Doping

Gerade habe ich mir mein Doping geholt: Ein großer Schwarzer, politisch korrekt auch Mocca genannt.

Doping im Sport ist unfair, aber anscheinend geht es ohne nicht.
Ein österreichischer Radfahrer gewinnt irgendein Tricot bei einem französischen Radrennen. Alle sind stolz, er jubelt, er bricht zusammen, weil er des Dopings überführt wird.
Weiß nichts, sagt nicht, verrät nicht die Hintermänner. Er alleine ist schuld.

Eine Frau packt aus, nachdem sie gesperrt wird. Hat sich ihre Erfolge auch erschlichen, aber zumindest lässt sie den ganzen Komplott in die Luft fliegen. Die letzte Rettung, um sich noch selbst in den Spiegel schauen zu können.

Der tapfere Radlfahrer hat mittlerweile ordentlich Speck angesetzt, kriecht aus Mutterns Höhle und macht sich plötzlich wichtig, was er nicht alles weiß. Was ist das für eine arme, kleine, niederträchtige und feige Krätze!

Waren das noch Zeiten, als Sackhüpfen eine olympische Disziplin war. Ich trete in Diabolo an, das war früher mein Lieblingsspielzeug und ich war gar nicht so schlecht darin. Und ein nackter Stabhochspringer rennt durch Paris, um Sponsoren zu finden. Also ich tät ihm schon seinen täglichen Kaffee gerne kochen. Mädls wer ist dabei? Den kaufen wir uns sponsern wir! Was braucht der mit seinem Stab noch hoch springen, wenn es gemütlicher auch geht.
Bericht und Video hier.

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13 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt, Ent(e)deckt

13 Antworten zu “Doping

  1. heute im Mittagsjournal ein grandioser Versprecher: gedopte Spitzenpolitiker äh, Spitzensportler.
    ich finde diese Sache auch ziemlich stinkend und Kohl, ist sprichwörtlich jämmerlich.

  2. die interessantesten sportlichen Disziplinen kommen ohne Doping aus. Ich war Ortsmeister im Kartoffel-Löffel-Laufen. Löffel mit dem Stiel in den Mund nehmen, grosse Kartoffel auf den Löffel legen, loslaufen ohne die Kartoffel zu verlieren.

  3. Die Ente beim Spechteln, herrlich. Die Krätze war übrigens peinlich auch noch … http://www.youtube.com/watch?v=SLii8k3mE5M 😉

  4. @weltbeobachterin: Es ist unglaublich, wie man daneben hauen kann und seine Glaubwürdigkeit mit einem Schlag in Grund und Boden stampfen kann. Ganz alleine, ohne zutun der anderen.

    @lamiacucina: Ach, das glaube ich dir nicht, dass du damals nicht gedopt wurdest. Ob da Mama ihren Sieger nicht jedes Mal mit einem Vanillepudding belohnt hat, als du die Ziellinie als erster erreicht hast? Gib’s zu!

    @rufus: Ich spechtel nicht, denn ich stehe in erster Reihe, falls er bei seinem Lauf straucheln sollte. 😉
    Wir sind Kaiser – dieser Sendung können sich nur Leute stellen, die ein bissl was im Oberstübchen haben, daher war er derartig peinlich. Ein gefundenes Fressen für den ORF. Und es gibt noch viel Material, die dort auftreten können.

  5. mal ehrlich, sich über einen geschundenen radfahrer herzumachen und ihn und seine gründe anzugehen, ist – wenn mans aus der perspektive des mitgefühls anschaut – auch nicht gerade unjämmerlich, oder?

  6. Die Krätze hat mich persönlich ganz besonders wütend gemacht. Schön hast du das geschrieben Ente!

  7. @Herr Lokalreporter: Für mich gibt es nichts Schlimmeres auf der Welt, als feige Menschen, die sich ins Hemd machen und vor allem am Hemdzipfel irgendeines Trainers hängen. Das ist nicht unser Lebensauftrag, ständig nach einer einfachen und paraten Meinung uns wie ein Fähnchen im Windchen zu drehen. Aus Diplomatie heraus zu sagen, er ist jetzt aber ein armes Bürscherl, das bin ich nicht. Gestehe mir das zu und streichel du in Nächstenliebe dem Radfahrer das Kopferl, weil er gleich wieder weinen wird. Mir tut er nicht leid, ganz im Gegenteil, er ist in meiner Achtung gesunken! Der würde seine Mutter verkaufen, um sein Hemd zu retten. Da bin ich in meiner Meinung gerne eine jämmerliche Ente und stehe voll und ganz dahinter!! Sogar wenn du kommst und mich kritisierst, was mich zwar ein wenig schmerzt, aber ich kann damit gut leben.

    @Bulgariana: Anscheinden schätzen Frauen Zivilcourage, weil du das auch so siehst. Danke!

  8. @liebe ente – ich schau so reißerische und menschelnde themen halt lieber aus der kopfstreichler-perspektive an, weil ich die zerrissenheit eines menschen spannender finde als die moralisierenden urteile seiner gegner. zivilcorurage wäre in meinen augen übrigens eher, sich den radler und sein tun näher anzuschauen, seine gründe und konflikte versuchen nachzuvollziehen, als ihn verachtend an den rand zu stellen und sich dem rattenschwanz von herrn und frau österreichers anzuschließen – aber hey, ich weiß eh wie dus meinst. schlimm finde ich funktionäre und politische kräfte, die das thema nutzen um ihre eigene verstricktheit in diverse vorgänge zu verschleiern und sich nicht scheuen, aus einem ehrgeizigen sportler einen verachtungswürdigen straftäter zu machen und diesem berater zur seite stellen, die ihm letztendlich zu diesem schritt geraten haben mögen .. in diesem sinne – stay friendly, liebe ente :-))

  9. @Lokalreporter: Der Trainer sitzt in Untersuchungshaft, der Arzt ist seinen Job los.
    Wer von uns hatte nicht schon einmal das Angebot, Geld zu verdienen, das nicht ganz den ethischen Grundregeln entspricht. Die einen pfeifen sich nichts, die anderen können es aus ihrem Inneren heraus nicht vertreten und wenden sich ab. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
    Auch wenn der Radfahrer das letzte Glied in der Kette ist kann er Moral in sich tragen. Erstens hat er sich seinen Radlertriumph erschlichen (1 x Bäh) und außerdem hat er nichts gesagt, als er verhört wurde. Als dann eine tapfere Frau kam, die so clever genug war, sich einen guten Anwalt zu nehmen und auszusagen, da kroch er aus der Höhle und sagte aus. (viele, viele Male Bäh und Abscheu!)
    That’s why I am still friendly! 😀
    Holt sich einen Jutesack und hüpft ohne Doping um den Häuserblock. Man darf die erschöpfte Ente bei der zweiten Ecke aufklauben.

    Übrigens schaut mir der nackerte Stabhochspringer auch sehr nach Anabolika aus. Er hat den Vorteil, er sieht wenigstens gut aus, während der Radfahrer eben nur Gemüse ist. 😉 Das ist natürlich auch ein großer Nachteil. Jetzt bin ich schon ruhig. Arbeite an einer Petition für gedopte Sportler, damit sie trotzdem beim lieben Gott ein schönes Platzerl haben. So wie halt wir, die nur Pfitschigogerln und keine Preise gewinnen.

  10. „Politisch korrekt“ wäre wohl eher „ein großer farbiger Mitbürger“, kchchch… – sorry!!!

  11. @ente – so isses halt mit der moral, das unschöne [schattige, böse] wird ausgegrenzt und dadurch stark und attraktiv gemacht. jan ulrich wurde hierzulande ähnlich fertiggemacht, man hat ihn vorgeführt, ließ ihn TV-gerecht stottern und blöd aussehen.
    helden sollten unantastbar sein, zeigen sie aber die unschöne seite des menschsein, werden sie angespuckt – ich mag so eine hetz‘ nicht, egal wie blöd der radler auch sein mag..

  12. @Gdino: Wird der auch im Häferls serviert? Ich meine doch Kaffee!!!

    @Lreporter: Das ist eine Lebensphilosophie: Halte ich mich bei unschönen Dingen mit Kritik zurück, nur damit das Vorgehen für die anderen nicht interessant wird? Hacke nicht auf arme Seelen herum, weil sie in dem Moment gerade vom Held zum Würsterl geworden sind und so arm sind. Oder prangere ich laut an, damit sich derjenig a bissl schamt. Der Radlfahrer wird meinen Blog nicht lesen und sich vielleicht nicht schämen. Aber vielleicht sagt ihm einer seiner Freunde, wie daneben er sich benommen hat. Vielleicht …
    Ob nun Helden unantastbar sind, oder nicht, darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich will nicht getäuscht werden! Egal ob es nun Helden oder Würsterln sind.
    Da können wir vermutlich um den Kaiser seinen Bart diskutieren, weil wir andere Denkansätze haben.

  13. @ente – jedenfalls finde ich sackhüpfen und stabhochspringer sponsern eine bessere idee als radlfahrer anprangern.. ~/~

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