungsgerechte Bezahlung. Und daher käme es mir gerade Recht, wenn Gehälter vor Gesetz offengelegt werden müssen. Wir Frauen erreichen leider selten etwas direkt, sondern nur über Umwege. Wenn das aber auch zum Ziel führt, dann soll es mir Recht sein. Danke für den Link. „Brech ich mir beide Hände“ fand ich lustig.

    @katha: Danke für deinen Einspruch!
    Du meinst also, alles Grundübel der Emanzipation liegt in der Sprache?
    Ich lehne es keineswegs ab, wenn im Text Leserinnen und Leser steht, sofern das nicht pflichtgemäß in jedem dritten Satz steht und der Text zum emanzipatorischen K(r)ampf wird. Aber ich vermisse es auch nicht, wenn nur die männliche Form zum Einsatz kommt, denn ich fühle mich auch damit angesprochen.
    Sag mal, regst du dich nicht viel mehr darüber auf, dass es kaum weibliche Chefredakteurinnen und Herausgeberinnen gibt? Außer in den typischen weiblichen Klatschpostillen, fällt mir auf die Gachn keine Frau ein. Hast du eine parat?

    @wolfram: Das Binnen-I kann einem Text auch eine sozialistische Färbung verleihen – sag ich einmal – selbst wenn man es gar nicht will. Da fällt mir gerade ein, seit wann gibt es das überhaupt und wem ist das als Person eingefallen?
    Danke vielmals für deinen letzten Absatz! Dazu könnte ich jetzt noch einiges schreiben, aber es liegt im Aussagewert so viel, ich will es so stehen lassen.

  7. das binnen-I wurde meines wissens in den 80ern von einem korrekturleser der taz eingeführt. als emanzipierter mann [und unakademischer geist] überzeugt es mich bis heute, sehe es als typografischen gestus, liebe gleichberechtigten FrauInnen-hört-kommentatorInnen 🙂

  8. Ich bin zwar nicht Katha habe aber 2 Parat: Föderl-Schmid ist CR vom Standard, Martina Salomon ist Innenpolitikleiterin von der Presse. natürlich eher zuwenig als zuviel.
    ja, die leistungsgerechte Bezahlung würde ich mir auch wünschen – in allen Bereichen-

  9. Habe ich dann gleich gemacht: gekocht das Gasthaus bezahlen wollen …

  10. Ich habe Blumen „überreicht“!

  11. danke an die weltbeobachterin, föderl-schmid hätte ich auch genannt. sonst fallen mir – leider, ausser rohrer, aber die ist ja in keiner führungsposition, obwohl ich sie gerne in einer solchen sehen würde – keine ein. harrer als aussenpolitikchefin im standard ist auch eine gewichtige position.
    was das grundübel betrifft: zu einem grossteil ganz bestimmt. wer argumentiert (so wie wolfram), dass die männliche form „eben die mischform ist“, geht von einem – selbst festgelegten – status quo aus, vergisst dabei aber, in welchen (partriarchalen) strukturen auch sprache geprägt wurde und wird. und nein, ich irre nicht. ich irre oft und habe kein problem damit. aber in dem fall irre ich ganz gewiss nicht. zwei schülerinnen und zwei schüler bleiben zwei schülerinnen und zwei schüler, so wie zwei äpfel und zwei birnen nicht vier äpfel sind, sondern zwei äpfel und zwei birnen bleiben. dafür braucht man keine feministische theorie, nur logik.

  12. @Katha 2 Äpfel und 2 Birnen sind Obst
    und nochmals ist mir zur Föderl-Schmid eingefallen, sie kommt aus dem Bezirk Rohrbach. so wie ich

  13. richtig, und zwei schülerinnen und zwei schüler sind jugendliche oder junge menschen, aber eben nicht vier schüler.

  14. Servus die madeln, servus die buama, liebe schuelerinnen und schueler..

  15. @ wolfram: Gut gesagt! Auf deine Frage: Ein Hebamm? Ich weiß auch nicht, wahrscheinlich Geburtshelfer oder so. Aber das kann ja jede und jeder halten wie sie oder er möchte, ich hingegen stehe auch zur (männlichen) Mischform. Alles andere scheint mir künstlich und/oder überzogen.

  16. In Bulgarien wird der 8. März gefeiert. Aus dem Grund war ich gestern mittags in Wien und habe mit anderen Bulgarinnen Champagner getrunken 🙂

  17. @Lreporter: Interessant, mich spricht dieses „I“ gar nicht an und zwar von Anfang an nicht.

    @Wbeobachterin: Die Beförderung von Föderl-Schmid ist mir entgangen. 😦

    @rufus: Das gilt nicht, weil wir Frauen die Familie auch nicht täglich ins Gasthaus ausführen können. Nächstes Jahr besser machen! Diesmal muss ich dir leider ein minus eintragen. 😉

    @gDino: Auch gut!

    @katha: Aber ich als Frau habe mit dieser Mischform kein Problem, weil ich nicht mehr Frau bin, wenn ich ein Binnen-I trage. Ich wehre mich gegen solche aufgesetzten Regeln, die angeblich (!) die Wahrnehmung der Frau verbessern sollen. Mit diesen „I“s dauert es noch 2 Jahrhunderte, bis wir einmal so weit sind, wo wir hinwollen. Ich meine noch immer, es muss in die Köpfe hinein, nicht in die Texte. Es muss für Männer normal sein, dass wir genau so leistungsfähig wie sie selbst sind.
    die EntIn

    @Lreporter: Der Conrads selig, hat das schon damals erkannt.

    @George: Geburtshelfer ist ein Anhängsel des Gynäkologen, wenn er/sie auch Geburtshelfer ist.

    @Bulgariana: Sehr schön! Ich werde nächstes Jahr auch ein Augenmerk auf diesen Tag legen und mit meinen Freundinnen einen Festtag planen!

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