Nobelpreis für Frieden

an Barack Obama.
Obama ist eine Persönlichkeit, die uns vermutlich alle in einer gewissen Weise fasziniert. Er tänzelt auf jedes Podium, als wäre er Vorsitzender eines Heimatvereines und plädiere für den Kreuzstich auf Tischdecken. Immer mit einem Lächeln im Gesicht. Man möchte mit ihm verwandt sein.
Mit einer Leichtigkeit hält er Reden und verspricht uns das Blaue vom Himmel.
Seine Gesundheitsreform bringt er nicht und nicht durch.
So wünscht er sich eine Welt ohne nuklearer Waffen. Und bekommt dafür den Friedensnobelpreis, so sagt man, wäre das der Knackpunkt für die Entscheidung gewesen. Wünsch ich mir übrigens auch. USA hat laut Wikipedia die höchste Anzahl an Atomsprengköpfen.
Obama ist der vierte Präsident, der diese Auszeichnung erhält. Und ich frage mich, in welchen Augen dieses Land bis jetzt so friedfertig betrachtet wurde und wird. Es hat sich noch nicht bewiesen.

Was hat Obama aktiv für den Frieden getan? Aber dafür hat er schnell den Nobelpreis bekommen, was auch wieder eine Kunst ist. Carter erhielt seinen Preis erst nach 20 Jahren.

Nicht dass ich beurteilen könnte, Obama würde den Preis nicht verdienen. Mir ging es zu rasch. Immerhin hat er noch keine ganze Legislaturperiode hinter sich und da wird noch viel Wasser die Donau runterrinnen – auch in Sachen Friedenstiftung.

19 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

19 Antworten zu “Nobelpreis für Frieden

  1. Hm. Eine Welt ohne Atomwaffen wünsche ich mir auch. Ob ich damit wohl für den nächsten Preis infrage komme?

    Vermutlich hat er den Preis seinem Vorgänger zu verdanken. Denn neben diesem wirkt er einfach wie der Heilsbringer in Person.

  2. ich dachte erst, es sein ein Joke als ich es im Ticker las….
    Freut mich zwar ungemein für ihn, aber ich finde, es kam ein bischen zu früh und ich befürchte, dass wird ihm im eigenen Land mit den Kuckucks-Clan und den ganzen Faschisten eher Ärger einbringen…..

  3. michaela

    Du sagst es, liebeEnte. Schon komisch, dass er zuerst geehrt wird und dann erst sich beweisen muss.
    Ich persönlich finde ja, dass z.B. SOS-Kinderdorf schon lange überreif für solch einen Preis ist. Aber die haben halt leider keine Lobby hinter sich.

  4. @zimtapfel, Bolli, michaela: Eines muss man ihm lassen: Seine Antwort war so formuliert, dass ihm die Verleihung des Preises auch zu vorschnell geschehen ist. Das macht ihn einfach sympathisch und glaubwürdig.
    Andererseits für viele Personen, die wirklich aktiv in Friedensmission tätig sind, ist die Entscheidung wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hoffe, es wird ihnen nicht die Motivation an ihrer Arbeit genommen.

  5. Ich glaube auch, hätte man ihn vorher gefragt, er hätte eher abgelehnt. Und die andere Seite, da stimme ich Dir auch zu, sind all die anderen, die ihn nicht bekommen haben. Die Verleiher des Preises haben, wenn Obama aus welchen Gründen auch immer die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen kann, dem Ansehen des Preises an sich geschadet.

  6. @videbitis: Stimme dir voll und ganz zu!
    Was ich interessant fand, als die Meldung rausgekommen ist, wie zurückhaltend die Presse mit ihren Kommentaren war. Es hat sich in der Onlinepresse keiner getraut spontan seine Bedenken oder Kritik zu äußern. Waren die Redakteure auf Mittagpause?

  7. Ich kann’s nicht beurteilen, aber ich habe es ganz spontan für gut empfunden und mir noch vor der Verkündung der Begründung dasselbe gedacht … war halt eine Bauchentscheidung😆

  8. oder wie Robert Epstein in der Huffington Post gestern schrieb: This isn’t what it seems. It’s not really a Nobel Prize. It’s a „Thank-God-You’re-Not-Bush“ Prize.

  9. @rufus: Steirischer Schnellchecker mit Bauchgefühl.😉

    @lamiacucina: Das wäre doch eine Idee, so einen Preis künftighin ein Mal im Jahr einem Staatsmann zu verleihen.🙂

  10. Wenn das so weitergeht, dann wird der naechste amerikanische Praesident nicht mehr gewaehlt, sondern vorab per Nobelpreis bestimmt.

  11. Der Friedensnobelpreis hat viel von seinem Wert verloren, seit er an Menschen verliehen wird, die in ihrem Leben doch reichlich ambivalent zum Thema Frieden waren.
    Und ich rede jetzt nicht vom Altterroristen Arafat, der am Ende möglicherweise wirklich Frieden wollte und dafür von seinen Getreuen verlassen wurde…

    Aber wo sind sie denn, die dauerhaften (!) Friedensbemühungen des amerikanischen Präsidenten, was hat er in Bewegung gesetzt, was hat er Neues gebracht? Laut gedacht? Oder doch etwas bewegt und etwas gewagt? Albert Schweitzer hat seinerzeit den Friedensnoelpreis bekommen, weil er sich vehement gegen die atomare Aufrüstung eingesetzt hat. Daraufhin wurde er in Frankreich totgeschwiegen und sein Spital Lambarene als der letzte Sauhaufen verunglimpft (Frankreich baute gerade seine Atommacht auf.)
    Aber was hat Obama gewagt? Was eingesetzt?

  12. @Gute Idee, Dottore Peh! Das spart eine Menge an Wahlkampfbudget. Das versaufen wir!

    @Wolfram: Obama war selbst peinlich berührt über die Wahl. Vielleicht ist er jetzt in einem Zugzwang, was die Friedensbemühungen anbelangt? Das wäre dann wieder sehr clever!

  13. George

    Besonders denkwürdig fand ich daß auf der Seite der Tagesschau der Friedensnobelpreis für Obama ganz groß oben stand, und zwei Absätze weiter unten die Meldung das bald die neuen Mini-super-bomben der USA einsatzbereit sind. Ich will Obama mal zugute halten daß er wirklich gute Vorsätze hat, aber wie das alles durchsetzen, gegen Opposition, Lobby, stockkonservative Bevölkerung und zudem auch noch kritiker in der eigenen Front? Er hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt.

  14. Ehrlich gesagt, weiß ich überhaupt nicht, was ich von dem Manne halten soll: er ist mir schier ein Rätsel; nicht, dass ich mir einbilden täte, dass das irgend jemanden tangieren würde, aber ich wollte es halt einstreuen…

    Was ich hiermit vollzogen hätte.

  15. günter

    Die Bürgerbewegung,die durch ihre Proteste im Herbst 1989 die Grundlagen für eine friedliche
    Vereinigung in Deutschland legte,scheint nach
    Meinung der Nobelpreisvorschlagsberechtigten
    nach 20 Jahren noch nicht reif für eine Ehrung zu sein.Daher der Verlegenheitsvorschlag Obama.

  16. @George: Mittlerweile ist der Satz, eine atomwaffenfreie Welt, aus der Begründung entfernt worden. Vermutlich weil man draufgekommen ist, dass dieses Ansinnen in den nächsten 10 Jahren nicht verwirklicht werden kann und das dieser Gedanke alleine, zu wenig ist, um den Nobelpreis zu bekommen.

    @gDino: Der Nobelpreis war für mich früher eine Preisvergabe, die nicht überhapps passiert, sondern nach längerer Prüfung und Abwägung aller in Frage kommenden Preisträger.
    *schmecks*

    @günter: Mir fehlt die Kenntnis, wie viele Menschen für den Preis prädestiniert wären.

  17. ludi

    ein witz wenn mann/frau den friedensnobelpresi als verdienst für eine erbrachte leistung ansieht!

    kein witz unter der hoffnung der noblen bestimmer betrachtet, dass obama sich doch nun gefälligst um frieden in der welt bemühen soll, ohne den für die usa schon lange anstehenden irankrieg zu eröffnen, stattdessen aber atomsprengköpfe auszumisten …

  18. @ludi: Das ist der einzige Sinn, den ich an der Preisvergabe an Obama sehe.

  19. @ludi: Nun, wenn der Friedens-Nobelpreis nun – anders als andere Nobelpreise und auch anders als Friedens-Nobelpreise vergangener Jahrzehnte – für nicht Geleistetes verliehen wird, dann frage ich mich ernstlich, warum ich ihn noch nicht bekommen habe.
    Und es ist gegen die Stiftungsurkunde, in der es heißt (Quelle: wikipedia):

    Nach Maßgabe des Stifters soll er an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.

    Da steht eindeutig eine Vergangenheitsform; demnach darf der Preis nicht „auf Hoffnung“ verramscht werden.

    Wie viele Euros sind eigentlich 10 Millionen schwedische Kronen?

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