Tagesarchiv: November 20, 2009

Christkind und warum ich nicht in den Himmel will

60 Jahre gibt es das Postamt Christkindl bereits und hat natürlich jetzt wieder Hochsaison.
Das Postamt wurde im gleihnamigen Ort in Oberösterreich gegründet und versieht die Weihnachtspost von Ende November bis Anfang Jänner mit einem besonderen Stempel.

Interessant, dass das Postamt nach wie vor interessant ist, denn die gesellschaftliche Entwicklung spricht nicht dafür:

– Es sammelt kaum jemand Briefmarken. Vorbei die Zeiten, als man zappeligen Kindern das Briefmarkensammeln schmackhaft machte. Die Auflagen der Briefmarken sind trotz Postkrise noch immer zu hoch und werden daher nicht als Raritäten gehandelt.

– Wer sich heutzutage outet, ein gläubiger Mensch zu sein, wird in die Ecke der Fundamentalisten geschoben. In ist, wer sich den Trend der Säkularisierung ans Hemd heftet und nimmermüde über die Entfernung von Kruzifixen diskutiert.

– Die Fundis schaffen Weihnachten im eigenen Heim ab. Das braucht keiner, meinen sie, bleiben bei christlichen Feiertagen aber zu Hause und arbeiten doch lieber nicht.

Das Postamt Christkindl hat allen Trends zum Trotz um diese Zeit Hochbetrieb. Die Kinder sind sehr selbstbewusst: Sie greifen zum Handy und wollen das Christkind sprechen. Die Mitarbeiter haben sich auch schon eine Antwort zurecht gelegt: „Das Christkind sitzt im Keller und stempelt Briefe und hat leider keine Zeit.“

Wer überlegt sich da noch ein Engel sein zu wollen?

Wer sitzt schon gerne im Keller und lacht dort vielleicht auch noch?

Darf man in der Hölle schalmeien?

Quelle: Ö3 Interview

Die sehr nüchterne Seite vom Postamt Christkindl in ansprechendem Postgelb.
Ich verschicke Weihnachtspost noch immer per Brief + Weihnachtsbriefmarke, die dieses Jahr wieder sehr schön ist.
Die Deutschen sind ja die Könige der Vereine und somit gibt es auch einen Schalmeienverein im Schottenhoserl.

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