Bochane Wäschermadln

Da ich ja einiges an Marillen nach Hause brachte und nur ein Teil in Marmelade und Kuchen verarbeitet wurde, habe ich ein altes Wiener Rezept aus der Ecke gekramt. (Bei der Gelegenheit hätte ich wieder Lust ein kleines, feines Lokal aufzumachen, wo ich nur österreich-böhmische Küche brutzeln würde. Mir geht das ganze mediteran/asiatische Fusionszeugs derartig am Wecker *ring*)
Die Wiener Wäschermadln habe ich vor xx Jahren mit einer Leidenschaft im Motto gegessen. Ich weiß gar nicht, ob die dort noch angeboten werden. Besser gesagt, wo überhaupt in Wien. Dabei ist das Rezept ziemlich simpel.

wäschermadln

Wiener Wäschermadln

12 – 16 kleine, gut ausgereifte Marillen
ca. 15 dag Marzipan
Marillenlikör

Backteig
20 dag glattes Mehl
1/4 l Weißwein (oder Mineralwasser)
2 Dotter
2 Klar + Prise Salz
4 dag zerlassene Butter
1 EL Staubzucker

Öl zum Herausbacken
Staubzucker zum Bestreuen

Wein, Dotter, Butter, Zucker und Mehl zu einem glatten Teig verrühren. Die Klar mit Salz cremig schlagen (Schnee zieht Zipfeln) und vorsichtig unter die Masse heben.
Marzipan mit Marillenlikör verkneten.
Öl in einem hohen Topf heiß werden lassen.
marilleDie Marillen mit einem Kochlöffelstiel entkernen und statt dem Kern ein Marzipanwürsterl hineinstopfen. Die Marille durch den Teig ziehen und vorsichtig ins Öl setzen. Braun herausbacken und wer will auf einen Vanillesaucespiegel setzen. Ich wollte sie pur! Mit Staubzucker bestreut und genießen!

😀 Ach ja, 1 dag = 10 g und Marillen heißen anderswo Aprikosen.

Wer erinnert sich?
Wir Wiener Wäscherweiber
wollen weiße Wäsche waschen,
wenn wir nur wüssten
wo weiches warmes Wasser wäre!

14 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

14 Antworten zu “Bochane Wäschermadln

  1. wah, ich mag Marzipan nicht. sonst würde ich das gerne nachmachen! Naja, vielleicht lass ich den Kern drinnen, so wie bei den Knödeln. Hab heute schon wieder 5 Riesenmarillen eingenommen.

  2. @weltbeobachterin: Blöd, wenn du kein Marizipan magst. wie sieht es aus, wenn du stattdessen eine Mandel einepferchst? Mit Kern ist halblustig.

  3. zuviel Arbeit… nein, der Kern stört nicht wirklich… find Kerne lustig, dann kann man nachzählen wieviele der andere gegessen hat und die eigenen Kerne noch hinzuschummeln. Das ist bei uns ein familiensport. erinnert mich vom aussehen an gebackene Mäuse. nur muss man sich die Marille wegdenken.

  4. Das hat mir der Arzt verboten…

  5. Sehen ja fast aus wie „Bochane Meus“, aber schätze der Teig ist anders und gefüllt sind die anderen auch nicht.

    Ach ja, und 1 dag war früher mal ein dkg😉

  6. Lothar

    Hübsch hübsch! Mhm und Yammi! Als Trost wenn es mit der Böhmischen Küche und dem Restaurant nichts wird, scheinbar haben die auch ziemlich ungesund gekocht, heute würde man das anscheinend nicht mehr so machen. Details kenne ich aber nicht.

  7. die idee hatte ich auch schon, ein lokal mit alten, verschütteten gerichten, die sonst überall von den speisekarten verschwinden… da ich marzipan mag, super rezepti!

  8. michaela

    Die Idee mit dem Lokal ist ja super!
    Ich stelle mich als Ersatzesserin für das „NochnichtLokal“ zur Verfügung🙂. Große Karte brauchst aber nicht – ich komme dafür öfters.

  9. bin dabei. wo machen wir das? wann?

  10. Huch, mit diesen Antworten habe ich gar nicht gerechnet. Freu mich, was Wäschermädeln und Marillen alles auslösen!
    @weltbeobachterin & rufus: Bochane Mäus werden aus Germteig gemacht und haben ein Schwanzerl.😉

    @Wolfram: Du hörst auf ihn? Respekt!

    @Lothar: War die böhmische Küche nicht gesund? Gut, man kann sie ein bisschen adaptieren und dies und jenes weglassen, damit es gesund ist und trotzdem gut schmeckt.
    Es gibt einen schönen Wiener Spruch, den du vermutlich auch kennst:
    Lieber einen Bauch vom Essen, als einen Buckel vom Arbeiten.
    Der hat schon was an Lebensqualität!

    @Ellja: Sehr gut, du mit oberösterreichischen Rezepten und ich mit wienerisch/bähmischen.😉

    @ michaela:
    :-))

    @katha: Das wäre sowieso eine Geschäftsidee – eine Kooperation im Bereich der Küche. Wer sagt, es muss jeden Tag der/die gleiche Person am Herd stehen? So wie Ordinationsgemeinschaften, sollte es auch Herdgemeinschaften geben. Aber kann man davon leben? Na, Freude macht es auf jeden Fall. Wir arbeiten daran. (Hast du mein mail von seit Ewigkeit bekommen?)

  11. Ein Schwanzerl haben wir doch alle – na, die meisten zumindest😉

  12. George

    Aha, Mohr im Hemd darf man nicht mehr sagen, aber junge Waschweiber durch den Teig ziehen, das geht? Verkehrte Welt 🙂

  13. @George:🙂 Richtig erkannt!

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