Wie verfasse ich ein Bewerbungsschreiben?

Wer schon einmal einen Bewerbungsmarathon hinter sich gebracht hat, weil er gerne das machen möchte, was er gelernt hat, der kann vermutlich ein mehrstrophiges Lied anstimmen.

Es ist wie eine bewegte See.
Einmal schwimmt man ganz oben und meint, die können mich mal.
Und dann saust man mit seinem Schwimmbrett ins tiefe Wellental und versteht so überhaupt nicht, warum man das ganze Theater eigentlich mitmachen muss t. Aber man hält sich insofern in der bewegten See so gut, dass man nicht dabei dersauft.

Ich möchte jetzt gerne einmal meinen Frust ablassen. Und jeder, der ähnliche Erfahrungen hat, ist eingeladen hier seinen Ärger kund zu tun. Ich hoffe, es liest auch hier irgendein verknöcherter Typ aus einer HR Abteilung, der sich gewisser Regeln bedient, die er sich sowieso nicht selbst ausgedacht hat, aber trotzdem etwas verlangt, weil man das einfach so macht. Brett vor’m Kopf*
Gemeint sind damit die Regeln für Bewerbungen.
Apropos: Früher, ich kann mich kaum mehr erinnern, hat man sich bei Personalabteilungen beworben, jetzt heißen diese Abteilungen „Human Ressources“. Wer „HR“ liest, soll nicht glauben das ist die Abkürzung für Hofrat, Herr, High Resolution, oder die Landeskennung für Kroatien – nein – es ist die Abkürzung für menschliche Arbeitshilfsmittel – eine betriebswirtschaftliche Bezeichnung für Menschen als Arbeitskapital (siehe Pkt 9 – Bezahlung).

1. Das Bewerbungsschreiben
vulgo Motivationsschreiben!
Der erste Satz sollte den Leser sofort ins Thema ziehen. „Stellen Sie einen persönlichen Bezug dar und vermitteln Sie, warum sie in diesem Unternehmen arbeiten wollen.“
Was für ein Schwachsinn!
„SgH Personaler, Ihre Schmiermittelteile haben mich schon mein ganzes Leben fasziniert. Und einmal, als ich im Baumarkt war, da hab ich den Abteilungsleiter zur Sau gemacht, weil keine guten Schmiermittel von Ihrer Firma im Regal waren. Deswegen möchte ich mich gerne als Ihr Regalbetreuer für Supermarktketten bei Ihnen bewerben. Ich musste nämlich am eigenen Leib schmerzlich erfahren, wie grauslich das ist, wenn man etwas kaufen will und das Regal ist leer. Nehmen Sie mich und ihr Umsatz wird sich binnen kürzester Zeit vervierfachen – so hoff ich.

Hat jemand eigentlich schon probiert eine Bewerbung so zu beginnen:
„SgF Personalerin, das Schlimmste was einem Menschen passieren kann, ist ein Motivationsschreiben zu verfassen. Ich bin grundsätzlich ein sehr aufrichtiger und ehrlicher Mensch. Ich habe mein Lebtag noch nie so gelogen und aufgeschnitten, wie in diesem Motivationsschreiben, wo ich versuche ihnen Grün für Orange vorzumachen und Ihnen das Blaue vom Himmel erzähle, bis dass es regnen tut!“

2. Verstehe ich überhaupt nicht, warum man seiner Bewerbung ein Bild beifügen soll. Ich kann will ja nicht als eindürrtes Laufsteg Girl bei Lagerfeld arbeiten. Ich finde diese Vorgehensweise diskrimierend!

3. Foto
Auf dem Foto und beim Bewerbungsgespräch soll man so ausschauen, wie man sein Lebtag nie ausschaut. Bluserl, wenn möglich weiß. Knöpferl grad so schön zu, sodass man nicht zu offenherzig dasteht, oder auch zu zugeknöpft wirkt. Weil dann denken sich nämlich die Personaler ihren Teil. (Altes HR-Blusenknopforakel)

4. Lebenslauf
heißt jetzt CV. Und im Laufe des Lebens schreibt man mehr als 2CV – das ist meine Assoziation zu CV – Auto mit Revolverschaltung. *puff*

Früher musste der Lebenslauf per Hand geschrieben werden. Dann gab es eine Revolution, als die Personalabteilung draufkam, man kann sich Lebensläufe schreiben lassen. Graphologen entdeckte keine versteckten Talente, sondern suchten nach bösen, grauslichen Eigenschaften: Menschen, die Klorolle nicht wechseln wollen, die Bleistifte nicht herborgen, oder ein Chaos am Schreibtisch haben.

Auffe oder obe ist die Frage:
Bottom up
oder
Bottom down
Je nachdem es besser ausschaut. Siehe Foto.
Wenn man so ein paar Jährchen am Buckel hat und man sich an die Volksschulzeit besser erinnert, als was gestern passiert ist, dann würde ich meinen Lebenslauf eben da ansetzen, wo es spannend wurde im Leben. Aber nein, man will den ganzen Schmus lesen, will schauen, ob eh kein Tag dazwischen fehlt, wo man hacknstaat war. Was überhaupt NICHTS über den Arbeitseifer aussagt, möcht ich nur erwähnt wissen.

Es heißt „Berufliche Laufbahn“ – ja das Leben rinnt einem zwischen den Fingern durch, daher ist Laufbahn recht gut, sofern sie noch keine Aschenlaufbahn ist. Ja, ich bin sarkastisch!

Es heißt nicht Ausbildung, sondern Weiterbildung oder Fortbildung. Dazu habe ich keine Erklärung.

Es heißt nicht, man hat Kinder bekommen und hat sie so gut es eben ging gefüttert, gewickelt, gewaschen und ihnen den Hintern versohlt, sondern man möchte „Familienmanagement“ lesen. Da gibt’s dann ein paar provokante Fragen, z.B. „Was verstehen Sie unter Familienmanagement?“. In solchen Situationen möcht ich auf den Tisch steigen und demjenigen die Bewerbungsmappe auf den Kopf knallen! Nein, man hält seine Hände brav am Tisch und antwortet kurz und bündig: Das ist die Arbeit, die Männer nicht machen wollen. Ja, ich bin bösartig. Ich weiß, die Welt ist voll von Männern, die gerne in Karenz gehen wollen, aber leider geht das so schwer …. daher nützt man die leichtere Variante.

5. Bewerbungsmappe
Weil wir gerade dabei sind.
Ich weiß nicht, welchem findigen Kerl/in eingefallen ist, sämtliches Papierzeugs wie Bewerbungsschreiben, CV und Zeugnisse in Bewerbungsmappen legen zu müssen. Tiefe Ehrfurcht! Das war vielleicht eine Geschäftsidee!

Was sind Bewerbungsmappen? Mehrflügelige Schnellhefter, hohe Grammatur, die nach unerfreulichen Bewerbungsgesprächen in die Rundablage kommen. Das heißt dann „Dürfen wir Sie in Evidenz halten?“

Bewerbungsmappen müssen in Deutschland zurückgeschickt werden. Was auch Schwachsinn ist, denn man sieht diesen Mappen nämlich an, wenn sie um den halben Globus transportiert wurden. Das heißt, man kann das Kuvert aus dem Postkasten nehmen und vor lauter Ärger gleich in tausend Fetzen reißen, warum sie einen nochmals mit der Mappe belästigen!

In Österreich werden Bewerbungsmappen in der Regel nicht zurückgeschickt. Weil bei uns die Post so langsam ist und 100 Postler aus dem Karrierekompetenzzentrum (arbeitslose unkündbare Postler spielen dort Sudoko) mittlerweile zur Polizei gegangen sind. Man sollte gesetzlich verankern, dass Bewerbungsmappen grundsätzlich zurückgeschickt werden müssen. Sudoko ist ohnehin importiertes Zeug – weg damit! Und die 100 Posten kann man anderswertig vergeben.

Was machen die Personaler bittschön mit den hunderten Mappen, die angeblich pro ausgeschriebener Stelle am Schreibtisch der Personalabteilung landen? Hoffentlich verheizen! Nur nicht ins Altpapier, dann müsste ich so eine Bewerbungsmappe irgendwann einmal als Post-it wiederverwertet wo verwenden. Dieser Gedanke wäre unträglich für mich.

5. Bewerbung per Email verschicken.
Sehr sympatisch aus erwähntem Grund! Nur, wenn man dafür einen Email-Account eines Gratisanbieters verwendet, dann landet man blitzeschnell im Spamordner.

6. XING
Ist für mich wertlos, aber doch wieder sehr praktisch. Wenn man das Schreiben persönlich adressieren muss und nicht genau weiß, ist das ein Weibl oder ein Mandl, dann gibt XING Auskunft und beugt vor Peinlichkeiten vor. Ich mein, bei Detlef muss ich nicht nachschauen, aber bei Nicola wird es schon spannend.

7. Auf Antwort wartend
Es ist wie beim Fischen.
Man sitzt vorher stundenlang und wutzelt Brotkugerln. Reiht die Kugerln auf, steckt sie auf den Haken und lässt Schnur samt Haken ins Wasser hängen.
Entweder beißt der Fisch sofort an, oder man wartet 1-2 Wochen und der Fisch frisst das Brotkugerl vom Haken. Dann ist man leer ausgegangen.

8. Telefonnummer nicht vergessen und
Mailboxansage überprüfen
Hier sollte man während der Stellensuche nicht kreativ sein. Stockkonservativ sagt man das, was eh jeder weiß, wenn keiner abhebt, dass derjenige gerade nicht erreichbar ist und man möge doch bitte … bla bla bla.

9. Bewerbungsgespräch
Ein Fisch war so gierig und hat das Brotkugerl mitsamt dem Haken verschluckt. Hähäääää selber schuld!
Und dann kommt das Anglerlatein!
Man zieht sich etwas an, wie heutzutag Leut nicht einmal mehr in die Oper damit gehen. Wiedererkennungseffekt: Das Bluserl vom erwähnten Foto (siehe oben), nicht zu weit offen, aber auch nicht zu zugeknöpft. Man muss sich Antworten zu Fragen ausdenken, die stereotyp bei allen Bewerbungsgesprächen gefragt werden, daher muss man gar nicht mehr viel denken, sondern einfach nur auswendig lernen. Manche fragen noch nach Hobbies. Da soll man seine Strickliesl eingepackt lassen. Na gut, dann lassen wir uns etwas einfallen, damit wir sportlich, weltoffen und belesen dastehen.
Die Frage, wie viel man gerne verdienen möchte. Meine Lieblingsantwort: So vü wie geht!
Was für eine dumme Frage! Noch immer werden Frauen bei der Bezahlung nicht gleichbehandelt! Ich will so viel verdienen, wie mein männlicher Kollege, sollte die richtige Antwort heißen. Sollte ….

Ach ja!
Die Bewerbung muss von anderen hervorstechen.
Hat eigentlich schon jemand eine Flaschenpost verschickt? Das fällt mir gerade spontan ein.
An der Brieftaube arbeite ich noch, damit sie auch ein Liedchen singt „Kommt ein Vogerl geflogen, setzt sich nieder auf mein Fuß, hat ein Brieferl im Schnabel, ….“

flaschenpost

Sämtliche Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind rein zufällig und nicht erwünscht.

P.S: Zu HR kommt noch GBG – Gleichbehandlungsgesetz, das sind jene, die nicht das „In“ schreiben wollen, aber alle ein junges dynamisches Team für einen mittelalterlichen Chef wollen.🙂

12 Kommentare

Eingeordnet unter befindlichkeiten, Die Welt

12 Antworten zu “Wie verfasse ich ein Bewerbungsschreiben?

  1. Zusaetzlich kommt halt noch dazu, dass es von Kulturkreis zu Kulturkreis anders ist. Ein Foto ist beispielsweise in England kein Muss. (Auch wuerde mir eine Bluse nicht unbedingt stehen, ausser, ich bewuerbe mich in einem Etablissement fuer Transgender).

    Dann muss man sich mal in die Situation solch eines Personalers versetzen. (Oder heisst das jetzt auch anders?) Der muss haufenweise Bewerbungen lesen. Ueberfliegt meist nur den Anfang und sortiert dann aus. Also muss die letzte, neueste Arbeitsstelle am Anfang des Lebenslaufs, nach Name und Alter (in unserem Bereich ist das zwecks Abschaetzung der erworbenen Erfahrung wichtig) stehen. Und da, in dem letzten Job, sollten dann Arbeiten und Kenntnisse vorkommen, die im aktuellen Job ebenfalls benoetigt werden. Erste Seite eben. Die weiteren Seiten liest der Personaler kaum, nur bei erhoehtem Interesse (was natuerlich an der aufgeknoepften Bluse liegen kann). Am Schluss dann die Aufzaehlung des Spezialwissens, schoen mit Aufzaehlungspunkten.

    Gehaltsvorstellungen wuerde ich auch nicht in so eine Bewerbung reinschreiben, das ist ein Aussortierungsgrund.

    Und mit dem Anschreiben tu ich mich ebenfalls schwer. Aber Rechtschreibung sollte man schon beherrschen, ebenso wie Zeichensetzung und verstaendliche Formulierungen, dabei allerdings auf kommagetrennte, umstaendliche und vor allem lange Schachtelsaetze, die mehrere erforderliche, wenn auch unwichtige, Erklaerungen erhalten, verzichten.

  2. @Dr.Peh: Es sieht so aus, als würde Herr Doktor mit diesen Wegelagerern kooperieren.😉
    Was das Bluserl für Männer anbelangt, dürfte diese Kleidung (vorausgesetzt es gibt eine Hausuniform) kein Argument für die Ablehnung im Bewerbungsverfahren sein. Aber ich verstehe, dass wir da alle noch nicht so weit sind, um wirklich von Toleranz zu sprechen. Aber das verlange ich ja gar nicht ….
    Der Personaler (bei mir heißt er so) wird dafür bezahlt haufenweise Bewerbungen zu lesen. Der Personaler kann auch Impulse setzen, dass es nicht zu haufenweiser Zusendung von Bewerbungen kommt, wenn das Betriebsklima insofern behaglich ist, dass sie keine starke Fluktation hervorruft.
    Es ist mir schon klar, warum wir das alles aufzählen sollen, was wir alles gemacht haben. Irgendwo muss man auch eine Selektion treffen.
    Gehaltsvorstellungen werden manchmal explizit verlangt, was wiederum für mich ein Aussortierungsgrund ist, weil das Unternehmen nicht zeitgemäß und leistungsorientiert agiert. Ausnahme: Staatsnahe Betriebe, die einem Lohn- und Gehaltsschema unterworfen sind, das man nur mit fetten Spesenabrechnungen aufpeppen kann. Und das ist nicht österreichspezifisch, wie das jüngste Beispiel des fotolosen Bewerbungslandes zeigt.

  3. hab mich köstlich amüsiert beim Lesen, was ich ja darf, weil ich grad keinen Job suche, aber wer weiß, heutzutage geht das ja schnell.. und dann lach ich wahrscheinlich nimmer so, weil viele deiner Aufzählungen find ich auch ziemlich zu kotzen, verlogen und eigentlich für den A….

  4. ein Thema, wo man sich gewaltig die Finger verbrennen kann.
    nur soviel:
    ich hab schon paar Bewerbungen zurückbekommen.
    einmal hatte ich ein Einstellungsgespräch telefonisch – hab den Job auch bekommen.es war allerdings ein Praktikum.
    ich benutze für Bewerbungen einfache Klemmmappen in schwarz oder Elfenbein. Dazu gestalte ich immer ein passendes Deckblatt zu der Firma/Institution.
    Ich achte darauf, dass sie so schlicht wie möglich ist und nur das notwendige reingebe und doch aussagekräftig über meine Fähigkeiten ist.
    Fotos schicke ich nur bei expliziter Aufforderung.

  5. @Entegut: Der Herr Doktor muss beruflicherseits zeitweise Lebenslaeufe lesen und Personen genehmigen, die dann in Projekten mitarbeiten. Nicht mal fuer die eigene, sondern im Kundenauftrag fuer Fremdfirmen. Und wenn der Kunde eben auf mindestens 10 Jahre Berufserfahrung besteht, dann kriegt man schnell einen Blick dafuer. Weiss, wonach man suchen muss. Und wuenscht sich genormte Lebenslaeufe. Die bei Personen, die ueberwiegend aus einem Land kommen, allerdings auch nicht gegeben sind. Sind manchmal lustige Sachen dabei.

  6. @Ellja: Gut, dass du dich amüsiert hast. Ich amüsiere mich auch immer wieder, welche Normen und Regeln unsereins erfüllen muss, wo ich wenig Sinn darin sehe. Da gab es einmal einen Werbespot, der mir in diesen Situationen einfällt: „Raunz net, kauf!“ Passt!

    @weltbeobachterin: Praktikum ….. da bekomm ich sowieso die Krise. Wenn man junge Menschen in Praktikas aushungert, ihnen nichts bezahlt, sie nur die Ehre haben dort zu arbeiten (Burgtheater z.B.), obwohl gerade diese Generation im Aufbau begriffen ist.
    Dann hast wieder die Alten, die eigentlich gar nimmer um irgendwas streiten wollen, sich nicht mittels Wadelbeißen den Job verschaffen, sondern einfach nur Freude an der Arbeit haben, die sind dann zu teuer. Wollen sie um weniger Geld arbeiten, ist man den Arbeitgebern suspekt.
    Die Welt ist tatsächlich verkehrt.

    @Dr.Peh: Ich dacht es mir. Weil der Dottore so verhalten reagierte und den Witz im Text nicht herauslesen wollte.
    10 Jahre Berufserfahrung – das können ebensolche Berufsdeppen sein, wie ein Berufsneuling. Also ich finde das derartig verkehrt gedacht, aber bitte, es muss ins Schema passen (s.o. weltbeobachterin).
    Genormte Lebensläufe gibt es übrigens: Den Europass! http://tiny.cc/DUqz5 Wer sich mit diesem Lebenslauf bewirbt, er ist sehr straight ausgerichtet, beschränkt sich nur auf’s Wesentliche, wird überhaupt als Querdenker betrachtet. In Österreich zumindest, wo die Uhren ja anders ticken.

  7. Haette ich die Entenmail, koennte ich Ihnen mal einen Originallebenslauf zusenden. So als Beispiel. Sie koennen ja auch mich kontaktieren.
    (Und ja, ich weiss, wie das mit den Bewerbungen ist. Man darf inzwischen hoechstens 25 sein, Bluse durchsichtig, 40 Jahre Erfahrung aufweisen, dreifach promoviert, Auslandserfahrung, sieben Fremdsprachen fluessig, gerne auch elf, europaweit mobil, kinderlos und von den Gehaltsvorstellungen etwa beim ungelernten Hilfsarbeiter angesiedelt. Mit Luft nach unten.)
    Neulich habe ich eine Absage auf eine Bewerbung bekommen. Das war September 2009. Ich musste suchen, um herauszufinden, dass ich die Bewerbung im November 2007 ausgeschickt hatte.

  8. @Dr.Peh: Ich habe schon viele Eindrücke, Regeln und Feedback bekommen zum How-To. Nebenbei bemerkt wenn man fünf Leute fragt, bekommt man fünf verschiedene Regeln dafür. Warum also nicht die sechste Möglichkeit in Betracht ziehen!?
    Machen wir ein Gegengeschäft: Ich schreibe einen Kommentar im Blog des werten Herrn Dottore, dann verfügt er automatisch über die Entenmail.
    Ich freue mich auf weitere Anregungen!

  9. super abhandlung, eignete sich sehr gut für eine verfilmung!

    aus meiner erfahrung [und der meiner zweidutzend bekannter] kann man/frau sich bewerbungen ohnehin schenken, ich halte das bewerbungsschreibprozedere für ein auslaufmodell. wie & wodurch soll sich jemand aus einem berg von 3000 mappen pro stellenausschreibung hervortun? etwa mit einer aus hasenblut angefertigten hakenkreuzkruppstahlmappe?
    ich vermute, bewerbungen sind reine alibi-ABMs für personaler und spielen letztendlich für einstellungskriterien absolutüberhauptkeine rolle.

    meine erfolgreichste bewerbung übrigens – nach einer zweijahrelangen copytest-bewerbungsochsentour – war die an meinen zukünftigen therapeuten. so gesehen..

  10. @Lreporter: Ist das jetzt ernst, mit dem Auslaufmodell? Wie lange soll ich darauf warten?

  11. Medienjunkie

    Laut einem Leserbriefschreiber aus der SZ vom Samstag muss man in Deutschland seit dem Antidiskriminierungsgesetz in Lebensläufen weder sein Alter, Geschlecht noch seine ethnische Herkunft angeben. Wie das praktisch gehen soll, weiß ich allerdings nicht. ALter kann man noch weglassen, aber um sein Geschlecht zu verbergen, müsste man auch seinen Namen weglassen, wenn man nicht gerade Nicola oder Dominique heißt. Und wenn der Nachname Ötztürk ist, dürfte die ethnische Herkunft auch relativ klar sein. Außerdem wird in D normalerweise ein Foto zwingend verlangt. Wenn ich keins draufklebe, werde ich also gleich aussortiert, und ich kann ja nicht jedes Mal nach dem Antidiskriminierungsgesetz klagen.

    Beim Online-Bewerbungssystem des Bundes ist aber tatsächlich die Altersangabe freiwillig, und ein Foto wollen die in der ersten Auswahlphase auch nicht.

  12. @Medienjunkie: Das auch noch: Gesetze, die nichts wie Larifari darstellen.
    Und wenn der Nachname Ötztürk ist und du schon in zweiter Generation in D lebst, eine bessere Rechtschreibung wie ein Einheimischer hast, was hilft dir das dann, wenn du die Staatsbürgerschaft verschweigst. Diese Änderungen werden oft als fundamental dargestellt und sind nichts anderes als ein am Platz treten.

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