Zweitbuch und so

Ich weiß nicht, warum ich das erst jetzt gelesen habe. Schwer, schwer empfehlenswert. Manchmal atemlos Absätze 2-3 Mal gelesen und es nicht glauben können. Ich hätte gerne mit Frankl darüber gesprochen.

16 Kommentare

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16 Antworten zu “Zweitbuch und so

  1. Ich bin bei allen Psychotherapeuten-Lehrern skeptisch; aber dieses Buch vermute ich auch höchst interessant und anrührend.

  2. @Wolfram: Dieses Buch klagt nicht an, doziert nicht, gibt keine Tipps. Es beschreibt lediglich, wie man in Ausnahmesituationen reagiert. Wie man hofft, wo keine Hoffnung mehr da ist, aber auch wie man sich aufgeben kann. Ich habe mich in manchen Reaktionen wiedergefunden und zeitgleich geschämt, weil der Auslöser so ungleich nebulos war.
    Psychologische Ratgeber lehne ich auch ab, weil die beste Hilfe noch immer die ist, seinen Weg zu finden.

  3. in würdigung victor frankls biografie [und werk] bin ich geneigt zu sagen: wen interessiert schon urteil und skepsis eines @wolfram?

  4. Da bin ich eher auf Wolframs Seite, hab aber auch schon viel gutes über das Buch gehört bzw. gelesen.

  5. @Lreporter: Kennst du das Buch? Hol’s dir! Es nimmt dir manchmal den Atem.

    @George: Das ist eben -kein- Ratgeber und keine Anklageschrift.

  6. @Ente: nachdem ich den Titel entziffert hatte (und nach ein paar Recherchen im weltweiten Fischernetz) habe ich so ungefähr das vermutet.

    @Lokalreporter: Vorsicht, solche Sprüche zeugen nicht nur von wenig Geistesgröße – sie sind auch Bumerangs.
    Mit spitzer Zunge kann man allerdings gewisse Parallelen zwischen Reportern und Seelenforschern aufzeigen: Letztere versuchen, Verhalten und Empfinden von Menschen zu kategorisieren, sprich in Schubladen einzuordnen, um sie leichter kanalisieren zu können – das Ergebnis könnte man Manipulation nennen. Und viele, viele Feinheiten bleiben auf der Strecke.
    Reporter dagegen versuchen, komplexe Vorgänge in 2’30 oder in 60 Zeilen darzustellen, weil ihnen mehr Zeit oder Druckraum nicht gegeben ist – das Ergebnis könnte man Manipulation nennen. Und viele, viele Feinheiten bleiben auf der Strecke.
    Und der eine wie der andere behaupten wider besseres Wissen, „objektiv“ zu sein…

  7. @ente – ich kenne es und es nimmt den atem, es ist erschütternd!

    @wolfram – ich bin kein reporter, allerdings ein freund der analyse und der selbstreflexion. dein angepisster ton zeigt, wie sehr du dich um etwas kategorisches wie geistesgröße bemühst, und wie wenig dir das gelingt .. ist doch eigentlich bedauerlich ~ bleib heiter!

    allen einen guten rutsch🙂

  8. auch ich kenne es, ein Buch das mich sehr berührt. und das ich wirklich Hochhalte.
    auch ich habe es und habs schon einige mal gelesen.

  9. @weltbeobachterin: Was sagst du zum letzten Teil, das als Theaterstück geschriebene Gespräch der Philosophen. Knallhart, nichts für zarte Seelen, so finde ich.

  10. @Wolfram + Lreporter: Es tut mir weh, wie ihr beiden miteinander umgeht.
    Wolfram, dich kenne ich über Blogeinträge schon ein wenig und ich weiß, du verrennst dich gerade ein wenig. Frankl ist ein anerkannter Psychotherapeut (nach Freud und Adler) Begründer der Dritten Wiener Schule der Psychotherapie. Das besagte Buch behandelt die drei Entwicklungsstadien eines Insassen eim KZ. Der Inhaltet beantwortet dennoch meine immer gestellte Frage nicht, wieso können Überlebende eines KZ so normal sein und werden nicht zu Mördern? Warum ist ihre Psyche nicht geschädigt? Alle Restitutionsforderungen, die ich teilweise als überzogen betrachte, können dieses Leid niemals wieder gut machen. Man versucht sich auch einer Schuld loszukaufen. Es wundert mich auch warum es von der jüdischen Seite dennoch so betrieben wird. Es ist ihre Form der Sühne, die harmlos ist. Unsereins sagt: Leben, Glück und Gesundheit kann man sich nicht erkaufen, daher verstehe ich deren Betreiben umso weniger. Das geht jetzt aber weiter als der Inhalt dieses Buches. Vielleicht hast du Möglichkeit in einer Bücherei, einen Blick in das Buch zu werfen. Du wirst erkennen, da spricht kein Pferdeflüsterer, sondern einer, der das wirklich erlebt hat.
    Lreporter: Avatare und Nicks vermitteln Eindrücke, die nicht so sind. Ich bin keine Ente und du kein Reporter. Vielleicht wollen wir das nur sein?
    Wolfram lehnt kategorisch den Inhalt dieser Bücher ab, trennt sie aber nicht in gute und schlechte. Er hat ein sehr waches Auge und gute Urteilskraft, die er sonst sehr gut vermitteln kann.
    Love and Peace
    die Ente!

  11. liebe entenmutter,
    meine antwort auf wolframs prosaischen kommentar hätte ich mir auch verkneifen können, ja, andererseits halte ich eine generelle therapeuten-verunglimpfung [sowie die vermutlich ironisch gemeinte inhaltsadjektivierung des buches] für ziemlich schwerwiegend – da regt sich immer etwas in mir. außerdem meldete sich die stimme meiner positiv besetzten erfahrung mit dieser berufsgruppe zu wort .. ich konnte nicht anders😉
    dass wolfram ein waches auge hat mag sein, eine vorurteilsfreie urteilskraft muss ich ihm aufgrund seines reaktionskommentars aber absprechen. und zu deiner avatar-wunschbild-hypothese: im grunde meines herzens wäre ich gerne dagobert duck, vielleicht sollte ich über einen nickname-transfer nachdenken ..
    also,
    licht und liebe für wolfram, dich und die anderen blogleserInnen

  12. @Ente: Ich habe meine Vorbehalte gegen die diversen „Schulen“, die versuchen, das zu erklären, was vielleicht gar nicht erklärbar ist – und gegen diejenigen ihrer Schüler, die dazu neigen, dir dich erklären zu wollen, obwohl du das vielleicht gar nicht willst. Speziell auch gegen die Schüler, die sich unter meinen Kollegen finden und die meinen, nur wegen der sprachlichen Fast-Kongruenz müsse man Seelsorge durch Psychotherapie ersetzen.
    Es fällt schwer, nicht dem Vorurteil nachzugeben, wenn man konstatieren muß, daß alle psychotherapeutisch geschulten Kollegen, aber auch die praktizierenden Therapeuten, mit denen ich in den letzten Jahren zu tun hatte, einen Händedruck haben wie ein nasser Spülschwamm, und reden als hätten sie Kreide mit Pril gefr’ssen… da ist was faul. Und das liegt doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit an der Disziplin.
    In meiner Praxis sehe ich auch oft genug nur zu deutlich, daß eine Konzentration auf das seelische Befinden ebenso wichtige Dinge ausblendet wie die klassische Medizin. Wo ist die holistische Anthropologie?

    Das Buch nun kann die Antwort gar nicht geben auf die Fragen, die du stellst – wiewohl sie äußerst pertinent sind; ich habe dir doch mal erzählt von meinem Nachbarn in Straßburg… – es kann die Antwort nicht geben, weil Frankl sicherlich selbstkritisch genug ist, um keine Selbstanalyse vorzunehmen… und erst recht nicht daraus eine Verallgemeinerung zu erstellen. Warum „die ehemaligen KZ-Insassen“ so handeln, kann man – meine ich – nicht allgemeingültig sagen, auch schon deshalb, weil sie nicht alle so handeln. Einige haben sich erbarmungslos auf die Spuren und an die Fersen der NS-Verbrecher gemacht, wie sonst wäre Eichmann nach Israel gekommen?

    @Lokalreporter: in meinem ersten Kommentar war kein Funke Ironie, im zweiten dafür um so mehr – gepaart, zugegebenermaßen, mit einer guten Portion Zynismus. Dies vielleicht nicht aus eigener Erfahrung mit der Branche Therapeuten, sondern aus einer gewissen Beobachtung leidvollen Erduldens dessen, was dabei herauskommt, wenn Menschen, die sich Psychotherapeuten nennen (übrigens eine meines Wissens immer noch nicht geschützte Berufsbezeichnung!), Hilfesuchende nach Schema f behandeln und damit zwar eine vordergründige Lösung für die Pathologie geben, die zur Konsultation führte, aber in Wahrheit nur Zwist und Konflikt säen. Ich spreche hier von analytischer „Therapie“, die immer noch zu gern empfohlen wird, obwohl die Analyse an sich nicht mehr sein kann als eine Anamnese – oder sie wird destruktiv, was auf Latein so ziemlich das gleiche bedeutet wie Analyse auf griechisch. Wenn die Analyse nun tatsächlich den Kern des Übels findet, müssen konstruktive Therapieansätze her, entsprechend dem kranken Menschen – und genau da krankt das System. Muß man das Frankl anlasten? Ich weiß es nicht, vermute aber: nein. Die Begründer gleich welcher Schulen waren sich meist ihrer Grenzen wesentlich deutlicher bewußt als ihre Schüler.

    So, jetzt habe ich der Ente das Blog gesprengt – nur weil du nicht hinnehmen wolltest, daß ich skeptisch – SKEPTISCH! Das ist die beste Grundhaltung, um gesund durchs Leben zu kommen! – bin… und darauf ein vernichtendes Urteil gefällt hast, das weder gezeigt hat, ob du dich mit der Sache auseinandergesetzt hast, noch ob du auch nur versucht hast, meinen Standpunkt zu verstehen. Hast du übrigens nicht, denn ich hatte kein Urteil gefällt. Du aber schon – und eines, das Viktor Frankl so nicht akzeptiert hätte: er achtete Menschen auch dann, wenn sie seine Meinung nicht teilten. Gehab dich wohl, und laß dich durch mich nicht weiter in deiner Aura stören!

  13. @wolfram – na mensch, das ist aber einiges im argen. du baust hier einen verteidigungswall auf und projizierst mittels bildungsbeladenen herleitungen dein weltbild auf dein gegenüber, das nun zufällig ich bin – wem außer deinem nach anerkennung dürstenden kommentatoren-ego soll das was bringen?
    ich habe übrigens viele jahre therapie gemacht und glaube mir, eine anamnese ist dann doch noch etwas anderes als eine analyse.
    falls du wirklich an einer selbst-veränderung interessiert sein solltest, rate ich dir den weg einer therapie zu gehen, alles andere ist palaver, es nährt lediglich dein ego. liebe grüße🙂

  14. Warum sollte ich? Ich finde mich in Ordnung, so wie ich bin. Und dafür brauche ich weder meinen Eltern noch meiner Umwelt noch meiner Ex-Frau Vorwürfe zu machen. Mir gehts doch gut!
    Wozu also jemanden aufsuchen, der mir erst mal nachweisen müßte, wie krank ich angeblich bin, um dann jahrelang Geld damit zu verdienen, daß ich nachher wieder zum Wohlgefühl komme?
    Nö, das hab ich billiger.

    Aber ich weiß: jahrelang Therapierte genau wie jahrelang therapiert Habende sind unheimlich überzeugt von der Wirksamkeit ihrer Therapie. Und treten häufig ziemlich missionarisch auf…
    Das darfst du bei mir unterlassen.

    Aber da du anscheinend unbedingt das letzte Wort haben willst, schenke ich es dir: das letzte _____.

  15. @wolfram – ich seh‘ schon, über den tellerrand des egos hinaus denken ist nicht deins – du palaverst lieber ..

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