Weintraubenstrudel

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Einmal ein Strudel, den man nicht so oft im Netz findet. Irgendwie ist der Weintraubenstrudel in Vergessenheit geraten. Vielleicht weil man früher, so wie ich dieses Mal, die Weintrauben entkernen musste, weil ich mir eingebildet habe, Burgenländische Trauben verwenden zu müssen.

Wer sich die Arbeit ersparen möchte, die Kerne aus den halbierten Trauben herauszukletzeln, kann praktischer Weise die türkische kernlose Sorte verwenden.

Zutaten:
Strudelteig (selbstgemacht, oder Tante Fannys Fertigprodukt)
zerlassene Butter
4 Eier
6 dag Kristallzucker
1/2 TL Zimt
Prise Salz
geriebene Zitronenschale
10 dag geriebene Mandeln (ich habe den Fehler gemacht und Walnüsse verwendet. Das schaut gar nicht schön aus, schmeckt aber gut.)
1 Pkt Vanillepudding
ca. 1/2 kg Weintrauben kernlos

Die Weintrauben entkernen.
Dotter mit Zimt und Zitronenschale verrühren.
Eiweiß mit einer Prise Salz und dem Kristallzucker zu schmierigem Schnee schlagen. Die Dottermasse gemeinsam mit den Nüssen und dem Vanillepuddingpulver unterziehen.
Ein sauberes Geschirrtuch feucht machen und auf der Arbeitsfläche ausbreien. Den Strudelteig darauflegen und mit Butter bestreichen. Dann die Hälfte der Masse auf 2/3 des Teiges streichen und ebenfalls die Hälfte der Weintrauben darauf verteilen. Links und rechts die Seiten einschlagen und dann den Strudel mittels des Strudeltuchs zügig einrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Strudel mit zerlassener Butter bestreichen und in das auf 220°C vorgeheizte Backrohr schieben. Ca. 25- 30 Minuten goldgelb backen.
Ausgekühlt überzuckern oder mit warmem Weinchadeau servieren.

weintraubenstrudel-032Weinchadeau:
6 Dotter
6 dag Staubzucker
1,5 dl Wein
4 cl Grand Manier
Alles zusammenmischen und im heißen Wasserbad schaumig schlagen.
Dem Strudel sodann ein Hauberl mit warmem Wein aufsetzen.

Das Weinchadeau wird auch kaum mehr gegessen, genau so, wie plötzlich ein Hilfeschrei erklang, ich solle doch wieder einmal Salzburger Nockerl machen. Wann habe ich das letzte Mal Salzburger Nockerl gegessen? Das war früher der letzte Schrei, gemeinsam mit einem Irish Coffee. Wer trinkt heutzutag noch einen Irish Coffee. (ich werde sentimental)

16 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

16 Antworten zu “Weintraubenstrudel

  1. fertiger Strudelteig ist eine Todsünde…

  2. Weinchaudeau: wieder was neues gelernt. Hab mich erst gewundert, dass kein Mehl in der Fülle ist, aber die Stärke kommt offenbar vom Puddingpulver. Ein gutaussehender Strudel.

  3. Walnüsse geben eine leicht bitterherbe Note, das ist sehr lecker. Mandeln sind mir manchmal zu süß.

    Und das alles zusammen hat mir meine Doctoresse verboten, ich hab nämlich Kollerester oder sowas.

  4. @weltbeobachterin: Ich weiß …. deswegen komm ich auch in die Hölle.😀

    @Die Strudelfülle ist mit Walnüssen zu dunkel. Das gefällt mir gar nicht. (Ich kann auch bei mir selbst recht kritisch sein)

    @Wolfram: Cholesterin kann auch vom Stress kommen. Pass auf!
    Wie schon oben erwähnt, schauen die Weintrauben aber ein wenig dunkel aus der Wäsch, daher wären in diesem Fall geriebene Mandeln besser.

  5. Uuuuuh, das klingt verdammt lecker! Ob ich mich mal an Strudelteig heranwagen sollte?

  6. Fürs Selbermachen bin ich immer zu haben, aber beim Strudelteig streike ich auch, weil ich mir damit jedesmal die ganze Küche versaue, weil alles voll Mehl ist. Wenn es denn sein muss, komme ich lieber in die Hölle🙂
    Aber tolle Idee von dir, der Weintraubenstrudel mit dem Weinchateau!

  7. @zimtapfel: Mach und erzähl uns davon!🙂

    @Gerlinde: Danke!
    Sehr gut, dann sind wir schon zwei (in der Hölle). Was ich so mitbekommen habe, wollen viele lieber in die Hölle als in den Himmel!

  8. Um gar nicht erst auf die Bilder da oben kommen zu müssen (schmatz, schlabber), hier eine Frage: kennst du das? – Mich hats gerissen!!!

  9. George

    Ja spinnst du sowas hier zu zeigen, wo ich gerade so backfaul bin? Weil ich doch wenn schon dann meinen Strudelteig ja selber mache, wie du weißt🙂

  10. „I wer narrisch“ – ein super Rezept, weder die burgenländischen Trauben noch die Walnüsse sind ein Fehler in einen Augen, und das Weinchadeau – ein Wahnsinn! Muss ich demnächst machen.

  11. Ich sehe gerade (ich scheine momentan etwas gesprächig; das ist das Alter, ich bitte um Verständnis, und es geht ja auch wieder weg), da steht was von „schaumig schlagen“: ich glaube, das bringe ich…

    Hä-ähm. – Sorry!

  12. @gDino: Na klar kenn ich das. Des Deutschen liebstes Übersetzungsbüro, wenn er mit Österreichern schaumschlägt.😉

    @George: Du bist eben perfekt (und die weltbeobachterin), weil ihr Strudelteig selbst fabriziert. Respekt!

    @Wienermädel: Die burgenländischen Trauben haben halt leider so viele Kerne. Das ist schon ein Tschoch, die auszu“bandln“.😉

  13. Ein tolles Rezept. Habe ein fast identisches aus Werner Matt’s erlesenes aus Österreichs Küche. Das Buch hab ich schon seit der Lehre … dasselbe bei Dir? Ansonsten schöne Grüsse aus dem Westen!😉

  14. @Dandu: Jö, da freu ich mich aber, was von dir zu hören!
    Nein, den Matt habe ich nicht, das Rezept stammt glaube ich aus dem Sacher Kochbuch. Weiß ich jetzt aber grad nicht mehr. Ganz lieben Gruß ins Ländle!

  15. Trotzdem: „Schlapfendampfer“… „Pupperlhutschen“ – muahaha! Köstlichst, meine Dame, köstlichst!

  16. gDino: Schlapfendampfer ist nicht in meinem Wortschatz. Weißt du was eine Pupperlhutschen ist? Das ist der Soziussitz beim Einrad. Das ist aber ein alter Begriff, so alt, wie die Frauen damals noch züchtig mit beiden Beinen nebeneinander am Motorrad gesessen sind.

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