Lach-Yoga und Lachseminare

Die sind für mich zum Lachen.

ok, lachen ist ansteckend. Könnt ihr euch an den Lachsack erinnern? Ein Scherzartikel, der herzlich gelacht hat. Und man hat dann unweigerlich mitlachen müssen.
Sind Lachseminare Scherzartikel?

Da stehen sie im Kreis und „bären“ sich ab. Lachen grundlos, weil lachen gesund ist. Das ist so ähnlich, wenn man Gemüse isst nur weil es gesund ist. Es muss schmecken! Das Lachen muss schmecken, es muss spontan vom Herzen kommen. Es darf laut, herzlich geschehen, aber es muss ehrlich sein ganz ohne Kommando passieren.

Unter Lach-Yoga kann ich mir sowieso nichts vorstellen. Da verbiegt man unter größter Konzentration und Körperbeherrschung seine Glieder und dann soll man noch dabei lachen?

Immer öfter werde ich mit solch eigenartigen Seminaren konfrontiert. Gerade ich, die mit Liebe lacht und mit Liebe grantig sein kann. Bekomm ich ein SMS: Frau XY hat noch einen Platz in ihrem Lachseminar, wenn du willst, komm vorbei. Nein, nur dann, wenn ich böse wie ein Löwe ins Seminar hineinbrüllen darf.

Wer immer lacht, freundlich ist und gut drauf ist, zeigt für meine Begriffe zu wenig Persönlichkeit. Interessante Menschen sind für mich kantig, sie sind ein Er-leb-nis sie zu erkunden! Ich mag keine Menschen, die wie Samtpatscherln durch die Gegend huschen. Besonders schön, wenn das aufgesetzte Lachen ganz ohne Seminar spontan geschieht. Da wird das Samtpatscherl zum Stiletto.

Gestern mdr geschaut und eine österreichische Schlagerkanone gesehen. Ich kenne sie nicht, aber in Deutschland zieht sie durch die Lande und erntet großen Erfolg. Sie war auch so ein Samtpatscherl. Und was hat das Patscherl ausgelöst? Böse und ätzende Kommentare in der Talkrunde: „Frau M., ich glaube, Sie haben ein schlechtes Gewissen, wenn Sie einen nicht ausgewaschenen Joghurtbecher in den Mist werfen.“ War eine böse Antwort auf ihre Aussage, sie „dient“ dem Publikum und das ist ihre Mission. Sie schaut auch keine Krimis, weil sie nur ein Happy End mag. Wie angenehm die raue, polternde I.v.Bergen darauf sein kann. Eine Wohltat!

15 Kommentare

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15 Antworten zu “Lach-Yoga und Lachseminare

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Und ich bin auch noch eine „Yoga-Tante“. Aber das nehem ich „ernst“, nur mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen, ohne brüllendes Lachen und schon gar nicht in der Masse. Erschreckender finde ich noch die Ausbreitung von „Kuschel-Seminaren“ oder wie die sich nennen. Viele wildfremde Menschen mit Defiziten in der körperlichen Annäherung treffen sich für ein Stündchen zum „Rudelschmusen“, um dann wieder in ihr trostloses kommunikationsarmes, sozialgestörtes Leben zurückzukehren. Und das sicher ohne viel zu Lachen (zu haben).

  2. @A.Tochter: Kuschelseminare! Das habe ich noch nicht gehört. Da vergeht mir gleich das Lachen.

  3. ganz meiner Meinung. Leute, die nur lachen und immer gut drauf sind (ich nenn sie gern die „Animateurimitierer“ trau ich grundsätzlich nicht.
    ja, ich mag auch die kantigeren mehr – die, die nicht gleich sympathisch wirken.

  4. @weltbeobachterin: Ist es nicht eigenartig, wenn trotzdem Menschen mit so einem Schmarren, nämlich wie lache ich, Geld verdienen?

  5. natürlich – aber ich lass mir durch sowas kein Geld aus der Taschen ziehen – ist wohl eher was für Leute die zum Lachen im Keller gehen…

  6. Was ist eigentlich wirklich Lachyoga? Kuschelseminare klingen schon mal ganz entsetzlich. Ich glaube die USA hatte diesen Trend in den späten 80-er erfolgreich absolviert.

  7. Ich lach ja für mein Leben gerne, und viel, weil über jeden Scheiß (wie du weißt). Aber ab und zu muß auch mal ein Trum durch die Gegend fliegen, oder ich hab einfach nur das Bedürfnis jemanden vor mir kuschen zu sehen (ohne L!). Wer mich als Biest nicht erlebt hat kann meine lustige Seite gar nicht richtig schätzen😉

    Kuschelseminare, das ist zum Kotzen. Muß man heute alles auf Knopfdruck machen? Power-Napping von 12 Uhr bis 12.25 Uhr, dann Kuschelseminar (1 Stunde, nachher bitte duschen und entlausen), und hinterher Lach-Yoga (das müsste so sogar funktionieren, weil wenn man darüber nachdenkt wie lächerlich das alles ist kann man wenigstens echt lachen!)

  8. Jaja, der Seminartourismus nimmt echt lachhafte Ausmaße an. Das ginge bei mir sowieso schief. Weil, ich hab da so eine Angewohnheit, wenn ich unter Menschen bin, die alle irgendwas gleich machen, dann kann ich das genau nicht in dem Moment, z.B. eben lachen oder weinen bei einem Begräbnis, wenn alle anderen weinen. Da hab ich Ladehemmung. Noch schlimmer, als die ewigen Lächler und Gutmenschen sind für mich die Lauwarm-Handschüttler…uhh…da gruselts mich, wenn dir jemand so mau das Handerl gibt und merkst, die liegt dir drin, wie eine liegengebliebene Leberkässemmel. Da hab ich schon genug, und da kann ich nimmer lachen!

  9. Bei Lach-Yoga verbiegt man sich nicht, da wird nur künstlich und in der Gruppe gelacht – eine Lachnummer, die mit Yoga gar nichts zu tun hat.
    Was einem als Firma für Seminare angeboten werden, zur Mitarbeitermotivation oder als „Management-Strategie-Seminare“ ist die nächste Lachnummer.
    Abgehalfterte Trainer oder Sportler betätigen sich als Gurus, die die Leute über Kohlen oder barfuss in der Wildnis laufen und brüllen lassen. Lebensberater gibts zum Saufüttern, mein neuester Lieblingsberuf ist „Kräuterpädagoge“.

  10. videbitis

    Kuschelseminare sind die Vorstufe zum Swinger-Club.
    Neulich hat im TV jemand Ernstzunehmendes ganz ernst den Rat an die Zuschauer gegeben, sie sollten doch bei nächster Gelegenheit mal wieder einen Baum umarmen. Ich hatte gleich den Verdacht, daß der für ein Lachseminar arbeitet, auch wenn ich schon bessere Witze gehört habe.
    Ich mag Menschen, die viel lachen und immer gut drauf sind, wenn es wirklich so empfunden und nicht gespielt wird. Grantler laufen leider oft Gefahr, ihre schlechte Laune an x-beliebigen Leuten abzulassen. Aber Leute wie die van Bergen mag ich auch.

  11. ludi

    ein fein entspannter und lach-entspannender eintrag, der mich dazu animiert, heute abend bei meiner erdmeditation (am ende mache ich immer paar yoga-übungen) möglichst laut zu lachen — das könnte sich insgesamt gesehen evtl. sehr positiv auf mich und mein umfeld auswirken … *hehe*

  12. Lachyoga? Lachhaft. Aber jenseits von lustig.
    Zu Sängerin M.:
    Es hat schon Gründe, dass ich Genres wie „Schlager“ (örgs) und „Volkstümliche Musik“ (doppel-örgs) meide wie die Pest: Verbrannter Kuchen wird durch Zuckerguss nicht besser.

  13. @weltbeobachterin: Es gibt natürlich schon Situationen im Leben, die dir den Boden und Humor unter den Füßen wegziehen. Doch Lachseminare greifen die depressive Haltung nicht an der Wurzel an, sondern sind reine Oberflächenbehandlung.

    @Bulgariana: Ja, was ist Lach-Yoga. Gute Frage. Für mich passt Yoga und Lachen in einer Übung nicht zusammen, daher finde ich die Bezeichnung pseudohomöopathisch.

    @George: Bei Powernapping bin ich nicht so kritisch. Das ist auch wissenschaftlich erwiesen, wenn man dem Körper ein wenig Ruhe gönnt, dann startet er nochmals mit Volldampf durch.
    Ich lache auch gerne. Viele sagen, sie mögen mein Lachen. Keine Ahnung warum – ich empfinde es als zu laut. Aber ich niese auch laut. .-D

    @Ellja: Muhahaaaa – Leberkäsehändeschüttler! Das schreit direkt nach einem neuen Seminar „Wie drücke ich richtig die Hand“.

    @Eline: Diese Managementseminare sind wirklich köstlich. Da kraxeln die klugen Köpfe auf Bäume, machen sich gegenseitig die Räuberleiter (was sie sowieso dauernd machen, in ihren geschäftlichen Seilschaften, die teilweise in betrügerische Absichten abrutschen) und fühlen sich plötzlich nicht mehr vom Affen abstammend. Wer die richtige Kaltschnäuzigkeit besitzt und diesen ganzen Schmarren verkaufen kann, scheffelt mörderisch Geld. Kochseminare für Manager sind übrigens auch sehr beliebt.

    @videbetis: Bäume umarmen – Danke für den Lacher! Und morgen lass ich mich unter diesem Baum begraben, mit dem ich gestern auf Du war.

    @buchstäblich: Ich bin ja nicht der Fan von Volksmusik. Schlager, POP, Rock – sie alle ziehen die Masse hinter sich. Da macht die Art der Musik im Prinzip wenig aus. Aber jede Musikrichtung hat ihre Berechtigung. Wieso du da von verbranntem Kuchen sprichst, weiß ich jetzt nicht.
    Es geht mir dabei um die Massenbewegung an sich, die ausgelöst wird. Wie Lach-Yoga modern wird. Oder warum eine Fangemeinde mit hochgestreckter Hand und drei weggestreckten Fingern dümmlich im Takt mitwippt.
    Die Bevölkerung ist an sich sehr kritisch geworden. In allem und jeden sieht man Verschwörung, Bespitzelung und dann reagiert man bei diesem manipulativen Schmarren derartig unkritisch. Das versteh ich einfach nicht.

  14. Entchen,
    was die Metapher zur Musik angeht:
    Für mich stellen sich Volkstümliches und Schlager so dar, als gieße man tüchtig Zuckerguss über die ganze Welt – die nun einmal weder nur schön, noch nur harmonisch, noch nur friedlich ist – und singt dann darüber, wie süüüüß doch alles ist, hollatrio, schalalala.

    Die seltsame Verteilung von Kritik und Kritiklosigkeit verstehe ich auch nicht. Vielleicht sind Verschwörungen gut, wenn die Welt für manche nicht spannend genug ist. Und vielleicht ist das Vertrauen auf Schmarrn mit Heilsversprechen irgend etwas mit Sehnsucht nach der guten Fee.
    Aber das ist nur (wahrscheinlich schlecht) geraten.

  15. lachen ist gesund & lachyoga ist das konsequente marketing unserer zeit, wer da noch ratio und schläue reinhämisiert, ist irgendwie von gestern..

    noch eine empfehlung für ganzheitlich interessierte: eine richtig coole meditation ist die aum http://de.wikipedia.org/wiki/Aum-Meditation – da schüttelst dein ego bis es nicht mehr weiß, wie es heißt. danach ist der kopf schön leer und bereit, neues neu zu betrachten..

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