We feed the world

In Wien wird täglich so viel Brot weggeworfen, womit man die Bevölkerung Graz versorgen könnte.
In Brasilien werden Regenwälder gerodet, damit Soja angepflanzt werden kann. Obwohl der Boden für Soja gar nicht geeignet ist, werden sämtliche Nährstoffe einfach zugeführt. Im Land selbst, haben 25% Brasilianer zu wenig zu essen. Maggi gehört ein ganzer Landstrich, wo nur Soja angebaut wird.
In Rumänien wird Gemüse aus Hybridsamen gepflanzt. Es ist die billigste Variante auf Menge zu produzieren. Trotzdem liegen sie im Preis noch immer zu hoch. Holland kauft Zwiebel um 17c ein.
Sehr frischer Fisch am Kopf gehalten, steht weg wie ein Brett. Hängt der Fisch lasch wie ein Stück alter Fetzen herunter, ist es industriegefischte Ware.
400.000 Mastküken werden wöchtentlich aus einem österr. Betrieb ausgeliefert.

Der Film in Gesamtlänge ist hier zu sehen.

Wer ihn noch nicht gesehen hat, soll das unbedingt tun.
Wer ihn schon gesehen hat, soll erst recht nochmals schauen, um sich den Wahnsinn zu verinnerlichen.

P.S:: Auf der Webseite sind noch andere, auch kürzere Videos zu sehr interessanten Themen zu sehen.

23 Kommentare

Eingeordnet unter Die Welt

23 Antworten zu “We feed the world

  1. Der Film ist zu Recht ein Erfolg. Aber ob die Zuseher auch selbst Konsequenzen in ihrem Kaufverhalten ziehen? Oder die meisten doch nur über die böse Lebensmittelindustrie schimpfen, aber selbst weiter im Supermarkt und beim Discounter einkaufen? Konsequenter Weise sollte Software (alle leicht verderbliche Lebensmittel) nicht im Supermarkt , sondern bei kleinen und regionalen Anbietern (Markt, Bauern, Greissler, Bäcker, Fleischhauer..) gekauft werden. Saisonal und genau in den Mengen, die man benötigt. Das Überangebot in Supermärkten ist der reine Wahnsinn, weil dort im Markt täglich Tonnen an verderblichen Lebensmitteln weggeworfen und vernichtet werden und durch die Verpackungsgrössen und Lockangebote auch die Konsumenten vieles verderben lassen.

  2. Es ist schon etwas her, dass ich den Film im Kino gesehen habe. Aber vergessen habe ich nicht die Unmengen von Brot, die jeden Tag vernichtet werden und ziemlich zum Schluß ein Interview mit dem Chef von Nestlè, (?), der dafür plädiert alles Wasser dieser Welt nur noch gegen Bezahlung zugänglich zu machen. Da wurde mir endgültig schlecht.

  3. Der Film ist gut da viel aufgezeigt wird und Eline hat komplett recht. Wir müssen uns selber an der Nase nehmen.
    grad heute hab ich von der Arbeit alte Semmerl mitgenommen. Die hättens weggeworfen. Die verarbeiten wir daheim jetzt zu Knödelbrot.
    ad Soja: das ist ein Teufelskreis – entweder werden Regenwälder gerodet oder es ist genmanipuliert. Viele Saubauern verfüttern Mais und auch Getreide. Nicht umsonst sitzen die sogenannten Veredelungsbetriebe in den fruchtbarsten Gegenden. Schweine brauchen Eiweiß um gut zu wachsen. Mais hat zwar viel Eiweiß, aber Soja ist günstig. Pervers nicht? Früher waren Kartoffeln verfüttert – aber die sind jede Menge arbeit. OK, unsere Schweine dürfen auch Erdäpfel fressen, aber bei unsere Schweineanzahl pro Jahr ist das nicht die Rede wert. Aber bei größere Schweinemäster – ist das schon ein Problem. Ich sag nur – Investition in einem riesigen Erdäpfeldämpfer. und nicht nur das große Häfen.
    Große Schweinebetriebe dürfen z.B. ihre Tiere keine Küchenabfälle geben. Nicht einmal frische vom selben Tag. http://www.genver.de/Speisereste/speisereste.html. Dabei wäre das sicher sinnvoll gewesen für viele vegetarische Abfälle.

    über dieses Thema könnte ich wirklich viel bloggen.

    besonders aberwitzig finde ich die Tatsache, dass man heimisches Obst und Gemüse importiert von Südamerika und so. Ich sag nur GrannySmith (die grausig san) Erdäpfel aus Israel und der chinesische Knofel.

  4. Das mit dem Brot ist schon soooo lange bekannt – wannn schickt Ihr es endlich herunter? 😉

  5. der nestlé-chef (präsident des verwaltungsrates von nestlé) ist der kärntner peter brabeck-letmathe. ich habe über das thema mal kurz auf esskultur.at geschrieben, ist aber schon über zwei jahre her:
    http://www.esskultur.at/index.php/2007/07/07/wer-braucht-nestle/
    damals war ich erst zwei monate online und hatte dementsprechend wenig leser/innenschaft. vielleicht sollten wir diese dinge wirklich wieder aufwärmen, weil sie so wichtig sind.

    wer noch mehr in diese richtung sehen will:

    unser täglich brot (ohne jeglichen kommentar, deshalb ziemlich verstörend)
    darwin’s nightmare (die geschichte mit dem viktoriabarsch, den man nach diesem film garantiert nicht mehr essen wird)
    food inc. (ganz neu, sehr amerikanisch, sehr interessant und wegen joel salatin, einem fantastisch charismatischen bauern, alleine schon sehenswert)

    super size me gehört für mich übrigens nicht in diese kategorie, den film halte ich für entbehrlich.

  6. das argument, der konsument will es so, ist paradox & irreführend, so argumentieren die grossisten, um die ausdehnungsgier ihrer absichten [nestlé ist glaubich im besitz von 3/4 der weltweiten quellwasserressourcen.. ] zu verschleiern. mir kommt das der-konsument will-es-so-argument vor wie die ungeheure behauptung des prügelnden vaters, der sagt: das kind hätte um eine watschn gebettelt..

    im übrigen muss man einen film nicht unnötig reißerisch gestalten. die bauern reden lassen, ja, die wissen was sache ist. leute wie jean ziegler machen mich aber immer skeptisch, seine interessen sind denen von nestlé nicht unähnlich, nur hat er sich aus strategischen gründen für die andere seite entschieden, ihm gehts es vordergründig darum, die aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten.

    danke für die anregung, man kann gar nicht oftgenug darauf hinweisen ~ ein regelrechter daily-news-permalink..

  7. Ich finde die Bücher von Jean Ziegler, die ich bisher gelesen habe „Wie kommt der Hunger in die Welt“ und „Die neuen Herrscher der Welt“ sehr gut, auch habe ich ihn schon live erlebt, seine Vorträge finde ich überaus interessant, warum sollte sich dann die aufmerksamkeit nicht auf ihn richten, er zeigt richtigerweise Dinge auf, die andere unterlassen.. ruhm für eine wichtige sache? Damit kann ich gut leben. In einer Zeit, wo ein Präsident den Nobelpreis bekommt, für etwas… ja, was eigentlich?

  8. ich weiß, ziegler finden viele ganz toll, ich sehe in ihm und seinen absichten halt etwas anderes. ja nun..

  9. @Eline: Steter Tropfen höhlt den Stein.
    Heute gesehen, morgen vergessen. Geht mir nicht anders, obwohl ich da versuche ein Bewusstsein zu haben und es weiterzuentwickeln. Manchmal ist man einfach zu bequem und zu denkfaul.
    Daher sauge ich diese Informationen wie ein Schwamm auf und lasse sie setzen.
    Saisonale und regionale Lebensmittel – wir müssen wieder schmecken lernen, damit wir auf diese Ware greifen.
    Die Packungsgrößen – darüber könnte ich ewig lang palawern. Nervig, die seit einiger Zeit modernen Doppelpacks, weil man dann die Ware günstiger bekommt. Natürlich greift man automatisch zu zwei Joghurtbechern, wenn man sieht, wie wenig man für einen zweiten nur mehr draufzahlen muss. Denken tut man erst zu Hause, wenn der Kühlschrank so voll ist, übertrieben gesagt, dass der zu viel gekaufte Becher kaum mehr Platz hat. Wir müssen umlernen!
    Diskonter: Noch immer herrscht das Argument, die Leute können sich Lebensmittel nicht mehr leisten, daher boomen die Diskonter. Das bezweifle ich, wenn ich mir die Autos ansehe, die am Diskontparkplatz stehen. Es ist diese „Schnäppchensucht“, die uns alle befallen hat.

    @A.Tochter: Leider ist der Nestlé Chef ein Österreicher. In diesem Film hat er so einen Stumpfsinn verzapft, dass mir auch schlecht geworden ist. Jemand, der sich auf ein Interview vorbereitet und derartig hatschert argumentiert (Wasser), agiert eiskalt nur im Sinne seines Arbeitgebers.

    @weltbeobachterin: Da hast du aber Glück, dass du die Semmeln mitnehmen darfst. Im Krankenhaus, Pensionistenheimen, Flugliniencatering, wird das knallhart weggeworfen. Beim Supermarkt B. darf man kein übriggebliebenes Gebäck mitnehmen (Personal).
    ad Mais: Im Film (ganz am Anfang) wird gesagt, dass ein Teil Mais nur angebaut wird, weil er verheizt wird. Und wo anders verhungern sie. Auch wenn der Heizmais vermutlich nicht schmeckt, aber Lebensmittel zu verheizen finde ich brutal (passiert auch mit dem alten Brot).
    ad Schweine: Hat mich interessiert, wie viel Schweine in Ö gezählt wurden. Per Juni 09 ca. 3,3 Mio Schweine.
    ad Schlachtung: 67,8 Mio Hendln = 85 t, 1,9 Mio Truthühner =24.000 t, 216.000 t Rindfleisch, 506.000 t Schweinefleisch;
    Alle Zahlen von der Statistik Austria.

  10. @rufus: Und wohin schickt ihr euer Brot? 😉

    @katha: Natürlich muss man das immer wieder aufwärmen und dem Konsumenten Alternativen anbieten.
    Ich wollt zu deinem Kommentar zur Bäckerschule schon antworten und habe es dann doch unterlassen, weil es eigentlich zum Thema nicht gepasst hat. Trotzdem möchte ich es hier deponieren: Warum gehen wir nicht zur Bäckerinnung, die übrigens über ein wunderschönes Palais in der Florianigasse verfügt und bieten ihnen diese Idee an. Eine Bäckerschule und Verkauf. Wenn man es nicht jetzt macht, dann kommt jemand anderer. Vielleicht aus der Schweiz. 😉

    Durch deine Arbeit wird auf jeden Fall ein Bewusstsein geschaffen. Du holst auch heimische Produzenten aus der Versenkung. Also bitte mehr von deiner Ecke!

    Viktoriabarsch boykottiere ich, seitdem ich darwin’s nightmare gesehen habe. Und doziere recht ungemütlich am Tisch, wenn da jemand diesen Fisch bestellen will.

    Wie heißt schnell dieser Nichtschmeckfisch, der wie ein aufgeschnittener Gartenschlauch schmeckt?
    -Pangasius-

  11. @Lreporter: Der Konsument nimmt das, was ihm angeboten wird. Was ihm unter die Nase geschoben wird mittels Sonderangeboten etc. – siehe oben.
    Der Konsument ist grundsätzlich faul (ich auch), nimmt Umwege in Kauf, um Ware billig zu kaufen, anstatt sie beim Markt zu erstehen.
    Der Konsument verknofelt auch gerne die teuren Angebote. So wird Hofer auf biegen und brechen verteidigt, wie frisch und qualitativ hochwertig seine Ware ist. Das macht der österr. Konsument beim Markthändler nicht – denn der betrügt, kauft die Ware im Ausland und schreibt drauf, es wäre österreichische. Mag vielleicht sein. Aber warum man dem reichsten deutschen Diskonter (Familie Aldi) so die Stange hält, ist mir ein Rätsel.

    ad Wasser: Das Wiener Wasser ist für seine Güte und den Geschmack legendär. Das erste was ich nach einer Reise mache, ein Glas Leitungswasser trinken. Einige Dillos kaufen sich in Österreich stilles Wasser. Frag mich bitte nicht warum. Ich kapier es nicht.

    Jean Ziegler hat seine Berechtigung. Natürlich will er Aufmerksamkeit. Es gibt wohl nur ganz wenig Menschen, die nicht eitel sind – Nonnen zum Beispiel. Alle anderen machen ihr Tun und Schaffen davon abhängig, Lob und Anerkennung zu bekommen. Das bekommen Sie von mir, wenn sie auch für eine gute Seite arbeiten. Und dafür darf er jeden Tag vor der Kamera sitzen und erzählen. Ich finde ihn übrigens sehr charismatisch – hab ihn einmal bei einem Club2 gesehen.

    @Ellja: Siehe oben meine Antwort an Lokalreporter.
    Personen, die sich für Randthemen interessieren und dafür arbeiten, dürfen jeden Tag in der Presse und am Rednerpult stehen. Ob er Nobelpreisanwärter wäre, kann ich nicht beurteilen.

  12. @ente – der konsument will immer das, was ihm die werbung bietet. die marktforschung evaluiert in der regel daten und erkenntnisse, die ihre auftraggeber hören/sehen wollen. die mär vom konsumenten als einrichter seiner bedürfnisse, ist eine erfindung der grossisten [der albrecht-brüder?].
    und zu ziegler: jeder der von presse, licht und kameras umflutet wird, strahlt charismatisch, ist die person dazu noch mit persönlicher präferenz aufgeladen, strahlt sie gleich doppelt so hell..

  13. @Lreporter: Na klar. Was glaubst du, warum diesen Winter jeder zweite mit lila Gwand herumrennt. Doch nicht, weil ihm die Farbe so gut gefällt.
    Ich erschrecke selbst immer, wie ich ein Teil dieser Maschinerie bin.
    Na also ich mache mir ins Hemd, wenn ich vor großem Publikum reden muss. Alles andere als ein charismatisches Erscheinungsbild. Und da bin ich schon wieder bei meinem Kanzler, mit der Kasplerstimme, der ist auch weit weg von einer charismatischen Erscheinung.

  14. saß da nicht auch der charismatische phaeton-führer in der runde?

  15. Wir essen es, also ich zumindest … 😉

  16. sehr gute idee. gib mir noch eine woche, dann besprechen wir das endlich alles.

  17. Unser gesamtes Ess- und Konsumverhaloten ist total pervers. Ich frag mich ja immer ob wir z.B. all diese Brotsorten wirklich brauchen. Ich esse ja relativ wenig Brot, und wenn ich EINMAL zum Bäcker gehe steh ich da wie der Ochs am Berg. Weißbrot? Bauernbrot? Haus-, Sonnenblumen-, Dinkel-, Vollkorn-, Pumpernickel-, Buttermilch-, Fitness-, Dinkel-, Roggen-, Zwiebel, Kürbiskern-, oder doch normales Mischbrot? Oder den Schmuserkipf, oder ein Vinschgauer? Original Ciabatta oder lieber Schweizer Bürli?

    MUSS das alles sein? Wird ja eh nur weggeworfen!

  18. Schöne Diskussion!

    @Ente – ich war ein paar Jahre in einer Klosterschule, leider. Daher weiss ich , dass Nonnen sehr wohl auch eitel sein können und gut oder sadistisch oder neidig, wie jeder Mensch.

    @lokalreporter
    Ich finde Jean Ziegler auch sehr eitel und selbstbezogen. Ich muss ihn ja nicht mögen, um ihm inhaltlich trotzdem oft Recht zu geben.

  19. eline – ja, ziegler hat in vielem recht, das stimmt.
    nur, die art des rechthabens ist von entscheidender qualität. unrecht und misswirtschaft aufzeigen ist zwar ehrenvoll, aber letztlich auch nichts anderes als ein [journalistisches]konzept. zieglers stil regt bei mir widerstand, ich kaufe ihm sein engagement nicht ab, er ist nicht karlheinz böhm..

  20. ludi

    danke dir für diesen wichtigen beitrag, da kann frau gar nicht oft genug auf solche gegebenheiten hinweisen, auch ohne filmlink!

    ein älterer dokumentarfilm von jan troell „traumland“ geht auch in diese richtung, allerdings nur schweden bezogen, es ist ein 3-stündiger film, der mich immer wieder tief beeindruckt …

  21. Pingback: welcher fisch? « Beitrag « esskultur.at

  22. Sehr gut, dass du auf diesen Film aufmerksam machst, wir haben ihn 2 x gesehen und waren 2 x erschüttert! Die Auswahl der weiteren Filme ist grossartig, danke für den Link.

  23. @Lreporter: Ja, richtig erkannt. Und du hast mich damit volle Breitseite erwischt. 😉

    @rufus: brav!

    @katha: waiting … 🙂

    @George: Mir sind auch um die Hälfte Brotsorten weniger lieber, dafür sollen sie gut schmecken. Coole Aufzählung. 😀

    @Lreporter: Wenn einmal fast alles gerettet, versorgt ist und nicht mehr hungert, dann kämpfe ich auch dafür, damit sich nur mehr Menschen einsetzen, die das aus Überzeugung machen. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg …

    @ludi: Da ist aber schon der Link dabei (hast du geschaut?)
    Du bist ein Held! Auch wenn es mir um deinen Blog leid tut.

    @wienermädel: Wie funktioniert Wirtschaft ist auch ein sehr guter Kurzfilm auf dieser Seite.

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