Monatsarchiv: August 2009

Erschossen III

Der Titel wäre dann unter schwarzer Humor zu reihen.

Wieso wird die Muppets Show nicht wiederholt. Jetzt wo ich jede Miss Marple Serie mindestens schon 10 Mal gesehen habe, möcht ich die Muppets soforrrt sehen!

Vote for Muppets!

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In einem stillen Eckerl …

heuriger4Die Touristen werden in Autobussen scharenweise nach Grinzing zu „Original Wiener Heurigen“ gekarrt, wo kein Wiener mehr hingeht. Eigenartiger Weise fällt das den Touristen kaum mehr auf, dass nur ihresgleichen aus aller Herren Länder dort sitzt.
Warum kein Wiener mehr nach Grinzing hingeht? Weil es mit einem Heurigen nichts mehr zu tun hat, denn die Urwiener Institution wurde dort, wo der Wein so besungen wird und wurde, komplett kommerzialisiert. Wo es früher üblich war, dass Musiker (zumeist Autodidakten) von Tisch zu Tisch gingen und beim Heurigengast Wienerlieder vortrugen (kein Heurigenmusiker sieht sich als Sänger), sitzen jetzt Importmusiker aus dem nahen Grenzland in Grinzinger Weinrestaurants und spielen auf Bestellung, was sich der Tourist in guter weinseliger Laune so wünscht und wozu es sich gut schunkeln lässt: „Warum ist es am Rhein so schön?“(als budapester Weise) oder Auszüge aus der Kleinen Nachtmusik (mit böhmischem Taktgefühl) für die japanischen Schnellsiedetouristen (See and feel Europe in 5 days).
Wehe, wer als Geheimtipp des Wiener Heurigens, Neustift angibt, auch von dort sind die Bilder nicht, obwohl Neustift erträglicher als Grinzing ist.

Moser Remake

Woran ich mich noch erinnern kann:
Dass man sich sonntags beim Heurigen getroffen hat, weil man damals noch kein Haus in Klosterneuburg oder Baden hatte. Damals war es noch chic genug in der Stadt zu wohnen und lufthungrig den Heurigen aufzusuchen.
Damals hat der Heurigenwirt nur kalten Aufschnitt, hartgekochte Eier und einen Liptauer angeboten. Und natürlich Wein: Grüner Veltliner, Gemischter Satz (wieder sehr modern), an „Alten“ (Weißwein aus dem Vorjahr) und eine Sorte Rotwein. Für Kinder das Zitronenkracherl in der Bügelflasche und das Sodawasser aus der Syphonflasche (jetzt wieder modern). Der Wein wurde in einem Glas mit einem „Hengl“ ausgeschenkt. Kein Bier, kein Kaffee, keine Erdbeerbowle.
Wer Warmes wollte, hat Gebackene Schnitzeln (vom Schwein, gab es damals schon Truthahn?), Fleischlaberln und an Erdapflsalat im Gurkenglasl mitgenommen. Dazuwischen kullerten in der Blechbox (Tupperware war damals noch in Amerika) irgendwo Paradeiser (noch die in ganz normaler Größe und Farbe) und Radieschen, eingebettet zwischen zwei Schneidbrettln und einer rotkarierten Serviette.
Teller und Besteck hat der Heurigenwirt gerne zur Verfügung gestellt.
Ich weiß nicht, welche Augen ein Heurigenwirt heutzutage machen würde, tät man sich die Verpflegung mitnehmen und noch dazu die Impertinenz haben, um Geschirr zu bitten um mitgebrachtes Essen zu verzehren.
Kennt jemand einen Heurigen in Wien, wo man das noch darf?

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Erschossen II

Der Islamistenführer Baitullah Mehsud wurde von den Amis erschossen. Vielleicht – es wird dementiert. Auch wenn es nicht der Mehsud war sondern ein anderer, tot ist schon tot, oder?
Jetzt werde ich nicht um diesen Menschen weinen. Ich mag so Radikale nicht. Schon gar nicht solche, die mit Flugzeugen in Hochhäuser fliegen, weil ihnen Allah gleich daneben einen Platz überlässt.
Gibt es für Araber eigentlich den Himmel? Ich hab leider zu wenig Ahnung.
Erschossen wurde er von einer schießwütigen ferngesteuerten Gelse. Eine Drohne, so nennt man die lieben plustrigen Honigbienen, die wie der faule Willi durch die Welt summen. Eine Drohne ist aber auch ein unbenanntes Flugzeug, das aussieht, als könnte es keine 10 Meter weit fliegen. Und schießt doch aus beachtlicher Höhe und Weite die Leute mausetot.

Und keiner schreit Mord.

Sind die Amerikaner mit den Irakern noch im Kriegszustand? Ich dachte, die haben bereits unter Bush halbherzig Waffenstillstand geschlossen.

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Erschossen

Ein 14-Jähriger und sein 16-Jähriger Haberer brechen zwischen 2 und 3 Uhr früh (!!) in einen Supermarkt ein.
Unerfahren, wie die beiden Ganoven sind, lösen sie die Alarmanlage aus.
Die Polizei kommt angedüst, es ist dunkel, ein Beamter schießt.
Der 16-Jährige wurde angeschossen, der 14-Jährige ist tot.
Sowohl der Verletzte, als auch die beiden Polizisten stehen unter Schock, sind nicht vernehmungsfähig, daher ist der genaue Ablauf des Geschehens nicht bekannt.
Man stößt bei der Inspizierung des Tatortes auf die Tatwaffen der Jugendlichen – Spitzhacke und Schraubenzieher.
Ein Projektil wurde in einer Glasvitrine (hoch oben) gefunden. Es könnte ein Warnschuss gewesen sein.
Man überlegt, ob die Beamten mit „Lichtmitteln“ – Beamtendeutsch für Taschenlampe – ausgerüstet waren.
Der Schock bei den Angehörigen ist groß.
Die Jugendlichen sind bei den Behörden amtsbekannt.

Warum?
Zu schneller Schusswaffengebrauch
Kann mann bei völliger Dunkelheit gezielt schießen?

– Man kann bei allem Training, Todesangst nicht trainieren.
– Man weiß nicht, ob hinter dem Regal ein kaltblütiger Einbrecher, oder zwei jugendliche Hosenscheißer stehen.
– Die Jugendlichen sind amtsbekannt, das heißt, sie wurden schon mehrmals überführt.
– Die Eltern sind geschockt. Was machen zwei so kleine Herrdreck um viertel Drei in der Früh auf der Straße? Wo sind die Eltern? Kann man von Verwahrlosung sprechen?
– Peter Pilz von den Grünen äußert sich dazu, dass die Beamten viel zu früh zur Waffe gegriffen haben. Hätten sie lieber ein Kinderlied oder einen Rap anstimmen sollen?

Quelle: Die Presse

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Neulich beim Bader

Wie ich scherzeshalber gerne zu meinem Hausarzt sage. Er ist ein ausgezeichneter Diagnostiker, sehr erfahren und hat eine ruppige aber trotzdem herzliche Art mit seinen Kunden umzugehen. Er ist ein Arzt der Armen, wie er sagt und hackelt bis zum Umfallen, weil von nichts kommt nichts. Deshalb ist in seinem Wartebereich immer halb Wien zu finden. Alles kunterbunt gemischt – wirklich arm – arbeitslos – Dauerkrankenständler – guter Mittelstand – und vielleicht reich, aber mit gefixelter Vuitton-Tasche.

Nach gut einer dreiviertel Stunde Wartezeit werde ich endlich vom Wartebereich in den Ordinationsbereich gerufen. Wir grüßen uns (natürlich), kleiner  Small-Talk und kommen dann zum Geschäftlichen. Er schaut auf den Bildschirm des Pcs, wo vermutlich alle meine Wehwehchen aufgelistet sind. (Er war schon immer gegen einen PC in der Ordi und hat sich lange dagegen gewehrt. Er steht aber mit beiden Beinen im Leben, das erkennt man daran, dass er keinen Rosenquarz neben dem bildschirm platziert. Mittlerweile weiß er das Gerät zu schätzen – glaube ich, er würde es nie zugeben), schaut auf und sagt zu mir.

„Wieso soll ich dir den Blutdruck messen?“ Das weiß er, weil das hat die Ordinationsgehilfin bei der Anmeldung eingetippt. PC sei Dank.

„Weil mein Blutdruck hoch ist.“

„Bist du jetzt auch schon wie die ganzen (!!) alten Weiber (!!), die zu mir kommen (spricht mit hoher Stimme) „Geh’n’S Herr Doktor messen’S ma den Bluaddruck.“ Jetzt hab ich mir extra so ein sauteures automatisches Ding gekauft. 720 Euro kostet der Dreck“, legt mir dabei die Manschette um und drückt auf einen Knopf, um das Ding in Gang zu setzen.

„So einfach geht das. Da braucht man ja keinen Arzt mehr.“, mein ich und richte mich gemütlich ein.

„Nicht bewegen, sonst funktioniert das nicht.“, sagt er so quasi als Daseinsberechtigung. Ich erstarre folgsam im gleichen Moment. (Automatisch habe ich dabei die Luft angehalten, ob das das Messergebnis maßgeblich beeinflusst?)

Der Bader stapft im Raum herum, während sich die Manschette um meinen Oberarm aufbläst und knattert dabei wie ein alter Mercedes Diesel. Das Gerät lässt wieder Luft aus – ich kenn das von zu Hause – und bläst sich wieder auf und sperrt mir dabei das Blut ab. Ich schau auf meine linken fünf, mittlerweile dunkelroten Würstel und habe Angst, eine Amputation steht bald ins Haus, wenn das Ding nicht bald locker lässt.

Der Bader schaut mich mit kreisrunden Augen an, nimmt mir die Manschette ab und sagt: „Heast, du hast vielleicht an hohen Blutdruck.“

„Na was glaubst du, wieso ich da bin. Vielleich weil ich a Ansprache brauch?“

So werde ich belehrt, ich darf nicht salzhältig essen (ich würze aber generell sehr sparsam), soll Ausdauersport machen (nur weil er mit seinem kaputten Kreuz wie ein Wahnsinniger durch den Wienerwald rennt, glaub ich nicht, dass das gesund sein kann.) und zwei Wochen lang regelmäßig zu Hause den Blutdruck messen. Bekomme eine Broschüre mit und zwei Kartln, wo ich alles genau notieren soll.

Heute hab ich schon einmal vergessen zu messen. Der Mensch muss erst einmal denken, bevor er weiß was er tun muss.

Am Abend darf ich nicht vergessen.

Und ich weiß schon jetzt, ich hab einen Blutdruck wie ein Heißluftballon, weil ich immer so nervös werde, wenn ich Blutdruck messen soll. *weired*

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Bochane Wäschermadln

Da ich ja einiges an Marillen nach Hause brachte und nur ein Teil in Marmelade und Kuchen verarbeitet wurde, habe ich ein altes Wiener Rezept aus der Ecke gekramt. (Bei der Gelegenheit hätte ich wieder Lust ein kleines, feines Lokal aufzumachen, wo ich nur österreich-böhmische Küche brutzeln würde. Mir geht das ganze mediteran/asiatische Fusionszeugs derartig am Wecker *ring*)
Die Wiener Wäschermadln habe ich vor xx Jahren mit einer Leidenschaft im Motto gegessen. Ich weiß gar nicht, ob die dort noch angeboten werden. Besser gesagt, wo überhaupt in Wien. Dabei ist das Rezept ziemlich simpel.

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Wiener Wäschermadln

12 – 16 kleine, gut ausgereifte Marillen
ca. 15 dag Marzipan
Marillenlikör

Backteig
20 dag glattes Mehl
1/4 l Weißwein (oder Mineralwasser)
2 Dotter
2 Klar + Prise Salz
4 dag zerlassene Butter
1 EL Staubzucker

Öl zum Herausbacken
Staubzucker zum Bestreuen

Wein, Dotter, Butter, Zucker und Mehl zu einem glatten Teig verrühren. Die Klar mit Salz cremig schlagen (Schnee zieht Zipfeln) und vorsichtig unter die Masse heben.
Marzipan mit Marillenlikör verkneten.
Öl in einem hohen Topf heiß werden lassen.
marilleDie Marillen mit einem Kochlöffelstiel entkernen und statt dem Kern ein Marzipanwürsterl hineinstopfen. Die Marille durch den Teig ziehen und vorsichtig ins Öl setzen. Braun herausbacken und wer will auf einen Vanillesaucespiegel setzen. Ich wollte sie pur! Mit Staubzucker bestreut und genießen!

😀 Ach ja, 1 dag = 10 g und Marillen heißen anderswo Aprikosen.

Wer erinnert sich?
Wir Wiener Wäscherweiber
wollen weiße Wäsche waschen,
wenn wir nur wüssten
wo weiches warmes Wasser wäre!

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Spitzer Marillenkirtag

Rückschau …

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Jetzt wo ich bei katha lese, die Marillenzeit ist so gut wie vorbei. Rücke ich noch schnell mit ein paar Eindrücken raus, die ich auf meiner Fahrt ins Mohndorf Armschlag gemacht habe.
Man kann den Weg ins Waldviertel nämlich auch sehr gemütlich und beschaulich über die Wachau anlegen. Da fährt man entlang der Donau und wundert sich, warum in Wien das kleine Bacherl so besungen wird, wo in der Wachau die Donau wirklich erst ein Strom ist.

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Im Juli, wenn die Hochzeit der Marille besteht, dann feiert man in der Wachau nicht den Wein, sondern die Marille. Der spitze Korb ist übrigens ein eigener Marillenkorb, worin die geernteten Marillen unbeschadet transportiert werden können.
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Und die Spitzer veranstalten sogar einen eigenen Marillenkirtag.
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Da dreht sich alles um die Marille. Man schiebt und drängt sich auf eine sehr amikale und gemütliche Art und Weise durch den Ort und bleibt alle Meter stehen, um da und dort zu naschen.
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Besonders orginell fand ich den Marillenautomaten. Die Holzhütte ist witzig bemalt, hat einen Geldeinwurf und eine Warenausgabe, hinter der eine sehr lange Schlange auf die runde Teigkugel mit Marille wartet. Wenn man Automat mit Schnelligkeit verbindet, dann hat man sich getäuscht. So kreiste ich ganz neugierig um die Holzhütte herum und konnte einen kurzen Blick in die Langsamkeit der automatisierten Knödelwerkstatt machen. Drinnen standen zwei Frauen, die die köstlichen Marillenknödel von Hand zubereiteten und nach Geldeinwurf heiß dampfend durch die Warenausgabe schoben. Das dauert eben seine Zeit und so wartet die Schlange geduldig, bis endlich deren Marillenzeit gekommen ist.
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marillenspiegel wachau

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marillen wachauerlaberl

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