dignity und die Befreiung vom Korsett

Spam mails dienen manchmal als Sprachkurs.
So ist mir „dignity“ nicht so geläufig. Und hätte ich das Wort im Zusammenhang verstanden, wäre ich auch nicht rot geworden.
Würde, heißt das Wort auf Deutsch. Aber auch Erhabenheit.
Im Betreff steht an mich: Enlarge your male dignity.

Als Spätzünder habe ich mir gestern den Film über Coco Chanel angesehen. Dass sie für mich eine interessante Frau ist, stand nie außer Zweifel. Im Film sieht man noch besser, wie sehr sie die Mode revolutioniert hat, sich nicht anpasste und ihren Weg gegangen ist. Sowohl in Sachen Design, als auch in der Liebe.

Es fiel während des Films ein Satz, der mich nicht loslässt:

Frauen, die zu sehr lieben, werden unterwürfig wie Hunde.

Sehr interessanter Aspekt, den man in gewisser Weise im Hinterstübchen mit sich trägt. Wenn das dann aber ausgesprochen wird, beginnt man erst darüber nachzudenken. Rollt eigene Erfahrungen auf und prüft die Aussage auf deren Richtigkeit und Wertigkeit.

Und dann habe ich in der Früh die Würde im Maileingang.

18 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

18 Antworten zu “dignity und die Befreiung vom Korsett

  1. die kann man wenigstens mit einem klick löschen.

  2. @lamiacucina: Sehr kryptischer Schweizer Einwurf.🙂

  3. Frauen, die zu sehr lieben, werden unterwürfig wie Hunde.

    Männer aber genauso – der männliche Dackelblick hat meine Zuneigung immer schnell erkalten lassen …..

    Es gab nur eine Frau, die in Chanel Kostüm gut aussah: Coco selbst. Alle anderen sehen darin „dämlich“ aus.

  4. @Eline: Ja freilich, die Unterwürfigkeit gibt es bei Männern auch. Und wer keinen unterwürfigen Mann hat, aber auf die Unterwürfigkeit steht, nimmt sich einen Hund? Ist dieser Gedankengang zulässig? (Bin wieder einmal sehr provokant, ich weiß.)

    Was du über das Chanel Kostüm sagst, denke ich mir auch jedes Mal, wenn ich eine Frau darin sehe. Was mich an ihren Modellen faszinierte, mit Reizen zu spielen und sie nicht gleich offenherzig zu zeigen.

  5. George

    Das Chanelkostüm können nur drei Menschen tragen: Coco, Jackie Kennedy, und als letzte(r) Überlebende(r) ich (im Fasching ;)). Ich finde die Sachen von ihr hatten immer Stil, aber wenn ich mir heute anschaue was manche Weiberl sich überstreifen und aufsetzen, da drehts mir oft den Magen um, egal ob die zwei Cs drauf sind. Das ist mehr Kokolores als Coco.

    Ich sehe schon, keum hat die Ente Würde im Postfach, läuft sie wieder rund. Ich war vorgestern unrund, bin glatt zur falschen Zeit zum Kieferchirurgen marschiert, WAR mir das peinlich… jetzt geh ich halt morgen. Lieber wäre mir ich hätte es schon hinter mir.

  6. Mit dem Wort „Unterwürfigkeit“ ist man oft recht schnell zur Hand. Was ist mit Hingabe? Vorausgesetzt es bleibt nicht einseitig. Aber nach Liebe hechelnde Frauen WIE Männer sind schwer zu ertragen, ich finde sogar, dass es eine Art Nötigung ist. Den Coco-Chanel Film wollte ich mir erst auch ansehen, aber dann haben mich zwei Dinge davon abgehalten: Die Schauspielerin, die wirklich nur als Amelie zu ertragen ist (meine Meinung) und die zweifelhafte NS-Vergangenheit der lieben Coco, von der natürlich im Film überhaupt nichts laut wird.

  7. George

    @ellja

    Das stimmt schon, Unterwürfigkeit ist ein hartes Wort! Hingabe ist besser und auch was gutes, aber auch die sollte irgendwo aufhören. Und wenns beiderseitig ist dann wird es schon auch mal unerträglich, ich kannte da mal ein Paar das irgendwann nirgendwo mehr eingeladen wurde. Die hingen auch in Gesellschaft nur aneinander und waren für andere kaum noch zugänglich.

  8. Nach meiner Erfahrung entsteht das Unterwürfige besonders dann, wenn die Liebe auf weniger Gegenliebe stößt, übrigens egal ob bei Mann oder Frau. Und wie sich diese Unterwürfigkeit dann äußert, durch übertriebene Anhänglichkeit, fast erpresserische Verletzlichkeit etc., diese ganze unwürdige Bettelei nach mehr Liebe führt fatalerweise bei dem (oder der), der sie geben soll, zu genau gegenteiligem Verhalten, wie oben ja steht, ein Dackelblick ist abstoßend, ebenso wie ständiges angeschmachtet werden oder gar gekränktes Gezänk.

  9. Michaela

    @ente: hast nur zu einem bestimmten Teil Recht: diese „Unterwürfigkeit“ kommt ja nur dann, wenn das Paar nicht gleichberechtigt ist. Wenn der eine Partner nur durch den anderen Partner lebt. Sich selbst aufgibt.
    Man kann das Ganze ja auch umdrehen. Dann gibt es in einer Partnersschaft halt einen Teil der sich anhimmeln, auf ein Podest stellen lässt. Und, Unterwürfigkeit ist auch mit Selbstwertgefühl gleich zu setzen.

  10. Ich sehe schon, das wird eine tiefschürfende Beziehungsdiskussion mit vielen How-to do’s.

    @George: Mir gefallen von Coco eigentlich nur jene Teile, die Understatement zeigen.
    Das passt aber für die heutige Zeit nicht. Logos draufpappen wo nur geht. Da schleppt man auf der Tasche drei Buchstaben, dort ein Logo auf der Gürtelschnalle, etc und zu Hause essen wir trockenes Brot und Wasser …
    CC hat die üppigen Kleider reduziert auf das Wesentliche und jetzt macht man die CC Kleidung wieder üppig. Der (normale) Mensch kann mit Understatement schlecht leben, er muss immer auffallen.
    ad ellja Kommentar: Bei den Paaren, die in Gesellschaft immer aneinanderhängen als wären sie in einem chambre séparé, ist niemals alles koscher. Schein und Sein …

    @Ellja: Hingabe ist aber ebenso bedingungslos, wie Unterwürfigkeit.
    Tautou war aber sehr gut in ihrer Rolle als Coco.
    Ihre NS Vergangenheit erwies sich schlussendlich als Schuss ins Knie.
    Und ich glaube der Film zeigte ganz gut, wie sie ihre Kontakte (finanziell) auszunutzen wusste. Für meine Begriffe war sie auch kein moralisches Herzeigemodell.

    @videbitis: Unwürdige Bettelei nach Liebe, das ist sehr hart ausgedrückt. Es gehören wohl immer zwei dazu, damit es überhaupt zu dieser Schmachterei kommt. Zuerst fühlt man sich grandios, wenn man umherzt und umschwärmt wird bis zu dem Augenblick, wo dann einem Teil der Beziehung die Schmachterei zu viel wird. Dann möchte man sich dem schmachtenden Ding entledigen, meist durch Kälte und abstoßendem Verhalten. Oft ist man auch zu feige zu sagen, „du, ich will eigentlich nicht mehr.“ Dabei entsteht oft gekränktes Gezänk, das stimmt! Aber das ist wohl auch keine feine englische Art!

    @Michaela: Es gibt keine gleichberechtigten Partner, nicht einmal in der Literatur! In der Liebe gibt man sich oft auf! Solange bis man wieder klar denkt!🙂

  11. Michaela

    @ente: Oje! Heisst das jetzt, dass ich mir meinen Liebsten vom Herzen reißen muss? Eine Liebe verändert sich andauernd. Mal steht man hinter, vor, stützend oder gestützt werdend, ausgleichend, gegenüber oder neben dem Liebsten. Ist doch nicht verwerflich, oder? Selst anhimmelnd oder devot zu sein kann eine Beziehung bereichern. Das Maß machts doch aus! Wer will schon die vollkommende Liebe? Wäre doch langweilig.🙂

  12. @Michaela: Gar nicht, ich reiße ja auch niemanden aus meinem Herzen. Aber realistisch betrachtet ist eine Partnerschaft nie gleichberechtigt. So wie du eben beschreibst, je nachdem wo man gerade in der Entwicklung der Partnerschaft steht. Man darf nur nicht nachgeben, wenn ein Partner eher Tendenzen zum Nehmen, als zum Geben hat. Oder man sagt ganz pragmatisch: Ich gebe dir das und nehme mir von dir das, um ein scheinbares Gleichgewicht herzustellen.😉

  13. Michaela

    @ente: ahso! Dachte schon jetzt wärs aus mit unserer Liebe😉. Allerdings glaube ich ganz fest daran, dass es in einer Beziehung ein natürliches Gleichgewicht gibt. Je nach dem wie stabil mein ich ist, so wird auch meine Partnerschaft aussehen. Liebe besteht immer aus geben und nehmen. Ich habe ja da so meine Lieblingssätze: „Weil ich es mir wert bin. Und – Ich stehe nicht mehr zur Verfügung.“🙂
    Ich finde ja diese „Mit dir kann ich nicht, aber ohne dich kann ich auch nicht“ – Beziehungen so interessant. So eine Beziehung würde ich mir ja all zu gerne von einem Psychologen erklären lassen.

  14. @ente: So hart ausgedrückt wie empfunden😉. Ich hatte das schon, man fühlt sich entsetzlich. Im Übrigen bin ich ganz Deiner Meinung.

    Schönes Wochenende.

  15. Unterwuerfigkeit? Nur, wenn es der Partner ausnutzt. Und sich selbst ueber den anderen erhebt. Oh, da haben wir wieder die Erhabenheit. Wuerde ich kaum gemerkt haben, jetzt.

  16. @Michaela: „Mit dir kann ich nicht, aber ohne dich kann ich auch nicht“
    Das erklärt dir jeder Sexualtherapeut …😀

    @videbitis: Aus ganz allgemeinen Interesse gefragt: Menschen, die Bindungsprobleme haben, fühlen sich auch durch nicht klammernde Partner eingeengt, weil sie Partnerschaften als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit empfinden. Leider suchen sie aber trotzdem immer wieder Partner. Nach welchen Öffnungszeiten liebt man unter solchen Voraussetzungen?

    @Dr.Peh: Aha, ich mag ihre klaren Aussagen. Sie stehen so über den Dingen.
    (Unterwürfigkeit, nur wenn es der Partner ausnützt. Was für Bilder da entstehen.)

  17. Videbitis

    @ Ente: Das habe ich meine damalige Freundin auch gefragt, die hatte allerdings nur eine unbefriedigende Antwort für mich, es war immer die selbe: Jetzt nicht! Vernünftiger Weise sollte man nach einer Weile das Weite suchen, aber wer ist schon vernünftig, wenn er liebt? Das ständige auf halber Armlänge auf Distanz gehalten werden macht einen klein, mürbe und – wenn es ganz schlecht läuft – unterwürfig und klammernd. Gar nicht schön.

  18. @videbitis: […]sollte man nach einer Weile das Weite suchen[…]
    Der Leidensweg muss so intensiv sein, damit man die Kraft hat, sich auch unter großen Schmerzen zu lösen. Dann ist es wie eine schmachtende Erlösung.
    Ich hoffe, du hast aus dieser Erfahrung nicht Angst wieder zu lieben. Du weißt ja jetzt wie weit eine halbe Armlänge ist. Ganz oder gar nicht.🙂

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